{"id":51177,"date":"2026-03-18T02:01:12","date_gmt":"2026-03-18T02:01:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/51177\/"},"modified":"2026-03-18T02:01:12","modified_gmt":"2026-03-18T02:01:12","slug":"wasserstoffatmosphaeren-koennten-exomonde-ueber-milliarden-jahre-warmhalten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/51177\/","title":{"rendered":"Wasserstoffatmosph\u00e4ren k\u00f6nnten Exomonde \u00fcber Milliarden Jahre warmhalten"},"content":{"rendered":"<p> <img decoding=\"async\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/leben-ohne-sonne-wasserstoffatmospharen-konnten-exomonde-uber-milliarden-jahre-warmhalten-1773602883.png\"  width=\"768\" height=\"432\" alt=\"K\u00fcnstlerische Darstellung eines freifliegenden Planeten und seines Mondes (KI-generiert). Bild: David Dahlb\u00fcdding\" title=\"K\u00fcnstlerische Darstellung eines freifliegenden Planeten und seines Mondes (KI-generiert).\"\/>K\u00fcnstlerische Darstellung eines freifliegenden Planeten und seines Mondes (KI-generiert). Bild: David Dahlb\u00fcdding   <img decoding=\"async\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/lisa-seyde.jpg\" alt=\"Lisa Seyde\" width=\"40\" height=\"40\"\/>    <a class=\"nombre text-hv\" href=\"https:\/\/www.daswetter.com\/autor\/lisa-seyde\/\" title=\"Lisa Seyde\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Lisa Seyde<\/a>     17.03.2026 &#8211; 11:11 Uhr   6 min   <\/p>\n<p>Fl\u00fcssiges Wasser gilt als eine der wichtigsten Voraussetzungen f\u00fcr die Entstehung von Leben. Bisher jedoch konzentrierte sich die Suche nach bewohnbaren Welten vor allem auf Planeten in der habitablen Zone um Sterne herum. Doch neuere Forschung deutet nun darauf hin, dass lebensfreundliche Umgebungen auch v\u00f6llig unabh\u00e4ngig von einem Stern existieren k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Exomonde bzw. extrasolare Monde sind Monde, die nicht unserem Sonnensystem angeh\u00f6ren. Sie umkreisen Exoplaneten. Bisher konnte zwar noch kein Exomond zweifelsfrei nachgewiesen werden, es wird aber angenommen, dass auch diese Himmelsk\u00f6rper lebensfreundliche Bedingungen aufweisen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ein Team des Exzellenzclusters ORIGINS an der Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t M\u00fcnchen sowie des Max-Planck-Instituts f\u00fcr extraterrestrische Physik (MPE) hat untersucht, unter welchen Bedingungen solche Welten entstehen k\u00f6nnen. Dabei kam heraus, dass Monde freifliegender Planeten \u00fcber erstaunlich lange Zeitr\u00e4ume stabile Ozeane besitzen k\u00f6nnten. Die Ergebnisse wurden in den Monthly Notices of the Royal Astronomical Society ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p><a class=\"imagen \" href=\"https:\/\/www.daswetter.com\/nachrichten\/astronomie\/durchbruch-bei-exoplaneten-neue-theorie-macht-ferne-atmospharen-besser-lesbar.html\" title=\"Durchbruch bei Exoplaneten: Neue Theorie macht ferne Atmosph\u00e4ren besser lesbar\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"low\" class=\"lazy img-body non-editable\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/durchbruch-bei-exoplaneten-neue-theorie-macht-ferne-atmospharen-besser-lesbar-1770200002367_320.jpg\"  width=\"320\" height=\"225\"\/><\/a><\/p>\n<p>Den Berechnungen zufolge k\u00f6nnten solche Monde ihr Wasser bis zu 4,3 Milliarden Jahre lang in fl\u00fcssiger Form halten \u2013 also fast so lange, wie es die Erde gibt. Die Zeitspanne w\u00fcrde theoretisch ausreichen, damit sich auch komplexe Lebensformen entwickeln.