{"id":62404,"date":"2026-03-24T03:45:08","date_gmt":"2026-03-24T03:45:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/62404\/"},"modified":"2026-03-24T03:45:08","modified_gmt":"2026-03-24T03:45:08","slug":"so-wichtig-sind-russlands-exporthaefen-fuer-den-oelmarkt-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/62404\/","title":{"rendered":"so wichtig sind Russlands Exporth\u00e4fen f\u00fcr den \u00d6lmarkt \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Kurz bevor am Montag US-Pr\u00e4sident <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/donald-trump\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" greift=\"\" russische=\"\" exporth=\"\" an.=\"\" so=\"\" wichtig=\"\" sind=\"\" sie=\"\" f=\"\" den=\"\" globalen=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Donald Trump<\/a> mit seiner Aussage, alle Angriffe auf die iranische Energieinfrastruktur f\u00fcr einen Zeitraum von f\u00fcnf Tagen auszusetzen, f\u00fcr Entspannung am \u00d6lmarkt sorgte, wurde die Welt daran erinnert, dass der Markt auch von einer anderen Seite bedroht ist. Und zwar vom m\u00f6glichen Ausbleiben des \u00d6lexports aus Russland. Dieser ist n\u00e4mlich an einer seiner wichtigsten Stellen zum Erliegen gekommen \u2013 konkret \u00fcber die Ostseeh\u00e4fen Primorsk und Ust-Luga. Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf mit der Situation vertraute Branchenquellen berichtete, habe ein ukrainischer Gro\u00dfangriff mit Drohnen diese beiden H\u00e4fen lahmgelegt. Was hei\u00dft das f\u00fcr den \u00d6lpreis?<\/p>\n<p>Das wahre Ausma\u00df der Sch\u00e4den war am Montagmittag noch nicht klar. Am Sonntagabend hatte der Gouverneur der Region Leningrad, Alexander Drozdow, mitgeteilt, dass im Hafen von Primorsk mehrere Treibstofftanks in Brand geraten seien. Reuters zufolge wurden auch in Ust-Luga die Verladungen eingestellt, obwohl \u00fcber m\u00f6gliche Sch\u00e4den Unklarheit herrschte.<\/p>\n<p>Primorsk und Ust-Luga sind keine Nebenschaupl\u00e4tze im russischen \u00d6lexport, sondern zwei der zentralsten Stellen. So werden \u00fcber Primorsk nahe der Grenze zu Finnland t\u00e4glich etwa eine Million Barrel, sprich ungef\u00e4hr ein Prozent der globalen Tagesf\u00f6rderung, f\u00fcr den Export verschifft. Gemessen am russischen Gesamtexport von etwa sieben Millionen Barrel ist das ein Siebtel. \u00dcber Ust-Luga wiederum werden t\u00e4glich um die 700.000 Barrel auf Tanker verladen. Insgesamt ist das mehr, als der Iran vor dem Kriegsbeginn exportiert hat. Dazu komme, dass \u00fcber Primorsk auch 300.000 Barrel an hochwertigem Diesel (Euro 5) t\u00e4glich ausgef\u00fchrt werden, wie Michail Krutichin von der Moskauer Energieberatungsfirma Rus Energy im Gespr\u00e4ch mit der \u201ePresse\u201c erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Im Vergleich zu den elf Millionen Barrel, die die Welt bisher t\u00e4glich durch den Irankrieg und die Sperre der Stra\u00dfe von Hormus verliert, durch die ein F\u00fcnftel des globalen Verbrauchs flie\u00dft, nehmen sich die aktuell ausbleibenden russischen Volumina gering aus. \u201eDa momentan alles vom Thema Hormus \u00fcberlagert ist, l\u00e4sst sich die Auswirkung der Exportst\u00f6rung in den russischen H\u00e4fen auf den \u00d6lpreis nicht beziffern\u201c, sagt Johannes Benigni, Chef des internationalen Energieberatungsunternehmens JBC, auf Anfrage der \u201ePresse\u201c. Grunds\u00e4tzlich k\u00f6nnten Drohnen keine so schwerwiegenden, langfristigen Sch\u00e4den zuf\u00fcgen.