{"id":52543,"date":"2026-03-18T17:32:07","date_gmt":"2026-03-18T17:32:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/52543\/"},"modified":"2026-03-18T17:32:07","modified_gmt":"2026-03-18T17:32:07","slug":"europas-vorstoss-zur-rettung-der-startups-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/52543\/","title":{"rendered":"Europas Vorsto\u00df zur Rettung der Startups \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Eine Firma ohne Notar, ohne einen Cent Stammkapital und ohne einen einzigen Amtsweg gegen eine Geb\u00fchr von maximal 100 Euro binnen 48 Stunden gr\u00fcnden: Die Sorge, im globalen Wettstreit zwischen den USA und China zerrieben zu werden, hat die <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/eu-kommission\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" inc.:=\"\" europas=\"\" vorsto=\"\" zur=\"\" rettung=\"\" der=\"\" startups=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Europ\u00e4ische Kommission<\/a> am Tag vor einem <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/eu\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" inc.:=\"\" europas=\"\" vorsto=\"\" zur=\"\" rettung=\"\" der=\"\" startups=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">EU<\/a>-Gipfel, bei dem es um dieses Problem geht, zu einem Gesetzesvorschlag angespornt, der noch vor wenigen Jahren wie pure Science-Fiction geklungen h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Per Verordnung soll eine neue Rechtsform f\u00fcr Unternehmen mit beschr\u00e4nkter Haftung geschaffen werden, die nur einen Gr\u00fcndungsakt in einem Mitgliedstaat erfordert, um in allen Mitgliedstaaten rechtlich anerkannt zu werden. Dokumente sollen nur dann in andere Amtssprachen \u00fcbersetzt werden m\u00fcssen, wenn die Beh\u00f6rden die darin enthaltenen Informationen nicht aus bestehenden Registern und Datenbanken beziehen k\u00f6nnen. Generell wird Finanzbeh\u00f6rden, Firmenbuchgerichten und der Sozialversicherung eine Holschuld auferlegt. Notariatsakte und beh\u00f6rdliche Dokumente sind nur dann beizubringen, wenn Beh\u00f6rden in anderen Mitgliedstaaten einen Verdacht gegen die Echtheit oder Herkunft der vom Gr\u00fcnder digital eingebrachten Unterlagen begr\u00fcnden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Zugleich wird die Gew\u00e4hrung von Aktienoptionen erleichtert, was wichtig ist, um innovationsfreudige Mitarbeiter f\u00fcr Start-ups gewinnen zu k\u00f6nnen. Auch die Abwehr von \u00dcbernahmen durch etablierte gr\u00f6\u00dfere Unternehmen, die rein der Beseitigung l\u00e4stiger Konkurrenz dienen (sogenannte \u201eKiller Acquisitions\u201c) wird erleichtert, indem \u201eEU Inc.\u201c-Gr\u00fcnder beispielsweise einfach Aktien mit Mehrfachstimmrechten kreieren k\u00f6nnen (und so die n\u00f6tigen Mehrheiten bewahren). <\/p>\n<p>\u201eEU Inc.\u201c nennt die Kommission diese 28. Unternehmensform, und damit ist ihre Inspiration offenkundig: Das Vorbild sind die ebenso schnell gegr\u00fcndeten wie im Misserfolgsfall beendeten amerikanischen Unternehmensrechtsformen f\u00fcr Start-Ups, allen voran jene im US-Gliedstaat Delaware. Vor 13 Jahren scheiterte der Versuch, eine \u201eEU-Privatgesellschaft\u201c zu schaffen. Die Kommission unter ihrem damaligen Pr\u00e4sidenten, <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/jose-manuel-barroso\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" inc.:=\"\" europas=\"\" vorsto=\"\" zur=\"\" rettung=\"\" der=\"\" startups=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Jos\u00e9 Manuel Barroso<\/a>, zog die Gesetzesvorlage mangels Erfolgsaussicht in Rat und <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/europaparlament\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" inc.:=\"\" europas=\"\" vorsto=\"\" zur=\"\" rettung=\"\" der=\"\" startups=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Europaparlament<\/a> zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Was hat sich seither ge\u00e4ndert? \u201eDer Hauptunterschied ist, dass der politische Wille heute da ist, diesen Vorschlag voranzutreiben\u201c, sagte EU-Justizkommissar Michael McGrath bei der Vorstellung des Verordnungsentwurfs. \u201eWir wissen, dass wir einen R\u00fcckstand bei der Innovation haben, eine Herausforderung bei der Wettbewerbsf\u00e4higkeit, und dass die H\u00fcrden im Binnenmarkt uns zur\u00fcckhalten.