{"id":64554,"date":"2026-03-25T07:01:10","date_gmt":"2026-03-25T07:01:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/64554\/"},"modified":"2026-03-25T07:01:10","modified_gmt":"2026-03-25T07:01:10","slug":"donauinsel-stadt-fluss-und-zufall-mi-25-03-2026-1300","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/64554\/","title":{"rendered":"Donauinsel: Stadt, Fluss und Zufall | MI | 25 03 2026 | 13:00"},"content":{"rendered":"<p class=\"articleDate\">25. M\u00e4rz 2026, 13:00<\/p>\n<p>\u00dcber 30 Jahre Planungs- und Bauzeit gingen ins Land, bis die Donauinsel in Wien 1988 fertiggestellt werden konnte &#8211; und damit ein vielf\u00e4ltiger Erholungs- und Naturraum auf 21 Kilometer L\u00e4nge und bis zu 250 Meter Breite. Zugleich mit der Neuen Donau erbaut, sollte die gigantische Ma\u00dfnahme Wien vor drohenden Hochwasserfluten sch\u00fctzen &#8211; diesmal definitiv. <\/p>\n<p>&#8222;Die Donauinsel. 21 Kilometer Freiraum&#8220; hei\u00dft denn auch die neue Ausstellung im Wien Museum, die ab 26. M\u00e4rz daran erinnert, welche verschlungenen, oft vom Zufall bestimmten Wege das Doppel-Bauwerk Donauinsel und Neue Donau gegangen war; wie viele Institutionen, Parteien, Dienststellen, Medien, aber auch die zunehmend interessierte \u00d6ffentlichkeit sich in die Diskussion um die Varianten f\u00fcr den Hochwasserschutz eingemischt haben. 1954 waren Teile des 2. und 20. Bezirks \u00fcberflutet worden, die Planungen f\u00fcr die zweite gro\u00dfe Donauregulierung hatten begonnen; bis zum offiziellen Spatenstich f\u00fcr die Donauinsel dauerte es noch 18 Jahre.<\/p>\n<p>Was aber sollte auf den 38 Millionen Kubikmetern Aushubmaterial werden, die ab 1972 zur Donauinsel aufgesch\u00fcttet wurden? Vorschl\u00e4ge gab es viele: Ein Zentralbahnhof mit Shopping-Zone, ein Truppen\u00fcbungsplatz, Hochhaus-Bebauung mit Donaublick, um die immensen Kosten des Projekts durch Immobilienverkauf wenigstens teilweise wieder einzuspielen. Oder doch das Gegenteil: statt Bebauung lieber Renaturierung des 21 Kilometer langen k\u00fcnstlichen Schotterk\u00f6rpers zum Wohle der erholungsbed\u00fcrftigen Wiener Bev\u00f6lkerung? <\/p>\n<p>&#8222;Die heutige Donauinsel war zun\u00e4chst ein reines Nebenprodukt der Planungen f\u00fcr das Entlastungsgerinne&#8220;, schreibt Ko-Kuratorin Ulrike Krippner im Begleitband zur Ausstellung. <br \/>Und der langj\u00e4hrige Donauinselkoordinator, Bruno Domany, erg\u00e4nzt im Interview: &#8222;Seit der Wiederaufbau-Enquete 1945\/46 hie\u00df das st\u00e4dtebauliche Leitbild \u0082Wien an die Donau&#8216;, denn das fast 500 Meter breite \u00dcberschwemmungsgebiet wurde schon damals als trennende Z\u00e4sur bewertet. Budapest mit seiner bis an den Strom reichenden Bebauung galt als Vorbild&#8220;, erz\u00e4hlt Domany. <br \/>Nicht zuletzt das seit Hainburg gewachsene \u00f6kologische Bewusstsein in Teilen der Bev\u00f6lkerung sorgte schlie\u00dflich daf\u00fcr, dass aus der Donauinsel wurde, wof\u00fcr sie heute &#8211; trotz immer h\u00f6her werdendem Nutzungsdruck &#8211; noch steht: ein kostenlos zug\u00e4nglicher Freizeit- und R\u00fcckzugsraum, gro\u00dffl\u00e4chig genug, um auch den sommerlichen Ansturm von mehr als 200.000 Menschen pro Tag auszuhalten. <\/p>\n<p>Aber nicht nur Wien will Stadt und Fluss n\u00e4her zusammenbringen. Auch in Linz haben etwa die begr\u00fcnte Donaul\u00e4nde, mehrere Museumsbauten und ein Stadtstrand l\u00e4ngst daf\u00fcr gesorgt, die Aufenthaltsqualit\u00e4t am Donau-Ufer zu erh\u00f6hen. <\/p>\n<p>International hat die Idee, St\u00e4dte wieder mehr an lange vernachl\u00e4ssigte Flussl\u00e4ufe anzubinden, seit langem Konjunktur &#8211; um mehr Urbanit\u00e4t zu schaffen und im Wettstreit der Metropolen mitzuspielen. In M\u00fcnchen beispielsweise sind die innerst\u00e4dtischen Isar-Auen als R\u00fcckzugs- und Party-Location mittlerweile schon fast \u00fcbernutzt, in Paris hat die gr\u00fcne Politik von B\u00fcrgermeisterin Anne Hidalgo dazu beigetragen, dass Einheimische wie Touristen an den Ufer-Stra\u00dfen entlang der Seine &#8211; jahrzehntelang als Autostra\u00dfen genutzt &#8211; nun wieder spazieren k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Alexander Musik diskutiert mit Ulrike Krippner, Landschaftsarchitektin und Co-Kuratorin der Ausstellung &#8222;Donauinsel&#8220;, und dem Linzer Architekten und Stadtplaner Andreas Kleboth \u00fcber den Werdegang des Ausnahme-Projektes Wiener Donauinsel und Erfolge und R\u00fcckschritte des stadtplanerischen Konzepts &#8222;Stadt am Fluss&#8220; in \u00d6sterreich und international. <\/p>\n<p>Wie immer sind Sie eingeladen mitzudiskutieren: Anrufe kostenlos aus ganz \u00d6sterreich unter 0800 22 69 79; E-Mails an punkteins(at)orf.at <\/p>\n<p>Wie kann es gelingen, dass eine Stadt sich dem Fluss &#8222;zuwendet&#8220;? Wie erleben Sie die Nutzung der Uferr\u00e4ume in Ihrer Stadt? Wie wichtig ist Ihnen als Wienerin oder Wiener die Donauinsel und ihr Freizeitwert? Ist es angesichts des angespannten Wohnungsmarkts nicht denkbar, gro\u00dfe Freir\u00e4ume gerade entlang der Flussufer wie die Donauinsel doch zu bebauen?<\/p>\n<p>Service<\/p>\n<p>Service: <br \/><a href=\"https:\/\/wienmuseum.at\/donauinsel_2026\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">&#8222;Die Donauinsel &#8211; 21 Kilometer Freiraum&#8220;<\/a><br \/>Ort: Wien Museum, Karlsplatz 8, 1040 Wien<br \/>Zeit: 26. M\u00e4rz &#8211; 30. August 2026<\/p>\n<p>Sendereihe<\/p>\n<p>Gestaltung<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"25. 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