{"id":64822,"date":"2026-03-25T10:09:09","date_gmt":"2026-03-25T10:09:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/64822\/"},"modified":"2026-03-25T10:09:09","modified_gmt":"2026-03-25T10:09:09","slug":"was-die-sardine-angeblich-alles-kann-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/64822\/","title":{"rendered":"Was die Sardine (angeblich) alles kann \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Eines ist klar: Ein paar sch\u00f6ne Sardinen aus der Dose auf einem guten (Butter-)Brot k\u00f6nnen das perfekte Abendessen sein. Zugegebenerma\u00dfen auch, weil kaum etwas schneller geht \u2013 aber sicher nicht nur. Sardinen taugen \u2013 wie die leidenschaftliche Gastgeberin Bernadette W\u00f6rndl an dieser Stelle bereits erkl\u00e4rt hat \u2013 sogar f\u00fcr G\u00e4ste. Noch mehr vielleicht, wenn man dazu wie der Berliner Zwei-Sterne-Koch Tim Raue nicht nur R\u00f6stbrot und Limette kredenzt, sondern auch noch eine Flasche Champagner.<\/p>\n<p>Den Ruf der Sardine braucht man sicher nicht mehr zu retten. Die fingerlangen, silbergl\u00e4nzenden Fische in ihren typischen, rechteckigen Konservendosen m\u00f6gen einmal ein bescheidenes Arme-Leute-Essen gewesen sein. Doch das ist lang vorbei. Heute ist die klassische Sardinendose zwar immer noch wohlfeil \u2013 durchaus ein weiteres Plus, neben der schnellen Verf\u00fcgbarkeit. Es gibt aber auch die Deluxe-Variante \u2013 lange gereifte Jahrgangssardinen haben Kilopreise von \u00fcber 100 Euro. Und aktuell sind Dosensardinen auch im Internet (wieder einmal) im Aufwind. <\/p>\n<p>Schon im vergangenen Sommer riefen Influencerinnen den Sardine Girl Summer aus: Sie trugen Kleider mit Sardinenprints, als Sardinendosen gestylte Handtaschen und Fischohrringe und zelebrierten den bescheidenen Dosenfisch auch als hippen Snack: auf getoastetem (Sauerteig-)Brot mit Zitrone, auf Avocadotoast oder in der Pasta. Der Hype ist offenbar ungebrochen: Wer sich aktuell durch die sozialen Medien klickt, entdeckt noch immer Sardinencontent ohne Ende. Da werden Sardinen quasi ger\u00e4uchert, indem man auf die ge\u00f6ffnete Dose ein St\u00fcck K\u00fcchenrolle legt und dieses anz\u00fcndet. Sie werden zu Aufstrichen gemixt, in der Pfanne bei niedriger Hitze so lange angebraten, bis alles knusprig ist, in den Salat geschmissen oder in B\u00e4llchen frittiert \u2013 nur ein paar der wahrscheinlich Millionen von Rezeptideen f\u00fcr Sardinen, sofern man sie nicht direkt aus der Dose essen will: Letzteres gilt quasi als die 2.0-Variante des Girl Dinner \u2013 der Snackplatte beziehungsweise Jause als Abendessen, die vor ein paar Jahren auf TikTok trendete.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"figure__image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/1774433349_485_fisch.jpg\" alt=\"Die Dosensardine hat viel zu bieten: vom schnellen Abendessen bis zur guten Omega3-Versorgung \u2013 die sich auch in der Haut spiegeln kann.\" width=\"1000\" height=\"600\" loading=\"lazy\" fetchpriority=\"low\"\/><\/p>\n<p>Die Dosensardine hat viel zu bieten: vom schnellen Abendessen bis zur guten Omega3-Versorgung \u2013 die sich auch in der Haut spiegeln kann.\u2003Imago\/Christoph Hardt<\/p>\n<p>Die Sardinen werden allerdings nicht nur ob ihres kulinarischen Potenzials gefeiert, sondern auch oder vor allem wegen ihres Potenzial f\u00fcr Sch\u00f6nheit und Gesundheit \u2013 von Fettabbau bis zu strahlender Haut. \u201eEat your skincare\u201c, steht \u00fcber zahlreichen Sardinenvideos im Netz: Iss deine Hautpflege. Andere preisen die Sardine als ideal, um Fett abzubauen und den Stoffwechsel anzukurbeln \u2013 und essen daf\u00fcr teilweise tagelang ausschlie\u00dflich Sardinen. \u201eSardine Fast\u201c nennt sich das dann, popularisiert von der US-amerikanischen \u00c4rztin und Influencerin Annette Bosworth (\u201eDr. Boz\u201c) als Form einer ketogenen Di\u00e4t.