{"id":56502,"date":"2026-03-20T19:13:16","date_gmt":"2026-03-20T19:13:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/56502\/"},"modified":"2026-03-20T19:13:16","modified_gmt":"2026-03-20T19:13:16","slug":"drohungen-der-usa-welche-optionen-bleiben-kubas-fuehrung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/56502\/","title":{"rendered":"Drohungen der USA: Welche Optionen bleiben Kubas F\u00fchrung?"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/diaz-canel-118.jpg\" alt=\"Miguel D\u00edaz-Canel h\u00e4lt eine kubanische Flagge.\" title=\"Miguel D\u00edaz-Canel h\u00e4lt eine kubanische Flagge. | REUTERS\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 20.03.2026 \u2022 14:35 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        Kubas Bev\u00f6lkerung \u00e4chzt unter der US-Blockade, und Trump droht mit der \u00dcbernahme der Insel. Gleichzeitig finden Verhandlungen zwischen den L\u00e4ndern statt. Was bedeutet das f\u00fcr das kubanische Regime?\n    <\/p>\n<p>                                    <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/korrespondenten\/barke-102.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                        <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Jenny Barke\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/barke-100.jpg\"\/><br \/>\n                                    <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In den dunklen Stra\u00dfen Havannas sind sie kaum zu sehen, notd\u00fcrftig leuchten sie mit Taschenlampen ihren Protestzug aus: Kubaner, die trotz oder gerade wegen der stundenlangen Stromausf\u00e4lle demonstrieren. Sie haben kein Licht, keine Medikamente, wenig Nahrung &#8211; und vor allem: kein \u00d6l.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Jahrelang gab es kaum gro\u00dfe, koordinierte Proteste in Kuba, nachdem im Juli 2021 das Regime auf Demonstrationen in mehr als 40 St\u00e4dten mit teils langen Haftstrafen reagiert hatte. Doch nun ist die Verzweiflung gro\u00df genug, einige Menschen wagen wieder, laut zu werden. Vergangenen Freitag hatte eine kleine Gruppe den Sitz des kommunalen Parteikomitees in der Stadt Mor\u00f3n im Zentrum der Insel mit Steinen beworfen und M\u00f6bel aus dem Geb\u00e4ude auf der Stra\u00dfe angez\u00fcndet.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Kubas Pr\u00e4sident Miguel D\u00edaz-Canel verurteilte die Ausschreitungen und forderte Konsequenzen f\u00fcr &#8222;Vandalismus und Gewalt&#8220;. Gleichzeitig versuchte er, Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr aufzubringen, dass &#8222;die anhaltenden Stromabschaltungen Unmut im Volk ausl\u00f6sen&#8220;.<\/p>\n<p>    Trump droht mit \u00dcbernahme Kubas<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Es ist ein politischer Spagat, den er auch gegen\u00fcber den USA zeigt. Kuba sei bereit zum Dialog, aber &#8222;unter der Bedingung, dass er auf Augenh\u00f6he stattfindet&#8220;. Es ist die verzweifelte Reaktion auf den immer gr\u00f6\u00dferen Druck aus Washington.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Seit Anfang Januar kommt kein \u00d6l mehr auf die Karibikinsel. Alle Staaten, die Lieferungen anbieten, werden von der US-Regierung mit Z\u00f6llen bedroht. Die Wirtschaftskrise hat sich massiv verschlimmert, das \u00f6ffentliche Leben ist nahezu zusammengebrochen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Dialogbereitschaft Kubas im Moment der gr\u00f6\u00dften Not scheint US-Pr\u00e4sident Donald Trump nicht zu \u00fcberzeugen. Am Montag erh\u00f6hte er den rhetorischen Druck weiter. Er k\u00f6nne alles mit Kuba machen, was er wolle. &#8222;Ich denke, Kuba steuert auf das Ende zu. Ich werde wohl die Ehre haben, Kuba zu \u00fcbernehmen.&#8220;<\/p>\n<p>    &#8222;Mehrheit dagegen, ein Satellitenstaat zu sein&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Doch ist das Regime tats\u00e4chlich am Ende? Welche Optionen bleiben der F\u00fchrung in Havanna? Kleinbei gibt D\u00edaz-Canel nach dieser Drohgeb\u00e4rde bislang nicht. Jeder externe Angreifer werde auf &#8222;un\u00fcberwindlichen Widerstand&#8220; in Kuba sto\u00dfen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Dieser Widerstand, erkl\u00e4rt der kubanische Analyst Rafael Hern\u00e1ndez, sei nicht unbedingt milit\u00e4risch gemeint. Vielmehr handle es sich um einen kollektiven Stolz auf die kubanische Souver\u00e4nit\u00e4t, der viel tiefer gehe als 65 Jahre Sozialismus.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Denn bereits seit dem Ende des 19. Jahrhunderts k\u00e4mpfe Kuba f\u00fcr die Unabh\u00e4ngigkeit vom nahen, m\u00e4chtigen Nachbarn. &#8222;Die \u00fcberwiegende Mehrheit der Kubaner ist dagegen, ein Satellitenstaat zu sein, ein den Vereinigten Staaten untergeordnetes Land. Diese Unabh\u00e4ngigkeit ist ihr h\u00f6chstes Gut. Das w\u00fcrde die gro\u00dfe Mehrheit der Kubaner verteidigen, mehr als den Sozialismus.