{"id":52141,"date":"2026-03-18T13:28:15","date_gmt":"2026-03-18T13:28:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/52141\/"},"modified":"2026-03-18T13:28:15","modified_gmt":"2026-03-18T13:28:15","slug":"bauern-rund-um-linz-im-stetigen-wandel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/52141\/","title":{"rendered":"Bauern rund um Linz im stetigen Wandel"},"content":{"rendered":"<p> LINZ. Die Landwirtschaft in und rund um Linz steht vor gro\u00dfen Herausforderungen: weniger Betriebe, steigende Kosten, mehr Wetterextreme und wachsender Druck auf landwirtschaftliche Fl\u00e4chen. Bezirksb\u00e4uerin Michaela Sommer spricht \u00fcber wirtschaftliche Zw\u00e4nge, neue Rollen f\u00fcr B\u00e4uerinnen \u2013 und warum Landwirtschaft f\u00fcr die Gesellschaft unverzichtbar bleibt. Die UNO hat f\u00fcr 2026 das Internationale Jahr der B\u00e4uerin ausgerufen. <\/p>\n<p>Die Landwirtschaft in Linz hat sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich ver\u00e4ndert. Im Jahr 2000 gab es noch 99 landwirtschaftliche Betriebe, im Jahr 2024 waren es nur noch 62. Auch die landwirtschaftlich genutzte Fl\u00e4che ist in diesem Zeitraum zur\u00fcckgegangen \u2013 von rund 1.770 auf etwa 1.536 Hektar. Der R\u00fcckgang zeigt, dass der Strukturwandel auch im st\u00e4dtisch gepr\u00e4gten Bezirk l\u00e4ngst Realit\u00e4t ist. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Biobetriebe zu: W\u00e4hrend im Jahr 2000 erst sechs H\u00f6fe biologisch wirtschafteten, waren es 2024 bereits 16. Die landwirtschaftlichen Fl\u00e4chen werden im Bezirk \u00fcberwiegend als Acker genutzt. Rund 1.108 Hektar entfallen derzeit auf Ackerfl\u00e4chen, etwa 425 Hektar auf Gr\u00fcnland.<\/p>\n<p>Schwierige Marktbedingungen<\/p>\n<p>F\u00fcr viele landwirtschaftliche Betriebe sind vor allem die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu einer gro\u00dfen Herausforderung geworden. \u201eDer wirtschaftliche Druck durch die hohen Betriebsmittelkosten \u2013 etwa bei den D\u00fcngemittelpreisen \u2013 und die niedrigen Preise f\u00fcr Getreide, Zucker oder Mais schmerzt in der Ackerbauregion nat\u00fcrlich enorm\u201c, erkl\u00e4rt Bezirksb\u00e4uerin Michaela Sommer. Hinzu komme, dass die Anforderungen an die landwirtschaftliche Produktion in \u00d6sterreich hoch seien. \u201eWir haben sehr strenge Auflagen \u2013 sowohl am Acker als auch im Tierbereich. Gleichzeitig sollen wir am freien Markt preislich mit Importen aus L\u00e4ndern mithalten, die wesentlich niedrigere Standards haben.\u201c Diese Situation f\u00fchre zu einem schwierigen Spannungsfeld. \u201eDer Konsument w\u00fcnscht sich beste Qualit\u00e4tsstandards zu niedrigsten Preisen. Das ist so einfach nicht machbar.\u201c<\/p>\n<p>B\u00e4uerinnen pr\u00e4gen die Entwicklung der H\u00f6fe<\/p>\n<p>Auch innerhalb der landwirtschaftlichen Betriebe hat sich in den vergangenen Jahren vieles ver\u00e4ndert. Besonders deutlich zeigt sich das in der Rolle der Frauen. \u201eDie Rolle der B\u00e4uerin auf dem Hof war schon immer eine sehr wichtige\u201c, sagt Sommer. Fr\u00fcher sei sie vor allem f\u00fcr den gro\u00dfen Haushalt und f\u00fcr den Stall zust\u00e4ndig gewesen \u2013 gerade auf H\u00f6fen, auf denen noch Gesinde mitarbeitete. Heute habe sich das Aufgabengebiet deutlich erweitert. \u201eAuch heute ist die B\u00e4uerin die Seele des Betriebes. Je nach Wirtschaftsweise ist sie weiterhin stark in der landwirtschaftlichen Arbeit eingebunden oder sie geht zus\u00e4tzlich einem au\u00dferlandwirtschaftlichen Beruf nach.