{"id":43336,"date":"2026-03-13T21:28:10","date_gmt":"2026-03-13T21:28:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/43336\/"},"modified":"2026-03-13T21:28:10","modified_gmt":"2026-03-13T21:28:10","slug":"sandoz-will-im-tiroler-kundl-rund-100-mitarbeiter-abbauen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/43336\/","title":{"rendered":"Sandoz will im Tiroler Kundl rund 100 Mitarbeiter abbauen"},"content":{"rendered":"<p>Es gehe darum, &#8222;wettbewerbsf\u00e4hig zu bleiben und die Organisation zukunftsorientiert aufzustellen.&#8220; Die betroffenen rund 100 Besch\u00e4ftigten seien \u00fcber die &#8222;geplanten Ver\u00e4nderungen&#8220; bereits informiert worden, hie\u00df es. Derzeit befinde man sich im Konsultationsprozess mit dem lokalen Betriebsrat. &#8222;Wir werden alle betroffenen Kolleginnen und Kollegen mit Sorgfalt und umfassenden Unterst\u00fctzungsangeboten begleiten, um ihnen den \u00dcbergang zu neuen M\u00f6glichkeiten innerhalb oder au\u00dferhalb von Sandoz zu erleichtern&#8220;, teilte Sandoz mit. Das Pharmaunternehmen mit Hauptsitz in der Schweiz besch\u00e4ftigt in \u00d6sterreich derzeit 2.700 Mitarbeiter. Das Development Center in Kundl unterst\u00fctze eine &#8222;breite Palette an Arzneimitteln und ist nicht ausschlie\u00dflich auf Antibiotika fokussiert&#8220;, hie\u00df es.<\/p>\n<p>Dem Betriebsrat zufolge k\u00f6nnten in Kundl sogar zwischen 170 und 190 Jobs gestrichen werden. Laut den Belegschaftsvertretern soll in zwei Abteilungen Personal gek\u00fcrzt sowie die aufgel\u00f6ste Abteilung nach Slowenien und Indien verlagert werden. Die Antibiotika-Forschungsabteilung dagegen bleibe in Kundl. Diese Zahlen wollte das Unternehmen gegen\u00fcber der &#8222;TT&#8220; weder best\u00e4tigen noch dementieren. Gegen\u00fcber der APA war man dahingehend f\u00fcr eine Stellungnahme vorerst nicht erreichbar.<\/p>\n<p>Kundl bleibe f\u00fcr Sandoz jedenfalls weiter das strategische Zentrum f\u00fcr Penicilline, was in Europa &#8222;einzigartig&#8220; sei, beteuerte die Unternehmensspitze. Die Verantwortlichen verwiesen auf Investitionen in den Produktionsstandort allein in den vergangenen zwei Jahren in H\u00f6he von 200 Mio. Euro. Ebenfalls nicht betroffen sei die kommerzielle Organisation in Wien, die f\u00fcr die Versorgung \u00f6sterreichischer Patienten verantwortlich sei.<\/p>\n<p>Mit scharfer Kritik an Sandoz reagierte am Freitag unterdessen SP\u00d6-Landeshauptmannstellvertreter und Landesparteivorsitzender Philip Wohlgemuth. &#8222;Wenn ein Unternehmen \u00fcber Jahre hinweg von \u00f6ffentlichen F\u00f6rderungen und Investitionen in den Standort profitiert und gleichzeitig hoch qualifizierte Arbeitspl\u00e4tze ins Ausland verlagert, dann ist das nicht akzeptabel&#8220;, wurde Wohlgemuth in einer Parteiaussendung zitiert. Der Standort Kundl sei in den vergangenen Jahren mit erheblichen \u00f6ffentlichen Mitteln gest\u00e4rkt worden, erinnerte der Sozialdemokrat. &#8222;Die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler haben ihren Beitrag geleistet, um den Pharmastandort Tirol zu sichern. Dass nun Entwicklungsabteilungen nach Slowenien und Indien verlagert werden sollen, wirft berechtigte Fragen auf&#8220;, spielte Wohlgemuth auf die \u00c4u\u00dferungen des Betriebsrats an.<\/p>\n<p>&#8222;Wenn Entwicklung ausgelagert wird, schw\u00e4cht das langfristig den gesamten Standort. Wer heute Forschung verlagert, riskiert morgen auch die Produktion&#8220;, erkl\u00e4rte der Landeshauptmannstellvertreter, der &#8222;klare Antworten&#8220; des Unternehmens einmahnte. Es brauche &#8222;rasch Gespr\u00e4che zwischen der Konzernleitung, dem Betriebsrat und der Politik&#8220;.<\/p>\n<p>Ebenfalls kein gutes Haar am Konzern lie\u00df die Gewerkschaft GPA Tirol. Deren Landesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Harald Schweighofer sprach von einem &#8222;Schlag in die Magengrube f\u00fcr den Standort Kundl und die Wertsch\u00f6pfung in Tirol&#8220;. Auf der einen Seite lasse sich das Unternehmen &#8222;f\u00fcr die westliche Welt als Retter des Penicillins und der Antibiotika-Produktion in Europa und Tirol feiern.