{"id":57271,"date":"2026-03-21T07:53:07","date_gmt":"2026-03-21T07:53:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/57271\/"},"modified":"2026-03-21T07:53:07","modified_gmt":"2026-03-21T07:53:07","slug":"der-iran-wird-mit-hochdruck-an-der-atombombe-arbeiten-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/57271\/","title":{"rendered":"\u201eDer Iran wird mit Hochdruck an der Atombombe arbeiten\u201c \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Nikosia. Als der Iran kurz nach Kriegsbeginn die arabischen Staaten unter Beschuss nahm, \u00fcberraschte er nicht nur seine Nachbarn am Persischen Golf, sondern auch den US-Pr\u00e4sidenten. \u201eDas hat keiner erwartet\u201c, sagte <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/donald-trump\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" warnt:=\"\" iran=\"\" wird=\"\" mit=\"\" hochdruck=\"\" an=\"\" der=\"\" atombombe=\"\" arbeiten=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Donald Trump<\/a> zu den Raketen- und Drohneneinschl\u00e4gen von Kuwait bis Oman. Auch die Radikalisierung im iranischen Regime war in Trumps Pl\u00e4nen nicht inkludiert.<\/p>\n<p>Nach drei Wochen Krieg steht fest, dass grundlegende Erwartungen von USA und Israel falsch waren und der Konflikt anders verl\u00e4uft als von ihnen vorgesehen. Die Angreifer sind milit\u00e4risch zwar erdr\u00fcckend \u00fcberlegen und verbuchten gleich am ersten Kriegstag einen wichtigen Erfolg, als sie den iranischen Regimechef <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/ali-khamenei\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" warnt:=\"\" iran=\"\" wird=\"\" mit=\"\" hochdruck=\"\" an=\"\" der=\"\" atombombe=\"\" arbeiten=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ali Khamenei<\/a> t\u00f6teten. Doch seitdem l\u00e4uft vieles anders als gedacht.<\/p>\n<p>\u201ePlan A scheiterte, als klar wurde, dass der t\u00f6dliche Angriff auf Ayatollah Ali Khamenei weder die Theokratie zusammenbrechen lie\u00df noch die Kapitulation der Iraner zur Folge hatte\u201c, schrieb der Iran-Experte Trita Parsi von der US-Denkfabrik Quincy Institute auf der Plattform X. Das Regime schloss die Reihen und w\u00e4hlte innerhalb weniger Tage Khameneis Sohn <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/mojtaba-khamenei\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" warnt:=\"\" iran=\"\" wird=\"\" mit=\"\" hochdruck=\"\" an=\"\" der=\"\" atombombe=\"\" arbeiten=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mojtaba<\/a> zum Nachfolger.<\/p>\n<p>Damit bekamen die extremen Hardliner alle Macht in Teheran in die Hand. Mojtaba Khamenei, ein enger Verb\u00fcndeter der Revolutionsgarden, h\u00e4tte in Friedenszeiten nur wenig Chancen auf das Spitzenamt gehabt, weil die Islamische Republik eine dynastische Herrschaft aus ideologischen Gr\u00fcnden ablehnt. Doch der milit\u00e4rische Druck von USA und Israel gab der Garde das Argument, das sie brauchte, um Khamenei Junior durchzusetzen.<\/p>\n<p>Nun regiert in Teheran eine radikalisierte F\u00fchrungsclique, die Kompromisse mit dem Westen ablehnt und alles daran setzen d\u00fcrfte, als Versicherung gegen den n\u00e4chsten Angriff eine Atombombe zu entwickeln. Genau das wollten die USA und Israel mit dem Krieg verhindern. Ein radikalisierter Iran werde nach dem Krieg sein \u00d6l an China liefern, um sich Geld f\u00fcr neue Raketen und das Atomprogramm zu beschaffen, sagte der Nahost-Experte Ali Alfoneh vom Arab Gulf States Institute in Washington der \u201ePresse\u201c. \u201eUnd dann werden sie mit Hochdruck an der Bombe arbeiten.