{"id":65418,"date":"2026-03-25T16:20:07","date_gmt":"2026-03-25T16:20:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/65418\/"},"modified":"2026-03-25T16:20:07","modified_gmt":"2026-03-25T16:20:07","slug":"refuels-koennten-fossile-kraftstoffe-in-europa-komplett-ersetzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/65418\/","title":{"rendered":"ReFuels k\u00f6nnten fossile Kraftstoffe in Europa komplett ersetzen"},"content":{"rendered":"\n<p>Millionen Autos, Lkw und Lieferwagen sind t\u00e4glich auf Europas Stra\u00dfen unterwegs \u2013 fast alle noch immer mit Benzin oder Diesel im Tank. Wie k\u00f6nnen wir den Verkehr in Zukunft klimafreundlicher gestalten? Genau hier k\u00f6nnte ein bislang untersch\u00e4tzter Rohstoff eine entscheidende Rolle spielen: Reststoffe aus Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Bioabf\u00e4llen. Aus diesen lassen sich einer neuen Studie zufolge genug biogene Kraftstoffe erzeugen, um alle Fahrzeuge auf Europas Stra\u00dfen fossilfrei anzutreiben.<\/p>\n<p>Der Verkehrssektor z\u00e4hlt zu den gr\u00f6\u00dften Verursachern von Treibhausgasen. Zwar gewinnt die Elektromobilit\u00e4t weltweit und auch in Europa an Bedeutung, doch ein gro\u00dfer Teil der Fahrzeuge wird noch mit Verbrennermotoren betrieben \u2013 und das k\u00f6nnte auch noch l\u00e4nger so bleiben. Um den Verkehr dennoch klimaneutral zu machen, braucht es daher nachhaltigere Kraftstoff-Alternativen zu fossilem Benzin und Diesel.<\/p>\n<p>Alternativen zu fossilen Kraftstoffen<\/p>\n<p>Welche Alternativen das sein k\u00f6nnten, hat ein Forschungsteam um Olaf Toedter vom Karlsruher Institut f\u00fcr Technologie (KIT) untersucht. In ihrer Studie analysierten die Forschenden, welche Mengen biogener Rohstoffe \u2013 also pflanzliche Reststoffe, Holzreste oder Bioabf\u00e4lle \u2013 in Europa vorhanden sind, wie sie sich technisch zu erneuerbaren Kraftstoffen umwandeln lassen und welchen Kraftstoffbedarf der Stra\u00dfenverkehr k\u00fcnftig haben wird.<\/p>\n<p>Dabei nahmen die Forschenden auch verschiedene Herstellungsverfahren in den Blick. Eine M\u00f6glichkeit ist das sogenannte \u201eHydrotreated Vegetable Oil\u201c-Verfahren (HVO), bei dem \u00f6lhaltige Reststoffe zu einem Dieselersatz aufbereitet werden. Daneben untersuchten sie methanolbasierte Prozesse: Hier werden Pflanzenreste zun\u00e4chst in ein Gas umgewandelt, das anschlie\u00dfend zu Benzin- oder Dieselersatz weiterverarbeitet wird.<\/p>\n<p>Vom Reststoff zum Kraftstoff<\/p>\n<p>Das Ergebnis der Studie ist grunds\u00e4tzlich positiv: Europa k\u00f6nnte seinen gesamten Kraftstoffbedarf f\u00fcr den Stra\u00dfenverkehr bis zum Jahr 2040 aus erneuerbaren Quellen decken \u2013 bis 2030 bereits mehr als zur H\u00e4lfte. \u201eAngesichts der aktuellen Unsicherheiten auf den internationalen Energiem\u00e4rkten ist das eine gute Nachricht. Wenn wir Rest- und Abfallstoffe effizient nutzen, k\u00f6nnen wir den Stra\u00dfenverkehr unabh\u00e4ngiger von Energieimporten machen und gleichzeitig CO\u2082-Emissionen senken\u201c, sagt Thomas Hirth, Senior-Autor der Studie.