{"id":53893,"date":"2026-03-19T11:47:09","date_gmt":"2026-03-19T11:47:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/53893\/"},"modified":"2026-03-19T11:47:09","modified_gmt":"2026-03-19T11:47:09","slug":"der-mensch-ist-nicht-fuer-langzeitbeziehungen-geschaffen-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/53893\/","title":{"rendered":"\u201eDer Mensch ist nicht f\u00fcr Langzeitbeziehungen geschaffen\u201c \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p class=\"lead\">Der Wiener Liedermacher legt mit \u201eGschnas\u201c sein bislang bestes Album vor. Ein Gespr\u00e4ch \u00fcber das Ber\u00fchmtsein, alte Anz\u00fcge, das Gl\u00fcck in Momenten und die Zeit als gro\u00dfen Zerst\u00f6rer.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" class=\"figure__image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Voodoo J\u00fcrgens.webp\" alt=\"Voodoo J\u00fcrgens ist auch Schauspieler, pr\u00e4miert f\u00fcr seine Rolle als \u201eRickerl\u201c.\" width=\"600\" height=\"360\" fetchpriority=\"high\"\/><\/p>\n<p>Voodoo J\u00fcrgens ist auch Schauspieler, pr\u00e4miert f\u00fcr seine Rolle als \u201eRickerl\u201c.\u2003Hassler-Smith<\/p>\n<p> \u201eDie Presse\u201c: Ein Album mit dem Titel \u201eGschnas\u201c nach dem Fasching zu ver\u00f6ffentlichen, ist ein wenig gewagt\u2009\u2026 <\/p>\n<p> Voodoo J\u00fcrgens: Ja, so gesehen. Aber mir hat das Wort \u201eGschnas\u201c immer schon gefallen. Und zwar ganzj\u00e4hrig. <\/p>\n<p> Das Leben soll sein wie der Prater, hei\u00dft es in der groovigen Titelnummer \u201eGschnas\u201c. Alles soll bunt sein und funkeln und sich \u201edrahn\u201c, aber dem Protagonisten fehlt ein Vorderzahn. Woher r\u00fchrt der Taumel? <\/p>\n<p> Das Lied ist die Frucht einer eigenartigen Euphorie, die ich mal hatte, als ich in den Keller hinuntergegangen bin. So weltumarmend bin ich normalerweise nie. Da d\u00fcrfte ich einen guten Tag gehabt haben. Und insgesamt kommt der Taumel im Album von der Umkehrung der Arbeitsabl\u00e4ufe: Erstmals haben wir zuerst die Musik aufgenommen, dann erst habe ich mich ein halbes Jahr lang um die Texte gek\u00fcmmert. <\/p>\n<p> Idealisieren Sie in Ihren Liedern das Armsein? <\/p>\n<p> Das liegt nahe, weil ich aus eher \u00e4rmlichen Verh\u00e4ltnissen komme. Aus dieser Perspektive kann ich mehr berichten. Von gstopften Leuten kenn\u2019 ich die Leben nicht so gut. <\/p>\n<p> Sie haben diesmal im Studio Nord Bremen aufgenommen. Wie kam das? <\/p>\n<p> Zuf\u00e4llig. Mir hat mal jemand auf Tour erz\u00e4hlt, dass die dort gut gewartete \u201eVintage Gear\u201c haben, also altes Equipment, das gut in Schuss ist. Mikrofone aus den Sechzigerjahren, patinierte Hammondorgeln und noch viel mehr. Es war uns eine Ehre, weil es das Studio ist, in dem Tocotronic \u201eK.O.O.K\u201c aufgenommen hat. Und auch Heintje hat dort seine gr\u00f6\u00dften Hits eingesungen. Wom\u00f6glich hab\u2019 ich eines seiner Mikros verwendet. <\/p>\n<p> Die Titelnummer klingt aber ziemlich nach Bob Dylan. Wie kommt das? <\/p>\n<p> Er ist nat\u00fcrlich ein All-Time-Favorite von mir. Mir gef\u00e4llt allerdings der fr\u00fche Dylan besser als der sp\u00e4te. Der neue Popappeal ist unserer neuen Herangehensweise geschuldet. Ich habe daf\u00fcr ein bisschen gebraucht, weil ich mit meinen Geschichten nicht mehr so ausholen konnte und pointierter dichten musste. <\/p>\n<p> Ist \u201eGschnas\u201c, musikalisch gesehen, eine Vers\u00f6hnung zwischen der \u00c4sthetik Ihrer ersten Band \u201eDie Eternias\u201c und dem, was Sie unter dem K\u00fcnstlernamen Voodoo J\u00fcrgens gemacht haben? <\/p>\n<p> K\u00f6nnte man so sehen. Allerdings war schon \u201eHeite grob ma Tote aus\u201c so was. Das war eine Nummer, die komplett anders geklungen hat als das, was sonst auf meinem ersten Voodoo-Album drauf war. Auch wenn die Musik der Eternias nicht auf wahnsinnig viel Gegenliebe gesto\u00dfen ist, war es eine gute Zeit, in der ich sehr viel gelernt habe. <\/p>\n<p> Worum geht es denn \u00fcberhaupt im Leben? <\/p>\n<p> Bei jedem um was anderes. Ganz allgemein, glaube ich, geht es nicht darum, permanent im Gl\u00fcck zu sein. Es sind die besonderen Momente, die z\u00e4hlen. <\/p>\n<p> Sie malen, haben auch wieder das Cover gemalt. H\u00f6ren Sie dabei Musik? <\/p>\n<p> Nein, ich male in v\u00f6lliger Stille. Oft