{"id":68011,"date":"2026-03-27T00:01:14","date_gmt":"2026-03-27T00:01:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/68011\/"},"modified":"2026-03-27T00:01:14","modified_gmt":"2026-03-27T00:01:14","slug":"krisenprofite-von-energieunternehmen-wer-jetzt-am-irankrieg-verdient","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/68011\/","title":{"rendered":"Krisenprofite von Energieunternehmen: Wer jetzt am Irankrieg verdient"},"content":{"rendered":"<p>    Inhalt<br \/>\n    <a class=\"article-toc__fullview z-text-button\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2026-03\/krisenprofite-energieunternehmen-uebergewinnsteuer-energiekrise-studie\/komplettansicht\" data-ct-label=\"all\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n        Auf einer Seite lesen<br \/>\n    <\/a><\/p>\n<p>            Inhalt        <\/p>\n<p>Seite 1Wer jetzt am Irankrieg verdient<\/p>\n<p>                                            <a class=\"article-toc__item article-toc__link\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2026-03\/krisenprofite-energieunternehmen-uebergewinnsteuer-energiekrise-studie\/seite-2\" data-ct-label=\"2\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                    Seite 2Nun r\u00e4cht sich die Abh\u00e4ngigkeit von fossilen Brennstoffen<br \/>\n                <\/a><\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Isabella Weber und Gregor Semieniuk arbeiten als \u00d6konomen an der US-Universit\u00e4t Massachusetts Amherst. Weber war Mitglied der Gaspreiskommission der Bundesregierung im Jahr 2022 und ist aktuell Mitglied der Schuldenbremsenkommission. Semieniuk arbeitete als Klimafolgen\u00f6konom f\u00fcr die Weltbank.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die Stra\u00dfe von Hormus wird aktuell zum Mittelpunkt der Welt. W\u00e4hrend der US-israelische Krieg gegen den <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/iran\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Iran<\/a> Tod, Zerst\u00f6rung und Umweltverschmutzung in der Region verursacht, drohen der ganzen Welt die wirtschaftlichen Folgen des Konflikts. Der Schiffsverkehr durch die Meerenge <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2026-03\/strasse-von-hormus-sperrung-handelsschifffahrt-donald-trump-europa\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">ist nahezu zum Erliegen gekommen<\/a>. Bereits jetzt sind die Roh\u00f6lpreise auf mehr als 100 US-Dollar pro Barrel gestiegen, gegen\u00fcber 60 US-Dollar pro Barrel zu Jahresbeginn. Die\u00a0<a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2026-03\/benzinpreise-deutschland-iran-angriff-entwicklung-karte\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Benzinpreise steigen<\/a>, und Fluggesellschaften k\u00fcndigen Preiserh\u00f6hungen an. Die Regierungen \u00d6l importierender L\u00e4nder bem\u00fchen sich, die Folgen einzud\u00e4mmen, indem sie, wie einige EU-Staaten, etwa Preise regulieren oder, wie Sri Lanka und die Philippinen,  k\u00fcrzere Arbeitswochen zur Kraftstoffsenkung einf\u00fchren. Was aber bislang noch wenig diskutiert wird: Wer genau profitiert von diesem Krieg?\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die \u00d6l- und Gaskrise von 2022 bietet eine Vorlage, sie war die j\u00fcngste Preisexplosion in dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung, ausgel\u00f6st durch <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/russland\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Russlands<\/a> Invasion der Ukraine. In <a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S2214629625003020\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Energy Research &amp; Social Science<\/a>\u00a0verfolgen wir in einem Aufsatz, wohin genau diese Gewinne geflossen sind. Dazu haben wir Beteiligungen und Anteilseigent\u00fcmer aus verschiedenen Datenbanken analysiert und so Netzwerke quatifziert \u2013 von den \u00d6l- und Gasunternehmen \u00fcber den Finanzsektor bis hin zu nat\u00fcrlichen Personen. Zudem zeigen wir auf, dass es M\u00f6glichkeiten gibt, \u00dcbergewinne zu verhindern und die Gewinne und Verluste dieser Preisschocks gerechter umzuverteilen.<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Unsere Analyse zeigt: Im Jahr 2022 stiegen die Nettogewinne von 1.195 b\u00f6rsennotierten Mineral\u00f6l- und Gasunternehmen weltweit auf 916 Milliarden US-Dollar \u2014 eine Verdreifachung zum Durchschnitt der Jahren 2016 bis 2021.\u00a0\u00a0Firmen in den <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/usa\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Vereinigten Staaten<\/a> waren die gr\u00f6\u00dften Nutznie\u00dfer: Sie erzielten 281 Milliarden US-Dollar. Dies \u00fcberstieg die gesamten US-amerikanischen Investitionen in die Dekarbonisierung in jenem Jahr (267 Milliarden US-Dollar). Auch europ\u00e4ische \u00d6l- und Gasunternehmen erzielten Nettogewinne in Milliardenh\u00f6he, wenn auch auf weitaus niedrigerem Niveau als die US-Konzerne.\n<\/p>\n<p>        Au\u00dferordentliche Profite        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die Gr\u00f6\u00dfe des Geldsegens, den Firmen durch den aktuellen Iranschock sehen werden, h\u00e4ngt davon ab, wie lange der Krieg dauert und wie hoch \u00d6l-, Gas- und andere Rohstoffpreise steigen. Doch bei einem \u00d6lpreis von mehr als 100 US-Dollar \u2014 einem Niveau, das bereits 2022 Rekordgewinne hervorbrachte \u2014 ist die Tendenz klar. Die Frage ist nicht, ob es diesmal au\u00dferordentliche Gewinne aus fossilen Brennstoffen geben wird. Die Frage ist: Wer wird sie erhalten? Und: Haben Regierungen den Willen, einzugreifen?