{"id":62614,"date":"2026-03-24T06:35:13","date_gmt":"2026-03-24T06:35:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/62614\/"},"modified":"2026-03-24T06:35:13","modified_gmt":"2026-03-24T06:35:13","slug":"usa-verbieten-alle-neuen-router-fuer-verbraucher","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/62614\/","title":{"rendered":"USA verbieten alle neuen Router f\u00fcr Verbraucher"},"content":{"rendered":"<p>              USA verbieten alle neuen Router f\u00fcr Verbraucher<\/p>\n<p>Die USA lassen ab sofort keine neuen Router f\u00fcr den Verbrauchermarkt zu, sofern sie nicht in den USA hergestellt sind. Damit hat die Regulierungsbeh\u00f6rde FCC am Montag (Ortszeit) den Markt schockiert. Gemeint ist nicht nur der Zusammenbau; vielmehr muss die gesamte Herstellungskette, vom Design \u00fcber Chips bis zur Software, ausschlie\u00dflich in den USA liegen und von Firmen mit US-Eigent\u00fcmern und -Management gestellt werden. Dies betrifft sowohl Router mit als auch ohne Funk.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Als Grund f\u00fcr das umfassende Verbot <a href=\"https:\/\/www.fcc.gov\/document\/fcc-updates-covered-list-include-foreign-made-consumer-routers\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">wird Nationale Sicherheit genannt<\/a>. Das Problem: Wir haben noch keine Routermodelle f\u00fcr Verbraucher gefunden, die in St\u00fcckzahlen komplett in den USA hergestellt werden.<\/p>\n<p>Bereits zugelassene Modelle d\u00fcrfen laut FCC (Federal Communications Commission) weiter genutzt und verkauft werden. Allerdings f\u00fchrt das Verbot, in Verbindung mit einer Regel\u00e4nderung vom Dezember, dazu, dass auch Updates von Firmware oder Software f\u00fcr bereits zugelassene Modelle ab sofort unzul\u00e4ssig w\u00e4ren. Eine Ausnahmegenehmigung erlaubt bestimmte Softwareupdates noch bis 1. M\u00e4rz 2027.<\/p>\n<p>Die Ausnahme gilt offenbar nicht f\u00fcr Updates, die neue Funktionen mit sich bringen. Aber Sicherheitsl\u00fccken d\u00fcrfen vorerst noch geschlossen und Kompatibilit\u00e4tsprobleme mit Betriebssystemen noch gel\u00f6st werden. Ob diese Genehmigung f\u00fcr eingeschr\u00e4nkte Software- oder Firmwareupdates Anfang 2027 verl\u00e4ngert wird, bleibt abzuwarten.<\/p>\n<p>Hohe H\u00fcrden f\u00fcr Ausnahmegenehmigungen<\/p>\n<p>Ausnahmegenehmigungen sind m\u00f6glich, aber mit so <a href=\"https:\/\/www.fcc.gov\/sites\/default\/files\/Guidance-for-Conditional-Approvals-Submissions0326.pdf\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">hohen Auflagen<\/a> verbunden, dass sich das nur wenige Hersteller antun d\u00fcrften. [Ab hier Update 5:27 Uhr] F\u00fcr jedes Modell ist ein eigener Antrag erforderlich. Das gilt sowohl f\u00fcr Router, die in den allgemeinen Vertrieb gelangen, als such solche, die von Internetprovidern an Kunden verteilt oder \u00fcber den Gro\u00dfhandel zum Einsatz in Unternehmen verkauft werden.<\/p>\n<p>Als Erstes m\u00fcssen im Antrag umfangreich Angaben zu Firmenstruktur, Partnern und etwaigen Joint Ventures, Eigent\u00fcmern ab f\u00fcnf Prozent, Management und jeglicher m\u00f6glicher Einflussnahme durch ausl\u00e4ndischer Regierungen gemacht werden. Darauf folgt die Offenlegung wettbewerbsrelevanter Umst\u00e4nde: Alle Bestandteile (bill of materials) samt jeweiligem Herkunftsland, die Inhaber aller relevanten Immaterialg\u00fcterrechte, wer f\u00fcr Software-Updates zust\u00e4ndig ist, wo genau die Router hergestellt, zusammengebaut und getestet werden, woher Firmware und Software kommen, Angaben zu allen Single Points of Failure in der Lieferkette samt Alternativpl\u00e4nen und vor allem eine Rechtfertigung, warum das Ger\u00e4t nicht in den USA hergestellt wird, warum die konkreten ausl\u00e4ndischen Bezugsquellen gew\u00e4hlt wurden und welche Alternativen es daf\u00fcr gibt.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich muss jeder Ausnahmewerber einen &#8222;detaillierten, zeitlich verpflichtenden Plan zur Etablierung oder Erweiterung der Produktion in den USA&#8220; f\u00fcr den jeweiligen Router vorlegen. Das muss detailliert sein, samt bereits ausgegebener und geplanter Investitionssummen, Geldquellen und exakter Zeitreihen und Meilensteine. Im Genehmigungsfall sind quartalsweise Fortschrittsberichte Pflicht, zudem muss in jedem weiteren Antrag Rechenschaft \u00fcber die Fortschritte bei den Verpflichtungen aus fr\u00fcheren Genehmigungen gelegt werden.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Kriegsministerium oder Heimatsicherheit<\/p>\n<p>Der Antrag muss entweder beim Kriegsministerium oder beim Ministerium f\u00fcr Heimatsicherheit eingebracht werden. Etwaige Genehmigungen werden nur zeitlich befristet erteilt. Einerseits k\u00f6nnen sich die Umst\u00e4nde ja \u00e4ndern, andererseits ist das ein Druckmittel, um die Verlagerung der Produktion in die USA sicherzustellen. Und das ist umfasend gemeint: \u201eHerstellung umfasst generell alle wesentlichen Etappen, samt Herstellung, Zusammenbau, Design und Entwicklung.