{"id":47150,"date":"2026-03-16T01:32:07","date_gmt":"2026-03-16T01:32:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/47150\/"},"modified":"2026-03-16T01:32:07","modified_gmt":"2026-03-16T01:32:07","slug":"antibiotika-wirken-noch-jahre-nach-veraenderungen-der-darmflora-sind-noch-vier-bis-acht-jahre-nach-einnahme-nachweisbar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/47150\/","title":{"rendered":"Antibiotika wirken noch Jahre nach &#8211; Ver\u00e4nderungen der Darmflora sind noch vier bis acht Jahre nach Einnahme nachweisbar"},"content":{"rendered":"<p>Mikrobiom-Ver\u00e4nderungen noch acht Jahre sp\u00e4ter<\/p>\n<p>Die Analysen ergaben: Hatten die Testpersonen innerhalb eines Jahres vor Entnahme der Kotproben ein Antibiotikum erhalten, war dies an ihrer Darmflora ablesbar. \u201eBei sechs von elf untersuchten Antibiotikaklassen war die Einnahme mit einer verringerten Artenvielfalt in mindestens einem Aspekt verkn\u00fcpft\u201c, berichten Baldanzi und sein Team. Ihren Daten zufolge regeneriert sich das Darm-Mikrobiom nach einer Antibiotikagabe zwar anfangs schnell, aber nicht vollst\u00e4ndig.<\/p>\n<p>Das best\u00e4tigte sich bei den Testpersonen, deren Antibiotika-Einnahme schon vier bis acht Jahre zur\u00fccklag: Zehn bis 15 Prozent der Bakterienarten in ihrem Darm zeigten noch immer ver\u00e4nderte H\u00e4ufigkeiten und Vielfalt. \u201eWir sehen, dass sogar eine acht Jahre zur\u00fcckliegende Behandlung die Zusammensetzung der Darmflora bis heute beeintr\u00e4chtigt\u201c, berichtet Baldanzi. \u201eSchon eine einzige Therapie mit bestimmten Antibiotika kann anhaltende Spuren hinterlassen.\u201c<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/a\/n\/antibiolang3g.jpg\" data-lightbox=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/a\/n\/antibiolang3g.jpg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/a\/n\/antibiolang3g.jpg\" data-lightbox=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/a\/n\/antibiolang3g.jpg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-313103\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/antibiolang3g-300x185.jpg\" alt=\"Antibiotika-Folgen\" width=\"300\" height=\"185\"  \/><\/a>Wirkung verschiedener Antibiotika auf die Darmflora in Bezug auf drei Parameter der mikrobiellen Vielfalt. Farbige und gef\u00fcllte Symbole zeigen Signifikanz. \u00a9 Baldanzi et al.\/, Nature Medicine, <a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/4.0\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">CC-by 4.0<\/a>\n<\/p>\n<p>Nicht bei jedem Antibiotikum<\/p>\n<p>Allerdings gibt es gro\u00dfe Unterschiede zwischen den Antibiotika-Klassen. So hinterlie\u00dfen die relativ h\u00e4ufig verschriebenen Wirkstoffe Penicillin V, Amoxicillin, Sulfamethoxazol und Trimethoprim kaum l\u00e4ngerfristige Spuren im Darm-Mikrobiom. Anders war dies f\u00fcr die Antibiotika Clindamycin, Flucloxacillin und die Fluoroquinolone. Bei diesen waren signifikante Ver\u00e4nderungen der Darmflora noch vier bis acht Jahre sp\u00e4ter nachweisbar. Auch das h\u00e4ufig eingesetzte Tetracyclin zeigte Nachwirkungen, wenn auch in geringerem Ma\u00dfe.\n<\/p>\n<p>\u201eDer starke Effekt des Schmalband-Antibiotikums Flucloxacillin auf die Darmflora war unerwartet\u201c, sagt Seniorautor Tove Fall von der Universit\u00e4t Uppsala. Dieses Mittel wirkt spezifisch auf Staphylokokken wie Staphylococcus aureus, aber auch auf den Milzbranderreger Bacillus anthracis, auf Erreger der Gonorrhoe und bakteriellen Meningitis aus der Gattung Neisseria, sowie Listerien und Clostridien. Warum ausgerechnet dieses Antibiotikum die Darmflora so nachhaltig beeintr\u00e4chtigt, ist noch ungekl\u00e4rt.\n<\/p>\n<p>Warum die Antibiotika-Folgen wichtig sein k\u00f6nnten<\/p>\n<p>Die Analysen zeigten, dass die Ver\u00e4nderungen der Darmflora tats\u00e4chlich einige Bakteriengruppen beg\u00fcnstigten, die als m\u00f6gliche Mitverursacher von \u00dcbergewicht, hohe Cholesterinspiegel, entz\u00fcndliche Darmerkrankungen und Diabetes Typ 2 gelten. Der Anteil dieser Bakteriengruppen war nach der Antibiotikabehandlung erh\u00f6ht, wie das Team berichtet. Daf\u00fcr war die Artenvielfalt und Zahl einiger gesundheitsf\u00f6rdernder Bakteriengruppen verringert.<\/p>\n<p>Die neuen Erkenntnisse k\u00f6nnen nun dazu beitragen, die langfristigen Nachwirkungen von Antibiotika auf die Darmflora besser einzusch\u00e4tzen \u2013 und diese Wirkstoffe k\u00fcnftig gezielter einzusetzen. \u201eUnsere Resultate k\u00f6nnen beispielsweise helfen, wenn zwei gleicherma\u00dfen effektive Antibiotika zur Wahl stehen\u201c, sagt Fall. Dann k\u00f6nnten man aufgrund der neuen Informationen den Wirkstoff w\u00e4hlen, der die Darmflora weniger anhaltend sch\u00e4digt.\n<\/p>\n<p>Das Team um Baldanzi setzt ihre Untersuchungen fort, um die zuvor weitgehend unerkannten Sp\u00e4tfolgen von Antibiotika noch genauer zu erforschen. \u201eDas wird es uns erm\u00f6glichen, noch besser zu verstehen, welche Darmbakterien besonders anf\u00e4llig sind und wie lange sie brauchen, um sich zu erholen\u201c, sagt Fall. (Nature Medicine, 2026; <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41591-026-04284-y\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">doi: 10.1038\/s41591-026-04284-y<\/a>)\n<\/p>\n<p>Quelle: Nature Medicine, Uppsala University<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&#13;\n\t<\/p>\n<p>16. M\u00e4rz 2026\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t &#8211; Nadja Podbregar<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mikrobiom-Ver\u00e4nderungen noch acht Jahre sp\u00e4ter Die Analysen ergaben: Hatten die Testpersonen innerhalb eines Jahres vor Entnahme der Kotproben&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":47151,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20],"tags":[4865,3182,46,42,3358,5080,5081,124,123,8196,20008,44,20009],"class_list":{"0":"post-47150","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-gesundheit","8":"tag-antibiotika","9":"tag-antibiotikum","10":"tag-at","11":"tag-austria","12":"tag-bakterien","13":"tag-darmbakterien","14":"tag-darmflora","15":"tag-gesundheit","16":"tag-health","17":"tag-mikrobiom","18":"tag-nebenwirkung","19":"tag-oesterreich","20":"tag-spaetfolge"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116236277839845293","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/47150","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=47150"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/47150\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/47151"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=47150"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=47150"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=47150"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}