{"id":67795,"date":"2026-03-26T20:57:24","date_gmt":"2026-03-26T20:57:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/67795\/"},"modified":"2026-03-26T20:57:24","modified_gmt":"2026-03-26T20:57:24","slug":"geldstrafen-in-prozess-gegen-letzte-generation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/67795\/","title":{"rendered":"Geldstrafen in Prozess gegen &#8222;Letzte Generation&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>            Von<\/p>\n<p>              .<\/p>\n<p>            &#8211;<\/p>\n<p>              26.03.2026 13:59<\/p>\n<p>              (Akt. 26.03.2026 15:50)<\/p>\n<p>      <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/file7w3tc2x7jlcz14h3oza-1-4-3-443673505-673x505.jpg\"   alt=\"Prozess gegen die &quot;Letzte Generation&quot; in Wien.\" title=\"Prozess gegen die &quot;Letzte Generation&quot; in Wien.\"\/><\/p>\n<p>                    Prozess gegen die &#8222;Letzte Generation&#8220; in Wien.<br \/>\n                     \u00a9APA\/ROLAND SCHLAGER<\/p>\n<p>\n        Sieben ehemalige Mitglieder der aufgel\u00f6sten Klimaschutzbewegung &#8222;Letzte Generation&#8220; standen am Donnerstag wegen Sachbesch\u00e4digung vor dem Wiener Landesgericht. Einige Angeklagte gaben politische Begr\u00fcndungen f\u00fcr ihre Handlungen und erhielten Applaus. F\u00fcnf Angeklagte erhielten nicht rechtskr\u00e4ftige Geldstrafen, zwei F\u00e4lle wurden durch Diversion abgeschlossen.\n      <\/p>\n<p>Die &#8222;Mumienh\u00e4nde&#8220; waren erneut Thema im Prozess gegen die &#8222;Letzte Generation&#8220;. Die Staatsanwaltschaft beschuldigt eine 28-j\u00e4hrige Studentin und eine 25-j\u00e4hrige \u00d6sterreicherin schwerer Sachbesch\u00e4digung bei einer Autobahnblockade auf der A2 in Nieder\u00f6sterreich am 20. November 2023. Ein 28-j\u00e4hriger \u00d6sterreicher, eine 26-j\u00e4hrige Deutsche, ein 23-j\u00e4hriger Deutscher, ein 33-J\u00e4hriger und ein 76-J\u00e4hriger werden der Beitragst\u00e4terschaft bezichtigt. Die Gruppe unterst\u00fctzte die beiden Frauen, indem sie sich mit Superkleber auf der Stra\u00dfe festklebten. Die 26-J\u00e4hrige ist zudem wegen eines Farbprotests am Flughafen Wien im Juni 2024 angeklagt.<\/p>\n<p>\n            Prozess gegen &#8222;Letzte Generation&#8220;: &#8222;Aktion war notwendig&#8220;\n          <\/p>\n<p>Die beiden angeklagten Frauen r\u00e4umten die Aktion auf der Autobahn ein, bekannten sich jedoch nicht schuldig. &#8222;Die Aktion war notwendig&#8220;, sagte die Studentin vor der Richterin \u00fcber die Aktion auf der Autobahn. Sie klebte sich ebenfalls einen Tag nach der Autobahnblockade beim Parlament fest. &#8222;Uns wurde immer gesagt: &#8218;Geht zu den Entscheidungstr\u00e4gern.&#8216; Also haben wir beim Parlament protestiert.&#8220; Die Studentin soll zudem orange Farbe am 6. Mai 2024 in einer Sparfiliale versch\u00fcttet und eine Protestaktion mit Hundekot bei der \u00d6VP-Parteizentrale am 8. J\u00e4nner 2025 gefilmt haben. &#8222;Protest lebt durch mediale Berichterstattung. Und Protest ist notwendig, wenn die \u00d6VP mit einer Nazi-Partei koaliert&#8220;, sagte sie dazu. An jenem Tag im J\u00e4nner 2025 waren gerade die Koalitionsverhandlungen zwischen \u00d6VP und FP\u00d6 im Gange. Ihre 25-j\u00e4hrige Mitstreiterin hatte an diesem Tag mit einer anderen Aktivistin die Zentrale der Volkspartei in der Wiener Lichtenfelsgasse mit Hundekot beschmiert.