{"id":383645,"date":"2026-09-08T23:53:22","date_gmt":"2026-09-08T23:53:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/383645\/"},"modified":"2026-09-08T23:53:22","modified_gmt":"2026-09-08T23:53:22","slug":"giftiger-als-autoabgase-wie-europa-waldbrand-smog-und-luftverschmutzung-bekaempft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/383645\/","title":{"rendered":"Giftiger als Autoabgase: Wie Europa Waldbrand-Smog und Luftverschmutzung bek\u00e4mpft"},"content":{"rendered":"<p>Durch den Klimawandel angefachte Waldbr\u00e4nde und Hitzewellen versch\u00e4rfen laut der Weltmeteorologieorganisation (WMO) die Luftverschmutzung \u2013 mit gravierenden Folgen f\u00fcr Natur und Gesundheit.<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Die Erderw\u00e4rmung verst\u00e4rkt diese Ereignisse. Sie setzen mikroskopisch kleine Schadstoffe in die Luft frei und gef\u00e4hrden damit internationale Bem\u00fchungen, die Luftqualit\u00e4t zu verbessern, warnte die Wetter- und Klimaagentur der Vereinten Nationen am Montag (7. September).<\/p>\n<p>\u201eExtreme Waldbr\u00e4nde nehmen zu und haben wegen der hohen Giftigkeit des Rauchs gro\u00dfe <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2026\/07\/29\/rauch-von-waldbranden-who-sieht-gesundheitsnotfall-weit-uber-brandzone-hinaus\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gesundheitsfolgen<\/a>\u201c, hei\u00dft es in einer WMO-Erkl\u00e4rung zum neuen j\u00e4hrlichen Bericht \u201eAir Quality and Climate Bulletin\u201c.<\/p>\n<p>\u201eIn Europa und Nordamerika haben Vorschriften die industriellen und den Verkehr betreffenden PM2,5-Emissionen reduziert. Die Belastung durch feine Partikel aus Br\u00e4nden ist jedoch gestiegen.\u201c<\/p>\n<p>Feinstaub der Kategorie PM2,5 besteht aus Partikeln und Tr\u00f6pfchen mit einem Durchmesser von weniger als 2,5 Mikrometern. Diese Partikel gelten als gesundheitsgef\u00e4hrdend, weil sie tief in Lunge und Blutkreislauf eindringen k\u00f6nnen. Sie stammen aus der Nutzung fossiler Energietr\u00e4ger in Industrie, Landwirtschaft, Haushaltsheizungen und Verkehr \u2013 aber auch aus Waldbr\u00e4nden und Staubst\u00fcrmen.<\/p>\n<p>Der Bericht fordert, Luftschadstoffe wie Aerosole \u2013 darunter Ru\u00df (Black Carbon) und Mikroplastik \u2013, Feinstaub und bodennahes Ozon deutlich besser zu \u00fcberwachen.<\/p>\n<p>Diese Stoffe \u201ewerden nicht ausreichend <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2026\/08\/18\/minisensoren-und-apps-londoner-messen-luftverschmutzung-neu\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">erfasst<\/a>, obwohl sie weit verbreitet und potenziell sch\u00e4dlich f\u00fcr \u00d6kosysteme sind\u201c, so die WMO.<\/p>\n<p>\u201eWir brauchen erg\u00e4nzende, aufeinander abgestimmte Strategien f\u00fcr Luftqualit\u00e4t und Klima. Beides l\u00e4sst sich nicht getrennt voneinander regeln.\u201c<\/p>\n<p>Gewaltige Waldbr\u00e4nde setzen hochgiftigen Rauch frei<\/p>\n<p>\u201eLuftqualit\u00e4t und Klimawandel kann man nicht getrennt voneinander angehen. Verschlechtert sich das eine, wird auch das andere schlimmer\u201c, sagt Lorenzo Labrador vom WMO-Wissenschaftsnetzwerk Global Atmosphere Watch.<\/p>\n<p>\u201eIn Regionen mit besonders intensiven <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2026\/08\/13\/waldbrande-in-europa-ist-2026-bereits-rekordjahr\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Waldbr\u00e4nden<\/a> finden wir sehr hohe Feinstaubbelastungen\u201c, sagt er.<\/p>\n<p>Die beim Verbrennen von Vegetation entstehenden Mikropartikel seien \u201edeutlich giftiger\u201c als Feinstaub aus anderen Quellen, selbst aus Autoabgasen, betont Labrador.