{"id":40934,"date":"2026-03-12T16:58:06","date_gmt":"2026-03-12T16:58:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/40934\/"},"modified":"2026-03-12T16:58:06","modified_gmt":"2026-03-12T16:58:06","slug":"wann-wird-das-alles-enden-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/40934\/","title":{"rendered":"Wann wird das alles enden?\u201c \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Mona Khoury, Soziologin und Vizepr\u00e4sidentin der Hebrew University, \u00fcber den Krieg gegen den Iran und die Hisbollah und die Auswirkungen auf die Politik und die Gesellschaft. Sie hofft auf einen Regierungswechsel in Jerusalem. <\/p>\n<p>Als der neue Krieg in Nahost losbrach, war Mona Khoury 12.000 Kilometer und 14 Flugstunden von ihrer israelischen Heimat entfernt. Die Soziologin und Vizepr\u00e4sidentin der Hebrew University in Jerusalem hielt sich zu Beginn des Iran-Kriegs gerade f\u00fcr ein Forschungsprojekt an der University of California in Los Angeles auf. Seitdem sitzt die 51-J\u00e4hrige im Ausland fest, zuletzt f\u00fcr Termine in Wien. F\u00fcr Freitag hat sie via M\u00fcnchen endlich ihre R\u00fcckkehr nach Israel organisiert \u2013 sofern der Flughafen in Tel Aviv ge\u00f6ffnet bleibt. <\/p>\n<p>Mittels WhatsApp-Gruppe und Video-Telefonaten h\u00e4lt sie Kontakt mit ihren beiden Kindern, insbesondere auch mit der betagten Mutter und ihrer Tante in Haifa, erz\u00e4hlt sie im \u201ePresse\u201c-Interview. \u201eSie haben keinen eigenen Schutzraum, sie fl\u00fcchten sich immer in einen Bunker. Meine Tante, die im Rollstuhl sitzt, bleibt dort auch \u00fcber Nacht.\u201c<\/p>\n<p>Seit zweieinhalb Jahren ist Israel fast permanent im Kriegszustand \u2013 erst mit der <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/hamas\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" soziologin:=\"\" sind=\"\" kriegsm=\"\" wann=\"\" wird=\"\" das=\"\" alles=\"\" enden=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Hamas<\/a>, nebenbei mit der Hisbollah und aktuell neuerlich mit dem Regime in Teheran und der verb\u00fcndeten Terrormiliz im Libanon. Zwar stehe Israel mit gro\u00dfer Mehrheit hinter dem Iran-Krieg. Doch Khoury, die der Minderheit der israelischen Ara\u00adber angeh\u00f6rt und sich als Israelin definiert, fasst eine verbreitete Stimmung in Worte: \u201eWir sind kriegsm\u00fcde. Wann wird das alles en\u00adden?\u201c<\/p>\n<p>Die Soziologin spricht den psychologischen Effekt auf die Gesellschaft an: die Traumata f\u00fcr die Soldatinnen und Soldaten \u2013 an der Hebrew University sei derzeit beinahe ein Drittel als Reservisten eingezogen \u2013, die innerhalb kurzer Zeit ihren f\u00fcnften oder sechsten Kriegseinsatz absolvieren w\u00fcrden; Kinder, die mit t\u00e4glichem Luftalarm und in einer Kriegszone aufw\u00fcchsen. \u201ePolitiker rechtfertigen jeden Krieg. Doch der Preis, den wir zahlen, ist hoch.\u201c<\/p>\n<p>Zumal sie skeptisch und mit ironischem Unterton anmerkt: \u201eDas Konzept des Regimewechsels hat sich im Nahen Osten ja ungl\u00fccklicherweise als nicht so erfolgreich erwiesen.\u201c Obendrein werde die Ideologie, die die Hisbollah gro\u00df gemacht habe, durch Bomben und Raketen nicht verschwinden \u2013 \u00e4hnlich wie jene der Hamas. \u201eDie K\u00f6pfe werden durch neue ersetzt.\u201c Es bed\u00fcrfe einer tiefergehenden L\u00f6sung.<\/p>\n<p>Angesichts des Zweifronten-Kriegs gegen Iran und Hisbollah r\u00fccke der Wiederaufbau im Gazastreifen v\u00f6llig in den Hintergrund. Um die Hamas zu entwaffnen, droht Israel bereits mit einer Wiederaufnahme des Kriegs. Die Terrororganisation verst\u00e4rkt ihre Dominanz in jenem Teil des Territoriums, das nicht unter der Kontrolle der israelischen Armee steht, durch Polizeiaktivit\u00e4ten und die Einhebung von Steuern. Der <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/donald-trump\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" soziologin:=\"\" sind=\"\" kriegsm=\"\" wann=\"\" wird=\"\" das=\"\" alles=\"\" enden=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Trump<\/a>-Plan ist de facto zum Stillstand gekommen. \u201eWir d\u00fcrfen nicht allein von den USA abh\u00e4ngig werden\u201c, gibt Mona Khoury zu bedenken. Sie pl\u00e4diert f\u00fcr eine st\u00e4rkere Rolle der Regionalm\u00e4chte.<\/p>\n<p>\u201eDer Gazakrieg hat auch die Dynamik zwischen Juden und israelischen Arabern ge\u00e4ndert\u201c, moniert sie. \u201eWir werden leichter zur Zielscheibe.\u201c Insbesondere hofft die \u00adProfessorin auf einen Regierungswechsel bei der Wahl im Herbst \u2013 und auf eine Einheitsfront der Opposition samt Duldung durch arabische Parteien. An eine Vorverlegung der Wahl glaubt sie indes nicht. Denn der Krieg habe die Gewichte bisher nicht verschoben, analysiert sie unter Hinweis auf Umfragen. \u201eEine neue Regierung muss mit Netanjahus Schlamassel aufr\u00e4umen, den Siedlungsbau im Westjordanland stoppen \u2013 und mit dem ewigen Krieg aufh\u00f6ren.\u201c<\/p>\n<p>    Lesen Sie mehr zu diesen Themen:<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mona Khoury, Soziologin und Vizepr\u00e4sidentin der Hebrew University, \u00fcber den Krieg gegen den Iran und die Hisbollah und&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":40935,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8],"tags":[1423,40,41,39,38],"class_list":{"0":"post-40934","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-interview","9":"tag-nachrichten","10":"tag-news","11":"tag-schlagzeilen","12":"tag-top-meldungen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116217269703698788","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/40934","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=40934"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/40934\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/40935"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=40934"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=40934"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=40934"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}