&#8220; Dabei seien hohe Betr\u00e4ge an \u00f6ffentlichen F\u00f6rderungen und Steuergeld von der EU und der Republik \u00d6sterreich ausgesch\u00fcttet worden, stie\u00df Schweighofer ins selbe Horn wie Wohlgemuth. Gleichzeitig gebe es nun die Entscheidung f\u00fcr einen Personalabbau in \u00d6sterreich und somit auch in Europa. Auch Schweighofer nahm Bezug auf &#8222;bis zu 200 Arbeitspl\u00e4tze&#8220;, die abgebaut w\u00fcrden. Der Gewerkschafter forderte von Sandoz ein Commitment zum Standort Kundl und zur Antibiotikaproduktion in Tirol ein. Am wichtigsten sei zudem, dass es wieder eine Arbeitsstiftung f\u00fcr gek\u00fcndigten Mitarbeiter gebe.<\/p>\n<p>Ebenfalls scharfe Kritik, aber in eine ganz andere Richtung, \u00fcbte die Bundes-FP\u00d6. F\u00fcr den freiheitlichen Gesundheitssprecher Gerhard Kaniak war der im Raum stehende Stellenabbau bei Sandoz &#8222;die direkte Folge des wirtschaftlichen Totalversagens der schwarz-rot-pinken Bundesregierung und des politischen Unwillens, den Pharmastandort \u00d6sterreich abzusichern.&#8220; Kaniak machte eine &#8222;wirtschaftsfeindlichen Politik dieser Verlierer-Koalition&#8220; aus. Milliarden w\u00fcrden in &#8222;dubiosen NGOs, korrupten Staaten und ideologisch motivierten Projekten&#8220; versickern, w\u00e4hrend die heimischen Betriebe obendrauf noch durch eine &#8222;irrsinnige Sanktionspolitik, die Energiepreis-Explosion und eine au\u00dfer Kontrolle geratene Inflationspolitik erw\u00fcrgt werden.&#8220; Es brauche eine &#8222;radikale Kehrtwende&#8220;: &#8222;Sanktionen beenden, Energiekosten senken, B\u00fcrokratie abbauen und eine Pharmaoffensive starten.&#8220; F\u00fcr eine nachhaltige Medikamentenversorgung sei zudem eine grundlegende Reform des Preissystems erforderlich, so der Nationalratsabgeordnete in einer Aussendung.<\/p>\n<p>In eine \u00e4hnliche Richtung, wenngleich mit geringerer Sch\u00e4rfe, argumentierte Tirols Ex-SP\u00d6-Chef und nunmehriger freier Landtagsabgeordneter Georg Dornauer &#8211; und damit diametral entgegengesetzt zu seinem Nachfolger und fr\u00fcheren Parteifreund Wohlgemuth. Die Entwicklung d\u00fcrfe nicht vorschnell allein dem Unternehmen angelastet werden, so Dornauer. Vielmehr zeige sich erneut, dass die Rahmenbedingungen f\u00fcr produzierende Betriebe in \u00d6sterreich zunehmend unter Druck geraten. Man m\u00fcsse sich fragen, &#8222;ob \u00d6sterreich noch jene wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bietet, die langfristige Investitionen erm\u00f6glichen.&#8220; Dornauer forderte ein &#8222;rasches und entschlossenes Handeln von Bund und L\u00e4ndern: &#8222;Diese Entwicklungen m\u00fcssen ein Weckruf sein.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es gehe darum, &#8222;wettbewerbsf\u00e4hig zu bleiben und die Organisation zukunftsorientiert aufzustellen.&#8220; Die betroffenen rund 100 Besch\u00e4ftigten seien \u00fcber&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":43337,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[46,42,18700,95,90,89,536,75,18698,18699,91,94,11734,17023,125,2340,44,6976,18701,269,18037,829,1566,362,93,92,871,877,535,2342],"class_list":{"0":"post-43336","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-unternehmen-maerkte","8":"tag-at","9":"tag-austria","10":"tag-bez-kufstein","11":"tag-business","12":"tag-companies","13":"tag-companies-markets","14":"tag-corporates","15":"tag-europa","16":"tag-infektionen","17":"tag-kundl","18":"tag-markets","19":"tag-maerkte","20":"tag-medikament","21":"tag-medikamente","22":"tag-medizin","23":"tag-mittel","24":"tag-oesterreich","25":"tag-pharma","26":"tag-pharmakologie","27":"tag-politik","28":"tag-sandoz","29":"tag-schweiz","30":"tag-stellenabbau","31":"tag-tirol","32":"tag-unternehmen","33":"tag-unternehmen-maerkte","34":"tag-wirtschaft-oesterreich","35":"tag-wirtschaft-und-finanzen","36":"tag-wissen-update-me","37":"tag-zusammenfassung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116223993763644790","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/43336","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=43336"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/43336\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/43337"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=43336"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=43336"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=43336"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}