<\/p>\n<p>\n            &#8222;Widerstand gegen Faschismus&#8220;\n          <\/p>\n<p>Die 25-J\u00e4hrige gab vor der Richterin zudem zu, am 11. M\u00e4rz 2023 orange Farbe auf der Stiege der Innsbrucker Uni versch\u00fcttet sowie die Br\u00fccke 4 des Terminal 3 am Flughafen Wien-Schwechat im Juni 2024 verunstaltet zu haben. Sie verwies jedoch darauf, dass sie bereits im Mai 2023 mit einer &#8222;Mumienhand&#8220; protestiert habe, damals jedoch mit L\u00f6sungsmittel sowie Hammer und Mei\u00dfel gel\u00f6st worden sei. Sie \u00e4u\u00dferte sich am Donnerstag auch in einer achtseitigen Erkl\u00e4rung zu ihren Protesten. &#8222;Es hat nicht gereicht. Politikerinnen und Politiker, Konzerne, Medien, die Reichen, und ja, auch die Gesellschaft haben versagt&#8220;, hie\u00df es darin unter anderem. Der Hundekot an der \u00d6VP-Parteizentrale sei &#8222;kein spontaner Ausraster&#8220; gewesen. &#8222;Das war eine bewusste Verantwortungs\u00fcbernahme.&#8220; Widerstand gegen Faschismus sei &#8222;keine Straftat&#8220;, er sei &#8222;eine Pflicht&#8220;. Sie habe seit ihrer Zeit in der Bewegung eine posttraumatische Belastungsst\u00f6rung diagnostiziert bekommen.<\/p>\n<p>\n            Pensionist: &#8222;F\u00fchlte mich durch mein Gewissen getrieben&#8220;\n          <\/p>\n<p>&#8222;Ich f\u00fchlte mich durch mein Gewissen getrieben&#8220;, sagte ein 76-j\u00e4hriger Pensionist aus Bayern. &#8222;Ich muss jetzt alles tun, was in meiner Reichweite steht. Wir mussten was tun, was noch nie da war. Das haben wir gemacht.&#8220; Der 76-J\u00e4hrige nahm als Mitglied der Bewegung an Sitz- oder Klebeblockaden teil, jedoch ohne &#8222;Mumienh\u00e4nde&#8220;. Die Staatsanwaltschaft sieht ihn als Beitragst\u00e4ter. &#8222;Ich konnte nicht anders. Ich bin gl\u00e4ubiger Christ und das war ein Akt der Menschenliebe&#8220;, betonte er. &#8222;Die Kinder haben eine Erwartung an uns, dass wir alles f\u00fcr ihre Zukunft tun.&#8220;<\/p>\n<p>\n            Richterin drohte mit Saalverweisen\n          <\/p>\n<p>Die Studentin, die 25-J\u00e4hrige und der 76-J\u00e4hrige ernteten nach ihren Einvernahmen Beifall vom Publikum und den weiteren Angeklagten. Die Richterin musste daraufhin mit Saalverweisen drohen. &#8222;Das ist keine politische Veranstaltung&#8220;, ermahnte sie das Publikum, das sich gro\u00dfteils aus fr\u00fcheren Mitgliedern der Bewegung zusammensetzte. Verteidiger Paul Kessler machte am Donnerstag Notstand f\u00fcr die Taten seiner Mandantinnen und Mandanten geltend und verwies zudem auf den j\u00fcngsten Prozess gegen mehrere Rapid-Fans nach einem Platzsturm beim Wiener Derby am 22. September 2024. &#8222;Da haben Leute B\u00f6ller in den Familiensektor geworfen und sind mit Diversionen davongekommen&#8220;, sagte Kessler. &#8222;Das, worum es hier geht, sind ganz andere Motive. Sein Kollege Clemens Lahner beantragte einen Freispruch f\u00fcr einen 33-J\u00e4hrigen, der bei den Protesten beim Parlament und auf der A2 ebenfalls teilgenommen hatte. Verteidiger Christian Schmaus beantragte eine Diversion f\u00fcr die 26-J\u00e4hrige. Erneut wurden in der Verhandlung auch zwei Polizisten als Zeugen befragt. Die Richterin vertiefte sich dabei in die Frage rund um eine Weisung zur L\u00f6sung von &#8222;Mumienh\u00e4nden&#8220; von der Stra\u00dfe.