{"id":50618,"date":"2026-03-17T19:03:08","date_gmt":"2026-03-17T19:03:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/50618\/"},"modified":"2026-03-17T19:03:08","modified_gmt":"2026-03-17T19:03:08","slug":"tigermuecke-in-graz-technik-und-sterile-muecken-2026-im-einsatz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/50618\/","title":{"rendered":"Tigerm\u00fccke in Graz &#8211; Technik und sterile M\u00fccken 2026 im Einsatz"},"content":{"rendered":"<p>        <a href=\"https:\/\/www.inside-graz.at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/tigermuecken-management-2026.jpg\" data-caption=\"Die Stadt Graz hat einen umfassenden Ma\u00dfnahmenplan 2026 zur Eind\u00e4mmung der Tigerm\u00fccke vorgestellt. Beim Pressegespr\u00e4ch  informierten Gesundheitsstadtrat Robert Krotzer, Dr.in Eva Winter und Erwin Wieser vom Gesundheitsamt, \u00fcber aktuelle Entwicklungen und die n\u00e4chsten Schritte. \u00a9 Foto Fischer \/ Stadt Graz\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" fetchpriority=\"high\" width=\"640\" height=\"427\" class=\"entry-thumb td-modal-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/tigermuecken-management-2026-640x427.jpg\"   alt=\"Tigerm\u00fccken Management\" title=\"Tigerm\u00fccken Management\"\/><\/a>Die Stadt Graz hat einen umfassenden Ma\u00dfnahmenplan 2026 zur Eind\u00e4mmung der Tigerm\u00fccke vorgestellt. Beim Pressegespr\u00e4ch  informierten Gesundheitsstadtrat Robert Krotzer, Dr.in Eva Winter und Erwin Wieser vom Gesundheitsamt, \u00fcber aktuelle Entwicklungen und die n\u00e4chsten Schritte. \u00a9 Foto Fischer \/ Stadt Graz<\/p>\n<p>Ein Abend auf der Terrasse. Ein Kaffee auf dem Balkon. Oder ein kurzer Aufenthalt im Garten. F\u00fcr viele Grazerinnen und Grazer geh\u00f6rt dazu inzwischen ein ungebetener Gast: die asiatische Tigerm\u00fccke.<\/p>\n<p>Sie ist klein, nahezu lautlos und sticht oft mehrfach. Viele Menschen bemerken sie erst, wenn der Juckreiz bereits da ist.<\/p>\n<p>Gesundheitsstadtrat Robert Krotzer beschreibt die Situation deutlich:<\/p>\n<p>Die Tigerm\u00fccke ist bekanntlich ja nicht nur ein Plagegeist, der uns mitunter den Sommer verleidet und wo wir viele Berichte aus der Grazer Bev\u00f6lkerung haben, gerade auch von Familien, die sagen: Es ist eigentlich nur schwer auszuhalten auf der Terrasse, am Balkon im gr\u00fcnen Bereich. Sondern sie ist auch potenziell gesundheitsgef\u00e4hrdend.<\/p>\n<p>Die Stadt Graz reagiert deshalb mit einem umfangreichen Ma\u00dfnahmenpaket f\u00fcr das Jahr 2026. Ziel ist es, die Ausbreitung der Tigerm\u00fccke einzud\u00e4mmen und gleichzeitig auf chemische Bek\u00e4mpfungsmittel zu verzichten.<\/p>\n<p>Wie die Tigerm\u00fccke nach Graz kam<\/p>\n<p>Die Geschichte der Tigerm\u00fccke in Graz begann vor wenigen Jahren.<\/p>\n<p>Gesundheitsamtsleiterin Eva Winter erinnert sich an den Moment, als die Stadt erstmals \u00fcber das Problem informiert wurde:<\/p>\n<p>Die gemeinsame Geschichte von Tigerm\u00fccke und der Stadt Graz hat begonnen 2021 mit dem lapidaren Anruf von der AGES in Wien, die uns freudestrahlend verk\u00fcndet hat, dass wir sozusagen die ersten sind, die wirklich sehr etabliert die M\u00fcckenpopulation haben.<\/p>\n<p>Damals war die Tragweite der Entwicklung noch unklar.