\u201c Immer h\u00e4ufiger \u00fcbernehmen Frauen auch selbst die F\u00fchrung von landwirtschaftlichen Betrieben. \u201eHeute wird rund ein Viertel der H\u00f6fe von einer Frau gef\u00fchrt\u201c, sagt Sommer. Dar\u00fcber hinaus seien es oft B\u00e4uerinnen, die neue Ideen, Betriebszweige und Innovationen vorantreiben.<\/p>\n<p>Neue Herausforderungen<\/p>\n<p>Neben wirtschaftlichen Fragen macht sich auch der Klimawandel immer st\u00e4rker bemerkbar. Landwirte seien besonders stark von Wetter und Natur abh\u00e4ngig, betont Sommer. \u201eExtremwetterereignisse wie Sturm, Hagel, Starkregen oder D\u00fcrre treffen uns nat\u00fcrlich sehr und f\u00fchren immer wieder zu Ernteausf\u00e4llen.\u201c St\u00fcrme k\u00f6nnten nicht nur im Wald gro\u00dfe Sch\u00e4den verursachen, sondern auch auf den Feldern. \u201eIn den letzten Jahren hat Sturm sogar Maisfl\u00e4chen flachgelegt.\u201c Viele Betriebe versuchten, sich durch Versicherungen abzusichern. \u201eWir sind zwar so weit wie m\u00f6glich versichert, aber der finanzielle Schaden wird dadurch trotzdem nicht v\u00f6llig ausgeglichen.\u201c<\/p>\n<p>Agrar-Fl\u00e4chen unter Druck<\/p>\n<p>Gerade rund um eine Stadt wie Linz geraten landwirtschaftliche Fl\u00e4chen zunehmend unter Druck. Der Bedarf an Baugrundst\u00fccken w\u00e4chst, w\u00e4hrend landwirtschaftliche Fl\u00e4chen begrenzt sind. \u201eIm Speckg\u00fcrtel einer Stadt ist der Wunsch nach Baufl\u00e4che nat\u00fcrlich h\u00f6her\u201c, sagt Sommer. Solange Neubauten wirtschaftlich attraktiver seien als die Nutzung bestehender Geb\u00e4ude oder Leerst\u00e4nde, werde sich daran wenig \u00e4ndern. Sie sieht hier ein grundlegendes gesellschaftliches Thema: \u201eHier ist ein generelles Umdenken notwendig. Dem Lippenbekenntnis zum Ressourcenschonen m\u00fcssen auch Taten folgen \u2013 von allen Beteiligten.\u201c<\/p>\n<p>Ein Beruf mit Verantwortung<\/p>\n<p>Trotz aller Herausforderungen beschreibt Sommer die Arbeit in der Landwirtschaft als erf\u00fcllend. Sie selbst war zw\u00f6lf Jahre in einem au\u00dferlandwirtschaftlichen Beruf t\u00e4tig und kennt daher beide Seiten. \u201eMein damaliger Beruf hat mir wirklich Spa\u00df gemacht. Aber f\u00fcr mich ist der sch\u00f6nste Beruf trotzdem B\u00e4uerin\u201c, sagt sie.<\/p>\n<p>Besonders pr\u00e4gend sei eine Erinnerung aus ihrer Jugend gewesen. \u201eAls ich zum ersten Mal Weizen s\u00e4en durfte, hat mein Vater zu mir gesagt: Sei dir bewusst \u2013 du sorgst daf\u00fcr, dass das Getreide w\u00e4chst, damit viele Menschen etwas zu essen haben.\u201c Dieser Satz stehe f\u00fcr sie bis heute f\u00fcr die Bedeutung der Landwirtschaft. \u201eBrot hat heute vielleicht nicht mehr die gleiche Bedeutung wie fr\u00fcher. Aber es zeigt, wie wichtig unsere Arbeit ist. Schlie\u00dflich geht es um unser t\u00e4gliches Essen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"LINZ. 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