<\/p>\n<p>Dennoch sei die entscheidende Frage, wie lange die Reparaturen dauern und ob neue Schl\u00e4ge durch die Ukraine folgen w\u00fcrden, erg\u00e4nzt Krutichin. In jedem Fall sei es sowohl f\u00fcr Russland als auch f\u00fcr den globalen \u00d6lmarkt schlecht. Dies umso mehr, als der Export durch den bedeutendsten Schwarzmeerhafen Noworossijsk, der eine Kapazit\u00e4t von 700.000 bis 800.000 Barrel pro Tag hat, in letzter Zeit aufgrund von Drohnenangriffen oder St\u00fcrmen immer wieder gest\u00f6rt war und aktuell etwa zehn Tage hinter dem Verladungsplan zur\u00fcckliegt. <\/p>\n<p>Die USA haben die Ukraine auch schon vor dem Irankrieg wiederholt aufgerufen, von Angriffen auf russische \u00d6linfrastruktur abzusehen. Die Ukraine ihrerseits hat in den vergangenen Wochen allerdings wiederholt gewarnt, dass Russland aufgrund der nun tempor\u00e4ren US-Sanktionslockerung gegen russisches \u00d6l und aufgrund des zuletzt explodierten \u00d6lpreises jetzt wieder blendend verdient und seine Kriegsmaschinerie wieder leichter finanzieren kann. Erst dieser Tage hat das KSE Institute der Kyiv School of Economics vorgerechnet, dass Russland selbst bei einem baldigen Ende der Kampfhandlungen am Golf zus\u00e4tzliche Rohstoffeinnahmen von 84 Milliarden Dollar generieren w\u00fcrde und die Steuereinnahmen dadurch um 45 Milliarden Dollar steigen w\u00fcrden. Stoppen die K\u00e4mpfe erst Ende Mai, k\u00f6nnten die Zusatzeinnahmen das Doppelte ausmachen. Und dauert der Konflikt sechs Monate, w\u00e4re das Steuerplus 151 Mrd. Dollar hoch \u2013 womit \u00fcbrigens die diesj\u00e4hrigen Milit\u00e4rausgaben von 145 Mrd. Dollar gedeckt w\u00e4ren. <\/p>\n<p>Andere Experten kommen zu deutlich niedrigeren Summen. Mit den jetzigen Angriffen auf die Exporth\u00e4fen will die Ukraine jedenfalls die russischen Einnahmen schm\u00e4lern. <\/p>\n<p>Partiell gelingen kann das nur an Russlands westlichen \u00d6lh\u00e4fen \u2013 sprich Primorsk, Ust-Luga, Noworossijsk und zahlreichen kleineren Terminals. Unter dem Strich wird \u00fcber sie deutlich mehr als die H\u00e4lfte des russischen \u00d6ls verschifft \u2013 und zwar vorwiegend die Sorte Urals, die gew\u00f6hnlich deutlich billiger als die europ\u00e4ische Sorte Brent gehandelt wird, aber aufgrund des Irankriegs nun teilweise gleich teuer war. <\/p>\n<p>Keine Handhabe hat die Ukraine gegen den russischen \u00d6lexport \u00fcber die Pipelines nach Ostasien, insbesondere nach China. \u00dcber sie flie\u00dft gut ein Drittel des russischen Exports \u2013 und zwar als \u00d6lsorte ESPO, die deutlich teurer ist als Urals. Hier haben auch die Sanktionen nur eine beschr\u00e4nkte Wirkung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Kurz bevor am Montag US-Pr\u00e4sident Donald Trump mit seiner Aussage, alle Angriffe auf die iranische Energieinfrastruktur f\u00fcr einen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":62405,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8],"tags":[40,41,18492,39,38],"class_list":{"0":"post-62404","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-nachrichten","9":"tag-news","10":"tag-oel","11":"tag-schlagzeilen","12":"tag-top-meldungen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116282099222517083","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62404","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=62404"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62404\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/62405"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=62404"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=62404"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=62404"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}