<\/p>\n<p>Wie kosmische Nomaden entstehen<\/p>\n<p>In den fr\u00fchen Phasen der Planetenbildung verlaufen viele Prozesse turbulent. Junge Planeten bewegen sich auf instabilen Bahnen und k\u00f6nnen einander durch gravitative Wechselwirkungen aus dem System schleudern. Zur\u00fcck bleiben sogenannte freifliegende Planeten. <\/p>\n<p>Freifliegende Planeten, auch Free-Floating Planets (FFP) genannt, treiben ohne Bindung an einen Stern durch den interstellaren Raum.<\/p>\n<p>Fr\u00fchere Untersuchungen der LMU-Physikerin Dr. Giulia Roccetti hatten bereits gezeigt, dass ausgesto\u00dfene Gasriesen nicht zwangsl\u00e4ufig ihre gesamten Mondsysteme verlieren. Einige Monde k\u00f6nnen demnach weiterhin auf stabilen Umlaufbahnen um ihren Planeten kreisen.<\/p>\n<p>Gezeitenkr\u00e4fte als W\u00e4rmequelle<\/p>\n<p>Der Aussto\u00df aus dem urspr\u00fcnglichen Planetensystem ver\u00e4ndert allerdings die Bahnen der verbleibenden Monde. Ihre Umlaufbahnen werden h\u00e4ufig stark elliptisch, sodass sich ihr Abstand zum Planeten st\u00e4ndig ver\u00e4ndert. <\/p>\n<p><a class=\"imagen \" href=\"https:\/\/www.daswetter.com\/nachrichten\/astronomie\/der-exoplanet-wachst-mit-einer-geschwindigkeit-von-6-milliarden-tonnen-pro-sekunde.html\" title=\"Der Exoplanet w\u00e4chst mit einer Geschwindigkeit von 6 Milliarden Tonnen pro Sekunde\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"low\" class=\"lazy img-body non-editable\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/exoplaneta-esta-crescendo-a-uma-velocidade-de-6-bilhoes-de-toneladas-por-segundo-1759689736669_320.p.png\"  width=\"320\" height=\"225\"\/><\/a><\/p>\n<p>Die wechselnden Entfernungen f\u00fchren zu intensiven Gezeitenkr\u00e4ften. Der Mondk\u00f6rper wird dabei rhythmisch verformt, sein Inneres zusammengepresst und wieder gedehnt. Durch die dabei entstehende Reibung wird W\u00e4rme freigesetzt \u2013 ein Vorgang, der als Gezeitenheizung bezeichnet wird. Die dabei entstehende Energie kann ausreichen, um fl\u00fcssige Ozeane auf der Oberfl\u00e4che zu erhalten, selbst in der extremen K\u00e4lte des interstellaren Raums.<\/p>\n<p>Wasserstoff statt Kohlendioxid<\/p>\n<p>Ob diese W\u00e4rme tats\u00e4chlich an der Oberfl\u00e4che bleibt, h\u00e4ngt entscheidend von der Atmosph\u00e4re des Mondes ab. Auf der Erde sorgt Kohlendioxid als Treibhausgas daf\u00fcr, dass W\u00e4rme in der Atmosph\u00e4re gehalten wird.<\/p>\n<p>Fr\u00fchere Studien hatten gezeigt, dass CO\u2082 auch auf Exomonden lebensfreundliche Bedingungen \u00fcber Zeitr\u00e4ume von bis zu 1,6 Milliarden Jahren stabilisieren k\u00f6nnte. <\/p>\n<p>Unter den extrem niedrigen Temperaturen freifliegender Systeme w\u00fcrde Kohlendioxid jedoch kondensieren. Die Atmosph\u00e4re w\u00fcrde dadurch ihre isolierende Wirkung verlieren und W\u00e4rme k\u00f6nnte ins All entweichen. Deshalb untersuchten die Forschenden alternative atmosph\u00e4rische Zusammensetzungen.<\/p>\n<p>Kollidierende Molek\u00fcle speichern W\u00e4rme<\/p>\n<p>Im Mittelpunkt der neuen Studie stehen wasserstoffreiche Atmosph\u00e4ren. Molekularer Wasserstoff l\u00e4sst Infrarotstrahlung normalerweise weitgehend passieren und gilt daher nicht als klassisches Treibhausgas.