<\/p>\n<p>Diesen Trend des Sardinenfastens hat der Harvard-Forscher Nick Norwitz auf die Spitze getrieben: Er ern\u00e4hrte sich 30 Tage lang (fast) nur von Sardinen, 1000 an der Zahl. \u201eSie sind der Proteinriegel und das Multivitaminpr\u00e4parat der Natur in einem; eines der wenigen Lebensmittel, die ich tats\u00e4chlich als Superfood bezeichnen w\u00fcrde\u201c, sagt er in dem Video, in dem er von seinem Experiment erz\u00e4hlt. Seine Erkenntnis? Er habe sich gro\u00dfartig gef\u00fchlt, K\u00f6rperfett verloren und seine Omega3-Werte h\u00e4tten sogar die Skala gesprengt. \u201eAber leider habe ich begonnen, wie ein Fischh\u00e4ndler zu stinken.\u201c Das muss (beziehungsweise sollte) man nicht unbedingt nachmachen. \u201eJede Art der einseitigen Ern\u00e4hrung ist aus meiner Sicht nicht empfehlenswert und erst recht nicht ohne \u00e4rztliche Begleitung\u201c, sagt Oliver Helk, Internist und Vizepr\u00e4sident des \u00d6sterreichischen Akademischen Instituts f\u00fcr Ern\u00e4hrungsmedizin. \u201eGrunds\u00e4tzlich ist die Sardine aber ein Nahrungsmittel, das der Normalb\u00fcrger in \u00d6sterreich durchaus h\u00e4ufiger in seine Ern\u00e4hrung einbauen k\u00f6nnte. Man muss nur aufpassen, weil manche Zubereitungsarten sehr salzreich sind.\u201c <\/p>\n<p class=\"fm-quote__text\">\n        \u00bbDie Sardine ist ein Nahrungsmittel, das der Normalb\u00fcrger in \u00d6sterreich durchaus h\u00e4ufiger in seine Ern\u00e4hrung einbauen k\u00f6nnte.\u00ab\n    <\/p>\n<p>        Oliver Helk<\/p>\n<p class=\"fm-quote__attrib\">\n        Internist und Ern\u00e4hrungsmediziner\n    <\/p>\n<p>Sardinen sind sehr n\u00e4hrstoffreich, sie versorgen den K\u00f6rper mit gut verwertbarem Eiwei\u00df und zahlreichen Vitaminen und Mikron\u00e4hrstoffen, von den bereits genannten Omega3-Fetts\u00e4uren \u2013 von denen die Menschen hierzulande verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig zu wenig zu sich nehmen \u2013 \u00fcber B12, Selen und Zink bis zu Kalzium \u2013 Letzteres, weil man gerade bei Dosenfisch ja in der Regel auch Gr\u00e4ten und R\u00fcckgrat mitisst. \u201eDie Sardine geh\u00f6rt, seit ich das Thema \u00fcberblicke, zu den top tierischen Lebensmitteln\u201c, sagt die Ern\u00e4hrungswissenschaftlerin Theres Rathmanner. <\/p>\n<p>Ist sie ein Schlankmacher? Die Frage sei etwas verk\u00fcrzt \u2013 ein Lebensmittel allein mache da in der Regel nicht den gro\u00dfen Unterschied. Es stecke aber durchaus etwas dahinter. Durch die Kombination aus Protein und gesunden Fetten s\u00e4ttigten Sardinen gut \u2013 das k\u00f6nne schon einmal helfen, andere (potenziell unges\u00fcndere) Lebensmittel in der Folge quasi zu verdr\u00e4ngen, sagt der Mediziner Helk. Gerade wenn man sich vorher sehr kohlenhydratreich ern\u00e4hrt habe, k\u00f6nne das einen Unterschied machen. Und Omega3-Fetts\u00e4uren k\u00f6nnten den Adiponektinspiegel im Blut erh\u00f6hen, der den Stoffwechsel reguliert. <\/p>\n<p>Auch das mit der strahlenden Haut \u2013 Stichwort Sardine Glow \u2013 haben sich die Influencerinnen nicht aus den Fingern gesogen. Auch hier wieder vor allem wegen des hohen Omega3-Gehalts, besonders wegen des EPA, das unter anderem als entz\u00fcndungshemmend gilt. \u201eDas ist sicher der Stoff, auf dem dieser Hype am st\u00e4rksten basiert\u201c, sagt die Wiener Dermatologin Julia L\u00e4mmerhirt. Zudem speisen sich aus den Fetten, die wir zu uns nehmen, unsere Hautfette \u2013 und die sind entscheidend daf\u00fcr, wie viel Wasser die Haut speichern kann, was sich wiederum in einem sch\u00f6nen, prallen Erscheinungsbild \u00e4u\u00dfert.