{"id":50483,"date":"2026-03-17T17:40:07","date_gmt":"2026-03-17T17:40:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/50483\/"},"modified":"2026-03-17T17:40:07","modified_gmt":"2026-03-17T17:40:07","slug":"nach-dem-iran-krieg-will-sich-trump-kuba-unter-den-nagel-reissen-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/50483\/","title":{"rendered":"Nach dem Iran-Krieg will sich Trump Kuba unter den Nagel rei\u00dfen \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Wenn Donald <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/donald-trump\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" dem=\"\" iran-krieg=\"\" will=\"\" sich=\"\" trump=\"\" kuba=\"\" unter=\"\" den=\"\" nagel=\"\" rei=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Trump<\/a> \u00fcber Kuba spricht, dann bricht in ihm der Tycoon durch. Als h\u00e4tte er sich gerade das Baurecht in einem Naturschutzgebiet gesichert, verk\u00fcndete der US-Pr\u00e4sident im Oval Office: \u201eIch kann mit der Insel machen, was ich will.\u201c Es sei ihm eine gro\u00dfe Ehre, \u201eKuba \u00fcbernehmen zu k\u00f6nnen\u201c. Als w\u00e4re die gr\u00f6\u00dfte Karibikinsel mit ihren 110.000 Quadratkilometern eine Art Feriengel\u00e4nde und Trump der Boss der Tourismusgesellschaft.<\/p>\n<p>Trump begr\u00fcndete seine Zuversicht mit der Diagnose, dass Kuba wirtschaftlich am Ende sei und bar aller Reserven vor dem Kollaps stehe. Beobachter sehen darin, dass Trump offenbar auch f\u00fcr Kuba eine L\u00f6sung plant wie in Venezuela: die \u00dcbernahme einer sozialistischen Volkswirtschaft, nicht durch Absetzung ihrer Eliten, sondern durch die Umpolung weg von China und Russland und hin zu den USA. <\/p>\n<p>Die F\u00fchrungsrolle in dieser Volte, die in Caracas die vormalige Vizepr\u00e4sidentin <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/delcy-rodriguez\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" dem=\"\" iran-krieg=\"\" will=\"\" sich=\"\" trump=\"\" kuba=\"\" unter=\"\" den=\"\" nagel=\"\" rei=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Delcy Rodr\u00edguez<\/a> \u00fcbernommen hat, haben Trump und <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/marco-rubio\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" dem=\"\" iran-krieg=\"\" will=\"\" sich=\"\" trump=\"\" kuba=\"\" unter=\"\" den=\"\" nagel=\"\" rei=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Marco Rubio<\/a>, sein Au\u00dfenminister, Ra\u00fal Guillermo Rodr\u00edguez Castro zugedacht. Der 41-J\u00e4hrige ist der Enkel des Ex-Diktators <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/raul-castro\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" dem=\"\" iran-krieg=\"\" will=\"\" sich=\"\" trump=\"\" kuba=\"\" unter=\"\" den=\"\" nagel=\"\" rei=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ra\u00fal Castro<\/a>. <\/p>\n<p>Auch wenn Kuba keine enormen \u00d6lreserven besitzt, ist es f\u00fcr Donald Trump und wohl auch f\u00fcr seine Wahlkampf-Financiers wirtschaftlich und strategisch relevant. Es locken die N\u00e4he zu Florida, unerschlossene Traumstr\u00e4nde f\u00fcr Tourismus- und Immobilienprojekte, eine schwer renovierungsbed\u00fcrftige Hauptstadt sowie modernisierbare H\u00e4fen. Weiters reizen erhebliche Vorkommen an den kritischen Metallen Nickel und Kobalt sowie die M\u00f6glichkeit, Chinas und Russlands Einfluss zur\u00fcckzudr\u00e4ngen. Zudem k\u00f6nnten die USA Hunderttausende Kubaner abschieben. Seit 2020 hat Kuba mehr als eine Million Menschen durch Flucht verloren, vor allem gut Ausgebildete und Junge.