{"id":49315,"date":"2026-03-17T04:32:07","date_gmt":"2026-03-17T04:32:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/49315\/"},"modified":"2026-03-17T04:32:07","modified_gmt":"2026-03-17T04:32:07","slug":"europa-bewegt-sich-immer-nur-dann-wenn-es-von-einer-krise-getroffen-wird","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/49315\/","title":{"rendered":"\u201eEuropa bewegt sich immer nur dann, wenn es von einer Krise getroffen wird\u201c"},"content":{"rendered":"<p class=\"tspBGki tspBGkj\">Herr Kubilius, Sie sind der erste Verteidigungskommissar in der Geschichte der EU. Wird Europa jemals in der Lage sein, sich selbst \u2013 ohne Hilfe der USA \u2013 zu verteidigen?<br \/>Definitiv. Das ist unser klares Ziel.<\/p>\n<p class=\"tspBGki\">Ihr Optimismus wird in Europa nicht von allen geteilt.<br \/>Dass Europa mit Blick auf seine Verteidigung eigenst\u00e4ndiger wird, ist alternativlos. Seit ich das Amt des Kommissars im September 2024 \u00fcbernommen habe, warne ich davor, dass die USA ihren Fokus aus Europa auf den Indo-Pazifik und die westliche Hemisph\u00e4re, also Lateinamerika, verlagern werden. Das ist eingetreten und sogar Teil ihrer Nationalen Verteidigungsstrategie geworden. Auch wenn es erheblichen Aufholbedarf gibt, sehe ich Europa auf gutem Weg.<\/p>\n<p class=\"tspBGki\">Wo muss Europa die amerikanischen F\u00e4higkeiten am dringendsten ersetzen?<br \/>Die Kommission hat eine \u201eDefense Readiness Roadmap\u201c entwickelt, die neun Priorit\u00e4ten identifiziert. Zu den dringlichsten z\u00e4hlt f\u00fcr mich die Luftverteidigung. <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/internationales\/nato-generalsekretar-im-interview-das-recht-der-ukraine-auf-selbstverteidigung-endet-nicht-an-der-russischen-grenze-12647924.html?icid=in-text-link_15336362\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Nato-Generalsekret\u00e4r Mark Rutte<\/a> hat vor Kurzem gefordert, dass Europa seine Kapazit\u00e4ten hier um 400 Prozent erh\u00f6hen m\u00fcsse. Die Kriege in der Ukraine wie auch im Iran und im Nahen Osten zeigen, welche Gefahr sowohl von Drohnen als auch von Marschflugk\u00f6rpern und ballistischen Raketen ausgeht.<\/p>\n<p>Zur Person<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/eu-defence-commissioner-kubilius-during-an-interview-with-reuters-in-brussels.jpeg\"   alt=\"EU Defence Commissioner Andrius Kubilius011 speaks during an interview with Reuters in Brussels, Belgium December 6, 2024. REUTERS\/Bart Biesemans\" width=\"440\" height=\"330\" loading=\"lazy\" class=\"tspBFkh\"\/><\/p>\n<p class=\"tspANgz\"> \u00a9 REUTERS\/BART BIESEMANS <\/p>\n<p class=\"tspBGki\">Andrius Kubilius, 69, war von 1999 bis 2000 und von 2008 bis 2012 Premierminister von Litauen. Zwischen 2019 und 2024 war er Mitglied des Europ\u00e4ischen Parlaments. Seit September 2024 ist er EU-Kommissar f\u00fcr Verteidigung und Raumfahrt. Andrius Kubilius spricht auf der EUROPE 2026, die am 17. und 18. M\u00e4rz in Berlin stattfindet und eine gemeinsame Initiative von \u201eDIE ZEIT\u201c, Tagesspiegel, \u201eHandelsblatt\u201c und \u201eWirtschaftsWoche\u201c ist. Den Livestream finden Sie unter <a href=\"https:\/\/europe20xx.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"link link--external\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"external\" aria-describedby=\"message-target-blank\">europe20xx.de.