{"id":65916,"date":"2026-03-25T22:00:10","date_gmt":"2026-03-25T22:00:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/65916\/"},"modified":"2026-03-25T22:00:10","modified_gmt":"2026-03-25T22:00:10","slug":"fotoprojekt-anderwelt-verstorbene-erkennbar-machen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/65916\/","title":{"rendered":"Fotoprojekt &#8222;Anderwelt&#8220;: Verstorbene erkennbar machen"},"content":{"rendered":"<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/anderwelt-102.webp.webp\" alt=\"Ein Mann sitzt auf vollgeschriebenem Papier.\" title=\"Bert Strebe mit seinem Bruder Achim Strebe. | Bert Strebe\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p>AUDIO: Fotoprojekt Anderwelt: Fotos von Hinterbliebenen (3 Min)<\/p>\n<p>\n                Stand: 25.03.2026 10:15 Uhr<\/p>\n<p class=\"preface\">Was passiert, wenn ein Mensch gestorben ist? Gibt es etwas zwischen Himmel und Erde? Diese Fragen hat sich der Fotograf Bert Strebe in seinem Fotoprojekt &#8222;Anderwelt&#8220; gestellt. Zu sehen ist die Ausstellung in Hannover.<\/p>\n<p class=\"textauthor\">von Svenja Estner <\/p>\n<p class=\"\">Anderwelt, so nannten die Kelten die Welt der Toten, die durchl\u00e4ssig ist zu unserer Erde. Fotograf Bert Strebe hat Hinterbliebene mit ihren Verstorbenen fotografiert, aber ohne die Verstorbenen direkt zu zeigen. Zu sehen ist die Ausstellung in Hannover.<\/p>\n<p>    Tote sind im Gesichtsausdruck der Hinterbliebenen sichtbar<\/p>\n<p>                    <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/anderwelt-104.webp.webp\" class=\"zoomimage\" title=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/anderwelt-104.webp.webp\" alt=\"Eine Frau schaut nach oben und hat die Augen geschlossen und steht im Wald.\" title=\"Doris Haas-Arndts Mann starb vor neun Jahren an Krebs. | Bert Strebe\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>                    <\/a><\/p>\n<p>                    Doris Haas-Arndts Mann starb vor neun Jahren an Krebs.<\/p>\n<p class=\"\">Eine Frau ist auf einem Schwarz-Wei\u00df-Foto zu sehen. Sie hat die Augen geschlossen, den Kopf an einen Baum gelehnt, die Lippen leicht ge\u00f6ffnet. Es sieht so aus, als ob sie tief einatmet, versucht, etwas zu sp\u00fcren. Im Hintergrund ist ein Wald zu sehen, Laub liegt auf dem Boden. Es sind diese Momente, die Bert Strebe zeigen m\u00f6chte: &#8222;Ich fotografiere Hinterbliebene mit ihren Toten und die Kamera kann die Toten zwar nicht sehen, aber sie sind trotzdem erkennbar, weil sie im Gesichtsausdruck der Hinterbliebenen oder in der Haltung erkennbar sind.&#8220;<\/p>\n<p class=\"\">Die Frau auf dem Foto ist Doris Haas-Arndt. Ihr Mann Peter starb vor neun Jahren an Krebs. Bert Strebe besuchte sie f\u00fcr sein Fotoprojekt zu Hause und h\u00f6rte ihre Geschichte. Ihr Mann war K\u00fcnstler gewesen: So lag es nahe, ein gestelltes Bild zu fotografieren, das zeigt, wie sie in seinen Mappen bl\u00e4tterte. Dies habe aber \u00fcberhaupt nicht geklappt, es sei gar nichts auf den Aufnahmen &#8218;r\u00fcbergekommen, so Haas-Arndt. Deshalb seien sie spontan zum Ruheforst gefahren. &#8222;Als wir dort ankamen, sind wir noch im Regen losgegangen &#8211; und als wir an der Stelle ankamen, brach pl\u00f6tzlich der Himmel auf. Da hatten wir beide das Gef\u00fchl, das ist eine magische Situation, das k\u00f6nnten wir als Fotomotiv nutzen.&#8220;<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/akt-100.webp.webp\" alt=\"Ein nackter Frauenk\u00f6rper von oben und hinten gesehen.\" title=\"Ein nackter Frauenk\u00f6rper von oben und hinten gesehen. | Bert Strebe\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Das Projekt &#8222;Bildsch\u00f6n&#8220; in der Galerie Lortzing Art in Hannover pr\u00e4sentiert 60 Aktfotos von Frauen zwischen 60 und Ende 70 &#8211; voller Freude und Kraft.<\/p>\n<p>    Hinterbliebene tragen Tote in sich<\/p>\n<p>                    <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/anderwelt-106.webp.webp\" class=\"zoomimage\" title=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/anderwelt-106.webp.webp\" alt=\"Eine Nahaufnahme von einem weiblichen Gesicht, auf der Augen und Nase zu sehen sind.\" title=\"Danella Fatkic mit ihrem Sohn Sinan. | Bert Strebe\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>                    <\/a><\/p>\n<p>                    Danella Fatkic mit ihrem Sohn Sinan.<\/p>\n<p class=\"\">So entstanden insgesamt 23 Schwarz-Wei\u00df-Portr\u00e4ts von Hinterbliebenen. Laut Strebe tragen sie die Toten in sich. F\u00fcr ihn war der Ausl\u00f6ser f\u00fcrs Projekt &#8222;Anderwelt&#8220; die Beerdigung einer Freundin. Als deren schwer kranker Mann die Trauerrede hielt, \u00fcberkam den Fotografen Strebe ein Gedanke: &#8222;Das n\u00e4chste Mal siehst du ihn, wenn er da vorne im Sarg liegt. Ich habe gedacht, das akzeptiere ich jetzt so nicht. Ich habe ihn gefragt, ob ich ihn fotografieren darf. Fotografieren im Sinne von etwas festhalten f\u00fcr die Zukunft.