\u201c<\/p>\n<p>Das Konzept orientiert sich ausdr\u00fccklich am <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/USA-FCC-untersagt-faktisch-Import-einiger-neuer-auslaendischer-Drohnen-11123562.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Verbot neuer ausl\u00e4ndischer Flugdrohnenmodelle<\/a>, das die FCC kurz vor Weihnachten verk\u00fcndet hat. Vor einer Woche hat die Beh\u00f6rde die <a href=\"https:\/\/www.fcc.gov\/supplychain\/coveredlist#conditional-approvals\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">ersten Ausnahmegenehmigungen<\/a> erteilt: Drei Flugdrohnenmodelle und ein Software Defined Radio f\u00fcr Flugdrohnen d\u00fcrfen um Vertriebserlaubnis bis Jahresende ansuchen.<\/p>\n<p>What is a Router?<\/p>\n<p>Dass sich der Aufwand bei Routern f\u00fcr den Verbrauchermarkt, die in der Regel nur geringe Margen abwerfen, rechnet, ist zu bezweifeln. Das f\u00fchrt zur Frage, was die FCC genau unter Routern f\u00fcr den Verbrauchermarkt (consumer-grade routers) versteht. Dazu verweist die Beh\u00f6rde zun\u00e4chst auf die ver\u00f6ffentlichte Zusammenfassung einer <a href=\"https:\/\/www.fcc.gov\/sites\/default\/files\/NSD-Routers0326.pdf\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Feststellung nicht genannter US-Geheimdienste<\/a>, die wiederum auf eine Publikation des US-Normungsinstituts NIST (National Institute of Standards and Technology) Bezug nimmt.<\/p>\n<p>Das NIST hat im September 2024 Vorschl\u00e4ge zur St\u00e4rkung der \u2013 unbestritten bescheidenen \u2013 IT-Sicherheit bei Routern unterbreitet (<a href=\"https:\/\/nvlpubs.nist.gov\/nistpubs\/ir\/2024\/NIST.IR.8425A.pdf\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">NIST IR 8425A<\/a>). Darin hei\u00dft es: &#8222;Routers forward data packets, most commonly Internet Protocol (IP) packets, between networked systems.&#8220; Zu Deutsch: &#8222;Router leiten Datenpakete weiter, meistens nach dem Internet Protokoll (IP), zwischen vernetzten Systemen.&#8220; Mehr sagt auch die FCC nicht dazu.<\/p>\n<p>Das umfasst eine gro\u00dfe Bandbreite an Ger\u00e4ten, von WLAN-Repeatern bis zu Smartphones, und h\u00e4ngt auch von deren konkreten Einsatz ab. Was genau gemeint ist, h\u00e4ngt vielleicht von der Stimmung bei der FCC ab. Sie nennt diverse Probleme und IT-Angriffe, die durch Sicherheitsl\u00fccken in Routern beg\u00fcnstigt worden sind. Dabei spricht sie durchwegs von &#8222;ausl\u00e4ndischen&#8220; Router, was stimmt, weil es ja keine nach FCC-Definition inl\u00e4ndischen gibt. Argumente, wonach hypothetisch in den USA hergestellte Router sicherer w\u00e4ren, bringt die Beh\u00f6rde nicht vor.<\/p>\n<p>Gleichzeitig weist die FCC darauf hin, f\u00fcr das Verbot nicht zust\u00e4ndig zu sein, sondern nur f\u00fcr dessen Bekanntgabe und Durchsetzung. Der Befehl dazu komme von den nicht genannten US-Geheimdiensten. Dennoch begr\u00fc\u00dft FCC-Vorsitzender Brendan Carr den Befehl ausdr\u00fccklich und zeigt sich erfreut, im Ausland hergestellte Router auf die Verbotsliste gesetzt zu haben.<\/p>\n<p>heise online hat die FCC gefragt, ob sie Open Source Software als im Inland hergestellt einstuft.<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:ds@heise.de\" title=\"Daniel AJ Sokolov\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">ds<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. Jetzt eine Woche unverbindlich testen \u2013 ohne Verpflichtung!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"USA verbieten alle neuen Router f\u00fcr Verbraucher Die USA lassen ab sofort keine neuen Router f\u00fcr den Verbrauchermarkt&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":62615,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[46,42,95,90,89,25266,25267,103,91,94,25268,25269,44,5276,3290,93,92,439,255],"class_list":{"0":"post-62614","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-unternehmen-maerkte","8":"tag-at","9":"tag-austria","10":"tag-business","11":"tag-companies","12":"tag-companies-markets","13":"tag-fcc","14":"tag-handelskrieg","15":"tag-it","16":"tag-markets","17":"tag-maerkte","18":"tag-nationale-sicherheit","19":"tag-netze","20":"tag-oesterreich","21":"tag-regulierung","22":"tag-router","23":"tag-unternehmen","24":"tag-unternehmen-maerkte","25":"tag-usa","26":"tag-wirtschaft"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116282767618876067","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62614","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=62614"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62614\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/62615"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=62614"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=62614"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=62614"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}