<\/a><\/p>\n<p class=\"tspBGki\">Am 2. M\u00e4rz hat eine iranische Shahed-Drohne eine britische Milit\u00e4rbasis auf Zypern getroffen. Bef\u00fcrchten Sie weitere Schl\u00e4ge gegen EU-Staaten?<br \/>Wir k\u00f6nnen es nicht ausschlie\u00dfen. Sowohl Russland als auch der Iran h\u00e4tten die milit\u00e4rischen F\u00e4higkeiten, fast die gesamte EU zu erreichen. Das zeigt die Bedeutung zweier entscheidender Aufgaben f\u00fcr die EU. Erstens m\u00fcssen sich die Mitgliedstaaten darauf verst\u00e4ndigen, wie die Beistandspflicht im EU-Vertrag bei Bedarf in die Praxis umgesetzt werden kann, also wenn ein EU-Staat angegriffen wird. Zweitens m\u00fcssen wir tats\u00e4chlich abwehrbereit werden. Denn im Moment sind wir auf diesem Gebiet sehr schwach.<\/p>\n<p>Ich mache gerne den Witz, dass, wenn ich heute exakt dieselbe Rede wie der damalige Kommissionspr\u00e4sident Jean-Claude Juncker 2017 in Prag halten w\u00fcrde, gro\u00dfen Beifall bek\u00e4me.<\/p>\n<p class=\"tspCHob\">Andrius Kubilius<\/p>\n<p class=\"tspBGki\">Worin bestehen die Defizite?<br \/>Im vergangenen Jahr hat Russland etwa 2000 Raketen auf die Ukraine abgefeuert. 900 davon waren ballistische Raketen. Und die sind schwer abzufangen, da sie sehr schnell sind. Eine zuverl\u00e4ssige Abwehr dagegen k\u00f6nnen im Prinzip nur Patriot-Systeme leisten. Die Treffsicherheit einer anti-ballistischen Rakete liegt bei etwa 40 Prozent. Um eine angreifende Rakete zuverl\u00e4ssig zu stoppen, braucht es meist zwei Abfangraketen. Die Ukraine h\u00e4tte 2025 also mindestens 1800 ben\u00f6tigt. <\/p>\n<p class=\"tspBGki\">In Europa werden Raketen f\u00fcr Iris-T- und SAMP-T-Luftabwehrsysteme hergestellt, aber wir produzieren keine Patriot-Raketen. Im Moment werden Patriots nur in den USA hergestellt \u2013 und zwar 750 pro Jahr. Viele davon kommen derzeit im Iran-Krieg zum Einsatz, um die iranischen Angriffe auf die Golfstaaten und die US-St\u00fctzpunkte abzuwehren. Sie sehen, wie enorm die L\u00fccke zwischen Produktion und Bedarf ist.<\/p>\n<p class=\"tspBGki\">Wie l\u00e4sst sie sich schlie\u00dfen?<br \/>Nicht, indem wir in Europa darauf hoffen, dass die Amerikaner ihre Produktion hochfahren. Wir m\u00fcssen eigene F\u00e4higkeiten im Bereich der Abwehr ballistischer Raketen aufbauen. Ich bin \u00fcberzeugt, dass wir das schaffen k\u00f6nnen. Ich reise gerade auf einer \u201eRaketen-Tour\u201c durch einige Mitgliedstaaten, um mir ein Bild von den Produktionskapazit\u00e4ten zu verschaffen. <\/p>\n<p class=\"tspBGki\">Vor Kurzem habe ich dazu auch eine sehr konstruktive Diskussion mit Vertretern der R\u00fcstungsindustrie gef\u00fchrt. Dabei wurde deutlich: Die Unternehmen brauchen von der Politik klare, langfristige Perspektiven, um neue Produktionslinien aufzubauen. Daher arbeiten wir derzeit an verschiedenen Instrumenten, etwa an sogenannten Einsatzbereitschaftspools und an gezielter Bevorratung, wie sie das European Defence Industry Programme (EDIP) vorsieht, das 2024 gestartet wurde.