\u201c<\/p>\n<p>Schon jetzt deutet sich eine aggressivere iranische Politik in der Region an. Politiker in Teheran erw\u00e4gen, die Sperrung der weltwirtschaftlich wichtigen Meerenge von Hormus k\u00fcnftig zur Erpressung zu nutzen oder Mautgeb\u00fchren von durchfahrenden Tankern zu verlangen. Radikale Hardliner hatten das bereits vor dem Krieg gefordert, konnten sich aber nicht gegen die Realpolitiker durchsetzen. Jetzt werden sie geh\u00f6rt. Nachdem Israel auch <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/ali-larijani\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" warnt:=\"\" iran=\"\" wird=\"\" mit=\"\" hochdruck=\"\" an=\"\" der=\"\" atombombe=\"\" arbeiten=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ali Larijani<\/a>, den pragmatischen Vorsitzenden des iranischen Sicherheitsrats, bei einem Luftangriff get\u00f6tet hat, seien nur noch die Extremisten von der Revolutionsgarde \u00fcbrig, sagt Alfoneh. F\u00fcr die arabischen Golf-Staaten zeichnet sich damit ab, dass der Iran nach dem Krieg eine gr\u00f6\u00dfere Bedrohung sein d\u00fcrfte als vorher. Staaten wie Saudiarabien, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate f\u00fchlten sich zu Beginn des Konflikts sicher, weil sie den USA und Israel verboten hatten, ihre Hoheitsgebiete f\u00fcr Krieg gegen den Iran zu nutzen.<\/p>\n<p>Doch Teheran nahm darauf keine R\u00fccksicht. Angriffe auf die arabischen Staaten dienen zwei Zielen der Iraner. Zum einen wollen sie die Araber dazu bringen, Druck auf Trump zu machen, damit er den Krieg beendet. Zum anderen wollen sie der \u00d6l- und Gasindustrie m\u00f6glichst gro\u00dfen Schaden zuf\u00fcgen, damit die USA aus wirtschaftlichen Gr\u00fcnden zum Aufgeben gezwungen werden. <\/p>\n<p>Arabische Politiker und Diplomaten seien w\u00fctend auf den Iran, \u201egerade weil man dort das Gef\u00fchl hat, fr\u00fchere diplomatische Signale und Zusicherungen seien ignoriert worden\u201c, sagt der Nahost-Sicherheitsexperte Kristian Patrick Alexander von der Denkfabrik Rabdan Security and Defense Institute in Abu Dhabi zur \u201ePresse\u201c. \u201eDas spricht f\u00fcr eine k\u00fcnftige Beziehung, die k\u00e4lter, misstrauischer und st\u00e4rker sicherheitspolitisch gepr\u00e4gt sein wird.\u201c<\/p>\n<p>Neues Misstrauen gibt es am Golf auch gegen\u00fcber den USA. Trump distanzierte sich von dem israelischen Angriff auf den iranischen Teil des Parsi-Gasfelds, nachdem das Bombardement massive Gegenschl\u00e4ge der Iraner auf Katar ausgel\u00f6st hatte. Doch die Zusicherung des US-Pr\u00e4sidenten, Israel werde das Gasfeld nicht noch einmal angreifen, kann die Araber nicht beruhigen: Der Krieg demonstriert aus ihrer Sicht, dass die Schutzversprechen der USA nichts wert sind.<\/p>\n<p>Dieser Eindruck f\u00fchrt zu einer weiteren Konsequenz des Konflikts, die nicht zu Trumps Kriegsplan geh\u00f6rte, die Region aber auf Jahre hinaus pr\u00e4gen d\u00fcrfte: Amerika erscheint den arabischen Staaten nicht mehr als F\u00fchrungsmacht, sondern als f\u00fcgsamer Junior-Partner einer aggressiven israelischen Regierung.<\/p>\n<p>Die USA \u201ehaben die Kontrolle \u00fcber ihre eigene Au\u00dfenpolitik verloren\u201c, schrieb der Au\u00dfenminister von Oman, Badr bin Hamad al-Busaidi, in einem Gastbeitrag f\u00fcr den britischen \u201e<a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/economist\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" warnt:=\"\" iran=\"\" wird=\"\" mit=\"\" hochdruck=\"\" an=\"\" der=\"\" atombombe=\"\" arbeiten=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Economist<\/a>\u201c. Israel habe Trump in den Krieg hineingetrieben, als iranische und amerikanische Unterh\u00e4ndler kurz vor einer Einigung im Streit um das Teheraner Atomprogramm gestanden h\u00e4tten. Al-Busaidi hatte bei den Gespr\u00e4chen vermittelt und ist deshalb besonders frustriert. Doch viele arabische Politiker teilen seine Meinung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nikosia. 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