{"id":48337,"date":"2026-03-16T16:03:10","date_gmt":"2026-03-16T16:03:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/48337\/"},"modified":"2026-03-16T16:03:10","modified_gmt":"2026-03-16T16:03:10","slug":"strasse-von-hormus-ist-teuerste-wasserstrasse-der-welt-nach-verdreifachung-der-risikopraemien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/48337\/","title":{"rendered":"Stra\u00dfe von Hormus ist teuerste Wasserstra\u00dfe der Welt nach Verdreifachung der Risikopr\u00e4mien"},"content":{"rendered":"<p>Die schmale Wasserstra\u00dfe, die den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und damit mit dem Rest der Welt verbindet, steht so sehr im Fokus wie noch nie.<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Normalerweise werden dort rund zwanzig Prozent des weltweiten \u00d6lhandels und etwa drei\u00dfig Prozent der per Schiff transportierten D\u00fcngemittel abgewickelt.<\/p>\n<p>Stattdessen ist sie zu einem zentralen Schauplatz des Irankriegs geworden, der nun in seine dritte Woche geht. \u00d6l und Schifffahrt bilden dort die vorderste Linie eines wirtschaftlichen Schlagabtauschs.<\/p>\n<p>\u201eWas fr\u00fcher vor allem st\u00f6ranf\u00e4llig war, ist heute ein dauerhaft feindliches Einsatzgebiet, in dem vor allem drei Punkte den Betrieb einschr\u00e4nken: die wirtschaftliche Tragf\u00e4higkeit einer Reise, die Bereitschaft der Versicherer zur Deckung und die taktische Lage vor Ort in Echtzeit\u201c, sagte Marco Forgione, Direktor des im Vereinigten K\u00f6nigreich ans\u00e4ssigen Chartered Institute of Export and International Trade, gegen\u00fcber Euronews.<\/p>\n<p>Trotz des Versprechens der USA, den Engpass in der Stra\u00dfe von Hormus zu entsch\u00e4rfen, liegen weiterhin Hunderte Schiffe und Tanker auf beiden Seiten der Wasserstra\u00dfe unt\u00e4tig vor Anker.<\/p>\n<p>Raketenangriffe, Minendrohungen und Marineeins\u00e4tze haben den Schiffsverkehr drastisch einbrechen lassen, treiben die Versicherungskosten in die H\u00f6he und versetzen die Energiem\u00e4rkte in den Krisenmodus.<\/p>\n<p>Versicherungspr\u00e4mien schie\u00dfen in die H\u00f6he<\/p>\n<p>Die Kriegsrisikoversicherung f\u00fcr Schiffe, die die Stra\u00dfe von Hormus passieren, ist seit Beginn des Irankriegs sprunghaft angestiegen.<\/p>\n<p>Forgione berichtet, dass der Versicherungsschutz zwar kurzzeitig ganz ausgesetzt wurde, die Pr\u00e4mien inzwischen aber um zweihundert bis dreihundert Prozent gestiegen sind \u2013 ein Niveau, das sich auf Dauer nicht halten l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Vor der Krise lag die Kriegsrisikopr\u00e4mie f\u00fcr ein Schiff im Golf bei 0,02 bis 0,05 Prozent des Schiffswerts.<\/p>\n<p>Seit Beginn der Kampfhandlungen sind die S\u00e4tze Berichten zufolge auf 0,5 bis 1 Prozent des Werts gestiegen, teils sogar noch h\u00f6her.<\/p>\n<p>F\u00fcr einen Tanker mit einem Wert von 120 Millionen Dollar bedeutet das: Statt einer \u00fcblichen Pr\u00e4mie von rund 40 000 Dollar kostet eine Fahrt nun zwischen 600 000 und 1,2 Millionen Dollar.<\/p>\n<p>Die Folgekosten dieses Preissprungs werden Verbraucherinnen und Verbraucher schon in wenigen Wochen an der Zapfs\u00e4ule oder im Supermarkt sp\u00fcren.