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/54th-paris-air-show-at-le-bourget-airport-near-paris.jpeg\"   alt=\"A model of a Future Combat Air System (SCAF), a European aircraft developed by France, Germany and Spain is displayed during the 54th International Paris Airshow at Le Bourget Airport near Paris, France, June 19, 2023. REUTERS\/Benoit Tessier\" aria-labelledby=\"caption-15363803\" width=\"440\" height=\"330\" loading=\"lazy\" class=\"tspBFkh\"\/> Das Future Combat Air System (SCAF) wird gemeinsam von Frankreich, Deutschland und Spanien entwickelt. Hier ein Modell auf einer Luftfahrtsausstellung bei Paris.  <\/p>\n<p class=\"tspANgz\"> \u00a9 REUTERS\/Benoit Tessier <\/p>\n<p class=\"tspBGki\">Sie fordern, dass die EU beim Aufbau moderner Luftverteidigung eng mit der Ukraine zusammenarbeiten sollte, also einem Staat, der \u2013 noch \u2013 kein Mitglied ist.<br \/>Von den Ukrainern k\u00f6nnen wir mit Blick auf Innovation und Dynamik so einiges lernen. Zahlreiche Firmen aus der EU arbeiten bereits in Joint Ventures mit der ukrainischen Verteidigungsindustrie. Die Ukrainer weisen nicht nur eindrucksvolle Erfolge bei der Entwicklung neuer Technologien vor. Wir k\u00f6nnen auch sehr von ihrer Erfahrung beim schnellen Aufbau von Produktionskapazit\u00e4ten wie auch ihren Daten zur Einsatzeffektivit\u00e4t dieser Waffensysteme profitieren. Sowohl die USA als auch die Golfstaaten haben die Ukraine aktuell um Unterst\u00fctzung durch Experten gebeten, um sie bei der Abwehr iranischer Drohnen zu beraten.<\/p>\n<p class=\"tspBGki\">Wie w\u00fcrde sich ein m\u00f6glicher Waffenstillstand in der Ukraine auf die europ\u00e4ische Verteidigungsplanung auswirken?<br \/>Nat\u00fcrlich w\u00fcnschen wir uns alle, dass dieser Krieg endet. Aber zu welchen Konditionen das geschieht, m\u00fcssen die Ukrainer entscheiden. Frieden in der Ukraine hie\u00dfe f\u00fcr Europa nicht, dass wir uns entspannt zur\u00fccklehnen k\u00f6nnen. Denn die russische Kriegs\u00f6konomie l\u00e4uft. Sie werden weiter Unmengen an Waffen produzieren. Die Gefahr f\u00fcr die EU-Mitgliedstaaten kann dann deutlich steigen.<\/p>\n<p class=\"tspBGki\">Manche Entscheidungstr\u00e4ger in der EU fordern, gegen hybride Attacken Russlands zur\u00fcckzuschlagen. Stimmen Sie zu?<br \/>Das Europ\u00e4ische Parlament hat bereits im April 2024 einer Resolution zu russischer Einflussnahme und Sabotageakten in der EU zugestimmt, in der gefordert wird, auf hybride Attacken \u201ehart, abgestimmt und mit abschreckender Wirkung\u201c zu reagieren. Wenn Russland einen hybriden Krieg f\u00fchrt, braucht Europa eine effektive hybride Verteidigung, die auch offensive Instrumente enthalten kann.<\/p>\n<p class=\"tspBGki\">Die Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr Verteidigung liegt in der EU bislang weitgehend bei den Mitgliedstaaten. Die EU kann lediglich koordinieren. Was w\u00fcrde sich \u00e4ndern, wenn es eine Europ\u00e4ische Verteidigungsunion g\u00e4be, wie Sie sie fordern?<br \/>Eine Europ\u00e4ische Verteidigungsunion w\u00fcrde eine gemeinsame Planung, F\u00e4higkeiten und Investitionen erm\u00f6glichen. Das hei\u00dft nicht, dass nationale Armeen abgeschafft w\u00fcrden. Aber wir k\u00f6nnten Europas Verteidigung als ein System denken: mit abgestimmten Bedrohungsanalysen, verbindlichen Zielen, gemeinsamer Beschaffung und einer europ\u00e4ischen R\u00fcstungsindustrie, die Synergien schafft. Wir w\u00fcrden von freiwilliger Kooperation zu echter Integration und Verantwortungsteilung \u00fcbergehen. Nur so kann Europa in dieser Sicherheitslage handlungsf\u00e4hig sein. <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/internationales\/wankende-weltordnung-funf-lehren-aus-der-munchner-sicherheitskonferenz-15252786.html?icid=in-text-link_15336362\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bei der M\u00fcnchner Sicherheitskonferenz haben quasi alle Redner aus Europa von der B\u00fcndelung der Verteidigungskapazit\u00e4ten gesprochen<\/a>. Das sehe ich als wichtiges Signal.