<\/p>\n<p>\u201eNiemand kriegt von einer einzigen Sache, die er isst, einen Glow, aber es ist absolut nicht abwegig, da auch auf die Sardine zu setzen\u201c, sagt L\u00e4mmerhirt. Sie k\u00f6nne sich auch vorstellen, dass man nach einer 30-Tage-Challenge (mit t\u00e4glich einer Dose Sardinen, wie im Netz teilweise veranstaltet) erste Effekte sieht: \u201eDie Haut erneuert sich in einem Vier-Wochen-Zyklus \u2013 wenn das jemand statt Nahrungserg\u00e4nzung als Kick-off machen m\u00f6chte, kann er das probieren.\u201c Mit zwei Einschr\u00e4nkungen: Was passiert danach \u2013 und wie steht es um die Qualit\u00e4t? Je mehr man von etwas zu sich nimmt, desto wichtiger ist das. <\/p>\n<p>Was die Schwermetallbelastung angeht, sind Sardinen grunds\u00e4tzlich eine gute Wahl: Sie stehen weit unten in der Nahrungskette und gelten im Vergleich zu gr\u00f6\u00dferen Raubfischen als quecksilberarm. Eine Frage ist, worin die Sardinen wom\u00f6glich eingelegt sind \u2013 die Varianten reichen von billigem Sonnenblumen\u00f6l bis zu Oliven\u00f6l extra vergine. Und ob wegen der Metalldosen unerw\u00fcnschte Stoffe mitgegessen werden: \u201eKonservendosen sind meistens innen mit Epoxidharzen beschichtet, was zur Migration von Bisphenol A ins Produkt f\u00fchren kann\u201c, sagt dazu Ern\u00e4hrungswissenschaftlerin Rathmanner. <\/p>\n<p>Die EU-Lebensmittelbeh\u00f6rde hat die absichtliche Verwendung von Bisphenol A daher untersagt, f\u00fcr Fisch-, Obst- und Gem\u00fcsekonserven gilt eine \u00dcbergangsfrist bis 2028. \u201eIch leite folgende Empfehlung \u2013 f\u00fcr mich \u2013 daraus ab\u201c, sagt Rathmanner: \u201eGrunds\u00e4tzlich so viel wie m\u00f6glich unverpackt kaufen, und Fischkonserven keinesfalls t\u00e4glich, sondern alle ein, zwei Wochen einmal.\u201c Das sei auch aus Gr\u00fcnden der Nachhaltigkeit gut: Sardinen sind zwar nicht generell von \u00dcberfischung betroffen, in bestimmten Regionen aber doch.<\/p>\n<p>        Auf einen Blick<\/p>\n<p>Sardinen geh\u00f6ren zu den n\u00e4hrstoffreichsten Lebensmitteln: Sie liefern Proteine, Omega3-Fetts\u00e4uren, Selen, B-Vitamine und (wenn man die Gr\u00e4ten mitisst) auch Kalzium. Einschr\u00e4nkungen: Man sollte auf die Qualit\u00e4t achten (Stichwort \u00d6l), bei Dosenprodukten aufpassen (Bisphenol\u2009A) und auf die Region schauen, aus der sie stammen: Im Mittelmeer sind die Best\u00e4nde laut WWF \u00fcberfischt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Eines ist klar: Ein paar sch\u00f6ne Sardinen aus der Dose auf einem guten (Butter-)Brot k\u00f6nnen das perfekte Abendessen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":64823,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8],"tags":[40,41,39,38,10149],"class_list":{"0":"post-64822","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-nachrichten","9":"tag-news","10":"tag-schlagzeilen","11":"tag-top-meldungen","12":"tag-trend"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116289271519724177","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64822","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=64822"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64822\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/64823"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=64822"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=64822"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=64822"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}