{"id":67311,"date":"2026-03-26T15:43:08","date_gmt":"2026-03-26T15:43:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/67311\/"},"modified":"2026-03-26T15:43:08","modified_gmt":"2026-03-26T15:43:08","slug":"bilanz-der-wiener-staatsanwaltschaft-mehr-verfahren-juengere-taeter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/67311\/","title":{"rendered":"Bilanz der Wiener Staatsanwaltschaft: Mehr Verfahren, j\u00fcngere T\u00e4ter"},"content":{"rendered":"<p>              26.03.2026 16:18<\/p>\n<p>              (Akt. 26.03.2026 16:18)<\/p>\n<p>      <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/10432215-vodl-10075313-4-3-1668x1251.jpg\"   alt=\"Die Staatsanwaltschaft Wien zieht Bilanz.\" title=\"Die Staatsanwaltschaft Wien zieht Bilanz.\"\/><\/p>\n<p>                    Die Staatsanwaltschaft Wien zieht Bilanz.<br \/>\n                     \u00a9APA\/GEORG HOCHMUTH<\/p>\n<p>\n        Die Staatsanwaltschaft Wien verzeichnete 2025 eine Zunahme der von ihrer Beh\u00f6rde gef\u00fchrten Verfahren um acht Prozent, w\u00e4hrend sie Kritik an den neuen Regelungen zur Datenbeschlagnahmung \u00e4u\u00dferte, die als hinderlich empfunden werden.\n      <\/p>\n<p>Die\u00a0Staatsanwaltschaft\u00a0Wien\u00a0hat am Donnerstag Bilanz gezogen und eine deutliche Zunahme aller von\u00a0der\u00a0Anklagebeh\u00f6rde gef\u00fchrten\u00a0Verfahren\u00a0im Jahr\u00a02025\u00a0von acht Prozent dargelegt. Eine steigende Tendenz ist auch bei Jugendverfahren sichtbar, betonte Beh\u00f6rdenleiterin Michaela Obenaus. Kritik gab es an\u00a0der\u00a0neuen Regelung zur Datenbeschlagnahmung (&#8222;Handysicherstellung neu&#8220;).<\/p>\n<p>\n            Mehrere Gr\u00fcnde f\u00fcr Zunahme\n          <\/p>\n<p>86.000\u00a0Verfahren\u00a0(Gesamtanfall\u00a0der\u00a0Akten mit landesgerichtlicher Zust\u00e4ndigkeit, auch gegen unbekannte T\u00e4ter, Anm.) hat die\u00a0Wiener\u00a0Anklagebeh\u00f6rde im vergangenen Jahr gef\u00fchrt. 2024 waren es noch 80.000 und 2023 69.300. Mehr Anzeigen, mehr Eingaben und mehr Rechtshilfeersuchen machten die Zunahme aus, sagte die Beh\u00f6rdenleiterin. Dennoch hat sich an den personellen Ressourcen nichts ver\u00e4ndert. &#8222;Wir m\u00fcssen im Moment mit den 111 staatsanwaltschaftlichen Planstellen das Auslangen finden&#8220;, sagte Obenaus. Im Bundesvergleich fallen 37 Prozent des Gesamtvolumens auf die\u00a0Staatsanwaltschaft\u00a0Wien.<\/p>\n<p>\n            Staatsanwaltschaft fordert Evaluierung der Datenbeschlagnahmung\n          <\/p>\n<p>Die Leiterin\u00a0der\u00a0Wiener\u00a0Staatsanwaltschaft\u00a0\u00fcbte daher Kritik an den neuen Regelungen zur Datenbeschlagnahmung, die seit rund einem Jahr gelten. Sie erfordern eine richterliche Bewilligung f\u00fcr den Zugriff auf Handys und Datentr\u00e4ger. Das bedeutet, dass in\u00a0der\u00a0staatsanwaltschaftlichen Anordnung bereits eine pr\u00e4zise Eingrenzung\u00a0der\u00a0Datenkategorie, Zeitr\u00e4ume und des konkreten Ermittlungszwecks erforderlich ist, um die Privatsph\u00e4re besser zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>&#8222;Das erweist sich in\u00a0der\u00a0Praxis oft als schwierig, weil man gerade am Anfang eines Ermittlungsverfahrens oder im Zeitpunkt\u00a0der\u00a0Verfassung\u00a0der\u00a0Anordnung noch nicht das volle Ausma\u00df\u00a0der\u00a0Straftaten wei\u00df&#8220;, sagte Obenaus. Da aber in vielen Ermittlungsverfahren Kommunikationsdaten und sonstige elektronische Spuren wesentlich f\u00fcr die Aufkl\u00e4rung sind, stellen die neuen Bestimmungen &#8222;einen erh\u00f6hten Aufwand dar und sind auch Grund f\u00fcr m\u00f6gliche Hemmnisse im Strafverfahren&#8220;, sagte Obenaus. Stellt sich n\u00e4mlich heraus, dass etwa\u00a0der\u00a0Tatzeitraum viel l\u00e4nger war, dann muss\u00a0der\u00a0Vorgang\u00a0der\u00a0Anordnung wiederholt werden. Die neue Rechtslage verursache so einen wesentlichen Mehraufwand und sei &#8222;sperrig und wenig praxisfreundlich&#8220;, sagte Obenaus. &#8222;Eine Evaluierung halte ich f\u00fcr erforderlich.