{"id":56084,"date":"2026-03-20T14:37:08","date_gmt":"2026-03-20T14:37:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/56084\/"},"modified":"2026-03-20T14:37:08","modified_gmt":"2026-03-20T14:37:08","slug":"dna-als-festplatte-forscher-machen-erbgut-wiederbeschreibbar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/56084\/","title":{"rendered":"DNA als Festplatte: Forscher machen Erbgut wiederbeschreibbar"},"content":{"rendered":"<p>\n        20. M\u00e4rz 2026<\/p>\n<p>              Kai Imhoff<\/p>\n<p>                            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/shutterstock_2542543097__1_-3971d5742a387af8.jpeg\"  width=\"7006\" height=\"3936\"  alt=\"DNA-Doppelhelix vor blauem Hintergrund\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p class=\"source akwa-caption__source\">(Bild:\u00a0Billion Photos \/ <a href=\"https:\/\/www.shutterstock.com\/de\/image-photo\/spiral-dna-double-helix-structure-on-2542543097\" target=\"_blank\" rel=\"external noopener nofollow\">Shutterstock.com<\/a>)<\/p>\n<p class=\"lead beitraganriss\">US-Forscher verwandeln DNA in eine wiederbeschreibbare Festplatte. Alle Daten der Welt k\u00f6nnten in einen Schuhkarton passen \u2013 sicher vor Hackern.<\/p>\n<p>Ein Forscherteam der University of Missouri hat eine Methode entwickelt, mit der sich in DNA gespeicherte Daten l\u00f6schen und \u00fcberschreiben lassen.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Damit verwandeln die Wissenschaftler das Erbgut-Molek\u00fcl von einem reinen Archivmedium in eine Art digitale Festplatte \u2013 mit enormer Speicherdichte und einer Haltbarkeit von Jahrtausenden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/academic.oup.com\/pnasnexus\/article\/4\/9\/pgaf233\/8248423\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Die Studie<\/a> erschien in der Fachzeitschrift PNAS Nexus.<\/p>\n<p>Von der Einweg-Speicherung zur wiederbeschreibbaren DNA<\/p>\n<p>Die Idee, digitale Informationen in synthetischer DNA abzulegen, existiert seit Jahrzehnten. <a href=\"https:\/\/interestingengineering.com\/innovation\/dna-hard-drive-data-storage\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Bereits 1959 schlug<\/a> der Physiker Richard Feynman dieses Konzept vor.<\/p>\n<p>Das Prinzip: Computer speichern Daten als Abfolge von Nullen und Einsen. Bei der DNA-Speicherung \u00fcbersetzen Wissenschaftler diese Bin\u00e4rcodes in Kombinationen der vier chemischen Bausteine A, C, G und T \u2013 also genau jene Basen (Adenin, Cytosin, Guanin und Thymin), aus denen auch der genetische Code aller Lebewesen besteht.<\/p>\n<p>Spezielle Maschinen bauen dann synthetische DNA-Str\u00e4nge, die dieses Muster tragen.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Das Problem: Einmal in DNA geschriebene Daten lie\u00dfen sich bisher nicht mehr ver\u00e4ndern. Fotos, Videos oder Dokumente waren nach der Kodierung dauerhaft fixiert. F\u00fcr eine Langzeitarchivierung reicht das aus \u2013 f\u00fcr den allt\u00e4glichen Gebrauch, bei dem Nutzer Dateien regelm\u00e4\u00dfig aktualisieren oder ersetzen wollen, war die Technologie damit unbrauchbar.<\/p>\n<p>Genau diese H\u00fcrde hat das Team um Professor Andrew Gu nun genommen. &#8222;DNA ist unglaublich \u2013 sie speichert den Bauplan des Lebens in einem winzigen, stabilen Paket&#8220;, <a href=\"https:\/\/engineering.missouri.edu\/2026\/mizzou-researchers-developing-a-rewritable-dna-hard-drive\/\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">erkl\u00e4rte Gu<\/a>. &#8222;Wir wollten herausfinden, ob wir Informationen auf molekularer Ebene schneller, einfacher und effizienter als je zuvor speichern und \u00fcberschreiben k\u00f6nnen.&#8220;<\/p>\n<p>So funktioniert das Auslesen der Daten<\/p>\n<p>Um gespeicherte Dateien wieder abrufen zu k\u00f6nnen, entwickelt das Team ein kompaktes elektronisches Ger\u00e4t mit einem sogenannten Nanoporen-Sensor.<\/p>\n<p>Vereinfacht gesagt handelt es sich um einen Detektor auf molekularer Ebene: Die DNA wandert durch eine winzige Pore und erzeugt dabei feine elektrische Signale. Eine Software wandelt diese Signale zur\u00fcck in Nullen und Einsen \u2013 und schlie\u00dflich in die urspr\u00fcngliche Datei, sei es ein Foto, ein Video oder ein Dokument.<\/p>\n<p>Nach Angaben der Forscher arbeitet ihr System schneller, einfacher und umweltfreundlicher als bisherige Ans\u00e4tze zur DNA-Speicherung. Langfristig will Gu das Ger\u00e4t auf die Gr\u00f6\u00dfe eines handels\u00fcblichen USB-Sticks verkleinern.<\/p>\n<p>Enorme Kapazit\u00e4t und Schutz vor Hackern<\/p>\n<p>Die Vorteile der DNA-Speicherung klingen f\u00fcr den Alltag vielversprechend. DNA speichert Informationen dreidimensional statt auf flachen Chips. Die Speicherdichte ist so hoch, dass theoretisch s\u00e4mtliche Daten der Welt in einen einzigen Schuhkarton passen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Bei k\u00fchler und trockener Lagerung bleibt die DNA \u00fcber Jahrtausende stabil und verbraucht dabei weit weniger Energie als herk\u00f6mmliche Rechenzentren.<\/p>\n<p>Ein weiterer Vorteil betrifft die Sicherheit: Da DNA als physisches Molek\u00fcl existiert und nicht permanent mit dem Internet verbunden ist, bietet sie zus\u00e4tzlichen Schutz vor Cyberangriffen.<\/p>\n<p>&#8222;Stellen Sie sich das wie einen extrem sicheren Tresor f\u00fcr Ihr digitales Leben vor&#8220;, sagte Gu. &#8222;DNA-Speicher k\u00f6nnten alles sch\u00fctzen, von pers\u00f6nlichen Erinnerungen und wichtigen Dokumenten bis hin zu wissenschaftlichen Daten und Unternehmensarchiven \u2013 ohne die zus\u00e4tzlichen Bedenken hinsichtlich der Cybersicherheit.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"20. 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