{"id":53235,"date":"2026-03-19T03:56:15","date_gmt":"2026-03-19T03:56:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/53235\/"},"modified":"2026-03-19T03:56:15","modified_gmt":"2026-03-19T03:56:15","slug":"semperit-gewinn-2025-fast-komplett-weggeschmolzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/53235\/","title":{"rendered":"Semperit-Gewinn 2025 fast komplett weggeschmolzen"},"content":{"rendered":"<p>Am Mittwochvormittag kam dann ein freiwilliges \u00dcbernahmeangebot des Mehrheitsaktion\u00e4rs B&amp;C Holding \u00d6sterreich. Dieser m\u00f6chte s\u00e4mtliche ausstehende Aktien der Semperit \u00fcbernehmen, die rund 41,52 Prozent des Grundkapitals der Semperit entsprechen. Der Angebotspreis betr\u00e4gt 15,00 Euro je Aktie in bar, dies entspreche einer Pr\u00e4mie von rund 25 Prozent auf den Schlusskurs der Semperit-Aktie vom 17. M\u00e4rz 2026, teilte B&amp;C mit. Das Angebot unterliegt keiner Mindestannahmeschwelle, nur ein Kurseinbruch beim ATX um rund 50 Prozent vom aktuellen Wert innerhalb der Annahmefrist wird als aufschiebende Bedingung angef\u00fchrt. Die Annahmefrist wird &#8211; nach der Pr\u00fcfung durch die \u00dcbernahmekommission &#8211; mit der Ver\u00f6ffentlichung der Angebotsunterlagen beginnen und acht Wochen dauern, teilte die B&amp;C-Gruppe mit. Die B&amp;C-Gruppe h\u00e4lt derzeit rund 58,48 Prozent des Grundkapitals der Semperit.<\/p>\n<p>Das \u00dcbernahmeangebot der B&amp;C k\u00e4me wohl &#8222;f\u00fcr alle \u00fcberraschend&#8220;, sagte der Pr\u00e4sident des Interessenverbands f\u00fcr Anleger (IVA), Florian Beckermann, am Mittwoch zur APA. Es sei aber auch ein &#8222;Beleg daf\u00fcr, dass B&amp;C an die langj\u00e4hrigen Sanierungsbem\u00fchungen bei Semperit glaubt&#8220;. Der Markt reagierte am Mittwoch stark auf die Ank\u00fcndigung von B&amp;C, die Aktien schnalzten um knapp 24 Prozent nach oben.<\/p>\n<p>Der Umsatz von Semperit ging 2025 leicht um 2,1 Prozent auf 662,4 Mio. Euro zur\u00fcck. Das ausgewiesene Betriebsergebnis (EBIT) brach hingegen um knapp 27 Prozent auf 25,6 Mio. Euro ein. Belastet wurde das Ergebnis unter anderem durch Wertminderungen in H\u00f6he von 3,3 Mio. Euro auf den Kundenstock im Bereich Fl\u00fcssigsilikon (LSR). Zus\u00e4tzlich dr\u00fcckten negative W\u00e4hrungseffekte von 4,5 Mio. Euro infolge eines schw\u00e4cheren US-Dollars auf das Finanzergebnis.<\/p>\n<p>Um die finanzielle Basis f\u00fcr k\u00fcnftige Wachstums- und Innovationsprojekte zu st\u00e4rken, plant der Vorstand die Aussetzung der Dividende. F\u00fcr das Jahr 2024 waren noch 0,50 Euro je Aktie ausgesch\u00fcttet worden. Einen Lichtblick gab es beim operativen Ergebnis (EBITDA) vor Projektkosten: Dieses sank zwar um 3,2 Prozent auf 83,6 Mio. Euro, \u00fcbertraf damit aber die Erwartungen und die eigene Prognose. Im zweiten Halbjahr habe das Unternehmen zudem deutlich an operativer Dynamik gewonnen. &#8222;Das zweite Halbjahr hat klar gezeigt, welches operative Potenzial in Semperit steckt&#8220;, sagte Semperit-CEO Manfred Stanek am Mittwoch vor Journalisten. So steigerte Semperit die EBITDA-Marge von 9,6 Prozent auf 14,3 Prozent. Positiv entwickelte sich auch die Eigenkapitalquote, die von 47,2 Prozent auf 48,5 Prozent anstieg, merkte CFO Helmut Sorger dazu an.<\/p>\n<p>F\u00fcr das laufende Jahr 2026 rechnet das Management der Semperit mit einer R\u00fcckkehr auf den Wachstumskurs. Das operative EBITDA soll auf rund 95 Mio. Euro steigen und der Umsatz im h\u00f6heren einstelligen Prozentbereich zulegen. Der Iran-Krieg belaste derzeit das Unternehmen nicht, da Semperit f\u00fcr die ben\u00f6tigten Rohstoffe mehrere Lieferanten aus den verschiedensten Regionen habe, merkte CIO Gerfried Eder dazu an. Nur wenn der \u00d6lpreis f\u00fcr eine l\u00e4ngere Zeit deutlich steigen w\u00fcrde, h\u00e4tte dies einen signifikanten Einfluss auf die Materialkosten. Einen Wettbewerbsnachteil sieht Eder eher bei den Kosten f\u00fcr CO2-Zertifikate, die Anbieter aus China nicht einkalkulieren m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Auf Grund der Kostenstruktur profitiere der Gummi- und Kautschukkonzern \u00fcberproportional vom Umsatzwachstum, so Stanek, der auf die Entwicklung im Vorjahr verwies: Im ersten Quartal 2025 ging demnach der Umsatz gegen\u00fcber dem Vorjahreszeitraum um 14 Prozent auf 152 Mio. Euro zur\u00fcck, das EBITDA brach hingegen um 52 Prozent auf 11 Mio. Euro ein. Im vierten Quartal hingegen sorgte ein Umsatzplus von 5 Prozent auf 179 Mio. Euro f\u00fcr einen Anstieg des EBITDA um 31 Prozent.<\/p>\n<p>Mittelfristig &#8211; bis 2030 &#8211; peilt der Konzern ein organisches Wachstum auf 1 Mrd. Euro Umsatz an. Semperit will das Produktportfolio um den Bereich Defense erweitern, wobei es hier in erster Linie um Dual-Use-G\u00fcter gehen wird, etwa L\u00e4rmd\u00e4mmung f\u00fcr Generatoren, merkte Stanek dazu an. Hier sei man gerade dabei, Mitarbeiter zu rekrutieren. Aber auch Zuk\u00e4ufe k\u00f6nnten kommen. An M\u00f6glichkeiten mangle es nicht, merkte der CEO an, aber es m\u00fcsse auch der Preis passen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Am Mittwochvormittag kam dann ein freiwilliges \u00dcbernahmeangebot des Mehrheitsaktion\u00e4rs B&amp;C Holding \u00d6sterreich. 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