{"id":60029,"date":"2026-03-22T20:27:08","date_gmt":"2026-03-22T20:27:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/60029\/"},"modified":"2026-03-22T20:27:08","modified_gmt":"2026-03-22T20:27:08","slug":"ulrike-herrmann-putins-krieg-wird-europa-einen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/60029\/","title":{"rendered":"Ulrike Herrmann: \u00abPutins Krieg wird Europa einen\u00bb"},"content":{"rendered":"<p>\u00abDas ist nicht unser Krieg\u00bb, sagen viele Europ\u00e4er \u2013 noch. Und schon gar nicht ein Krieg der Schweiz. Dennoch sind sowohl Europa als auch wir unmittelbar betroffen. Die Preise f\u00fcr Gas und Treibstoff steigen unaufhaltsam. Das iranische Regime setzt auf ein strategisches Druckmittel, das den Kriegsverlauf entscheidend beeinflussen k\u00f6nnte: die Blockade der Strasse von Hormus. T\u00e4glich soll der Krieg rund eine Milliarde kosten. Vor diesem Hintergrund wird verst\u00e4ndlich, weshalb Donald Trump vom Kongress weitere 200 Milliarden Dollar fordert, um das iranische Regime in den kommenden 200 Tagen milit\u00e4risch zu zerschlagen. Ob dies ohne massive Bodentruppen m\u00f6glich ist, bleibt fraglich. Bereits wurden 2500 Elitesoldaten mobilisiert. Sie sollen notfalls eingreifen und die strategisch zentrale Insel Charg \u2013 von existenzieller Bedeutung f\u00fcr die Erd\u00f6lindustrie des Mullah-Regimes \u2013 erobern und besetzen, um Iran zur \u00d6ffnung der Strasse von Hormus zu zwingen. Trump gibt den Mullahs dazu 48 Stunden Zeit. Am Montag l\u00e4uft das Ultimatum ab.<\/p>\n<p>Auch die Schweiz sieht sich angesichts dieser bedrohlichen Lage zu klaren Entscheidungen gezwungen: D\u00fcrfen US-Kampfflugzeuge von Ramstein aus auf dem Weg in den Nahen Osten den Schweizer Luftraum \u00fcberfliegen? Soll die Schweizer R\u00fcstungsindustrie die Auslieferung bereits produzierten Kriegsmaterials an die USA stoppen? Die Position scheint klar: \u00dcberfl\u00fcge sollen teilweise untersagt, neues Kriegsmaterial nicht mehr geliefert werden.<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-136541 lazyload\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"667\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/6e4f9763-37f7-4cd7-b024-a00a1b88dda6-300x200.jpg\"  data- data-eio-rwidth=\"300\" data-eio-rheight=\"200\"\/><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-136541\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/6e4f9763-37f7-4cd7-b024-a00a1b88dda6-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"667\"   data-eio=\"l\"\/>KI generiert: Die Publizistin Ulrike Hermann \u201eGeld als Macht\u00bb<\/p>\n<p>In dieser angespannten und unsicheren Zeit ist ein Buch erschienen, das besondere Aufmerksamkeit verdient:\u00a0\u00abGeld als Waffe \u2013 Wie die Wirtschaft \u00fcber Krieg und Frieden entscheidet\u00bb*\u00a0von Ulrike Herrmann (62). Sie gilt als eine der profiliertesten Wirtschaftsjournalistinnen Deutschlands, ist Redaktionsmitglied der\u00a0taz\u00a0und bekannt f\u00fcr ihre pr\u00e4zisen Analysen. Politisch war sie fr\u00fcher bei der CDU, sp\u00e4ter bei den Gr\u00fcnen aktiv; inzwischen l\u00e4sst sie ihre Mitgliedschaft ruhen, um unabh\u00e4ngig publizieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>In ihrem neuesten Buch zeigt sie eindr\u00fccklich die Zusammenh\u00e4nge zwischen Wirtschaft und milit\u00e4rischer St\u00e4rke auf. So analysiert sie etwa die Verf\u00fcgbarkeit des derzeit leistungsf\u00e4higsten Luftabwehrsystems \u00abPatriot\u00bb, das Wolodymyr Selenskyj (48) dringend ben\u00f6tigt, um russische \u00dcberschallraketen abzufangen und die Bombardierungen der Zivilbev\u00f6lkerung zu stoppen. Die USA verf\u00fcgen \u00fcber 64 sofort einsatzf\u00e4hige Systeme, ben\u00f6tigen diese jedoch zunehmend selbst. Deutschland hatte urspr\u00fcnglich zw\u00f6lf Systeme, von denen drei in der Ukraine im Einsatz sind und zwei an Polen ausgeliehen wurden. Der Hersteller Lockheed Martin kann den globalen Bedarf nicht decken; bestehende Bestellungen werden neu priorisiert. Auch die Schweiz ist betroffen: Ihre Lieferung von f\u00fcnf bestellten Patriot-Systemen verz\u00f6gert sich zugunsten Deutschlands.