&#8220;<\/p>\n<p>\n            Kriminelle Netzwerke werden gr\u00f6\u00dfer und j\u00fcnger\n          <\/p>\n<p>Eine besondere Herausforderung in\u00a0der\u00a0Arbeit\u00a0der\u00a0Anklagebeh\u00f6rde ist die Organisierte Kriminalit\u00e4t. Die Netzwerke werden gr\u00f6\u00dfer und internationaler. Es seien zunehmend unternehmens\u00e4hnliche Strukturen. Eine Entwicklung in dem Bereich sei die zunehmend arbeitsteilige Vorgehensweise in den Organisationen, oft w\u00fcrden die Mitglieder einander gar nicht kennen. Das Alter\u00a0der\u00a0T\u00e4ter in dem Bereich gehe &#8222;eindeutig nach unten&#8220;, sagte Obenaus. Auch in Jugendstrafsachen bilden sich immer h\u00e4ufiger Gruppierungen, wie etwa die Verabredung zu Schl\u00e4gereien \u00fcber Messenger-Dienste, wie es im Jahr 2024 in\u00a0Wien\u00a0\u00f6fter\u00a0der\u00a0Fall war.\u00a02025\u00a0musste die\u00a0Wiener\u00a0Staatsanwaltschaft\u00a04.400\u00a0Verfahren\u00a0gegen Jugendliche bearbeiten. Laut Obenaus eine &#8222;steigende Tendenz&#8220;.<\/p>\n<p>\n            Fokus auf Organisierte Kriminalit\u00e4t und Gewaltschutz\n          <\/p>\n<p>Die\u00a0Wiener\u00a0Staatsanwaltschaft\u00a0verf\u00fcgt &#8222;als einzige\u00a0Staatsanwaltschaft\u00a0in \u00d6sterreich \u00fcber eine Sondergruppe f\u00fcr den Bereich\u00a0der\u00a0Organisierten Kriminalit\u00e4t&#8220;, erkl\u00e4rte Obenaus. 21 spezialisierte Ankl\u00e4gerinnen und Ankl\u00e4ger arbeiten in dem Bereich. Diese\u00a0Verfahren\u00a0betreffen oft den Suchtgifthandel und Menschenhandel, aber auch Geldw\u00e4sche, Cyberbetrug, Schlepperei, Terrorismus bis hin zur Spionage. Erst k\u00fcrzlich wurde die Zerschlagung eines internationalen Schleppernetzwerks in Graz bekannt gegeben, berichtete Beh\u00f6rdensprecherin Nina Bussek \u00fcber eines solcher Gro\u00dfverfahren. Steirische Ermittler haben mit\u00a0der\u00a0Operation &#8222;Ancora&#8220; sechs Verd\u00e4chtige ausgeforscht, die einem Netzwerk angeh\u00f6rten, das mehr als 100.000 Menschen illegal nach Mitteleuropa geschleust haben soll. Dabei sollen Gewinne in Milliarden-Euro-H\u00f6he erzielt worden sein. \u00dcber einen Handyshop in\u00a0Wien-Ottakring wurden die Fahrten organisiert. Bald k\u00f6nnte eine Anklage vorliegen, sagte Bussek,\u00a0der\u00a0Abschlussbericht liege vor.<\/p>\n<p>Ein zentrales Thema f\u00fcr die\u00a0Staatsanwaltschaft\u00a0ist auch\u00a0der\u00a0Gewaltschutz. Schwere Gewalttaten gegen Frauen und Kinder waren auch in\u00a0der\u00a0Vergangenheit immer wieder Gegenstand von Ermittlungsverfahren, sagte Obenaus. In diesem Zusammenhang hob die Beh\u00f6rdenleiterin die sogenannte Gewaltambulanz an\u00a0der\u00a0MedUni\u00a0Wien\u00a0hervor, die seit vergangenem Jahr im Zentrum f\u00fcr Gerichtsmedizin ihren Betrieb aufgenommen hat. Die Untersuchungsstelle f\u00fcr Gewaltbetroffene sei von den Staatsanw\u00e4ltinnen und Staatsanw\u00e4lten etliche Male herangezogen worden. Die Befunde fanden Eingang in die Ermittlungen. &#8222;Wir blicken jetzt auf ein Jahr Kooperation zur\u00fcck&#8220; und diese habe sich &#8222;als bestens etabliert und erwiesen&#8220;, so Obenaus. &#8222;Ein weiterer Ausbau in Richtung 24\/7-Dienstes w\u00e4re nat\u00fcrlich w\u00fcnschenswert.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"26.03.2026 16:18 (Akt. 26.03.2026 16:18) Die Staatsanwaltschaft Wien zieht Bilanz. \u00a9APA\/GEORG HOCHMUTH Die Staatsanwaltschaft Wien verzeichnete 2025 eine&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":67312,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[28],"tags":[5441,26713,6229,46,42,296,26714,26544,44,195,26715,26716,9093,181,182,423],"class_list":{"0":"post-67311","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wien","8":"tag-alter","9":"tag-anzahl","10":"tag-anzeigen","11":"tag-at","12":"tag-austria","13":"tag-bilanz","14":"tag-handysicherstellung","15":"tag-organisierte-kriminalitaet","16":"tag-oesterreich","17":"tag-staatsanwaltschaft","18":"tag-steigend","19":"tag-taeter","20":"tag-verfahren","21":"tag-vienna","22":"tag-wien","23":"tag-wien-aktuell"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116296247068520770","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67311","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=67311"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67311\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/67312"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=67311"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=67311"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=67311"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}