<\/p>\n<p>\n            Richterin: &#8222;Habe das Gesetz zu akzeptieren&#8220;\n          <\/p>\n<p>Die Richterin verurteilte die 28-J\u00e4hrige, die 25-J\u00e4hrige, den 76-j\u00e4hrigen Pensionisten, den 23-J\u00e4hrigen und den 33-J\u00e4hrigen zu Geldstrafen. &#8222;Das ist jedermann klar, dass es Kosten und Zeit braucht, um das wieder in Ordnung zu bringen&#8220;, sagte die Richterin \u00fcber die Gr\u00fcnde f\u00fcr die Strafen f\u00fcr die Studentin und die 25-J\u00e4hrige. Sie sprach von einem bedingten Vorsatz in diesem Zusammenhang. Sie sei &#8222;gern bereit, diese Notstandssituation einzusehen, aber die Handlung muss geeignet sein, diesen Notstand abzuschaffen&#8220;, sagte die Richterin zu den weiteren Urteilen. Sie \u00e4u\u00dferte Verst\u00e4ndnis f\u00fcr das Motiv der Proteste, &#8222;aber ich habe das Gesetz zu akzeptieren, nicht moralische Bedenken.&#8220; Sie habe sich das Verfahren zudem &#8222;nicht ausgesucht&#8220;. Kessler erbat sich Bedenkzeit f\u00fcr seine vier verurteilten Mandanten, er hatte zuvor Freispr\u00fcche gefordert. Lahner erbat ebenso Bedenkzeit f\u00fcr den 33-J\u00e4hrigen. Die Staatsanwaltschaft gab keine Erkl\u00e4rung ab. Die 26-J\u00e4hrige und der 28-J\u00e4hrige fassten Diversionen aus.<\/p>\n<p>\n            Kritik an Urteilen in Prozess gegen &#8222;Letzte Generation&#8220;\n          <\/p>\n<p>Die verurteilten Angeklagten \u00e4u\u00dferten gegen\u00fcber der APA am Donnerstagnachmittag Kritik. &#8222;Die Richterin betonte, dass das kein politischer Prozess sei. Aber die Urteile waren ja jetzt wohl eher das Gegenteil&#8220;, sagte die Studentin. Auch die weiteren Angeklagten \u00e4u\u00dferten sich in diese Richtung. &#8222;Dass das Filmen eines Klimaprotests strafrechtliche Konsequenzen hat, w\u00e4hrend Fu\u00dfballplatzst\u00fcrmer mit Bew\u00e4hrung davonkommen &#8211; das ist keine Gleichbehandlung vor dem Gesetz. Die Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit fehlt, und das muss offen benannt werden&#8220;, erg\u00e4nzte Kessler. Der Prozess ist Teil eines Gro\u00dfverfahrens gegen insgesamt 47 fr\u00fchere Aktivistinnen und Aktivisten der ehemaligen Klimaschutzbewegung. Zuvor waren bereits zw\u00f6lf Personen zu unbedingten Geldstrafen verurteilt worden. In elf F\u00e4llen davon ist das Urteil mittlerweile rechtskr\u00e4ftig. In einem Fall wurde Rechtsmittel angemeldet. Zudem waren 15 F\u00e4lle diversionell erledigt worden. Ein weiterer Prozesstag ist f\u00fcr den 16. April angesetzt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Von . &#8211; 26.03.2026 13:59 (Akt. 26.03.2026 15:50) Prozess gegen die &#8222;Letzte Generation&#8220; in Wien. \u00a9APA\/ROLAND SCHLAGER Sieben&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":67796,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[28],"tags":[46,42,2827,2830,44,198,6586,181,182,423,26827],"class_list":{"0":"post-67795","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wien","8":"tag-at","9":"tag-austria","10":"tag-geldstrafen","11":"tag-letzte-generation","12":"tag-oesterreich","13":"tag-prozess","14":"tag-urteile","15":"tag-vienna","16":"tag-wien","17":"tag-wien-aktuell","18":"tag-wiener-landesgericht"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116297481880191867","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67795","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=67795"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67795\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/67796"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=67795"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=67795"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=67795"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}