\u201c Der ehemalige irische Finanzminister bekr\u00e4ftigte auch, was Schwarz auf Wei\u00df im Gesetzesvorschlag steht, und Kommissionsbeamte vorab im Gespr\u00e4ch mit Journalisten festhielten: Geltende Arbeits-, Steuer- und Sozialrechte werde durch \u201eEU Inc.\u201c nicht ausgeh\u00f6hlt.<\/p>\n<p>Allerdings verleihen einige Aspekte dieses Vorschlags dem Argwohn der Gewerkschaften R\u00fcckenwind. Zum Beispiel k\u00fcndigt die Kommission in einer begleitenden Mitteilung ein Ma\u00dfnahmenpaket f\u00fcr faire Arbeitsmobilit\u00e4t an, in dem sie pr\u00fcft, ob Startups s\u00e4mtliche Mitarbeiter via Telearbeit besch\u00e4ftigen k\u00f6nnen. Diesfalls w\u00e4re es m\u00f6glich, eine EU Inc. in einem Land mit niedrigen Sozialversicherungsbeitr\u00e4gen zu registrieren, w\u00e4hrend die Mitarbeiter in anderen Mitgliedstaaten im Home Office arbeiten.<\/p>\n<p>Die neue Unternehmensform soll allen Gr\u00fcndern offenstehen, und ebenso bestehenden Unternehmen, falls eine Umgr\u00fcndung f\u00fcr sie sinnvoll erscheint. Einen wesentlichen Unterschied gibt es allerdings im Insolvenzfall. Hier sollen innovative Unternehmen bevorzugt werden, indem sie schneller aus einem Insolvenzverfahren kommen, n\u00e4mlich binnen h\u00f6chstens sechs Monaten. Die Idee dahinter: Die Kommission m\u00f6chte auch das (geordnete) Scheitern einfacher machen, um eines der Hemmnisse f\u00fcr Unternehmensgr\u00fcndungen zu verringern, n\u00e4mlich die Angst, nach einer Insolvenz dauerhaft aus dem Spiel zu sein.<\/p>\n<p>Doch was ist ein innovatives Unternehmen? In einer ebenfalls am Mittwoch ver\u00f6ffentlichten unverbindlichen Empfehlung definiert die Kommission dies so: entweder, die Forschungs- und Entwicklungsausgaben in den drei Jahren vor (Um-)Gr\u00fcndung betrugen mindestens zehn Prozent der Betriebskosten, oder f\u00fcnf Prozent des Umsatzes. Oder aber, das Unternehmen kann glaubhaft vorbringen, eine Innovation entwickelt zu haben, oder an so einer zu arbeiten, der das Risiko innewohnt, technologisch oder auf dem Markt zu scheitern.<\/p>\n<p>Der Vorschlag f\u00fcr EU Inc. f\u00fcgt sich in die Bem\u00fchungen, Europas Wettbewerbsf\u00e4higkeit deutlich und rasch zu erh\u00f6hen. Die Staats- und Regierungschefs werden dies bei ihrem Gipfeltreffen am Donnerstag in Br\u00fcssel diskutieren. <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/antonio-costa\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" inc.:=\"\" europas=\"\" vorsto=\"\" zur=\"\" rettung=\"\" der=\"\" startups=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ant\u00f3nio Costa<\/a>, der Pr\u00e4sident des <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/europaeischer-rat\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" inc.:=\"\" europas=\"\" vorsto=\"\" zur=\"\" rettung=\"\" der=\"\" startups=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Europ\u00e4ischen Rates<\/a>, m\u00f6chte nun die Grundsatzdebatte \u00fcber die Vollendung des Binnenmarktes bei der informellen Klausur im fl\u00e4mischen Alden Biesen vor einem Monat in konkrete politische Handlungsanweisungen gie\u00dfen. Allerdings ist zu bef\u00fcrchten, dass die Energiepreiskrise, der Krieg im Nahen Osten, und das ungarisch-slowakische Veto gegen den 90-Milliarden-Euro-Kredit f\u00fcr die Ukraine diese Themen vom Verhandlungstisch dr\u00e4ngen k\u00f6nnten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Eine Firma ohne Notar, ohne einen Cent Stammkapital und ohne einen einzigen Amtsweg gegen eine Geb\u00fchr von maximal&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":52544,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[12],"tags":[40,41,39,66,3641,65,64],"class_list":{"0":"post-52543","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-welt","8":"tag-nachrichten","9":"tag-news","10":"tag-schlagzeilen","11":"tag-welt","12":"tag-wettbewerbsfaehigkeit","13":"tag-world","14":"tag-world-news"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116251377301227314","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/52543","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=52543"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/52543\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/52544"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=52543"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=52543"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=52543"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}