{"id":62690,"date":"2026-03-24T07:33:26","date_gmt":"2026-03-24T07:33:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/62690\/"},"modified":"2026-03-24T07:33:26","modified_gmt":"2026-03-24T07:33:26","slug":"europa-uebersieht-jede-fuenfte-tuberkulose-behoerden-warnen-vor-wachsender-resistenz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/62690\/","title":{"rendered":"Europa \u00fcbersieht jede f\u00fcnfte Tuberkulose: Beh\u00f6rden warnen vor wachsender Resistenz"},"content":{"rendered":"<p>Jeder f\u00fcnfte Tuberkulosefall in der europ\u00e4ischen Region bleibt unentdeckt. Die Medikamentenresistenz liegt dort h\u00f6her als in anderen Weltregionen, warnt ein neuer Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des Europ\u00e4ischen Zentrums f\u00fcr die Pr\u00e4vention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC). <\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Zwar ist die Gesamtzahl der F\u00e4lle zur\u00fcckgegangen, doch Tuberkulose (TB) bleibt in der Europ\u00e4ischen Union ein ernstes Problem f\u00fcr die \u00f6ffentliche Gesundheit. Die Fortschritte auf dem Weg zur Eliminierung der Krankheit reichen laut Bericht nicht aus. <\/p>\n<p>Tuberkulose ist weltweit die h\u00e4ufigste Todesursache durch einen einzelnen Erreger. Die Infektionskrankheit verbreitet sich von Mensch zu Mensch, wenn eine Person mit Lungentuberkulose beim Husten Bakterien in die Luft abgibt.<\/p>\n<p>Die Symptome h\u00e4ngen davon ab, welcher Teil des K\u00f6rpers betroffen ist. Am h\u00e4ufigsten sind ein anhaltender Husten \u00fcber mehr als zwei Wochen, Fieber, Nachtschwei\u00df und Gewichtsverlust.<\/p>\n<p>Die Inzidenz in der WHO-Region Europa, die 53 Staaten in Europa und Zentralasien umfasst, ist seit 2015 um 39 Prozent gesunken. Die Zahl der Todesf\u00e4lle ging um 49 Prozent zur\u00fcck. <\/p>\n<p>Beide Werte verfehlen jedoch die Zwischenziele der WHO-Strategie \u201eEnd TB\u201c f\u00fcr 2025, die bei 50 beziehungsweise 75 Prozent liegen. <\/p>\n<p>In der Europ\u00e4ischen Union nahmen die Fallzahlen um 33 Prozent ab, die Todesf\u00e4lle um 17 Prozent. Das reicht nicht, um die Ziele f\u00fcr 2030 zu erreichen, betonen die Gesundheitsbeh\u00f6rden, was zu tausenden vermeidbaren Neuinfektionen und Todesf\u00e4llen f\u00fchrt. <\/p>\n<p>Im Jahr 2024 meldeten die L\u00e4nder der Region mehr als 160 000 neu diagnostizierte TB-F\u00e4lle, w\u00e4hrend die tats\u00e4chliche Zahl auf 204 000 gesch\u00e4tzt wird \u2013 damit wurden nur 79 Prozent der gesch\u00e4tzten neuen und wiederaufgetretenen F\u00e4lle erfasst. <\/p>\n<p>Nach Angaben von Hans Kluge, Regionaldirektor der WHO f\u00fcr Europa, bedeutet die hohe Zahl unerkannter F\u00e4lle nicht nur ein Versagen bei der Diagnostik. Sie nimmt Patientinnen und Patienten auch die Chance auf eine fr\u00fchere Behandlung, weniger Leid und eine geringere Weiterverbreitung. <\/p>\n<p>\u201eWenn L\u00e4nder in eine schnelle Diagnostik, k\u00fcrzere vollst\u00e4ndig orale Behandlungsregime und eine st\u00e4rkere Nachsorge investieren, erreichen sie mehr Menschen fr\u00fcher, verbessern die Behandlungsergebnisse und bringen uns wieder auf Kurs in Richtung unserer Ziele\u201c, sagte er. <\/p>\n<p>Eine versp\u00e4tete Diagnose erschwert nicht nur die Therapie f\u00fcr die Betroffenen, sondern erh\u00f6ht laut Bericht auch das Risiko, andere anzustecken.<\/p>\n<p>Antibiotikaresistenzen nehmen zu<\/p>\n<p>Medikamentenresistente TB bleibt in Europa eine gro\u00dfe Herausforderung, so der Bericht. Der Anteil multiresistenter Tuberkulose bei neuen F\u00e4llen liegt bei 23 Prozent, bei bereits behandelten Patientinnen und Patienten bei 51 Prozent \u2013 deutlich mehr als die weltweiten Durchschnittswerte von drei Komma zwei Prozent beziehungsweise sechzehn Prozent. <\/p>\n<p>Die hohe Resistenzrate, besonders bei zuvor behandelten Personen, \u00fcbersteigt die globalen Durchschnittswerte deutlich und zeigt, dass sich resistente Erreger weiter verbreiten.<\/p>\n<p>Die Standardtherapie bei nicht-resistenter TB besteht aus einer sechsmonatigen Behandlung mit vier Medikamenten der ersten Wahl (Isoniazid, Rifampicin, Ethambutol und Pyrazinamid); sie f\u00fchrt in der Regel in mehr als f\u00fcnfundachtzig Prozent der F\u00e4lle zum Erfolg. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2026\/03\/11\/bericht-industrie-hinkt-im-kampf-gegen-antimikrobielle-resistenzen-hinterher\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Antibiotikaresistente<\/a> Varianten erfordern l\u00e4ngere Behandlungen mit mehr Medikamenten und sind mit geringeren Erfolgsraten verbunden. <\/p>\n<p>Die meisten europ\u00e4ischen Staaten gelten als L\u00e4nder mit niedriger Inzidenz, mit einer Melderate von weniger als zehn F\u00e4llen pro 100 000 Einwohner. Dort trifft TB vor allem vulnerable Gruppen wie Migrantinnen und Migranten, Gef\u00e4ngnisinsassen und Menschen mit HIV-Koinfektion.<\/p>\n<p>Nach Einsch\u00e4tzung von Ralf Otto-Knapp vom Deutschen Zentralkomitee zur Bek\u00e4mpfung der Tuberkulose, der nicht an dem Bericht mitgearbeitet hat, lenken die niedrigen Fallzahlen in Westeuropa die Aufmerksamkeit von der Krankheit ab. Das erschwert die Bek\u00e4mpfung neuer F\u00e4lle multiresistenter Tuberkulose. <\/p>\n<p>\u201eDarauf m\u00fcssen wir vorbereitet sein\u201c, sagte er. \u201eDaf\u00fcr brauchen wir st\u00e4rkere Behandlungs- und Pr\u00e4ventionsangebote, einen leichten Zugang zu neuen Medikamenten und eine bessere Zusammenarbeit \u00fcber Grenzen hinweg.\u201c <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Jeder f\u00fcnfte Tuberkulosefall in der europ\u00e4ischen Region bleibt unentdeckt. 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