<\/p>\n<p>\u201eDiese Spannungen haben die Frachtraten f\u00fcr Tanker bereits nach oben getrieben\u201c, so Forgione. \u201eWenn diese Kosten dann \u00fcber Raffinerien und Logistikketten weitergereicht werden, landen sie schlie\u00dflich bei den Endkunden \u2013 in Form h\u00f6herer Kraftstoffpreise.\u201c<\/p>\n<p>Wie Reedereien reagieren<\/p>\n<p>Einige der gr\u00f6\u00dften Reedereien der Welt, darunter Maersk, MSC, CMA CGM und Hapag-Lloyd, haben Fahrten durch den Golf ausgesetzt. Andere leiten ihre Ladung an der Stra\u00dfe vorbei um, was die Transportzeiten verl\u00e4ngern kann.<\/p>\n<p>Viele Unternehmen m\u00fcssen geopolitische Risiken inzwischen fest in ihre Einsatzplanung einbauen.<\/p>\n<p>Christopher Long, Leiter f\u00fcr Analyse und Risiko bei der Sicherheitsfirma Neptune P2P Group, erkl\u00e4rt, dazu geh\u00f6re eine deutlich engere Beobachtung der Bedrohungslage. Unternehmen \u00fcberpr\u00fcften ihre Transitzeiten neu und achteten darauf, dass Schiffe Hochrisikogebiete nur mit einer passenden Lageeinsch\u00e4tzung durchqueren.<\/p>\n<p>\u201eUnternehmen \u00fcberarbeiten zudem Notfallpl\u00e4ne, die Vorbereitung der Besatzungen und Kommunikationsprotokolle\u201c, so Long. \u201eSo k\u00f6nnen Schiffe besser reagieren, falls sich die Sicherheitslage weiter verschlechtert.\u201c<\/p>\n<p>Aus Handelssicht sei die Botschaft klar, betont Forgione: \u201eF\u00fcr Unternehmen ist der Aufbau robuster Lieferketten keine Option mehr, sondern eine dringende strategische Priorit\u00e4t.\u201c<\/p>\n<p>Umleitungen und Ausweichrouten sto\u00dfen wegen der Geografie des Persischen Golfs schnell an Grenzen. Den Firmen bleiben nur wenige Alternativen.<\/p>\n<p>Umso wichtiger sei die Diversifizierung der Lieferketten, erkl\u00e4rt Forgione. Sie verringert die Abh\u00e4ngigkeit von einzelnen Partnern und hilft Unternehmen, Schocks besser abzufedern.<\/p>\n<p>\u201eWenn es zu St\u00f6rungen kommt, sind Unternehmen mit mehreren Bezugsquellen besser gesch\u00fctzt. Sie k\u00f6nnen sich schneller anpassen und den Betrieb aufrechterhalten.\u201c<\/p>\n<p>Au\u00dferdem, so Forgione, helfe mehr Transparenz entlang der gesamten Lieferkette. Firmen k\u00f6nnten Schwachstellen fr\u00fcher erkennen und beheben, bevor sie sich zu gr\u00f6\u00dferen Problemen auswachsen.<\/p>\n<p>Marineeskorten: Hilft ein multinationaler Einsatz?<\/p>\n<p>Seit Beginn des Konflikts meldeten die Beh\u00f6rden mindestens sechzehn angegriffene oder besch\u00e4digte Schiffe. Die USA haben daher zugesagt, Schiffe und Tanker mit Marineeinheiten durch die Stra\u00dfe von Hormus zu begleiten.<\/p>\n<p>US-Pr\u00e4sident Donald Trump dr\u00e4ngt zudem stark vom Golf abh\u00e4ngige Staaten wie China, Japan, S\u00fcdkorea, Frankreich und das Vereinigte K\u00f6nigreich, Kriegsschiffe zu entsenden, um sichere Korridore f\u00fcr die Handelsschifffahrt zu schaffen.<\/p>\n<p>Doch lohnt sich das Risiko einer Durchfahrt \u00fcberhaupt?<\/p>\n<p>Long, fr\u00fcher Offizier der britischen Marine, sieht in Eskorten und Patrouillen eine wichtige Beruhigung. Aus seiner Sicht sollten Unternehmen die Wasserstra\u00dfe trotzdem weiterhin als Hochrisikogebiet behandeln \u2013 auch dann, wenn Sicherheitskr\u00e4fte vor Ort sind.