{"id":47957,"date":"2026-03-16T12:14:09","date_gmt":"2026-03-16T12:14:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/47957\/"},"modified":"2026-03-16T12:14:09","modified_gmt":"2026-03-16T12:14:09","slug":"strasse-von-hormus-gilt-nach-verdreifachung-der-risikopraemien-als-teuerste-wasserstrasse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/47957\/","title":{"rendered":"Stra\u00dfe von Hormus gilt nach Verdreifachung der Risikopr\u00e4mien als teuerste Wasserstra\u00dfe"},"content":{"rendered":"<p>Die schmale Wasserstra\u00dfe, die den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und dem Rest der Welt verbindet, steht so stark im Fokus wie noch nie.<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>\u00dcblicherweise laufen \u00fcber sie rund zwanzig Prozent des weltweiten \u00d6lhandels und etwa drei\u00dfig Prozent der globalen D\u00fcngemittelversorgung.<\/p>\n<p>Jetzt ist sie zu einem zentralen Schauplatz des Iran-Kriegs geworden, der in seine dritte Woche geht. \u00d6l und Schifffahrt bilden dort die Frontlinien eines wirtschaftlichen Schlagabtauschs.<\/p>\n<p>\u201eAus einem Umfeld, das schon fr\u00fcher anf\u00e4llig f\u00fcr St\u00f6rungen war, ist eine dauerhaft feindliche Einsatzzone geworden. Ob sich Fahrten \u00fcberhaupt noch lohnen, ob Versicherer sie abdecken und wie sich die Lage taktisch vor Ort entwickelt, sind zu entscheidenden Einschr\u00e4nkungen geworden\u201c, sagte Marco Forgione, der Direktor des in Gro\u00dfbritannien ans\u00e4ssigen Chartered Institute of Export and International Trade, gegen\u00fcber Euronews.<\/p>\n<p>Trotz des Versprechens der USA, den Engpass in der Stra\u00dfe von Hormus zu entsch\u00e4rfen, liegen Hunderte Schiffe und Tanker auf beiden Seiten der Wasserstra\u00dfe weiterhin fest.<\/p>\n<p>Raketenangriffe, Minendrohungen und Marineeins\u00e4tze haben die Schifffahrt drastisch einbrechen lassen. Die Versicherungskosten steigen, die Energiem\u00e4rkte schalten auf Krisenmodus.<\/p>\n<p>Versicherungspr\u00e4mien schie\u00dfen in die H\u00f6he<\/p>\n<p>Die Kriegsrisikoversicherungen f\u00fcr Schiffe, die die Stra\u00dfe von Hormus passieren, sind seit Beginn des Iran-Kriegs massiv gestiegen.<\/p>\n<p>Zwischendurch h\u00e4tten Versicherer den Schutz sogar ganz zur\u00fcckgezogen, sagte Forgione. Inzwischen seien die Pr\u00e4mien um zweihundert bis dreihundert Prozent gestiegen \u2013 auf Dauer sei das nicht tragbar.<\/p>\n<p>Vor der Krise lag die Kriegsrisikopr\u00e4mie f\u00fcr ein Schiff im Golf bei nur 0,02 bis 0,05 Prozent des Schiffswerts.<\/p>\n<p>Seit Beginn der Kampfhandlungen sind die Pr\u00e4mien dem Vernehmen nach auf 0,5 bis 1 Prozent des Werts geklettert, teils sogar dar\u00fcber.<\/p>\n<p>F\u00fcr einen Tanker mit einem Wert von 120 Millionen Dollar bedeutete das fr\u00fcher eine \u00fcbliche Zusatzpr\u00e4mie von rund 40.000 Dollar. Jetzt kostet eine einzige Passage zwischen 600.000 und 1,2 Millionen Dollar.<\/p>\n<p>Die Folgewirkungen dieser Preisspr\u00fcnge werden Verbraucherinnen und Verbraucher an Zapfs\u00e4ulen und in Superm\u00e4rkten binnen Wochen zu sp\u00fcren bekommen.<\/p>\n<p>\u201eDiese Belastungen haben die Frachtraten f\u00fcr Tanker bereits nach oben getrieben. Wenn diese Kosten dann in die Raffinerien und durch die Logistikketten weitergereicht werden, landen sie am Ende bei den Menschen in Form h\u00f6herer Kraftstoffpreise\u201c, so Forgione.<\/p>\n<p>Wie Reedereien reagieren<\/p>\n<p>Einige der gr\u00f6\u00dften Reedereien der Welt, darunter Maersk, MSC, CMA CGM und Hapag-Lloyd, haben Fahrten durch den Golf ausgesetzt. Andere leiten ihre Ladungen an der Stra\u00dfe vorbei um, was die Transportzeiten verl\u00e4ngern kann.<\/p>\n<p>Viele Unternehmen binden geopolitische Risiken inzwischen fest in ihre Einsatzplanung ein.<\/p>\n<p>Dazu geh\u00f6ren eine engere Beobachtung der Bedrohungslage, eine erneute Pr\u00fcfung der Durchfahrtszeiten und der Versuch, Schiffe mit maximaler Lagekenntnis durch Hochrisikogebiete zu steuern, erkl\u00e4rte Christopher Long, Direktor f\u00fcr Nachrichtendienst und Risiko bei der Sicherheitsfirma Neptune P2P Group.<\/p>\n<p>\u201eUnternehmen \u00fcberarbeiten au\u00dferdem Notfallpl\u00e4ne, bereiten Besatzungen besser vor und sch\u00e4rfen Kommunikationsprotokolle. So sollen Schiffe schneller reagieren k\u00f6nnen, falls sich die Sicherheitslage weiter verschlechtert\u201c, sagte Long.<\/p>\n<p>Aus Handelssicht sei die Botschaft eindeutig, betonte Forgione: Unternehmen m\u00fcssten die Widerstandsf\u00e4higkeit ihrer Lieferketten st\u00e4rken. Das sei keine Option mehr, sondern eine dringende strategische Priorit\u00e4t.<\/p>\n<p>Umleitungen oder Ausweichrouten sto\u00dfen in der Geografie des Persischen Golfs schnell an Grenzen. Den Firmen bleiben nur wenige Alternativen.