<\/p>\n<p>Es gibt keinen Wettbewerb zwischen der EU und der Nato.<\/p>\n<p class=\"tspCHob\">Andrius Kubilius<\/p>\n<p class=\"tspBGki\">Reden hat es dazu in der Tat schon sehr viele gegeben. Aber in der Praxis dominieren im Verteidigungsbereich dann immer noch nationale Interessen. Denken wir nur an das wahrscheinliche Scheitern des deutsch-franz\u00f6sisch-spanischen Luftkampfsystems FCAS. Halten Sie es f\u00fcr realistisch, dass die EU-Staaten Verteidigungskompetenz abgeben?<br \/>Alles ist realistisch. Ja, wir reden seit mehr als zehn Jahren \u00fcber eine Verteidigungsunion. Ich mache gerne den Witz, dass, wenn ich heute exakt dieselbe Rede wie der damalige Kommissionspr\u00e4sident Jean-Claude Juncker 2017 in Prag halten w\u00fcrde, gro\u00dfen Beifall bek\u00e4me.<\/p>\n<p class=\"tspBGki\">Juncker forderte damals zum Beispiel, dass die EU in der Au\u00dfenpolitik Mehrheitsentscheidungen einf\u00fchrt und dass die Mitgliedstaaten im Milit\u00e4rbereich enger zusammenarbeiten.<br \/>Heute w\u00fcrde jeder mir sagen: Was f\u00fcr eine hochaktuelle und auf den Punkt getroffene Rede.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/bundesverteidigungsminister-pistorius.jpeg\"   alt=\"ARCHIV - 23.01.2025, Polen, Rzeszow: Boris Pistorius (SPD), Bundesminister der Verteidigung, gibt vor einer Flugabwehrstellung vom Typ Patriot eine Pressekonferenz.  (zu dpa: \u00ab\u00abSpiegel\u00bb: Pistorius besorgt 30 Patriot-Raketen f\u00fcr Ukraine\u00bb) Foto: Kay Nietfeld\/dpa +++ dpa-Bildfunk +++\" aria-labelledby=\"caption-15363750\" width=\"440\" height=\"330\" loading=\"lazy\" class=\"tspBFkh\"\/> Auch Deutschland verf\u00fcgt \u00fcber Patriot-Abwehrsysteme. Stellt jedoch selbst keine her. Hier Verteidigungsminister Boris Pistorius. <\/p>\n<p class=\"tspANgz\"> \u00a9 dpa <\/p>\n<p class=\"tspBGki\">Warum hat sich nichts bewegt?<br \/>Europa bewegt sich immer nur dann, wenn es von einer Krise getroffen wird. Uns fehlt bislang ein Ort, an dem gro\u00dfe strategische Ideen ernsthaft beraten, vereinbart und dann umgesetzt werden k\u00f6nnen. Ein solches Gremium k\u00f6nnte ein Europ\u00e4ischer Sicherheitsrat sein, der aus festen und rotierenden Mitgliedern besteht \u2013 so wie ihn Angela Merkel und Emmanuel Macron bereits vor zehn Jahren vorgeschlagen haben. Und ich sehe hier erste Bewegung: Die CDU hat auf ihrem Parteitag vor Kurzem eine entsprechende Resolution verabschiedet. Europa beginnt also, institutionell \u00fcber diese Themen nachzudenken.<\/p>\n<p class=\"tspBGki\">Sie schlagen auch vor, dass Europa eine eigene Armee haben sollte. Wie k\u00f6nnte das funktionieren?