<\/p>\n<p>Sie sch\u00e4digen die <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2026\/07\/18\/waldbrande-so-schutzen-sie-ihre-lunge-vor-giftigem-rauch\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gesundheit<\/a> von Menschen und Tieren weit entfernt vom eigentlichen Brand, weil der Wind sie \u00fcber gro\u00dfe Distanzen tr\u00e4gt. Ihr giftiger Effekt flie\u00dft in Luftqualit\u00e4tsbewertungen aber bislang kaum ein, so Labrador.<\/p>\n<p>\u201eKlassische Risikomodelle, die sich nur an der Gesamtbelastung mit PM2,5 orientieren, untersch\u00e4tzen die Brand-bedingte Sterblichkeit m\u00f6glicherweise um bis zu 93 Prozent\u201c, hei\u00dft es bei der WMO.<\/p>\n<p>Eine im Bulletin zitierte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass extreme Rauchereignisse durch Br\u00e4nde weltweit seit den neunziger Jahren auf das Dreifache zugenommen haben. Zwischen 2010 und 2018 k\u00f6nnten sie pro Jahr zu fast 100.000 zus\u00e4tzlichen Todesf\u00e4llen beigetragen haben \u2013 vermutlich ist selbst das noch eine Untersch\u00e4tzung.<\/p>\n<p>Ozon und Mikroplastik versch\u00e4rfen die Luftverschmutzung<\/p>\n<p>Eine weitere Quelle der Luftverschmutzung mit erheblichen <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2026\/08\/08\/us-studie-klimawandel-verstarkt-risiko-von-waldrauch-fur-schwangere\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gesundheitsrisiken<\/a> ist bodennahes Ozon. Es bildet sich verst\u00e4rkt, wenn die Temperaturen steigen, sich die Luft kaum bewegt und die Sonneneinstrahlung intensiv ist \u2013 so wie bei den j\u00fcngsten Hitzewellen in China, Europa und im S\u00fcdosten der USA.<\/p>\n<p>\u201eDiese erh\u00f6hte Ozon-Belastung kann zu Zehntausenden zus\u00e4tzlichen vorzeitigen Todesf\u00e4llen f\u00fchren\u201c, warnte die WMO \u2013 vor allem durch Atemwegserkrankungen.<\/p>\n<p>Wachsende Sorgen bereiten auch Aerosole, also winzige Schwebeteilchen, die bis in weit entfernte Ozeane und Kontinente transportiert werden.<\/p>\n<p>Sie k\u00f6nnen beeinflussen, wie stark die Atmosph\u00e4re Sonnenlicht reflektiert, die chemische Zusammensetzung von B\u00f6den und Gew\u00e4ssern ver\u00e4ndern und bisher weitgehend saubere Regionen verschmutzen.<\/p>\n<p>\u201eEin Beispiel ist die Ablagerung von Black Carbon \u2013 also Ru\u00df \u2013 auf Schnee und Eis\u201c, erkl\u00e4rte die WMO. \u201eDadurch reflektieren diese Fl\u00e4chen weniger Sonnenlicht und das Schmelzen beschleunigt sich.\u201c<\/p>\n<p>Ein anderes Beispiel sind <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2026\/05\/11\/irische-achtzehnjahrige-kampft-mit-preisgekronter-erfindung-gegen-mikroplastik-krise\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mikroplastikpartikel<\/a>, die entstehen, wenn Plastik unter Sonneneinstrahlung oder durch andere Einfl\u00fcsse zerf\u00e4llt. Sie finden sich praktisch \u00fcberall \u2013 in der Luft, im Boden und in den Ozeanen.<\/p>\n<p>Eine im Bulletin vorgestellte Simulation sch\u00e4tzt, dass \u201e51 Millionen Tonnen an Land und 22 Millionen Tonnen im Ozean\u201c vorhanden sind \u2013 diese Mengen gelten wiederum als Quelle f\u00fcr Mikroplastik in der Atmosph\u00e4re.<\/p>\n<p>\u201eDa die Plastikproduktion und vor allem das schlecht gemanagte Plastikm\u00fcllaufkommen weiter w\u00e4chst\u201c, werde es \u201eentscheidend\u201c sein, die Wege in der Luft zu \u00fcberwachen, \u00fcber die Mikroplastik von der Quelle in entlegene Regionen transportiert wird, hei\u00dft es in dem Bericht.