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Vergangene Woche noch lag Trumps Fokus fast ausschlie\u00dflich auf dem Krieg in Iran. Erst danach werde er sich Kuba widmen, so Trump. Seine pl\u00f6tzliche \u00dcbernahmedrohung gegen\u00fcber Kuba sei m\u00f6glicherweise ein Zeichen daf\u00fcr, dass Trump sich strategisch mit Iran \u00fcbersch\u00e4tzt habe, erkl\u00e4rt Ricardo Pascoe Pierce, der bis 2002 mexikanischer Botschafter in Kuba war, gegen\u00fcber der mexikanischen Nachrichtenplattform Aristegui Noticias.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Denn im November f\u00e4nden in den USA Zwischenwahlen statt. &#8222;Da scheint es mir, dass Trump erneut den Fokus auf Kuba gerichtet hat, in der Annahme, dass er sich dort vielleicht leichter einen Erfolg auf die Fahnen schreiben kann als bei Iran.&#8220;<\/p>\n<p>    Regime geht auf Exilkubaner in den USA zu<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Nach Angaben des US-Zensus leben etwa 2,5 Millionen Kubaner in den Vereinigten Staaten, ein Gro\u00dfteil von ihnen im 150 Kilometer von Kuba entfernten Bundesstaat Florida. Rund 65 bis 68 Prozent von ihnen unterst\u00fctzen Trump, auch weil er sich gegen\u00fcber dem Regime in Havanna so konfrontativ zeigt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch die kubanische F\u00fchrung scheint das erkannt zu haben: K\u00fcnftig soll es Exilkubanern erleichtert werden, in Infrastrukturprojekte, den Bankensektor und Agrarbereich der Insel zu investieren. &#8222;Es gibt keine Limits&#8220;, wirbt D\u00edaz-Canel. Auch US-Firmen k\u00f6nnten investieren.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Noch ist unklar, wie diese Investitionen aussehen k\u00f6nnten und ob in den USA lebende Kubaner auf das Angebot eingehen. Viele sind antikommunistisch gepr\u00e4gt.<\/p>\n<p>    Gespr\u00e4che zwischen Kuba und den USA<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die kubanische Diaspora wolle &#8222;zweifellos K\u00f6pfe rollen sehen&#8220;, sagt Pascoe Pierce. Doch das w\u00fcrde nicht funktionieren. &#8222;Es wird in Kuba nicht m\u00f6glich sein, die gesamte kubanische Klasse \u00fcber Nacht zu enthaupten, sondern es muss ein komplexer \u00dcbergangsprozess aufgebaut werden.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Trump und sein Au\u00dfenminister Marco Rubio h\u00e4tten erkannt, dass sie einen \u00dcbergang gestalten m\u00fcssten, der tragf\u00e4hig ist und nicht in einer sozialen Katastrophe in Kuba ausartet, so der Politikanalyst weiter. Denn trotz des \u00f6ffentlichen S\u00e4belrasselns ist Washington auf das Dialogangebot aus Havanna eingegangen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Nachrichtenagenturen wie AP und Reuters meldeten, dass ein Enkel des fr\u00fcheren Staatschefs Ra\u00fal Castro Verhandlungen mit den USA gef\u00fchrt habe. Bereits Ende Februar soll er sich heimlich mit Rubios Beratern aus dem US-Au\u00dfenministerium getroffen haben. Diese Berichte hat Kuba nicht best\u00e4tigt, allerdings, dass Gespr\u00e4che gef\u00fchrt w\u00fcrden.<\/p>\n<p>    Neues Kapitel der \u00c4ra Castro?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der 41-j\u00e4hrige Ra\u00fal Guillermo Rodr\u00edguez Castro ist bisher kaum als politischer Akteur in Erscheinung getreten. Auch als Raulito oder El Cangrejo (zu Deutsch &#8222;Krebs&#8220;) bekannt, gilt er als rechte Hand und Leibw\u00e4chter seines Gro\u00dfvaters, der inzwischen 94 Jahre alt ist. Vergangenen Freitag war im kubanischen Staatsfernsehen zu sehen, wie er hinter D\u00edaz-Canel und inmitten von Funktion\u00e4ren der Kommunistischen Partei sitzt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Politikanalysten sehen ihn jedoch eher in der Rolle des Vermittlers als in der eines f\u00fchrenden Politikers. Pascoe Pierce glaubt aber auch nicht, dass Kubas Pr\u00e4sident D\u00edaz-Canel noch eine lange Zukunft haben wird.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Er ist ein v\u00f6llig unspektakul\u00e4rer politischer F\u00fchrer, der keinerlei Charisma besitzt, keine echte Verankerung in der Bev\u00f6lkerung hat und keine F\u00fchrungsst\u00e4rke zeigt.&#8220; Jeder wisse, dass er von der Familie Castro gesteuert werde. Doch ob der Castro-Clan die Geschicke des Landes weiter lenken kann, ist ungewiss.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 20.03.2026 \u2022 14:35 Uhr Kubas Bev\u00f6lkerung \u00e4chzt unter der US-Blockade, und Trump droht mit der \u00dcbernahme der&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":56503,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8],"tags":[2860,40,41,39,38,576,439],"class_list":{"0":"post-56502","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-kuba","9":"tag-nachrichten","10":"tag-news","11":"tag-schlagzeilen","12":"tag-top-meldungen","13":"tag-trump","14":"tag-usa"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116263099020903392","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/56502","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=56502"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/56502\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/56503"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=56502"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=56502"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=56502"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}