{"id":42420,"date":"2026-03-13T10:50:10","date_gmt":"2026-03-13T10:50:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/42420\/"},"modified":"2026-03-13T10:50:10","modified_gmt":"2026-03-13T10:50:10","slug":"hzi-optimierte-wirkstoffe-gegen-rsv","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/42420\/","title":{"rendered":"HZI | Optimierte Wirkstoffe gegen RSV"},"content":{"rendered":"<p>RSV verursacht Atemwegsinfektionen, die vor allem bei Kleinkindern und \u00e4lteren Menschen schwere Verl\u00e4ufe haben k\u00f6nnen. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden j\u00e4hrlich rund 3,6 Millionen Kinder unter f\u00fcnf Jahren wegen RSV-Infektionen im Krankenhaus behandelt, 100.000 von ihnen sterben an den Folgen der Infektion. Als Therapie stehen derzeit nur unterst\u00fctzende Ma\u00dfnahmen wie die Gabe von Sauerstoff zur Verf\u00fcgung. Das Konsortium m\u00f6chte deshalb im Rahmen des Projekts \u201eOPERA\u201c (optimising pan-entry RSV antivirals) neue Behandlungsoptionen entwickeln.<\/p>\n<p>\u201eUm in die menschlichen Zellen zu gelangen, muss das Virus mit der Membran fusionieren\u201d, sagt Prof. Pietschmann. Er ist Direktor des Instituts f\u00fcr Experimentelle Virologie am TWINCORE in Hannover, Leiter der gleichnamigen Abteilung am HZI und leitet das Forschungsprojekt. Dabei spielt das Fusionsprotein, kurz F-Protein, eine wesentliche Rolle. In vorherigen Arbeiten hat das Forschungsteam Hemmstoffe identifiziert, die diesen Infektionsschritt an der Zelloberfl\u00e4che sehr effektiv hemmen k\u00f6nnen. Allerdings sind sie nicht sehr wirksam gegen die alternative Fusion im Zellinneren, die wahrscheinlich in einer Umgebung mit niedrigerem pH-Wert abl\u00e4uft. \u201eDeshalb wollen wir die Fusionsinhibitoren so optimieren, dass sie in einem gr\u00f6\u00dferen pH-Bereich aktiv sind\u201d, sagt Prof. Anna Hirsch, Leiterin der Abteilung \u201eWirkstoffdesign und Optimierung\u201c am HIPS. \u201eDas w\u00fcrde die Effektivit\u00e4t der Hemmstoffe deutlich verbessern.\u201c<\/p>\n<p>Zudem soll eine Formulierung entwickelt werden, die f\u00fcr die inhalative Anwendung geeignet ist. \u201eSo kommt der Wirkstoff schnell und gezielt in der Lunge an\u201c, sagt Prof. Martin Empting, der am HIPS die Arbeitsgruppe \u201eAntivirale und Antivirulenzwirkstoffe\u201c leitet. Der Wirkstoff wird zun\u00e4chst umfassend in menschlichen Prim\u00e4rzellen getestet. Ebenso werden die Aufnahme, Verteilung, der Abbau und die Vertr\u00e4glichkeit (ADMET: Absorption, Distribution, Metabolism, Excretion, Toxicity) untersucht, um so die Pharmakokinetik und -dynamik (PK\/PD) der Substanzen zu verstehen und zu verbessern. Anschlie\u00dfend wird im Tiermodell die Wirksamkeit nachgewiesen. \u201eDies ist der Meilenstein f\u00fcr den \u00dcbergang in die industrielle Entwicklung\u201c, sagt Dr. Katharina Rox, Leiterin der Forschungsgruppe \u201ePharmakokinetik und Pharmakodynamik\u201c am HZI. Sobald die definierten Meilensteine erreicht sind, \u00fcbernimmt der industrielle Partner ENYO Pharma SA die pr\u00e4klinische Weiterentwicklung bis hin zu ersten Studien am Menschen.<\/p>\n<p>Neben dem Team von Prof. Thomas Pietschmann, das die virologische Profilierung durchf\u00fchrt, sind verschiedene andere Arbeitsgruppen an diesem Projekt beteiligt. Die Teams von Prof. Anna Hirsch und Prof. Martin Empting am Helmholtz-Institut f\u00fcr Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS) steuern ihre Expertise in den Bereichen Medizinalchemie und computergest\u00fctzte Wirkstoffoptimierung bei. Das Labor von Prof. Thomas Krey an der Universit\u00e4t zu L\u00fcbeck bearbeitet die strukturbiologischen Aspekte des F-Proteins. Dr. Katharina Rox f\u00fchrt die pharmakologischen Studien am HZI in Braunschweig durch. Prof. Gesine Hansen, die \u00c4rztliche Direktorin der Klinik f\u00fcr P\u00e4diatrische Pneumologie, Allergologie und Neonatologie der Medizinischen Hochschule Hannover, ist insbesondere f\u00fcr den Nachweis des In-vivo-Proof-of-Concept in einem Infektionsmodell der Lunge zust\u00e4ndig. Die industrielle Anschlussentwicklung verantwortet das Biotechnologieunternehmen ENYO Pharma SA aus Lyon, Frankreich.<\/p>\n<p>Das Translational Project Management Office (TPMO) des Deutschen Zentrums f\u00fcr Infektionsforschung (DZIF) unterst\u00fctzt den Verbund und begleitet das Projekt mit professionellem, translationalem Projektmanagement durch Dr. Marina Steindorff.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"RSV verursacht Atemwegsinfektionen, die vor allem bei Kleinkindern und \u00e4lteren Menschen schwere Verl\u00e4ufe haben k\u00f6nnen. 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