{"id":53370,"date":"2026-03-19T06:14:12","date_gmt":"2026-03-19T06:14:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/53370\/"},"modified":"2026-03-19T06:14:12","modified_gmt":"2026-03-19T06:14:12","slug":"der-boden-das-wichtigste-kapital-der-waelder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/53370\/","title":{"rendered":"Der Boden \u2013 das\u00a0wichtigste Kapital der W\u00e4lder"},"content":{"rendered":"<p class=\"teaser summary\">\n\t\t\tDer Waldboden war 2024 \u201eBoden des Jahres\u201c. Diese Auszeichnung soll seine zentrale Bedeutung f\u00fcr Wald, Klima und nachhaltige Forstwirtschaft bewusst machen.\t\t<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\t<a class=\"gallery-open-modal\" aria-label=\"Galerie \u00f6ffnen: \" title=\"Galerie \u00f6ffnen: \" href=\"https:\/\/ktn.lko.at\/javascript:;\" data-bs-toggle=\"modal\" data-img-index=\"0\" data-bs-target=\"#imglayer7673682\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"ext-jpg\" width=\"770\" height=\"385\" alt=\"Nadelwald_Boden-ID94826.jpg \u00a9 agrarfoto.com\" title=\"Nadelwald_Boden-ID94826.jpg \u00a9 agrarfoto.com\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/177383972005960.jpg\" \/><br \/>\n<\/a><\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\u00a9\u00a0agrarfoto.com<\/p>\n<p>Wer an Wald denkt, sieht meist B\u00e4ume, Kronen, Holzvorr\u00e4te und Zuw\u00e4chse. Doch das eigentliche Fundament des Waldes liegt tiefer. Rund 59\u00a0% aller weltweit vorkommenden Arten leben neuen Studien zufolge im Boden \u2013 und dennoch erhalten sie deutlich weniger Aufmerksamkeit als alles, was oberirdisch w\u00e4chst. Was man nicht sieht, wird oft nicht wahrgenommen. Dabei ist der Waldboden ein hochkomplexes, lebendiges System.<br \/>Von Bakterien, Pilzen und Algen \u00fcber Nematoden, Milben und Springschw\u00e4nze bis hin zu Regenw\u00fcrmern, K\u00e4fern und Spinnen reicht die Bandbreite der Bodenlebewesen. In einer Handvoll Walderde befinden sich mehr Lebewesen, als es Menschen auf der Erde gibt. Ein gesunder Waldboden von nur 1\u00a0m2 Fl\u00e4che und 30\u00a0cm Tiefe kann Billionen Bakterien, hunderttausende Milben und Fadenw\u00fcrmer sowie zahlreiche Insektenlarven, Regenw\u00fcrmer und Schnecken beherbergen. Diese Organismen sind keine Nebensache \u2013 sie sind die Motoren des N\u00e4hrstoffkreislaufs und Grundlage der Bodenfruchtbarkeit. Ohne gesunden Boden kein gesunder Wald. Der Waldboden ist das wichtigste Kapital der Forstwirtschaft. Er stellt Wasser und N\u00e4hrstoffe bereit, speichert Kohlenstoff, sch\u00fctzt vor Erosion, puffert Klima\u00adextreme ab und erm\u00f6glicht Humusbildung. Bemerkenswert ist, dass im Boden etwa genauso viel Kohlenstoff gespeichert ist wie im Holz der Waldb\u00e4ume.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\tTechnikeinsatz, Bodenschutz<\/p>\n<p>Das Bewusstsein f\u00fcr die Wichtigkeit des Waldbodens ist bei den Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern vorhanden. In der praktischen Bewirtschaftung stehen diesem Anliegen teilweise \u00f6konomisch angespannte Rahmenbedingungen, Bewirtschaftungsmethoden und zeitliche Engp\u00e4sse gegen\u00fcber. Heute pr\u00e4gen moderne Technologien wie Traktoren, Harvester und Seilkr\u00e4ne die Holzernte und sind f\u00fcr eine effiziente Bewirtschaftung vieler W\u00e4lder unverzichtbar. Jedoch kann der Einsatz schwerer Maschinen, insbesondere von Harvester und Forwarder, bei ung\u00fcnstigen Witterungsverh\u00e4ltnissen zu Bodenverdichtungen f\u00fchren. Daher