<br \/>Eine europ\u00e4ische Armee w\u00e4re eine wichtige Konsequenz aus einer m\u00f6glichen Verringerung der amerikanischen Milit\u00e4rpr\u00e4senz. Die USA stellen derzeit die schnelle Eingreifkraft in Europa \u2013 eine hochmobile Truppe von 80.000 bis 100.000 Soldaten. Das k\u00f6nnen wir nicht einfach durch 27 nationale Mini-Armeen ersetzen. Wir m\u00fcssen endlich offen dar\u00fcber diskutieren, wie wir eine einsatzf\u00e4hige europ\u00e4ische Schnellreaktionstruppe aufbauen k\u00f6nnen. \u00dcbrigens w\u00fcnscht sich das auch eine Mehrheit der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger in vielen EU-L\u00e4ndern. <\/p>\n<p class=\"tspBGki\">Inwiefern?<br \/>In einer aktuellen Umfrage der franz\u00f6sischen Meinungsforschungsfirma Cluster17 wurde nach den Priorit\u00e4ten bei der Landesverteidigung gefragt. Rund 70 Prozent der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger in L\u00e4ndern wie Deutschland, Belgien oder Spanien gaben an, eine europ\u00e4ische Verteidigung \u2013 einschlie\u00dflich einer europ\u00e4ischen Armee \u2013 zu bevorzugen. Nationale Armeen und die Nato rangierten \u00fcberraschend deutlich dahinter. Das zeigt zweierlei: Die Menschen wissen, dass kollektive Sicherheit notwendig ist. Und sie w\u00fcnschen sich, dass Europa darin viel eigenst\u00e4ndiger wird und nicht allein auf die USA setzt. <\/p>\n<p>Ich habe keinen Zweifel, dass der amerikanische Nuklearschirm f\u00fcr Europa fortbesteht.<\/p>\n<p class=\"tspCHob\">Andrius Kubilius<\/p>\n<p class=\"tspBGki\">Riskiert die EU mit ihren Verteidigungsvorhaben nicht, in Teilen die Arbeit der Nato zu doppeln?<br \/>Nein. Es gibt keinen Wettbewerb zwischen der EU und der Nato. Die Frage ist nicht Nato oder EU, sondern wie Europa sich selbst besser organisiert \u2013 auch gemeinsam mit Partnern wie Gro\u00dfbritannien, Norwegen oder der Ukraine. Was Europa derzeit am meisten schw\u00e4cht, ist die milit\u00e4rische Zersplitterung. Heute hat die EU 27 Armeen, 27 Verteidigungspolitiken und 27 Budgets. Stellen Sie sich einmal vor, dass in den USA jeder der 50 Bundesstaaten eine eigene Armee h\u00e4tte und es keine einheitliche Struktur auf Bundesebene g\u00e4be. W\u00e4ren sie dann eine milit\u00e4rische Supermacht? Auf keinen Fall. Und so wird auch Europas Sicherheit wachsen, wenn wir mehr Einheit schaffen.<\/p>\n<p>Mehr Interviews aus dem Angebot von Tagesspiegel Plus<a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/wissen\/starhistoriker-dipesh-chakrabarty-im-gesprach-wenn-man-darauf-wartet-dass-menschen-ihre-meinung-zum-klimawandel-andern-wartet-man-100-jahre-15324137.html?icid=topic-list_15336362___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" data-hydrate-fingerprint=\"09740a54944caac75fd2c0c63fd5c5df\" 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Ich habe allerdings keinen Zweifel, dass der amerikanische Nuklearschirm f\u00fcr Europa fortbesteht. Auf europ\u00e4ischer Ebene ist die Priorit\u00e4t klar: Bevor wir \u00fcber eine europ\u00e4ische nukleare Abschreckung sprechen, m\u00fcssen wir zuerst unsere konventionellen F\u00e4higkeiten st\u00e4rker einen. Wenn wir nicht lernen, die Verteidigung in Europa grunds\u00e4tzlich gemeinsam zu denken, werden wir weder bei konventionellen noch bei nuklearen Fragen zu tragf\u00e4higen L\u00f6sungen kommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Herr Kubilius, Sie sind der erste Verteidigungskommissar in der Geschichte der EU. 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