<\/p>\n<p>Gemeinsames Vorgehen bei Klima und Luftreinhaltung bringt hohe Rendite<\/p>\n<p>Ein separater Bericht, den das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) und die Climate and Clean Air Coalition (CCAC) am 7. September ver\u00f6ffentlicht haben, zeigt die wirtschaftlichen Vorteile, wenn Klimaschutz und Luftreinhaltung gemeinsam gedacht werden.<\/p>\n<p>Demnach kann jeder investierte 1 US-Dollar (0,86 Euro) in Klima- und Luftreinhaltema\u00dfnahmen 15 US-Dollar (12,92 Euro) zur\u00fcckbringen. Das ist mehr, als wenn Klima- und <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2026\/03\/24\/weltweit-atmen-nur-dreizehn-lander-saubere-luft-drei-davon-liegen-in-europa\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Luftreinhaltung<\/a> getrennt voneinander angegangen werden. Eingerechnet sind sowohl Marktgewinne als auch nicht direkt marktwirksame Effekte \u2013 etwa geringere Kosten im Gesundheitswesen, h\u00f6here Produktivit\u00e4t und vermiedene Klimasch\u00e4den.<\/p>\n<p>\u201eViel zu lange haben wir Klimaschutz als Kostenfaktor betrachtet und Luftverschmutzung als bedauerliche Begleiterscheinung von Entwicklung\u201c, sagt Inger Andersen, Exekutivdirektorin von UNEP. \u201eDieser Bericht zeigt das Gegenteil: Saubere Luft ist ein zentraler Motor f\u00fcr Entwicklung, Gesundheit, Ern\u00e4hrung und Energiesicherheit sowie f\u00fcr ein stabiles Klima \u2013 ein Wert, in den wir investieren m\u00fcssen.\u201c<\/p>\n<p>Der Bericht identifiziert sechs Sektoren \u2013 Energiesysteme und fossile Brennstoffe, Industrie, Verkehr, Landwirtschaft und Ern\u00e4hrungssysteme, Kochen und Heizen in Haushalten sowie Abfallwirtschaft. F\u00fcr sie listet er Ma\u00dfnahmen auf, die bis 2050 die weltweiten CO\u2082-Emissionen halbieren und 144 Millionen vorzeitige, luftverschmutzungsbedingte Todesf\u00e4lle verhindern k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Erneuerbare Energien, mehr Energieeffizienz, Elektrofahrzeuge, schwefelarme Schiffskraftstoffe, effizienterer Einsatz von <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2026\/03\/28\/iran-krieg-trifft-europas-bauern-regenerative-hofe-sahen-die-krise-kommen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">D\u00fcnger<\/a>, bessere Abwasserbehandlung und der schrittweise Ausstieg aus Fluorkohlenwasserstoffen (HFKW) geh\u00f6ren zu den 25 vorgeschlagenen Ma\u00dfnahmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Durch den Klimawandel angefachte Waldbr\u00e4nde und Hitzewellen versch\u00e4rfen laut der Weltmeteorologieorganisation (WMO) die Luftverschmutzung \u2013 mit gravierenden Folgen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":383646,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[3],"tags":[25720,76,75,74,41319,1762,51246,95523],"class_list":["post-383645","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-europa","tag-erderwaermung-und-klimawandel","tag-eu","tag-europa","tag-europe","tag-hitzewelle","tag-luftverschmutzung","tag-mikroplastik","tag-weltwetterorganisation-wmo"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/117238118264428751","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/383645","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=383645"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/383645\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/383646"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=383645"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=383645"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=383645"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}