{"id":47714,"date":"2026-03-16T09:54:07","date_gmt":"2026-03-16T09:54:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/47714\/"},"modified":"2026-03-16T09:54:07","modified_gmt":"2026-03-16T09:54:07","slug":"lungenkrebs-entzuendungszustand-der-es-krebs-erleichtert-die-folgen-von-grippe-und-corona","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/47714\/","title":{"rendered":"Lungenkrebs: \u201eEntz\u00fcndungszustand, der es Krebs erleichtert\u201c \u2013 die Folgen von Grippe und Corona"},"content":{"rendered":"<p>Wie ver\u00e4ndern Corona oder die Grippe die Lunge? Forscher haben untersucht, welchen Einfluss schwere Atemwegserkrankungen auf das Krebsrisiko haben. Eine neue Studie erm\u00f6gliche nun ein \u201ekomplettes Bild\u201c.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Menschen mit schweren Verl\u00e4ufen von Covid-19 oder Grippe haben einer Studie zufolge ein erh\u00f6htes Lungenkrebsrisiko. Ein US-Team beschreibt <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.cell.com\/cell\/abstract\/S0092-8674(26)00220-5\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.cell.com\/cell\/abstract\/S0092-8674(26)00220-5&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">im Fachjournal \u201eCell\u201c<\/a> gleich mehrere Faktoren f\u00fcr diesen Zusammenhang. Es empfiehlt, Menschen nach schweren Corona-Erkrankungen regelm\u00e4\u00dfig auf Lungenkrebs hin zu testen. <\/p>\n<p>\u201eEin schwerer Verlauf von Covid-19 oder Grippe kann die Lunge in einen langanhaltenden Entz\u00fcndungszustand versetzen, der es Krebs sp\u00e4ter erleichtert, sich dort anzusiedeln\u201c, erl\u00e4utert Hauptautor Jie Sun von der University of Virginia. Er verweist auf eine einfache Vorsorge durch die \u00fcblichen Impfungen: \u201eDie gute Nachricht ist, dass Impfungen diese sch\u00e4dlichen Ver\u00e4nderungen f\u00fcr das Krebswachstum in der Lunge weitgehend verhindern.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDiese Ergebnisse haben wichtige und unmittelbare Auswirkungen auf die \u00dcberwachung von Patienten nach schweren Atemwegsinfektionen\u201c, erg\u00e4nzt Mitautor Jeffrey Sturek von derselben Universit\u00e4t. Die Studie lege nahe, dass \u00c4rzte das Lungenkrebsrisiko durch schwere Atemwegsinfektionen \u00e4hnlich wie das durch Rauchen betrachten sollten.<\/p>\n<p>In Deutschland haben zumindest starke Raucherinnen und Raucher ab April Anspruch auf eine j\u00e4hrliche kostenlose Untersuchung zur Fr\u00fcherkennung von Lungenkrebs. Das Angebot richtet sich an aktive und ehemalige Raucher im Alter zwischen 50 und 75 Jahren, wie der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) k\u00fcrzlich mitteilte. Bis zum tats\u00e4chlichen Termin k\u00f6nnte es allerdings noch etwas dauern, da Radiologinnen und Radiologen eine spezielle Fortbildung und eine Genehmigung f\u00fcr die Untersuchung ben\u00f6tigen. <\/p>\n<p>Daten von \u00fcber 75 Millionen Menschen<\/p>\n<p>Das Forschungsteam nutzte zun\u00e4chst Daten von 75,9 Millionen Erwachsenen aus der sogenannten Epic-Cosmos-Datenbank. Ein Teil von ihnen war nicht mit dem Coronavirus infiziert. Andere Menschen hatten entweder eine milde bis moderate Covid-19-Erkrankung oder aber eine schwere mit einem Klinikaufenthalt in den Jahren 2020 und 2021. Krebsneuerkrankungen wurden ab 2022 ausgewertet.<\/p>\n<p>Dabei zeigte sich nach den einfachen Infektionen sogar eine moderate Abnahme des Lungenkrebsrisikos. Eine Erkl\u00e4rung daf\u00fcr gibt es in der Studie nicht. Eine \u00fcberstandene schwere Covid-19-Erkrankung war dagegen mit einem 1,24-fachen Lungenkrebsrisiko verbunden. Geschlecht, Alter und Rauchstatus hatte das Team herausgerechnet.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich erh\u00f6hte Risiken f\u00fcr Lungenkrebs seien auch nach Grippe beobachtet worden, \u201ewas darauf hinweist, dass eine erh\u00f6hte Entstehung von Lungenkrebs ein allgemeines Muster nach schweren respiratorischen Virusinfektionen darstellen k\u00f6nnte\u201c, schreibt das Team. Auch bei M\u00e4usen h\u00e4tten schwere respiratorische Virusinfektionen das Wachstum von Lungenkrebs beschleunigt.