{"id":55812,"date":"2026-03-20T11:45:08","date_gmt":"2026-03-20T11:45:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/55812\/"},"modified":"2026-03-20T11:45:08","modified_gmt":"2026-03-20T11:45:08","slug":"haarausfall-ade-forscher-zuechten-follikel-die-wirklich-nachwachsen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/55812\/","title":{"rendered":"Haarausfall ad\u00e9: Forscher z\u00fcchten Follikel, die wirklich nachwachsen"},"content":{"rendered":"<p>\n        20. M\u00e4rz 2026<\/p>\n<p>              Kai Imhoff<\/p>\n<p>                            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/shutterstock_2686008509-f976c5799cbafd16.jpeg\"  width=\"6720\" height=\"3776\"  alt=\"Mann mit Haarausfall steht vor dem Spiegel und betrachtet seine gr\u00f6\u00dfer werdende Glatze.\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p class=\"source akwa-caption__source\">(Bild:\u00a0New Africa \/ <a href=\"https:\/\/www.shutterstock.com\/de\/image-photo\/baldness-problem-man-receding-hairline-near-2686008509\" target=\"_blank\" rel=\"external noopener nofollow\">Shutterstock.com<\/a>)<\/p>\n<p class=\"lead beitraganriss\">Japanische Forscher haben Haarfollikel gez\u00fcchtet, die wachsen, ausfallen und nachwachsen \u2013 dank eines lange \u00fcbersehenen dritten Zelltyps.<\/p>\n<p>Jeden Morgen dasselbe Bild: Haare auf dem Kopfkissen, Haare im Abfluss, und im Spiegel zeigt sich eine Stirn, die immer h\u00f6her wird. F\u00fcr rund ein Viertel der Weltbev\u00f6lkerung geh\u00f6rt Haarausfall zum Alltag \u2013 ob durch das \u00c4lterwerden oder durch Erkrankungen wie Alopezie.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Wer bisher zu Mitteln wie Minoxidil oder Finasterid griff, konnte den Verlust bestenfalls bremsen. Verlorene Haare zur\u00fcckbringen konnte keines dieser Medikamente. Genau das k\u00f6nnte sich nun \u00e4ndern: Ein japanisches Forschungsteam hat im Labor erstmals Haarfollikel gez\u00fcchtet, die tats\u00e4chlich funktionieren \u2013 wachsen, ausfallen und wieder nachwachsen, ganz wie echtes Haar.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S0006291X26002238\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Die Ergebnisse erschienen<\/a> in der Fachzeitschrift Biochemical and Biophysical Research Communications.<\/p>\n<p>Das fehlende Puzzleteil: Ein dritter Zelltyp<\/p>\n<p>Jedes Haar auf unserem Kopf steckt in einer winzigen Tasche in der Haut \u2013 dem Haarfollikel.<\/p>\n<p>Fr\u00fchere Versuche, solche Follikel im Labor nachzubauen, scheiterten an einem grundlegenden Problem: Die Forscher verwendeten zwei bekannte Zelltypen \u2013 Stammzellen aus der Haarwurzel und Zellen aus der sogenannten dermalen Papille, einer Art Steuerzentrale am Grund des Follikels.<\/p>\n<p>Zusammen bildeten sie zwar eine einfache Haarzwiebel, doch das entscheidende Wachstum nach unten in die Haut hinein blieb aus. Ohne dieses Tiefenwachstum entsteht kein richtiger Follikel und damit kein Haar.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Das Team um die Forscher Koh-ei Toyoshima und Takashi Tsuji fand jetzt das fehlende Puzzleteil: mesenchymale Begleitzellen. Diese Zellen sitzen im Bindegewebe rund um bestehende Haarwurzeln.<\/p>\n<p>Man kann sie sich wie ein Bauger\u00fcst vorstellen, das dem wachsenden Follikel den Weg in die Tiefe der Haut bahnt. Erst als die Wissenschaftler alle drei Zelltypen kombinierten, wuchsen im Labor vollst\u00e4ndige Follikel heran, die einen sichtbaren Haarschaft bildeten.<\/p>\n<p>Wie aus drei Zelltypen ein ganzes Haar wird<\/p>\n<p>Die Forscher nutzten eine \u00fcber Jahrzehnte verfeinerte Technik namens Organkeim-Methode, um aus den drei Zelltypen einen winzigen biologischen Keim zu formen.<\/p>\n<p>Die mesenchymalen Zellen \u00fcbernahmen dabei eine doppelte Aufgabe: Sie verwandelten sich in sogenannte dermale Scheidenzellen, die eine sch\u00fctzende H\u00fclle um den wachsenden Follikel bilden.<\/p>\n<p>Diese H\u00fclle gibt dem Follikel mechanischen Halt \u2013 \u00e4hnlich wie ein Tunnel, durch den sich das Haar nach unten vorarbeiten kann.<\/p>\n<p>In einem dreidimensionalen Hautmodell im Labor zeigten die so erzeugten Follikel ein Verhalten, das echtem Haar verbl\u00fcffend \u00e4hnelt: Sie bildeten Haarsch\u00e4fte aus, wuchsen eine Weile, fielen dann aus und begannen erneut zu wachsen.<\/p>\n<p>Dieser nat\u00fcrliche Kreislauf aus Wachstum und Ruhe ist das zentrale Kennzeichen gesunder Haare.<\/p>\n<p>Erfolgreiche Tests an M\u00e4usen<\/p>\n<p>Den entscheidenden Praxistest bestanden die Laborfollikel ebenfalls. Nach der Verpflanzung in M\u00e4use wuchsen sie in das umliegende Gewebe ein und verbanden sich mit Nerven und dem Haarbalgmuskel \u2013 jenem kleinen Muskel, der bei echten Haaren f\u00fcr die G\u00e4nsehaut sorgt.<\/p>\n<p>\u00dcber 68 Tage hinweg durchliefen die transplantierten Haare ihren nat\u00fcrlichen Zyklus.<\/p>\n<p>&#8222;Diese Arbeit definiert eine grundlegende zellul\u00e4re Konfiguration f\u00fcr die funktionelle Haarfollikelregeneration&#8220;, <a href=\"https:\/\/markets.businessinsider.com\/news\/stocks\/organtech-defines-minimal-stem-cell-set-enabling-functional-hair-follicle-regeneration-in-vitro-1035882284\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">sagte Yoshio Shimo<\/a>, Chef des Unternehmens OrganTech, das die Studie mitfinanziert hat.<\/p>\n<p>Noch ein weiter Weg bis zum Menschen<\/p>\n<p>So vielversprechend die Ergebnisse klingen \u2013 bis Betroffene von Haarausfall davon profitieren, d\u00fcrfte es noch dauern. S\u00e4mtliche Tests fanden bisher an M\u00e4usen statt.<\/p>\n<p>Die \u00dcbertragung auf menschliches Gewebe stellt die Forschung vor zus\u00e4tzliche H\u00fcrden, denn die Isolierung der richtigen Zellen gestaltet sich beim Menschen deutlich komplexer. Einen konkreten Zeitplan f\u00fcr klinische Studien gibt es nicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"20. 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