<\/p>\n<p>Dass der bef\u00fcrchtete totale Zusammenbruch bisher ausblieb, lag vor allem an den diskreten Verhandlungen mit den USA. Zentraler Schauplatz war Ende Februar die Konferenz der Karibik-Staaten auf St. Kitts und Nevis, die Marco Rubio f\u00fcr Gespr\u00e4che auf Regierungsebene nutzte. Sein Ziel: ein geordneter Machtwechsel in Havanna, bei dem der h\u00f6lzerne Pr\u00e4sident <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/miguel-diaz-canel\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" dem=\"\" iran-krieg=\"\" will=\"\" sich=\"\" trump=\"\" kuba=\"\" unter=\"\" den=\"\" nagel=\"\" rei=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Miguel D\u00edaz-Canel<\/a> abtreten soll. Im Gegenzug soll das US-Embargo nach 60 Jahren fallen.<\/p>\n<p>Dabei tauchte ein Name auf: Ra\u00fal Guillermo Rodr\u00edguez Castro, intern oft \u201eRaulito\u201c oder \u201eEl Cangrejo\u201c (\u201eDie Krabbe\u201c) genannt, ist Vertrauter des Revolutionsf\u00fchrers Ra\u00fal Castro. Ohne offizielles Amt gilt der Offizier als zentraler Mittelsmann zwischen der alten Garde und Washington. Er entstammt dem innersten Machtkomplex aus Familie, Milit\u00e4r und Staatswirtschaft: Sein Vater kontrollierte mit dem Milit\u00e4rkonglomerat Gaesa zentrale Teile der kubanischen Wirtschaft, vor allem der devisentr\u00e4chtigen. <\/p>\n<p>Als langj\u00e4hriger Sicherheitschef seines Gro\u00dfvaters kontrolliert \u201eRaulito\u201c den unmittelbaren Zugang zum eigentlichen Machtzentrum \u2013 und damit, wer \u00fcberhaupt Einfluss aus\u00fcben kann. Diese Position im Schatten macht ihn f\u00fcr externe Akteure zum entscheidenden, aber schwer greifbaren Knotenpunkt der Macht. Rubio zielt offenbar darauf ab, Castros Enkel im Hintergrund zu positionieren, w\u00e4hrend nach au\u00dfen eine neue, dialogbereite F\u00fchrung pr\u00e4sentiert wird. Der Personalpoker vereitelt auch den Zusammenbruch. <\/p>\n<p>Um das Regime am Verhandlungstisch zu halten und eine unkontrollierte Massenflucht nach Florida zu vermeiden, blieben humanit\u00e4re Ventile offen. Trotz der US-Blockade erreichten geringe \u00d6llieferungen die Insel, vermutlich stillschweigend geduldet. Gleichzeitig konnten von China errichtete Solaranlagen das fragile Netz leicht stabilisieren.<\/p>\n<p>Dennoch bleibt die Lage in Kuba hochexplosiv. Zu Wochenbeginn fiel auf der gesamten Insel der Strom aus, am Freitagabend hatten Demonstranten in der Kleinstadt Mor\u00f3n ein Geb\u00e4ude der Kommunistischen Partei in Brand gesetzt.<\/p>\n<p>Im kubanischen Exil in Miami hat bereits die Venezuela-L\u00f6sung Emp\u00f6rung ausgel\u00f6st. Nun werfen viele Washington vor, aus geopolitischem Kalk\u00fcl ausgerechnet jene Machtstrukturen zu stabilisieren, die man jahrzehntelang bek\u00e4mpft habe. Am Ende k\u00f6nnte ein Deal stehen, der kosmetische Ver\u00e4nderungen bringt, aber die Castros an den Schalthebeln belie\u00dfe. F\u00fcr die Bev\u00f6lkerung bedeutet das weiter ein Leben am Existenzminimum, ohne politische Teilhabe \u2013 bis die Bautrupps aus Florida anr\u00fccken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wenn Donald Trump \u00fcber Kuba spricht, dann bricht in ihm der Tycoon durch. 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