\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Was unsere Studie neuartig macht, sind nicht die Gesamtgewinnzahlen, sondern die Analyse des Beteiligungsnetzwerks im Jahr 2022. Sie verfolgt den Fluss der Gewinne bis zu den nat\u00fcrlichen Personen. Daf\u00fcr wurden mithilfe von Finanzeigentumsdatenbanken die Beteiligungen von mehr als 252.000 Anteilseignern systematisch ausgewertet, von \u00f6ffentlichen Unternehmen, Private-Equity-Beteiligungen, Pensionsfonds bis zu Family-Offices, also den Verm\u00f6gensverwaltungen reicher Familien. So konnten wir rekonstruieren, wer letztendlich einen Anspruch auf den Gewinn hatte. Das funktioniert, da eine Kette von Beteiligungen am Ende immer zu nat\u00fcrlichen Personen \u2013 oder Regierungen \u2013 f\u00fchrt. Ein Unternehmen geh\u00f6rt immer irgendwem, man muss nur die \u2013 manchmal schwer zug\u00e4nglichen \u2013 Daten auswerten. Und man muss beachten, dass Fondsmanager wie BlackRock das Verm\u00f6gen anderer Leute investieren, nicht ihr eigenes.\n<\/p>\n<p>        50 Prozent der fossilen Gewinne gehen an das reichste Prozent        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Das Ergebnis ist eindeutig. In den Vereinigten Staaten flossen 50 Prozent aller Gewinnanspr\u00fcche aus fossilen Brennstoffen an das reichste Prozent der Bev\u00f6lkerung \u2014 \u00fcber Aussch\u00fcttungen und steigende Aktienkurse. Die \u00e4rmsten 50 Prozent der Bev\u00f6lkerung \u2014 das sind rund 66 Millionen Haushalte \u2014 erhielten ein Prozent der Gewinne, weil sie kaum an der B\u00f6rse investiert sind, da sie dazu schlicht nicht das Geld haben.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die obersten 0,1 Prozent, etwa 131.000 Haushalte, erhielten zusammen 26-mal mehr als die gesamte untere H\u00e4lfte der US-amerikanischen B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger. Die Reichen besitzen gro\u00dfe Anteile an allen Finanzinstrumenten, die in Unternehmen der fossilen Brennstoffe investiert sind. Sie sind an ihnen mit Private-Equity-Fonds, Hedgefonds und direktem Aktienbesitz beteiligt.  Dagegen greifen private Pensionsfonds, die eine im Vorhinein festgelegte Rente auszahlen und die wichtigste Art der Altersvorsorge f\u00fcr die gro\u00dfe Mehrheit der US-Amerikaner sind, auf lediglich 14 Prozent der Gewinne zu.\n<\/p>\n<p>                            \u00a9\u00a0ZEIT ONLINE<\/p>\n<p>\n                                        Newsletter<br \/>\n                                        ZEIT Geldkurs<\/p>\n<p class=\"newsletter-signup__text\">Tsch\u00fcss, Finanzchaos: In acht Wochen erkl\u00e4ren wir Schritt f\u00fcr Schritt, wie Sie bessere Geldroutinen aufbauen und das mit den ETFs endlich angehen. 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Wer eine akademische Ausbildung hat, profitiert in der Regel: Allein Hochschulabsolventen, die 38 Prozent der Haushalte ausmachen, beanspruchten 79 Prozent des Gesamtbetrags.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die Krise von 2022 erzeugte eine ausgepr\u00e4gte Inflationsungleichheit. Die Umverteilung erfolgt \u00fcber zwei Kan\u00e4le. Je \u00e4rmer man ist, desto mehr gibt man f\u00fcr Grundbed\u00fcrfnisse wie Energie aus. Bei US-Haushalten mit niedrigem Einkommen (in Fachsprache: das niedrigste Quintil) machen die Ausgaben f\u00fcr Benzin rund 3,3 Prozent aus. Bei Haushalten mit hohem Einkommen (das h\u00f6chste Quintil) sind es dagegen 2,1 Prozent. \u00c4rmere Haushalte sind damit \u00fcberdurchschnittlich stark von Preiserh\u00f6hungen betroffen.\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Inhalt Auf einer Seite lesen Inhalt Seite 1Wer jetzt am Irankrieg verdient Seite 2Nun r\u00e4cht sich die Abh\u00e4ngigkeit&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":68012,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[46,42,95,90,89,8670,15598,10572,26901,75,26902,1010,26900,91,94,44,1963,10200,93,92,439,255],"class_list":{"0":"post-68011","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-unternehmen-maerkte","8":"tag-at","9":"tag-austria","10":"tag-business","11":"tag-companies","12":"tag-companies-markets","13":"tag-energiepolitik","14":"tag-energieversorgung","15":"tag-erdoel","16":"tag-erdoelfoerderung","17":"tag-europa","18":"tag-fossile-energie","19":"tag-iran","20":"tag-krisenprofite-von-energieunternehmen","21":"tag-markets","22":"tag-maerkte","23":"tag-oesterreich","24":"tag-russland","25":"tag-strasse-von-hormus","26":"tag-unternehmen","27":"tag-unternehmen-maerkte","28":"tag-usa","29":"tag-wirtschaft"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116298205304553062","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/68011","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=68011"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/68011\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/68012"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=68011"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=68011"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=68011"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}