<\/p>\n<p>Zu dem Zeitpunkt habe ich keine Ahnung gehabt, was das bedeutet, was diese Viecher \u00fcberhaupt sind. Was das f\u00fcr Konsequenzen nach sich zieht, war vollkommen unbekannt.<\/p>\n<p>Inzwischen ist klar: Die <a href=\"https:\/\/www.inside-graz.at\/videos\/tigermuecke-in-graz.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Tigerm\u00fccke hat sich in mehreren Grazer Stadtteilen etabliert<\/a>. Die invasive Art stammt urspr\u00fcnglich aus S\u00fcdostasien und verbreitete sich weltweit \u00fcber Transporte und Reisen. In St\u00e4dten findet sie ideale Lebensbedingungen. Schon kleinste Wasseransammlungen reichen aus, damit sich neue M\u00fccken entwickeln.<\/p>\n<p>Auf Spurensuche in Grazer G\u00e4rten<\/p>\n<p>Besonders intensiv besch\u00e4ftigt sich Erwin Wieser, Leiter des strategischen Infektionsschutzes der Stadt Graz, mit der Tigerm\u00fccke. Gemeinsam mit seinem Team ist er regelm\u00e4\u00dfig in Grazer G\u00e4rten unterwegs.<\/p>\n<p>Dabei zeigt sich immer wieder das gleiche Problem: Viele Brutst\u00e4tten sind kaum sichtbar.<\/p>\n<p>Die meisten Personen erkennen das nicht als solches, weil es wirklich Kleinstwasserstellen sind, die die M\u00fccke da aufsucht f\u00fcr die Eiablage. Die muss man erkennen, die muss man beseitigen.<\/p>\n<p>Oft reicht bereits ein kleiner Wasserrest. Ein Blumentopfuntersetzer, eine Gie\u00dfkanne oder eine Regentonne k\u00f6nnen zur Brutst\u00e4tte werden.<\/p>\n<p>Ein wichtiger Teil der Arbeit sind deshalb Hausbesuche und Beratungen direkt vor Ort. Doch genau das gestaltet sich manchmal schwierig. \u27a1\ufe0f <a href=\"https:\/\/www.inside-graz.at\/videos\/tigermuecke-in-graz.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Sieh dir hier unser Video von seinem Vortrag an<\/a>.<\/p>\n<p>Die wesentlichste Botschaft ist die Bereitschaft zur offenen Gartent\u00fcr. Das muss transportiert werden, weil das ist nicht immer so einfach. Man wird hin gerufen und dann steht man vor verschlossenen T\u00fcren.<\/p>\n<p>Wenn das Team keinen Zugang bekommt, bleibt h\u00e4ufig nur eine Postwurfsendung mit Informationen zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Technik gegen Brutst\u00e4tten im Kanal<\/p>\n<p>Neben Kontrollen in privaten G\u00e4rten setzt Graz zunehmend auf technische L\u00f6sungen im \u00f6ffentlichen Raum. Ein Fokus liegt dabei auf Regeneinl\u00e4ufen und Kanaldeckeln.<\/p>\n<p>In diesen Sch\u00e4chten sammelt sich h\u00e4ufig Wasser. Genau dort k\u00f6nnen Tigerm\u00fccken ihre Eier ablegen.<\/p>\n<p>Deshalb testet die Stadt 2026 ein neues System namens ZikaSeal. Dabei handelt es sich um einen mechanischen Verschluss f\u00fcr Regeneinl\u00e4ufe. Der Zugang zum Schacht bleibt normalerweise geschlossen, sodass M\u00fccken nicht hineinfliegen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Sammelt sich bei Regen Wasser im Kanal, \u00f6ffnet sich der Verschluss automatisch f\u00fcr kurze Zeit. Das Wasser kann abflie\u00dfen, danach schlie\u00dft sich das System wieder.<\/p>\n<p>Die Konstruktion funktioniert \u00e4hnlich wie ein Ventil und soll verhindern, dass Kanalsch\u00e4chte langfristig als Brutst\u00e4tten dienen.<\/p>\n<p>Biologische Bek\u00e4mpfung statt Chemie<\/p>\n<p>Parallel dazu setzt die Stadt auf biologische Methoden. Besonders wichtig ist dabei der Wirkstoff BTI.