<\/p>\n<p>Kein Wunder also, dass das Umfeld von Bundesrat Martin Pfister europaweit nach Alternativen sucht \u2013 bislang noch ohne Erfolg.<\/p>\n<p>Auch beim modernsten Kampfjet, dem F-35, der \u2013 \u00a0inklusive Infrastruktur \u2013 \u00a0rund 300 Millionen Dollar pro St\u00fcck kostet, verweist Herrmann auf Kritik. Elon Musk (55) h\u00e4tte zum F-35 nur Spott \u00fcbriggehabt, als er \u00fcber sein\u00a0 Satellitengest\u00fctzten Nachrichtensystem einen ukrainischen Drohnen-Angriff beobachtet habe: \u00abW\u00e4hrenddessen bauen manche Idioten immer noch so teure Kampfjets wie den F-35.\u00bb Die Schweiz plant, f\u00fcr rund sechs Milliarden Franken eine reduzierte Anzahl zu beschaffen \u2013 vermutlich eher 30 statt der urspr\u00fcnglich vorgesehenen 36.<\/p>\n<p>Zum Schluss zieht Herrmann eine bemerkenswerte Bilanz: Sowohl Russland als auch China w\u00fcrden angesichts der enormen Kosten f\u00fcr Aufr\u00fcstung vor erheblichen innenpolitischen und wirtschaftlichen Herausforderungen stehen. Putin sei gezwungen, die Kriegswirtschaft aufrechtzuerhalten und immer neue Konflikte zu schaffen. Europa r\u00fccke dabei ins Zentrum. Paradoxerweise k\u00f6nnte seine Aggression Europa einen.<\/p>\n<p>Auch China k\u00e4mpfe mit strukturellen Problemen: gesch\u00f6nte Wachstumszahlen, rund 20 % arbeitslose Jugendliche und etwa 90 Millionen leerstehende Wohnungen. \u00dcberkapazit\u00e4ten liessen sich international kaum rentabel absetzen. Pr\u00e4sident Xi Jinping versuche, diese Spannungen durch eine aggressivere Haltung gegen\u00fcber Taiwan zu \u00fcberdecken, was wiederum die USA auf den Plan rufe.<\/p>\n<p>F\u00fcr Europa bedeutet dies laut Herrmann eine klare Konsequenz: Die EU m\u00fcsse sich langfristig zu einem f\u00f6deralen Staat entwickeln, in dem die Mitgliedsl\u00e4nder wirtschaftlich und milit\u00e4risch enger zusammenarbeiten.<\/p>\n<p>Und die Schweiz? Sie werde sich Europa st\u00e4rker ann\u00e4hern m\u00fcssen, ob sie will oder nicht. Im\u00a0Tages-Anzeiger\u00a0sagt Herrmann: \u00abDie Schweizerinnen und Schweizer werden erkennen, dass ihre eigene Prosperit\u00e4t untrennbar mit der Stabilit\u00e4t Europas verbunden ist. Das betrifft nicht nur die Verteidigung, sondern auch die Finanzm\u00e4rkte. Geld ist, wie gesagt, eine Waffe \u2013 und die Schweiz ist ein zentraler Tresor dieses Geldes.\u00bb Die EU werde zunehmend darauf dr\u00e4ngen, strategische L\u00fccken zu schliessen.<\/p>\n<p>Angemerkt sei: Bundesrat Martin Pfister ist gut beraten, die Verteidigungsstrategie laufend an die sich ver\u00e4ndernde Bedrohungslage anzupassen, wie er das in seiner R\u00fcstungsbotschaft 2026 auch tut. Dabei hat er aber k\u00fcnftig auch \u00fcber den F-35 und den Ersatz von \u00abPatriot\u00bb nachzudenken.<\/p>\n<p>*\u00abGeld als Waffe, wie die Wirtschaft \u00fcber Krieg und Frieden entscheidet\u00bb von Ulrike Herrmann. Erschienen im Verlag\u00a0 Kiepenhauer&amp; Witsch, K\u00f6ln<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u00abDas ist nicht unser Krieg\u00bb, sagen viele Europ\u00e4er \u2013 noch. 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