<\/p>\n<p><a class=\"imagen \" href=\"https:\/\/www.daswetter.com\/nachrichten\/astronomie\/warum-das-james-webb-weltraumteleskop-eine-methode-aus-dem-13-jahrhundert-nutzt-um-exoplaneten-zu-entdecken.html\" title=\"Warum das James-Webb-Weltraumteleskop eine Methode aus dem 13. Jahrhundert nutzt, um Exoplaneten zu entdecken\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"low\" class=\"lazy img-body non-editable\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/how-the-james-webb-space-telescope-uses-a-13th-century-friar-s-method-to-spot-exoplanets-17643169337.jpeg\"  width=\"320\" height=\"225\"\/><\/a><\/p>\n<p>Unter hohem Druck tritt jedoch ein physikalischer Effekt auf, der als kollisionsinduzierte Absorption bekannt ist. Dabei bilden zusammensto\u00dfende Wasserstoffmolek\u00fcle kurzzeitig komplexe Strukturen, die W\u00e4rmestrahlung aufnehmen k\u00f6nnen. Auf diese Weise bleibt W\u00e4rme in der Atmosph\u00e4re gespeichert. Ein weiterer Vorteil ist, dass Wasserstoff selbst bei extrem niedrigen Temperaturen stabil bleibt.<\/p>\n<p>Urspr\u00fcnge des Lebens entdeckt?<\/p>\n<p>Anhand der Ergebnisse l\u00e4sst sich auch die Entstehung von Leben neu erforschen. \u201eDie Zusammenarbeit mit dem Team von Prof. Braun hat uns geholfen zu erkennen, dass die Wiege des Lebens nicht unbedingt eine Sonne ben\u00f6tigt\u201c, sagt David Dahlb\u00fcdding, Doktorand an der LMU und Erstautor der Studie.<\/p>\n<p>Wir haben eine klare Verbindung zwischen diesen fernen Monden und der fr\u00fchen Erde entdeckt, wo hohe Wasserstoffkonzentrationen durch Asteroideneinschl\u00e4ge die Voraussetzungen f\u00fcr Leben geschaffen haben k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Gezeitenkr\u00e4fte k\u00f6nnten dabei nicht nur W\u00e4rme liefern, sondern auch chemische Prozesse antreiben. Die periodische Verformung eines Mondes kann zu lokalen Nass-Trocken-Zyklen f\u00fchren, bei denen Wasser verdunstet und sp\u00e4ter wieder kondensiert.<\/p>\n<p>Auf der Suche nach Leben<\/p>\n<p>Solche Zyklen werden als wichtige Voraussetzung f\u00fcr die Bildung komplexer Molek\u00fcle angesehen. Daher k\u00f6nnten sie einen entscheidenden Zwischenschritt zur Entstehung von Leben darstellen.<\/p>\n<p>Freifliegende Planeten gelten zudem als sehr h\u00e4ufig. Sch\u00e4tzungen zufolge k\u00f6nnte es in der Milchstra\u00dfe mindestens ebenso viele dieser kosmischen Nomaden geben wie Sterne.<\/p>\n<p>Sollten Monde freifliegender Planeten tats\u00e4chlich \u00fcber Milliarden Jahre hinweg stabile Ozeane besitzen, w\u00fcrde sich das m\u00f6gliche Spektrum lebensfreundlicher Umgebungen erheblich erweitern. Leben k\u00f6nnte dann selbst in den dunkelsten Regionen unserer Galaxie entstehen, weit entfernt von jeder Sonne.<\/p>\n<p>Quellenhinweis:<\/p>\n<p>Dahlb\u00fcdding, D., Grassi, T., Molaverdikhani, K., Roccetti, G., Ercolano, B., Braun, D., &amp; Caselli, P. (2026): <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1093\/mnras\/stag243\" title=\"Habitability of Tidally Heated H2-Dominated Exomoons around Free-Floating Planets\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Habitability of Tidally Heated H2-Dominated Exomoons around Free-Floating Planets<\/a>. Monthly Notices of the Royal Astronomical Society.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"K\u00fcnstlerische Darstellung eines freifliegenden Planeten und seines Mondes (KI-generiert). 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