{"id":39419,"date":"2026-03-11T22:23:09","date_gmt":"2026-03-11T22:23:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/39419\/"},"modified":"2026-03-11T22:23:09","modified_gmt":"2026-03-11T22:23:09","slug":"iea-will-wegen-iran-kriegs-rekordmenge-oelreserven-freigeben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/39419\/","title":{"rendered":"IEA will wegen Iran-Kriegs Rekordmenge \u00d6lreserven freigeben"},"content":{"rendered":"<p>Mit dem Schritt sollen die durch den Krieg angespannten M\u00e4rkte stabilisiert werden. Deutschland hatte bereits mitgeteilt, 19,5 Millionen Barrel freizugeben. Zudem sollen Tankstellen in Deutschland nur noch einmal am Tag ihre Spritpreise erh\u00f6hen d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Die deutsche Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) nannte die Freigabe ein sichtbares Signal in den Markt, um hohe Risikoaufschl\u00e4ge und Spekulationsgewinne einzud\u00e4mmen. &#8222;Wenn dem Markt Sorge genommen wird vor Knappheit, entspannen sich Preise und wir gehen definitiv von einem d\u00e4mpfenden Effekt auf.&#8220; Auch Experten gehen davon aus, dass die Freigabe die M\u00e4rkte prinzipiell beruhigen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Die Freigabe soll f\u00fcr einen je nach Land angebrachten Zeitraum gelten, hie\u00df es von der IEA. Einige L\u00e4nder w\u00fcrden zudem weitere Notma\u00dfnahmen treffen. &#8222;Die Herausforderungen auf dem \u00d6lmarkt, denen wir gegen\u00fcberstehen, sind in ihrem ausma\u00df beispiellos&#8220;, zitierte die IEA ihren Chef Fatih Birol. Er sei deshalb \u00fcber die Ma\u00dfnahme im Rekordumfang froh. \u00d6lm\u00e4rkte seien global. Deshalb m\u00fcsse auch die Antwort auf gro\u00dfe St\u00f6rungen global sein.<\/p>\n<p>Bereits bevor die Entscheidung der IEA offiziell bekannt wurde, begr\u00fc\u00dfte US-Innenminister Doug Burgum nach entsprechenden Medienberichten den Vorschlag einer Freigabe von Roh\u00f6lreserven. &#8222;Nun, sicherlich sind dies die Momente, f\u00fcr die diese Reserven genutzt werden, denn wir haben es hier nicht mit Energieknappheit in der Welt zu tun&#8220;, sagte er dem Sender Fox News. Man habe vielmehr ein vor\u00fcbergehendes Problem beim Transport, das man l\u00f6sen werde. Das sei der perfekte Zeitpunkt, um \u00fcber die Freigabe eines Teils der Reserven nachzudenken, um die \u00d6lpreise zu senken, sagte Burgum. <\/p>\n<p>Der Krieg im Nahen und Mittleren Osten beeintr\u00e4chtigt die Energiem\u00e4rkte enorm. Der Transport von Energierohstoffen aus den F\u00f6rderregionen am Persischen Golf durch die wichtige Stra\u00dfe von Hormuz ist praktisch zum Erliegen gekommen. Berichte \u00fcber angeblich vom Iran in der Stra\u00dfe von Hormus verlegte Seeminen befeuerten Sorgen um die Sicherheit der internationalen Energieversorgung zuletzt noch.<\/p>\n<p>Am Mittwoch stiegen die \u00d6lpreise mit der Angst vor einer l\u00e4ngeren Liefer-Unterbrechung durch die Stra\u00dfe von Hormuz. Am Morgen wurde f\u00fcr ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent 92,31 Dollar gezahlt und damit \u00fcber f\u00fcnf Prozent mehr als am Vortag. Der Preisr\u00fcckgang, der am Montag eingesetzt und sich am Dienstag fortgesetzt hatte, ist damit vorerst gestoppt.