<\/p>\n<p>Deshalb k\u00f6nne eine breitere Aufstellung der Lieferketten die Abh\u00e4ngigkeit von einzelnen Partnern verringern, so Forgione. Unternehmen k\u00f6nnten Schocks dann besser abfedern.<\/p>\n<p>Treten St\u00f6rungen auf, sind Firmen mit mehreren Bezugsquellen besser gesch\u00fctzt, weil sie schneller umstellen und den Betrieb aufrechterhalten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem, so Forgione, helfe mehr Transparenz entlang der Lieferkette. Unternehmen k\u00f6nnten Schwachstellen fr\u00fcher erkennen und beheben, bevor sie eskalieren.<\/p>\n<p>Marineeskorten: Hilft ein multinationales Eingreifen?<\/p>\n<p>Seit Beginn des Konflikts sind mindestens sechzehn Schiffe angegriffen oder besch\u00e4digt worden. Die USA haben deshalb Marineeskorten f\u00fcr Schiffe und Tanker zugesagt, die die Stra\u00dfe von Hormus passieren.<\/p>\n<p>US-Pr\u00e4sident Donald Trump dr\u00e4ngt zudem stark von Importen aus der Golfregion abh\u00e4ngige Staaten wie China, Japan, S\u00fcdkorea, Frankreich und das Vereinigte K\u00f6nigreich, Kriegsschiffe zu entsenden, um sichere Routen f\u00fcr die Handelsschifffahrt zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p>Doch lohnt sich das Risiko \u00fcberhaupt?<\/p>\n<p>Long, fr\u00fcher selbst Offizier der britischen Marine, h\u00e4lt Eskorten und Patrouillen f\u00fcr eine wichtige Beruhigung. Unternehmen sollten die Wasserstra\u00dfe aber weiter als Hochrisikogebiet behandeln, selbst wenn dort Sicherheitskr\u00e4fte pr\u00e4sent sind.<\/p>\n<p>Iran versch\u00e4rft seine Drohungen, die Stra\u00dfe von Hormus faktisch geschlossen zu halten, und warnt Schiffe eindringlich vor einer Durchfahrt unter dem Risiko eines Angriffs.<\/p>\n<p>Eine l\u00e4nger andauernde St\u00f6rkampagne k\u00f6nnte die Weltwirtschaft ins Wanken bringen. Die Folgen lie\u00dfen sich wom\u00f6glich erst nach Jahren wieder ausgleichen.<\/p>\n<p>Was also w\u00fcrde einen gro\u00dfen multinationalen Marineeinsatz ausl\u00f6sen?<\/p>\n<p>Eine deutliche Eskalation mit direkten Angriffen auf Handelsschiffe oder einer anhaltenden Blockade des Seeverkehrs k\u00f6nnte eine st\u00e4rkere gemeinsame Reaktion ausl\u00f6sen.<\/p>\n<p>\u201eHistorisch gesehen haben Bedrohungen f\u00fcr kritische Schifffahrtswege immer wieder koordinierte Marineeins\u00e4tze ausgel\u00f6st, mit dem Ziel, Sicherheit und freie Passage wiederherzustellen\u201c, erkl\u00e4rte Long weiter.<\/p>\n<p>Kurs durch die Unsicherheit<\/p>\n<p>St\u00f6rungen maritimer Routen sind nicht neu. Sollten die Kampfhandlungen in der Stra\u00dfe von Hormus jedoch anhalten und Z\u00f6lle weltweit weiter steigen, warnen \u00d6konominnen und \u00d6konomen vor weitreichenden Kettenreaktionen und lang anhaltender Unsicherheit.<\/p>\n<p>Handelsexperten wie Forgione dr\u00e4ngen Regierungen und Unternehmen daher, ihre Anstrengungen zur St\u00e4rkung der wirtschaftlichen Sicherheit zu erneuern. Das sei eine strategische Notwendigkeit, kein politischer Luxus.<\/p>\n<p>\u201eEine der wirksamsten Methoden, diese Resilienz aufzubauen, ist aus seiner Sicht der Ausbau von Handelsabkommen mit einer breiten Palette von L\u00e4ndern und Regionen. So k\u00f6nnten Staaten in einem zunehmend protektionistischen Umfeld wettbewerbsf\u00e4hig bleiben\u201c, sagte er zum Schluss.<\/p>\n<p>Der Zugang zu neuen M\u00e4rkten w\u00fcrde Unternehmen deutlich mehr M\u00f6glichkeiten verschaffen, ihre Lieferketten zu diversifizieren. Zus\u00e4tzliche Bezugsquellen k\u00f6nnten helfen, st\u00fcrmische Zeiten besser zu \u00fcberstehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die schmale Wasserstra\u00dfe, die den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und dem Rest der Welt verbindet,&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":47958,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8],"tags":[40,41,15890,20270,4375,39,10200,38],"class_list":{"0":"post-47957","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-nachrichten","9":"tag-news","10":"tag-oelsektor","11":"tag-oeltanker","12":"tag-schifffahrt","13":"tag-schlagzeilen","14":"tag-strasse-von-hormus","15":"tag-top-meldungen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116238802113446091","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/47957","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=47957"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/47957\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/47958"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=47957"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=47957"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=47957"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}