sollte die Befahrung bei ung\u00fcnstigen Boden- und Witterungsverh\u00e4ltnissen, sprich wasserges\u00e4ttigten B\u00f6den, so gut es geht, vermieden werden. Besonders kritisch ist fl\u00e4chiges Befahren mit Maschinen, dies sollte unbedingt auf die R\u00fcckegassen beschr\u00e4nkt sein. Verdichtete B\u00f6den verlieren Porenraum, Wasser staut sich, Wurzeln k\u00f6nnen nicht mehr in die Tiefe wachsen, und Bodenlebewesen werden massiv gesch\u00e4digt. Untersuchungen zeigen, dass sich Bodenfauna und -struktur oft erst nach Jahrzehnten wieder erholen.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\tStreurechen vs. Biomasseentzug<\/p>\n<p>Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass Streurechen fr\u00fcher vielfach durchgef\u00fchrt wurde. Dabei wurde das Streu (vornehmlich Laubstreu) arbeitsintensiv mit dem Rechen gewonnen und meist als Einstreu in der Viehhaltung verwendet. Dadurch wurden je nach Intensit\u00e4t der N\u00e4hrstoffkreislauf gest\u00f6rt und der Boden degradiert. Die h\u00f6chsten N\u00e4hrstoffkonzentrationen der Baumbiomasse sind n\u00e4mlich im Reisig sowie in Nadeln und Bl\u00e4ttern gespeichert, w\u00e4hrend das Holz vergleichsweise n\u00e4hrstoffarm ist. Daher wird die vollst\u00e4ndige Nutzung der Biomasse (s\u00e4mtliches Astmaterial) kritisch gesehen. Speziell auf schlechteren Standorten f\u00fchrt die vollst\u00e4ndige Biomassenutzung zu einem erheblichen N\u00e4hrstoffentzug und sollte daher, wo m\u00f6glich, unbedingt unterlassen werden. Was kurzfristig wirtschaftlich erscheint, kann langfristig zu Ertragseinbu\u00dfen, erh\u00f6hter Anf\u00e4lligkeit der Best\u00e4nde und einer Bodenverschlechterung f\u00fchren.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\tBoden sch\u00fctzen und\u00a0f\u00f6rdern<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\tEine nachhaltige Forstwirtschaft muss den Waldboden konsequent sch\u00fctzen. Zentrale Grunds\u00e4tze sindVerzicht auf fl\u00e4chiges Befah\u00adren: Der Waldboden darf nicht beliebig befahren werden.Befahrung ausschlie\u00dflich auf dauerhaft angelegten R\u00fcckegassen.Gro\u00dfe R\u00fcckegassenabst\u00e4nde: je gr\u00f6\u00dfer der Abstand, \u00addesto geringer die beanspruchte Fl\u00e4che.Beachtung der Bodentragf\u00e4higkeit: Holzernte mit schwerem Ger\u00e4t nur bei \u00adgeeigneten Boden- und \u00adWitterungsverh\u00e4ltnissen.Laub, Nadeln und Fein\u00adreisig sind essenziell f\u00fcr Humusaufbau und N\u00e4hrstoffkreisl\u00e4ufe und sollten, wo m\u00f6glich, im Wald verbleiben.F\u00f6rderung von Misch\u00adbaumarten.kleinfl\u00e4chige Nutzungen.Totholz belassen: Wo m\u00f6glich und verzichtbar, kann Totholz im Bestand verbleiben und somit als N\u00e4hrstoffquelle, Wasserspeicher und Lebensraum dienen.<br \/>Nicht jeder eingesparte Euro in der Holzernte rechnet sich langfristig. Verdichtete und degradierte B\u00f6den verursachen oft Jahrzehnte sp\u00e4ter, dann aber umso gravierendere Folgekosten. Wir sollten uns bewusst sein, dass nachhaltige Forstwirtschaft nicht am Stamm \u00adbeginnt, sondern unter den F\u00fc\u00dfen.<\/p>\n<p>Info: Brosch\u00fcre Gesunde Waldb\u00f6den \u2013 Grundlagen einer klimafitten Waldbewirtschaftung, <a class=\"c-link\" aria-label=\"empfohlener Link (1): www.bmluk.gv.at\" href=\"https:\/\/www.bmluk.gv.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">www.bmluk.gv.at<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Waldboden war 2024 \u201eBoden des Jahres\u201c. 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