<\/p>\n<p>Als Rohstoffe f\u00fcr die biogenen Kraftstoffe k\u00f6nnten insbesondere gro\u00dfe Mengen an Rest- und Abfallstoffen genutzt werden, zum Beispiel Stroh aus der Landwirtschaft, Holzreste aus der Forstwirtschaft oder biogene Abf\u00e4lle. Hinzu kommen Zwischenfr\u00fcchte sowie Energiepflanzen, die nicht mit der Nahrungsmittelproduktion konkurrieren. Diese Vielfalt sorgt daf\u00fcr, dass die Rohstoffbasis stabil bleibt und nicht von einem einzelnen Stoff abh\u00e4ngt: \u201eViele glauben, dass Alt-Speise\u00f6l die zentrale Quelle f\u00fcr erneuerbare Kraftstoffe ist. Tats\u00e4chlich macht es nur etwa ein Prozent des Rohstoffportfolios aus\u201c, sagt Senior-Autor Thomas Koch. \u201eDie wirklich gro\u00dfen Potenziale liegen beispielsweise in Pflanzenresten und Holzfasern. Diese Stoffe fallen ohnehin an \u2013 und k\u00f6nnen ausreichend klimafreundliche Kraftstoffe liefern.\u201c<\/p>\n<p>Das HVO-Verfahren ist zudem vielf\u00e4ltig einsetzbar. \u201eMit diesen Verfahren k\u00f6nnen wir aus sehr unterschiedlichen Reststoffen hochwertige Kraftstoffe herstellen\u201c, sagt Toedters Kollege Nicolaus Dahmen. \u201eDas ist wichtig, weil Europa \u00fcber eine breite Palette an Biomassen verf\u00fcgt. Die Technologien funktionieren auch dann, wenn der Rohstoffmix sich \u00e4ndert.\u201c W\u00e4hrend es HVO schon an der Zapfs\u00e4ule gibt, sind Kraftstoffe aus anderen Verfahren noch in der Entwicklung. Sie werden am KIT bereits hergestellt und in Autos getestet. Mit den erprobten Verfahren lassen sich auch gro\u00dfe Mengen Kraftstoff erzeugen. Die Studie zeigt au\u00dferdem: Wenn zus\u00e4tzlich Wasserstoff zugef\u00fchrt wird, steigt die Ausbeute nochmals deutlich.<\/p>\n<p>Es braucht Unterst\u00fctzung aus der Politik<\/p>\n<p>Einschr\u00e4nkend weisen Toedter und seine Kollegen aber darauf hin, dass ihre Analyse auf einem optimistischen Szenario beruht, das sich an den Zielen des Pariser Klimaschutzabkommen orientiert und dessen Voraussetzungen politisch und gesellschaftlich erst noch geschaffen werden m\u00fcssen. Damit erneuerbare Kraftstoffe den Stra\u00dfenverkehr tats\u00e4chlich ersetzen k\u00f6nnen, braucht es laut Studie demnach verl\u00e4ssliche politische Vorgaben, Investitionen und einen schnellen Ausbau der Produktionskapazit\u00e4ten. Kurzfristig k\u00f6nnten auch Importe eine Rolle spielen. Sp\u00e4testens 2040 w\u00e4re dann eine weitgehend eigenst\u00e4ndige Versorgung Europas m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Quelle: Karlsruher Institut f\u00fcr Technologie (KIT); Fachartikel: KITopen, 2026. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.5445\/IR\/1000191584\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">doi: 10.5445\/IR\/1000191584<\/a><\/p>\n<p class=\"entry-meta meta-small\"> \u00a9 natur.de &#8211; Carolin Malmendier<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Millionen Autos, Lkw und Lieferwagen sind t\u00e4glich auf Europas Stra\u00dfen unterwegs \u2013 fast alle noch immer mit Benzin&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":65419,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[3],"tags":[16497,26150,16498,76,75,74,26151,14895,26152],"class_list":["post-65418","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-europa","tag-benzin","tag-biogenen-kraftstoffe","tag-diesel","tag-eu","tag-europa","tag-europe","tag-refuel","tag-strassenverkehr","tag-verbrenner"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116290731091750516","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65418","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=65418"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65418\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/65419"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65418"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65418"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65418"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}