{"id":41346,"date":"2026-03-12T21:22:08","date_gmt":"2026-03-12T21:22:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/41346\/"},"modified":"2026-03-12T21:22:08","modified_gmt":"2026-03-12T21:22:08","slug":"sandoz-plant-in-kundl-den-abbau-von-bis-zu-190-stellen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/41346\/","title":{"rendered":"Sandoz plant in Kundl den Abbau von bis zu 190 Stellen"},"content":{"rendered":"<p class=\"font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]\">Nach hohen Investitionen in den vergangenen Jahren steht dem Pharmastandort Kundl ein sp\u00fcrbarer Einschnitt bevor: Der Arzneimittelhersteller Sandoz plant einen Personalabbau und will Teile seiner Entwicklungsorganisation ins Ausland verlagern.<\/p>\n<p class=\"font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]\">Allein in den vergangenen zwei Jahren hat Sandoz nach eigenen Angaben rund 200 Millionen Euro in den Tiroler Produktionsstandort investiert. Dennoch wurde die Belegschaft zu Wochenbeginn \u00fcber geplante Einsparungen informiert.<\/p>\n<p class=\"font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]\">Das Unternehmen k\u00fcndigte an, das Development Center in Kundl schlie\u00dfen zu wollen. Die Einheit, die derzeit auf die Entwicklung generischer Arzneimittel ausgerichtet ist, besch\u00e4ftigt rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Nach Unternehmensangaben unterst\u00fctzt das Zentrum ein breites Spektrum an Medikamenten und ist nicht ausschlie\u00dflich auf Antibiotika spezialisiert.<\/p>\n<p class=\"font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]\">Sandoz betont, die geplanten Ma\u00dfnahmen betr\u00e4fen ausschlie\u00dflich die Entwicklungsorganisation und nicht den Antibiotika-Produktionsstandort in Kundl. Derzeit laufe ein Konsultationsprozess mit dem \u00f6rtlichen Betriebsrat. Betroffene Besch\u00e4ftigte sollen nach Angaben des Unternehmens mit Unterst\u00fctzungsangeboten begleitet werden, um ihnen den \u00dcbergang in neue berufliche Perspektiven innerhalb oder au\u00dferhalb des Konzerns zu erleichtern.<\/p>\n<p class=\"font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]\">Betriebsrat rechnet mit deutlich mehr Betroffenen<\/p>\n<p class=\"font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]\">Der Betriebsrat best\u00e4tigt den geplanten Stellenabbau, geht allerdings von einem deutlich gr\u00f6\u00dferen Ausma\u00df aus. Demnach k\u00f6nnten in Kundl insgesamt zwischen 170 und 190 Arbeitspl\u00e4tze wegfallen. Diese Zahl wurde von Unternehmensseite bislang weder best\u00e4tigt noch dementiert.<\/p>\n<p class=\"font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]\">Nach Angaben des Betriebsrats sollen in zwei Abteilungen Stellen reduziert und eine aufgel\u00f6ste Einheit nach Slowenien und Indien verlagert werden. Die Antibiotika-Forschungsabteilung hingegen soll am Standort Kundl bestehen bleiben.<\/p>\n<p class=\"font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]\">Sandoz verweist zugleich auf die strategische Bedeutung des Tiroler Werks. Der Standort bleibe das zentrale Drehkreuz f\u00fcr Penicilline. Nicht betroffen von den \u00c4nderungen sei au\u00dferdem die kommerzielle Organisation in Wien, die f\u00fcr die Versorgung von Patientinnen und Patienten in \u00d6sterreich zust\u00e4ndig ist.<\/p>\n<p class=\"font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]\">Einordnung: Wie schwer wiegen die Stellen?<\/p>\n<p class=\"font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]\">Um das Ausma\u00df einordnen zu k\u00f6nnen: Sandoz besch\u00e4ftigt an seinen \u00f6sterreichischen Standorten in Kundl, Kufstein und Wien insgesamt rund 2.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Unternehmen gilt als einer der gr\u00f6\u00dften privaten Arbeitgeber Tirols. Sollten tats\u00e4chlich bis zu 190 Stellen wegfallen, w\u00fcrde das einem R\u00fcckgang von etwa sieben Prozent der Gesamtbelegschaft entsprechen \u2013 ein sp\u00fcrbarer, aber kein existenzieller Einschnitt f\u00fcr den Standort.