&#8220;<\/p>\n<p class=\"\">Denn f\u00fcr Strebe leben die Verstorbene in ihren Hinterbliebenen und somit auf den Fotos weiter. Doris Haas-Arndt begreift es als Versuch, mit dem Tod ihres Mannes abzuschlie\u00dfen: &#8222;Der Volksmund sagt, die Zeit heilt alle Wunden, aber das stimmt nicht. Es bleibt immer eine Wunde. Es gibt vielleicht eine Narbe, aber die Wunde bleibt immer bestehen.&#8220; Sie sagt, der Trauerprozess sei nie wirklich abgeschlossen, wenn er nicht bewusst abgeschlossen werde. &#8222;Ich habe das Projekt als Chance begriffen, den Prozess endlich abzuschlie\u00dfen&#8220;, sagt Doris Haas-Arndt.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/coverhustvedt-104.webp.webp\" alt=\"Cover: Siri Hustvedt, &quot;Ghost Stories&quot;\" title=\"Cover: Siri Hustvedt, &quot;Ghost Stories&quot; | Rowohlt\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Die Autorin erz\u00e4hlt in ihrem neuen Buch Geistergeschichten &#8211; und ist vor allem einem Geist auf der Spur: ihrem verstorbenen Ehemann.<\/p>\n<p>    Gibt es ein Leben nach dem Tod?<\/p>\n<p class=\"\">Ob es ein Leben nach dem Tod oder eine Art Paradies gibt, will Fotograf Bert Strebe nicht ausschlie\u00dfen, er glaubt nicht, dass mit dem Sterben alles endet. Auch Haas-Arndt hat diese Hoffnung: &#8222;Ich finde den Gedanken tr\u00f6stlich, alle, die in meinem Leben schon gestorben sind, noch mal wiederzusehen. Ich finde es einfach gut, daran zu glauben und ich halte mir das hoch.&#8220;<\/p>\n<p class=\"\">Die Ausstellung &#8222;Anderwelt&#8220; wird am 4. April in der Galerie &#8222;<a href=\"https:\/\/metavier.de\/\" title=\"Kunstausstellung \u00fcber Leben nach dem Tod\" class=\"extlink-preface\" data-type=\"external\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">metavier<\/a>&#8220; er\u00f6ffnet und l\u00e4uft bis zum 17. Mai. Die Schau ist immer am Sonntag von 13 bis 17 Uhr ge\u00f6ffnet.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/werbistdu-102.webp.webp\" alt=\"Roter Hintergrund mit schwarz grauen Punkten und einer offenen Hand\" title=\"Wer bist du? Neue Wege der Besucher*innenbefragung&#13;&#10;Museum f\u00fcr Kunst und Gewerbe Hamburg | Jakob B\u00f6rner \/ MK &amp; G\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Das Hamburger Museum f\u00fcr Kunst und Gewerbe will mehr \u00fcber seine G\u00e4ste erfahren und hat das zum Konzept einer Ausstellung gemacht.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/geschichtszentrum-102.webp.webp\" alt=\"Eine Lupe vergr\u00f6\u00dfert einen Ausschnitt eines historischen Schwarz-Wei\u00df-Fotos, das ein gro\u00dfes Geb\u00e4ude zeigt.\" title=\"Eine Lupe vergr\u00f6\u00dfert einen Ausschnitt eines historischen Schwarz-Wei\u00df-Fotos, das ein gro\u00dfes Geb\u00e4ude zeigt. | NDR\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Im ehemaligen Tresor werden Akten zu Sch\u00e4tzen: &#8222;Stadtgeschichte hoch 3&#8220; l\u00e4dt B\u00fcrger ein, an R\u00e4tseln der Vergangenheit mitzuforschen.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/1774476010_423_duwe-100.webp.webp\" alt=\"Gro\u00dfes Wandgem\u00e4lde mit drei auf einer Bank sitzenden Menschen vor einem gro\u00dfen Gem\u00e4lde mit einer Figur mit ge\u00f6ffnetem Mund\" title=\"Metro, 1966-77 | \u00a9 Harald Duwe\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Duwes Bilder hielten der Bundesrepublik einen gnadenlos ehrlichen Spiegel vor &#8211; und wirken heute aktueller denn je.<\/p>\n<p>        Schlagw\u00f6rter zu diesem Artikel<\/p>\n<p>            <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/kultur\/kunst\/museen,museen201.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Museen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"AUDIO: Fotoprojekt Anderwelt: Fotos von Hinterbliebenen (3 Min) Stand: 25.03.2026 10:15 Uhr Was passiert, wenn ein Mensch gestorben&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":65917,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[26],"tags":[26297,158,157,46,42,159,147,26296,26298,161,160,3698,8432,2215,44,148],"class_list":{"0":"post-65916","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kunst-und-design","8":"tag-anderwelt","9":"tag-art","10":"tag-art-and-design","11":"tag-at","12":"tag-austria","13":"tag-design","14":"tag-entertainment","15":"tag-fotoprojekt","16":"tag-fotos-von-hinterbliebenen","17":"tag-kunst","18":"tag-kunst-und-design","19":"tag-museen","20":"tag-ndr-kultur","21":"tag-niedersachsen","22":"tag-oesterreich","23":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116292068097269363","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65916","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=65916"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65916\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/65917"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65916"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65916"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65916"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}