<\/p>\n<p>Geimpfte M\u00e4use haben vermindertes Krebs-Risiko <\/p>\n<p>In M\u00e4useversuchen zeigte das Team den genauen Zusammenhang. M\u00e4use, die an Covid-19 erkrankt waren, erhielten zwei Wochen nach der Viruselimination spezielle Tumorzellen. Ergebnis: Eine vorherige Covid-Infektion hatte zwar keinen erkennbaren Einfluss auf die initiale Tumorentwicklung, verst\u00e4rkte jedoch das Tumorwachstum ab der dritten Woche deutlich. <\/p>\n<p>Wurden M\u00e4use gegen Corona oder gegen Grippe geimpft und anschlie\u00dfend mit den jeweiligen Viren infiziert, so zeigten sie in dem Versuch eine deutlich geringere Tumorbelastung als M\u00e4use, die nur eine Scheinimpfung erhalten hatten. Die Ergebnisse deuten nach Studienangaben darauf hin, dass diese Impfungen vor der F\u00f6rderung der betrachteten Lungentumore sch\u00fctzen, indem sie schwere virusinduzierte Erkrankungen verhindern.<\/p>\n<p>Schwere Virusinfektionen der Lunge verursachen nach Forscherangaben anhaltende Sch\u00e4den in deren Auskleidung (Epithel). Diese und andere Sch\u00e4digungen durch Viren k\u00f6nnten das Krebsrisiko noch Monate bis Jahre nach einer scheinbaren Genesung beeinflussen. Zudem k\u00f6nnten die Infektionen Immunzellen in der Lunge so umprogrammieren, dass sie das Wachstum von Krebstumoren beg\u00fcnstigen, anstatt Krebszellen zu bek\u00e4mpfen. Dabei werden laut Studie gewisse Schalter umgelegt, die das Ablesen der Gene bestimmen \u2013 eine \u00c4nderung der epigenetischen Markierungen. Mit gezielter Therapie konnte in M\u00e4usen das Tumorwachstum jedoch gehemmt werden.<\/p>\n<p>Zusammenhang erstmals experimentell gezeigt <\/p>\n<p>Es sei bekannt, dass eine schwere virale Lungenentz\u00fcndung auch weit \u00fcber das Ende der Erkrankung hinaus nachhaltige Effekte auf Immunzellen in der Lunge haben k\u00f6nne, sagt Marco Binder vom Deutschen Krebsforschungszentrum auf Nachfrage. \u201eHier wird nun aber erstmals sch\u00f6n experimentell gezeigt \u2013 in der Maus unter gut definierten Bedingungen\u00a0\u2013, dass diese immunologischen Ver\u00e4nderungen eine direkte Auswirkung auf die immunologische Kontrolle von Krebszellen haben.\u201c<\/p>\n<p>Eine Erkl\u00e4rung f\u00fcr die leichte Verringerung der Lungenkrebsf\u00e4lle durch milde Covid-19-Erkrankungen k\u00f6nne sein, dass das Immunsystem auch durch diese Infektionen nachhaltig beeinflusst werde \u2013 allerdings eher hin zu einer st\u00e4rkeren Aktivierbarkeit, was sich dann positiv bei k\u00fcnftigen Infektionen, aber eben auch auf die Krebskontrolle auswirke. Dieses Konzept sei allgemein als \u201etrained immunity\u201c (trainierte Immunit\u00e4t) beschrieben, und umfasse weit mehr als Krebs. Die Studienautoren hatten keine Erkl\u00e4rung f\u00fcr die verringerten Lungenkrebsf\u00e4lle gegeben.<\/p>\n<p>Das Forschungsteam verweist zwar darauf, dass es beim Menschen nur einen statistischen Zusammenhang zwischen schweren Covid-19-Erkrankungen und Lungenkrebs und keinen kausalen gefunden hat. So k\u00f6nnte es auch sein, dass bestimmte Faktoren in einem Menschen sowohl schwere Covid-Erkrankungen f\u00f6rdern als auch Lungenkrebs. Durch die M\u00e4useuntersuchungen erg\u00e4be sich jedoch ein komplettes Bild.<\/p>\n<p>\u201eZusammen belegen diese Ergebnisse einen kausalen Zusammenhang zwischen fr\u00fcherer viraler Pneumonie und der Entstehung von Lungentumoren\u201c, schlie\u00dft das Team. Dies unterstreiche die Notwendigkeit einer verbesserten \u00dcberwachung sowie gezielter Interventionen, um das Krebsrisiko nach schweren Covid-19-Erkrankungen zu reduzieren.<\/p>\n<p>Simone Humml, dpa\/rc<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wie ver\u00e4ndern Corona oder die Grippe die Lunge? 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