nehm\u2019 ich mir vor, dass ich mir was auflege, aber dann tu ich\u2019s doch nicht. <\/p>\n<p> Wie hat sich Ihr Leben mit der Ber\u00fchmtheit ver\u00e4ndert? <\/p>\n<p> Nicht wahnsinnig viel. Nur so fortgehen wie fr\u00fcher, das geht nicht mehr. Dass man angeredet wird, damit muss man klarkommen. Das kann schon auch nervig werden, wenn man privat sein will. Da \u00fcberlegt man sich, ob man \u00fcberhaupt rausgehen soll, denn man hat nicht immer die Lust zu \u201esozializen\u201c. <\/p>\n<p> Wie viele Zigaretten rauchen Sie pro Tag? <\/p>\n<p> Ich schau\u2019, dass es unter einem Packerl bleibt. Bei den Dreharbeiten zum Film \u201eRickerl\u201c habe ich extrem viel tschicken m\u00fcssen. Das waren locker drei Packerln t\u00e4glich. Da ist mir der Rauch schon bei den Ohren rausgekommen. <\/p>\n<p> Die Schauspielerei liegt Ihnen offenbar. Waren Sie gar nicht nerv\u00f6s? <\/p>\n<p> Nein, es hat sich irgendwie ganz locker ergeben. Der Regisseur Adrian Goiginger kam auf mich zu und wir haben lange geredet, was das werden k\u00f6nnte. Das Drehen an sich war nicht mehr so aufregend wie die Vorgespr\u00e4che. <\/p>\n<p> Sie haben f\u00fcr Ihre Darstellung des \u201eRickerl\u201c den \u00d6sterreichischen Filmpreis bekommen. Wie \u00fcberrascht waren Sie? <\/p>\n<p> Na, schon ziemlich. Es hat mich geflasht. Ich war in einem Ausnahmezustand. <\/p>\n<p> Schon das erste Lied auf dem neuen Album, \u201eLangsam wirst ma fremd\u201c, ist eine \u00dcbernummer geworden. K\u00f6nnte man behaupten, dass die Zeit letztlich alles ruiniert? <\/p>\n<p> Auf Freundschaften gem\u00fcnzt ganz leicht. Wenn man die Freundschaften nicht pflegt, dann erodieren sie. Auch in Partnerschaften ist Entfremdung die Regel. Es scheint, als w\u00e4re der Mensch nicht f\u00fcr Langzeitbeziehungen geschaffen. Das Lied ist das Gegenteil von \u201eLangsam wachs\u2019 ma \u2019zam\u201c von Wolfgang Ambros. <\/p>\n<p> Hat Ihre wachsende Ber\u00fchmtheit auch zu Verst\u00f6rung im Freundeskreis gef\u00fchrt? <\/p>\n<p> Schon. Viele wollten vermeiden, dass ich glaube, sie melden sich nur, weil ich jetzt bekannt bin. Da muss man dann \u00dcberzeugungsarbeit leisten, dass sich eh nicht so viel ver\u00e4ndert hat. Viele Leute machen sich halt unn\u00f6tig selbst klein. <\/p>\n<p> Sie tragen gern Second-Hand-Anz\u00fcge \u00e0 la Siebzigerjahre. Was zeichnet diese Kleidungsst\u00fccke aus? <\/p>\n<p> So ein Anzug macht schon was mit einem. Ich hab\u2019 mal einem Bekannten einen geschenkt, als es ihm nicht gut ging. Das hat ihm tats\u00e4chlich so etwas wie W\u00fcrde verliehen. Das war gut. Und wenn man seine Band \u201eAnsapanier\u201c nennt, dann ist es schon ein bisserl aufgelegt, dass man Anzug tr\u00e4gt. Aber es wird immer schwerer, alte Anz\u00fcge zu finden. Tragbare Oberteile findet man, aber die Hosen sind meist verschlissen. Auf Reisen schaue ich permanent nach neuen alten Anz\u00fcgen. <\/p>\n<p> Wenn sich das Album sensationell verkauft, empfehle ich den Couturier Jim Kerr in London. Dort l\u00e4sst Nick Cave seine Dreiteiler schneidern\u2009\u2026 <\/p>\n<p> Das w\u00e4re nat\u00fcrlich super. <\/p>\n<p>    Lesen Sie mehr zu diesen Themen:<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Wiener Liedermacher legt mit \u201eGschnas\u201c sein bislang bestes Album vor. Ein Gespr\u00e4ch \u00fcber das Ber\u00fchmtsein, alte Anz\u00fcge,&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":53894,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[27],"tags":[46,42,175,147,1423,44,176,148],"class_list":{"0":"post-53893","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-prominente","8":"tag-at","9":"tag-austria","10":"tag-celebrities","11":"tag-entertainment","12":"tag-interview","13":"tag-oesterreich","14":"tag-prominente","15":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116255682935784582","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/53893","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=53893"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/53893\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/53894"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=53893"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=53893"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=53893"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}