{"id":38997,"date":"2026-03-11T17:28:09","date_gmt":"2026-03-11T17:28:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/38997\/"},"modified":"2026-03-11T17:28:09","modified_gmt":"2026-03-11T17:28:09","slug":"alter-das-geheimnis-der-spaetstarter-wie-sich-koerper-und-geist-noch-steigern-lassen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/38997\/","title":{"rendered":"Alter: Das Geheimnis der Sp\u00e4tstarter \u2013 wie sich K\u00f6rper und Geist noch steigern lassen"},"content":{"rendered":"<p>K\u00f6rperliche Fitness, Ged\u00e4chtnis, Selbstst\u00e4ndigkeit \u2013 vieles scheint im Alter  nachzulassen. Eine Yale-Studie zeigt, dass sich k\u00f6rperliche und geistige F\u00e4higkeiten auch noch sp\u00e4ter im Leben verbessern lassen. Entscheidend ist dabei ein Faktor.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Viele Menschen verbinden das \u00c4lterwerden mit einem schleichenden Verfall. Die Fitness l\u00e4sst nach, das Ged\u00e4chtnis wird schw\u00e4cher \u2013 am Ende droht der Verlust der eigenen Selbstst\u00e4ndigkeit. Forscher der Yale University zeigen jetzt, dass dieses Bild zu einseitig ist. Und es sich lohnt, positiv aufs Altern zu blicken. <\/p>\n<p>F\u00fcr die Studie, die k\u00fcrzlich in der <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.mdpi.com\/2308-3417\/11\/2\/28\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.mdpi.com\/2308-3417\/11\/2\/28&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Fachzeitschrift \u201eGeriatrics\u201c<\/a> erschienen ist,  analysierten die Forscher Daten der US-Langzeitstudie \u201eHealth and Retirement Study\u201c. In der staatlich gef\u00f6rderten Untersuchung wird seit 1992 alle zwei Jahre eine repr\u00e4sentative Stichprobe \u00e4lterer Menschen befragt. Das Forschungsteam aus Yale untersuchte Daten von mehr als 11.000 Menschen zu ihrer geistigen Leistungsf\u00e4higkeit sowie von rund 4600 Personen zu ihrer k\u00f6rperlichen Leistungsf\u00e4higkeit. W\u00e4hrend der kognitive Test bereits ab 50 Jahren erhoben wurde, schaute man sich die k\u00f6rperliche Leistungsf\u00e4higkeit erst ab 65 Jahren an.<\/p>\n<p>Es zeigte sich: Ein \u00fcberraschend gro\u00dfer Anteil \u00e4lterer Menschen baute mit dem Alter nicht weiter ab. Sie verbesserten sich sogar: k\u00f6rperlich, geistig oder in beiden Bereichen.<\/p>\n<p>Die geistige Leistungsf\u00e4higkeit ermittelten die Forscher mit dem etablierten \u201eTelephone Interview for Cognitive Status\u201c. Der Test wurde entwickelt, um Anzeichen von Demenz zu erkennen und pr\u00fcft unter anderem Ged\u00e4chtnisleistung und Aufmerksamkeit. <\/p>\n<p>Wie fit die Teilnehmer k\u00f6rperlich waren, zeigte ihre Gehgeschwindigkeit. Sie sollten eine Strecke von 2,5 Metern zweimal in ihrem normalen Tempo zur\u00fccklegen, aus der schnelleren Zeit berechneten die Forscher die Gehgeschwindigkeit. Dieser Wert ist f\u00fcr die Forscher besonders wichtig: Wie schnell jemand geht, gilt als aussagekr\u00e4ftiger Indikator f\u00fcr Fitness, Krankheitsrisiken und Lebenserwartung.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse widersprechen der verbreiteten Vorstellung vom unausweichlichen Verfall. 45,2 Prozent der \u00fcber 65-J\u00e4hrigen verbesserten sich im Verlauf der Studie entweder geistig, k\u00f6rperlich oder in beiden Bereichen. Rund 31,9 Prozent erzielten im kognitiven Test bessere Werte als zu Beginn der Untersuchung, bei 28 Prozent nahm die Gehgeschwindigkeit zu.<\/p>\n<p>\u201eViele Menschen setzen Altern mit einem unvermeidlichen und kontinuierlichen Verlust k\u00f6rperlicher und kognitiver F\u00e4higkeiten gleich\u201c, wird Studienautorin Becca Levy laut einer Pressemitteilung zitiert. \u201eWir haben festgestellt, dass eine Verbesserung im sp\u00e4teren Leben keine Seltenheit ist, sondern h\u00e4ufig vorkommt und in unser Verst\u00e4ndnis des Alterungsprozesses einbezogen werden sollte.\u201c<\/p>\n<p>Auf den ersten Blick scheint das im Widerspruch zu vielen Studien zu stehen, die im Alter einen allgemeinen Leistungsabfall zeigen. Tats\u00e4chlich sanken auch in der neuen Studie die Durchschnittswerte der kognitiven Leistung und der Gehgeschwindigkeit. \u201eWenn man alles zusammenfasst, sieht man einen R\u00fcckgang\u201c, erkl\u00e4rt Levy. \u201eSchaut man sich jedoch die einzelnen Verl\u00e4ufe an, ergibt sich ein ganz anderes Bild: Ein erheblicher Teil der \u00e4lteren Teilnehmer hat sich verbessert.\u201c Genau hier liegt ein methodischer Knackpunkt vieler Altersstudien: Werden nur Durchschnittswerte betrachtet, k\u00f6nnen individuelle Entwicklungen leicht \u00fcbersehen werden.<\/p>\n<p>Doch warum entwickeln sich manche Menschen im Alter sogar weiter? Dieser Frage gingen die Forscher nach. Neben Faktoren wie Gesundheit oder Lebensstil nahmen sie auch einen weniger offensichtlichen Einfluss in den Blick: die Einstellung zum eigenen Altern.<\/p>\n<p>Diese wurde anhand mehrerer Aussagen gemessen, denen die Teilnehmer zustimmen oder widersprechen konnten, etwa: \u201eJe \u00e4lter ich werde, desto nutzloser f\u00fchle ich mich.\u201c Aus den Antworten berechneten die Forscher, wie positiv oder negativ jemand das \u00c4lterwerden bewertet.<\/p>\n<p>Dabei zeigte sich: Menschen mit positiveren Altersbildern verbesserten sich h\u00e4ufiger \u2013 sowohl in den kognitiven Tests als auch bei der Gehgeschwindigkeit. Dieser Zusammenhang blieb bestehen, selbst nachdem Faktoren wie Alter, Bildung, depressive Symptome, Schlafprobleme oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen statistisch ber\u00fccksichtigt wurden.<\/p>\n<p>Bemerkenswert ist: Die Verbesserungen beschr\u00e4nkten sich nicht nur auf Menschen, die zu Beginn der Studie gesundheitliche Probleme hatten. Auch Teilnehmer mit zun\u00e4chst normalen Werten konnten im Laufe der Jahre Fortschritte erzielen. H\u00e4ufig betraf die Verbesserung allerdings nur einen Bereich: Viele verbesserten sich entweder geistig oder k\u00f6rperlich \u2013 nur ein kleinerer Teil in beiden Bereichen gleichzeitig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"K\u00f6rperliche Fitness, Ged\u00e4chtnis, Selbstst\u00e4ndigkeit \u2013 vieles scheint im Alter nachzulassen. 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