{"id":67684,"date":"2026-03-26T19:34:07","date_gmt":"2026-03-26T19:34:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/67684\/"},"modified":"2026-03-26T19:34:07","modified_gmt":"2026-03-26T19:34:07","slug":"der-anfang-vom-ende-von-social-media-gerichtsurteil-bringt-plattformen-in-zugzwang-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/67684\/","title":{"rendered":"Der Anfang vom Ende von Social Media? Gerichtsurteil bringt Plattformen in Zugzwang"},"content":{"rendered":"<p _ngcontent-tt-com-www-c2774165546=\"\" data-cy=\"preamble\">Der Facebook-Konzern Meta und YouTube (Google) haben eine Niederlage in einem US-Prozess um das Suchtpotenzial von Online-Diensten einstecken m\u00fcssen. Das k\u00f6nnte weitreichende Folgen haben.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Bef\u00fcrworter eines Verbots von Social Media f\u00fcr Jugendliche sehen sich best\u00e4tigt: Nach Urteilen gegen Tech-Konzerne in den USA erkl\u00e4rte Gesundheitsstaatssekret\u00e4rin Ulrike K\u00f6nigsberger-Ludwig (SP\u00d6) am Donnerstag: \u201eKinder brauchen Schutz \u2013 wie bei Alkohol und Tabak.\u201c Sie erg\u00e4nzte: \u201eWenn Plattformen gezielt mit Mechanismen arbeiten, die s\u00fcchtig machen, dann reden wir nicht mehr nur \u00fcber Mediennutzung \u2013 sondern \u00fcber ein Produkt mit potenziell gesundheitssch\u00e4dlicher Wirkung.\u201c Solche Produkte m\u00fcssten reguliert werden, forderte die Staatssekret\u00e4rin, und zwar auf europ\u00e4ischer Ebene.<\/p>\n<p>Wenn ein System darauf ausgelegt ist, Aufmerksamkeit zu binden und Nutzerinnen und Nutzer m\u00f6glichst lange zu halten, dann ist das kein Zufall, sondern Gesch\u00e4ftsmodell. <\/p>\n<p>Ulrike K\u00f6nigsberger-Ludwig (SP\u00d6)<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Der Hintergrund: In einem wegweisenden Prozess in Kalifornien kamen die Geschworenen am Mittwochabend (Ortszeit) zu dem Schluss, dass die Plattformen Meta\/Facebook und Google\/YouTube fahrl\u00e4ssig handelten und Nutzer ungen\u00fcgend \u00fcber Risiken informierten. Das Gericht sprach der 20-j\u00e4hrigen Kl\u00e4gerin demnach als Wiedergutmachung einen Betrag von drei Millionen Dollar zu, der zu 70 Prozent von Meta bezahlt werden solle. <\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">In einem zweiten Schritt ordneten sie zus\u00e4tzlich eine Strafzahlung von weiteren drei Millionen an, die die Unternehmen im gleichen Verh\u00e4ltnis tragen sollen. Google und Meta k\u00fcndigten an, in Berufung zu gehen. Die Unternehmen hinter den urspr\u00fcnglich ebenfalls verklagten Konkurrenten Snapchat und TikTok waren durch einen Vergleich dem Prozess entgangen.<\/p>\n<p>Ganze Branche im Visier<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Der Ausgang des Verfahrens k\u00f6nnte wegweisende Wirkung f\u00fcr Hunderte weitere Klagen \u00e4hnlicher Art haben. Christian Solmecke, einer der f\u00fchrenden Digital-Fachanw\u00e4lte in Deutschland, h\u00e4lt das Urteil f\u00fcr einen \u201eechten Paukenschlag\u201c f\u00fcr die gesamte Social-Media-Branche \u2013 und zwar wegen des juristischen Ansatzes der Kl\u00e4gerseite.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">\u201eDie Argumentation lautete: Funktionen wie endloses Scrollen, Autoplay und algorithmische Empfehlungen sind bewusst so gestaltet, dass sie s\u00fcchtig machen \u2013 und genau darin liegt der Produktfehler.\u201c Damit h\u00e4tten die Anw\u00e4lte geschickt den Schutzschild des US-Rechts umgangen, das die Plattformen bislang weitgehend von der Haftung f\u00fcr Nutzerinhalte freistellt.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">In Kombination mit einem \u00e4hnlichen Urteil im Bundesstaat New Mexico entstehe hier eine Dynamik, die an die Tabakklagen der 1990er Jahre erinnere, sagte Solmecke.<\/p>\n<p>Vorreiter Australien<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">In Australien gibt es das weltweit erste vollst\u00e4ndige Verbot sozialer Medien f\u00fcr Jugendliche unter 16 Jahren. Die Plattformen m\u00fcssen die Altersgrenze kontrollieren und haben Millionen Konten deaktiviert.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">In der EU soll der \u201eDigital Services Act\u201c bis Ende 2026 ausgebaut werden und Altersgrenzen erm\u00f6glichen. Die Mitgliedsstaaten k\u00f6nnten entscheiden, ob und bis zu welchem Alter Verbote gelten sollen. Das EU-Parlament will ein einheitliches Mindestalter. <\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Indes will die Europ\u00e4ische Kommission mehrere gro\u00dfe Plattformen ins Visier nehmen. Die Br\u00fcsseler Beh\u00f6rde hat den Verdacht, dass vor allem Snapchat besonders junge Kinder nicht ausreichend an der Nutzung der Plattform hindert und leitet daher ein Verfahren gegen das US-Unternehmen ein. In der App seien sie unter anderem unangemessenen Kontaktversuchen durch Erwachsene (Cybergrooming) und Werbung f\u00fcr Alkohol und Drogen ausgesetzt. (TT, APA, dpa)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Facebook-Konzern Meta und YouTube (Google) haben eine Niederlage in einem US-Prozess um das Suchtpotenzial von Online-Diensten einstecken&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":67520,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8],"tags":[12681,40,41,39,26773,38,7468,182,635],"class_list":{"0":"post-67684","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-facebook","9":"tag-nachrichten","10":"tag-news","11":"tag-schlagzeilen","12":"tag-social-media-altersgrenze","13":"tag-top-meldungen","14":"tag-web-tech","15":"tag-wien","16":"tag-youtube"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116297155353597131","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67684","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=67684"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67684\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/67520"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=67684"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=67684"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=67684"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}