<\/p>\n<p>Um auf Krisen vorbereitet zu sein, m\u00fcssen alle 32-IEA-Mitglieder von \u00d6sterreich bis S\u00fcdkorea Notreserven anlegen. Insgesamt verf\u00fcgen sie \u00fcber Reserven in H\u00f6he von 1,2 Milliarden Barrel (je 159 Liter) und 600 Millionen Barrel Industrievorr\u00e4ten. Dass zu einer gemeinsamen Freigabe von Reserven gegriffen wird, ist selten. Von der kurzfristigen Aktivierung zus\u00e4tzlicher Produktionskapazit\u00e4ten hin zur Aussetzung von Qualit\u00e4tsstandards listet die IEA etliche weitere Ma\u00dfnahmen, um auf Engp\u00e4sse zu reagieren.<\/p>\n<p>Seit Gr\u00fcndung der IEA Mitte der 1970er Jahre als Reaktion auf die damalige \u00d6lkrise wurden f\u00fcnfmal in koordinierter Weise Reserven freigegeben. Anlass waren der Golfkrieg 1990\/91, die von den Hurrikans &#8222;Katrina&#8220; und &#8222;Rita&#8220; 2005 angerichteten Sch\u00e4den in den USA sowie der Ausfall libyscher \u00d6lexporte im Jahr 2011. Zuletzt wurden 2022 wegen des Ukraine-Kriegs nationale \u00d6lreserven freigegeben und das gleich zweimal.<\/p>\n<p>F\u00fcr Thomas Puls vom arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft (IW) gilt als sicher, dass eine Freigabe die M\u00e4rkte beruhigt. &#8222;Auf einem Knappheitsmarkt senkt jede Freigabe potenziell den Preis. Einen solchen physischen Mangel gibt es derzeit vor allem in Asien.&#8220; In Europa hingegen gebe es keine Knappheit. &#8222;Hier sind die Preise das Problem, die vom \u00d6lmangel in Asien nach oben getrieben werden.&#8220;<\/p>\n<p>Der Mineral\u00f6lwirtschaftsverband en2x sieht hingegen europaweit eine &#8222;gro\u00dfe Knappheit beim Angebot an Kraftstoffen selbst sowie weiteren Mineral\u00f6lprodukten wie Flugtreibstoffen&#8220;. Freigaben k\u00f6nnten zwar zu einer Entspannung beitragen, wenn auch die Produktpreise f\u00fcr Benzin und Diesel sinken w\u00fcrden. Das k\u00f6nnte wiederum auf die Tankstellenpreise durchschlagen. Noch k\u00f6nne man aber nicht absch\u00e4tzen, ob und wann ein Entlastungseffekt eintrete. Das h\u00e4nge auch vom weiteren Verlauf des Krieges ab.<\/p>\n<p>Weil noch nicht absehbar ist, wie lange der Krieg dauern wird, mahnt IW-Experte Puls trotz der von ihm erwarteten positiven Effekte, nur in Ma\u00dfen Reserven freizugeben. &#8222;Zieht sich der Konflikt \u00fcber Monate, werden wir uns \u00fcber jedes Fass freuen, das wir nicht zur Preissenkung verbraucht, sondern f\u00fcr die Versorgungssicherheit zur\u00fcckgehalten haben.&#8220;<\/p>\n<p>Auch Deutschland h\u00e4lt strategische \u00d6lreserven f\u00fcr mindestens 90 Tage, um Versorgungsst\u00f6rungen auszugleichen. Mit diesen sogenannten strategischen \u00d6lvorr\u00e4ten k\u00f6nnte laut Bundeswirtschaftsministerium f\u00fcr drei Monate ein vollst\u00e4ndiger Ausfall aller Importe ausgeglichen werden. Verantwortlich ist der Erd\u00f6lbevorratungsverband (EBV), der Roh\u00f6l und Mineral\u00f6lerzeugnisse (Benzin, Diesel, Kerosin) lagert. <\/p>\n<p>Die Vorr\u00e4te an Erd\u00f6lerzeugnissen sind den Angaben zufolge \u00fcber ganz Deutschland verteilt, das Roh\u00f6l wird demnach vorwiegend in unterirdischen Speichern in Norddeutschland gelagert, von wo aus es \u00fcber Pipelines oder auch per Schiff zur Verarbeitung in Raffinerien transportiert werden kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mit dem Schritt sollen die durch den Krieg angespannten M\u00e4rkte stabilisiert werden. 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