<\/p>\n<p>Dabei handelt es sich um ein nat\u00fcrlich vorkommendes Bodenbakterium, das gezielt M\u00fcckenlarven abt\u00f6tet. F\u00fcr Menschen, Haustiere und andere Tiere gilt der Wirkstoff als ungef\u00e4hrlich.<\/p>\n<p>Der Wirkstoff wird regelm\u00e4\u00dfig in Regeneinl\u00e4ufen oder anderen Wasserstellen eingesetzt, in denen sich Larven entwickeln k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Sterile M\u00e4nnchen gegen die Vermehrung<\/p>\n<p>Ein weiterer zentraler Baustein der Strategie ist die sogenannte Sterile-Insekten-Technik. Dabei werden m\u00e4nnliche Tigerm\u00fccken sterilisiert und anschlie\u00dfend freigesetzt.<\/p>\n<p>Die Weibchen paaren sich mit diesen M\u00e4nnchen. Aus den Eiern entstehen jedoch keine lebensf\u00e4higen Nachkommen. Dadurch sinkt die Population schrittweise.<\/p>\n<p>Ein <a href=\"https:\/\/www.inside-graz.at\/chronik\/sit-technik-gegen-tigermuecke.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Pilotprojekt im Sommer 2025 brachte erste Ergebnisse<\/a>. Rund 805.000 sterile Tigerm\u00fcckenm\u00e4nnchen wurden in einem Testgebiet freigesetzt. Die Zahl der weiblichen M\u00fccken ging dort deutlich zur\u00fcck und auch die Schlupfrate der Eier sank erheblich.<\/p>\n<p>F\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.inside-graz.at\/chronik\/tigermuecke-so-richtet-graz-strategie-fuer-2026-aus.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">2026 plant die Stadt eine deutliche Ausweitung dieser Methode<\/a>. Je nach Situation k\u00f6nnten zwischen sechs und acht Millionen sterile Tigerm\u00fcckenm\u00e4nnchen freigesetzt werden.<\/p>\n<p>Wichtig dabei: Die M\u00e4nnchen stechen nicht, denn nur weibliche M\u00fccken ben\u00f6tigen Blut.<\/p>\n<p>Ohne Mithilfe der Bev\u00f6lkerung geht es nicht<\/p>\n<p>Trotz Technik und biologischer Methoden bleibt ein Faktor entscheidend: die Grazerinnen und Grazer selbst.<\/p>\n<p>Gesundheitsstadtrat Robert Krotzer betont:<\/p>\n<p>So dick kann das Ma\u00dfnahmenb\u00fcndel sein, so kreativ kann das Gesundheitsamt gar nicht sein und so viel Mittel k\u00f6nnen wir gar nicht einsetzen, dass wir nicht nach wie vor auf die Mithilfe und Unterst\u00fctzung der Bev\u00f6lkerung angewiesen sind.<\/p>\n<p>Der wichtigste Schritt ist dabei oft der einfachste. Wasseransammlungen im eigenen Umfeld vermeiden.<\/p>\n<p>Denn h\u00e4ufig beginnt das Problem nicht im Park oder auf der Stra\u00dfe, sondern direkt im eigenen Garten.<\/p>\n<p>Ganz verschwinden wird die Tigerm\u00fccke aus Graz vermutlich nicht mehr. Ziel der Ma\u00dfnahmen ist es deshalb, ihre Ausbreitung so weit wie m\u00f6glich einzud\u00e4mmen.<\/p>\n<p>F\u00fcr Erwin Wieser ist entscheidend, fr\u00fch zu handeln:<\/p>\n<p>Wenn man da wirklich rechtzeitig unterwegs ist und das intensiv macht, dann gibt es wirklich eine Chance, dass man diese massive Ausbreitung unterdr\u00fccken kann.<\/p>\n<p>Damit das gelingt, m\u00fcssen Technik, Forschung und Bev\u00f6lkerung zusammenarbeiten. Nur so l\u00e4sst sich die Tigerm\u00fccke langfristig in Schach halten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Stadt Graz hat einen umfassenden Ma\u00dfnahmenplan 2026 zur Eind\u00e4mmung der Tigerm\u00fccke vorgestellt. 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