<\/p>\n<p class=\"font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]\">Bereits im vergangenen Sommer hatte Sandoz in Kundl auf wirtschaftlichen Druck reagiert. Damals sprach das Unternehmen wegen hoher Kosten und sinkender Nachfrage nach sterilen Antibiotika von einem Anpassungsbedarf beim Personal, der \u00fcber nat\u00fcrliche Fluktuation und \u00c4nderungen bei den Schichtmodellen aufgefangen werden sollte.<\/p>\n<p class=\"font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]\">Druck durch niedrige Arzneimittelpreise \u2013 ein europaweites Problem<\/p>\n<p class=\"font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]\">Der Schweizer Pharmakonzern, der Ende 2023 von Novartis abgespalten wurde, hat wiederholt auf den Preisdruck im Medikamentensektor hingewiesen. Besonders bei Antibiotika seien die Verkaufspreise seit Jahren niedrig, w\u00e4hrend die Produktionskosten deutlich gestiegen seien.<\/p>\n<p class=\"font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]\">\u00d6sterreich-Chef Marco Pucci hatte zuletzt kritisiert, dass eine Arzneimittelpackung vor 30 Jahren im Schnitt umgerechnet rund 10 Euro gekostet habe, heute aber nur noch etwa 6 Euro einbringe \u2013 trotz erheblich h\u00f6herer Kosten. Er forderte deshalb, Medikamentenpreise regelm\u00e4\u00dfig an die Inflation anzupassen.<\/p>\n<p class=\"font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]\">Sandoz steht damit nicht allein. In \u00d6sterreich verlassen monatlich rund 20 Medikamente den Erstattungskodex, weil eine wirtschaftliche Vermarktung nicht mehr m\u00f6glich ist. In Europa haben bereits \u00fcber ein Viertel der Generika in den letzten zehn Jahren den Markt verlassen. Auch der \u00d6sterreichische Generikaverband, dem Sandoz angeh\u00f6rt, warnt seit Jahren vor einer Verschlechterung der Marktbedingungen durch erzwungene Preissenkungen. <a href=\"https:\/\/www.bpi.de\/newsroom\/news-details\/pharma-daten-2025-deutliche-warnzeichen\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Branchenvertreter<\/a> fordern eine Entlastung der pharmazeutischen Industrie, anstatt den Druck weiter zu erh\u00f6hen. Der Abbau in Kundl ist damit symptomatisch f\u00fcr eine Branche, die europaweit unter Druck geraten ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nach hohen Investitionen in den vergangenen Jahren steht dem Pharmastandort Kundl ein sp\u00fcrbarer Einschnitt bevor: Der Arzneimittelhersteller Sandoz&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":41347,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[4865,18036,46,1074,42,95,90,89,18039,91,94,218,44,18038,18035,18037,18040,93,92,18041],"class_list":{"0":"post-41346","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-unternehmen-maerkte","8":"tag-antibiotika","9":"tag-arzneimittelhersteller","10":"tag-at","11":"tag-ausland","12":"tag-austria","13":"tag-business","14":"tag-companies","15":"tag-companies-markets","16":"tag-entwicklungsorganisation","17":"tag-markets","18":"tag-maerkte","19":"tag-mitarbeiter","20":"tag-oesterreich","21":"tag-personalabbau","22":"tag-pharmastandort-kundl","23":"tag-sandoz","24":"tag-tiroler-produktionsstandort","25":"tag-unternehmen","26":"tag-unternehmen-maerkte","27":"tag-unternehmensangaben"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116218307783121604","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/41346","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=41346"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/41346\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/41347"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=41346"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=41346"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=41346"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}