<\/p>\n<p>Iran bekr\u00e4ftigt unterdessen seine Drohung, die Stra\u00dfe von Hormus faktisch geschlossen zu halten, und warnt Schiffe davor, die Passage zu nutzen \u2013 mit dem Hinweis auf das Risiko von Angriffen.<\/p>\n<p>Eine l\u00e4nger anhaltende St\u00f6rkampagne k\u00f6nnte die Weltwirtschaft ins Wanken bringen. Die Folgen lie\u00dfen sich wom\u00f6glich erst nach Jahren wieder korrigieren.<\/p>\n<p>Was k\u00f6nnte also einen gro\u00dfen multinationalen Marineeinsatz ausl\u00f6sen?<\/p>\n<p>Eine deutliche Eskalation mit direkten Angriffen auf Handelsschiffe oder eine l\u00e4nger anhaltende Blockade des Seehandels k\u00f6nnte einen entschiedeneren multinationalen Einsatz nach sich ziehen.<\/p>\n<p>\u201eHistorisch haben Drohungen gegen kritische Schifffahrtswege immer wieder zu koordinierten Marineeins\u00e4tzen gef\u00fchrt, die Sicherheit und freie Schifffahrt wiederherstellen sollten\u201c, erkl\u00e4rt Long weiter.<\/p>\n<p>Kurs in unsicheren Zeiten<\/p>\n<p>St\u00f6rungen wichtiger Seewege sind nichts Neues. Doch sollten die K\u00e4mpfe in der Stra\u00dfe von Hormus nicht abflauen und zugleich weltweit die Z\u00f6lle steigen, warnen \u00d6konominnen und \u00d6konomen vor weitreichenden Folgewirkungen und anhaltender Unsicherheit.<\/p>\n<p>Handelsexperten wie Forgione dr\u00e4ngen Regierungen und Unternehmen daher, ihre Anstrengungen zur St\u00e4rkung der wirtschaftlichen Sicherheit zu verst\u00e4rken. Das sei eine \u201estrategische Notwendigkeit, kein politischer Luxus\u201c.<\/p>\n<p>\u201eEinen besonders wirksamen Weg zu mehr Resilienz bieten vertiefte und ausgeweitete Handelsabkommen mit einer breit gef\u00e4cherten Gruppe von L\u00e4ndern und Regionen\u201c, so sein Fazit. Das helfe Staaten, in einem zunehmend protektionistischen globalen Umfeld wettbewerbsf\u00e4hig zu bleiben.<\/p>\n<p>Der Zugang zu neuen M\u00e4rkten w\u00fcrde Unternehmen deutlich mehr M\u00f6glichkeiten er\u00f6ffnen, ihre Lieferketten zu diversifizieren. Zus\u00e4tzliche Bezugsquellen k\u00f6nnten helfen, turbulente Zeiten besser zu \u00fcberstehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die schmale Wasserstra\u00dfe, die den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und damit mit dem Rest der&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":47958,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[12],"tags":[40,41,15890,20270,4375,39,10200,66,65,64],"class_list":{"0":"post-48337","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-welt","8":"tag-nachrichten","9":"tag-news","10":"tag-oelsektor","11":"tag-oeltanker","12":"tag-schifffahrt","13":"tag-schlagzeilen","14":"tag-strasse-von-hormus","15":"tag-welt","16":"tag-world","17":"tag-world-news"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116239702645288537","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/48337","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=48337"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/48337\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/47958"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=48337"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=48337"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=48337"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}