{"id":68754,"date":"2026-03-27T10:33:08","date_gmt":"2026-03-27T10:33:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/68754\/"},"modified":"2026-03-27T10:33:08","modified_gmt":"2026-03-27T10:33:08","slug":"bei-welchen-europaeischen-aktien-man-nun-zuschlagen-sollte-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/68754\/","title":{"rendered":"Bei welchen europ\u00e4ischen Aktien man nun zuschlagen sollte \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Europas Wirtschaft leidet zunehmend an den Folgen des ausufernden Irankriegs. Die hohen Energiekosten hinterlassen allm\u00e4hlich Spuren, die B\u00f6rsen haben seit Jahresbeginn an Wert verloren. <\/p>\n<p>Dabei sei das Jahr f\u00fcr die Region durchaus positiv gestartet, konstatiert Armand Suchet, Fondsmanager Eleva Absolute Return Europe Fund, im Gespr\u00e4ch mit der \u201ePresse\u201c. Angesichts des Nahost-Konflikts hat Suchet sein Europa-Portfolio zuletzt aber angepasst. So stockte er bei Energietiteln und defensiven Aktien auf, wozu Unternehmen aus der Telekom- sowie der Versorgerbranche z\u00e4hlen. Aufgrund der oftmals stetigen und gut prognostizierbaren Cashflows gelten defensive Titel meist als weniger schwankungsanf\u00e4llig an der B\u00f6rse. Zu den Investments im Fonds z\u00e4hlen etwa der franz\u00f6sische Mobilfunker Orange sowie die Deutsche Telekom. <\/p>\n<p>Der deutsche Mobilfunker verdient zunehmend an k\u00fcnstlicher Intelligenz (KI). Erst vor wenigen Wochen beauftragte die Leibniz Universit\u00e4t Hannover den Konzern, Rechenkapazit\u00e4ten f\u00fcr deren Forschungsprojekt SOOFI bereitzustellen. Bei dem Projekt geht es um die Entwicklung eines souver\u00e4nen europ\u00e4ischen KI-Sprachmodells. Der Handynetzsparte der Deutschen Telekom soll k\u00fcnftig zudem ein KI-Assistent zur Seite stehen, um etwa Gespr\u00e4che zusammenzufassen oder Simultan\u00fcbersetzungen durchzuf\u00fchren. <\/p>\n<p>Suchet nennt weitere Beispiele: So stockte der Eleva-Experte auch bei Galp Energia SGPS auf. Der portugiesische Energiekonzern ist in der Exploration und F\u00f6rderung von Erdgas und -\u00f6l t\u00e4tig. 2025 sank der Umsatz im Jahresvergleich um fast neun Prozent auf 19 Milliarden Euro, der Nettogewinn legte hingegen um knapp acht Prozent auf 1,1 Milliarden Euro zu. F\u00fcr heuer rechnet der Konzern mit weiterem Wachstum, insbesondere durch die Inbetriebnahme des Bacalhau-Projekts in Brasilien sowie neuer strategischer Partnerschaften etwa in Namibia.<\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dfte Branchengewichtung entf\u00e4llt im Fonds auf den Industriesektor, etwa mit Rolls-Royce Holdings. Der britische Konzern hat drei Gesch\u00e4ftssparten, zu denen allen voran die Verteidigung sowie der Bau von Triebwerken f\u00fcr die zivile Luftfahrt z\u00e4hlen. W\u00e4hrend das R\u00fcstungsgesch\u00e4ft boomt, gibt sich Suchet ein wenig vorsichtig f\u00fcr die zivile Luftfahrt. \u201eAufgrund des Irankrieges hat sich das Angebot an Kerosin weltweit verknappt, das beeintr\u00e4chtigt die internationale Luftfahrt.\u201c Dieser Umstand k\u00f6nnte auch die Nachfrage nach neuen Flugzeugen d\u00e4mpfen. <\/p>\n<p>Und dann gibt es noch eine dritte Sparte, die Suchet zuversichtlich stimmt, wenngleich sie nur einen geringen Anteil am Gesamtumsatz ausmacht: Die britische Firma entwickelt Mini-AKW, sogenannte Small Modular Reactors. Es handelt sich um eine relativ neue Technologie, die zunehmend nachgefragt wird, beispielsweise, um die wachsende Zahl an Rechenzentren mit Strom zu versorgen. <\/p>\n<p>Auch im Bankensektor wird Suchet \u2013 selektiv \u2013 f\u00fcndig. \u201eInvestmentbanken lassen wir derzeit au\u00dfen vor\u201c, relativiert er. Als Grund werden insbesondere die wachsenden Unsicherheiten rund um den Bereich Private Credit genannt, in diesem Gesch\u00e4ft mischen auch Investmenth\u00e4user mit. In einigen F\u00e4llen wird jedoch die R\u00fcckzahlungsf\u00e4higkeit zunehmend angezweifelt, das macht Suchet Sorgen. <\/p>\n<p>Stattdessen setzt der Eleva-Fonds auf ausgew\u00e4hlte Gesch\u00e4ftsbanken, etwa auf die italienische UniCredit, die spanische Caixa und die heimische Erste Bank. \u201eDie H\u00e4user verdienen nach wie vor an der Zinsspanne, die h\u00f6her ist als noch vor einigen Jahren.\u201c Hinzu kommen besondere Entwicklungen am Markt. So hat etwa die UniCredit Mitte M\u00e4rz ein freiwilliges \u00dcbernahmeangebot f\u00fcr die deutsche Commerzbank angek\u00fcndigt. Derzeit ist die italienische Bank inklusive Finanzinstrumenten zu 29,9 Prozent an der Commerzbank beteiligt. Bei der Erste Bank wiederum gef\u00e4llt Suchet der j\u00fcngste Zukauf der polnischen Santander Bank Polska. <\/p>\n<p>        Zur Person<\/p>\n<p>Armand Suchet ist seit 2015 Partner sowie leitender Portfoliomanager beim franz\u00f6sischen Verm\u00f6gensverwalter ELEVA Capital und managt den ELEVA Absolute Return Europe Fund (LU1920211973).\u00a0<\/p>\n<p>Seine Karriere begann Suchet bei Rothschild &amp; Cie in Paris. Weitere berufliche Stationen folgten bei CIBC und Sys &amp; Co. <\/p>\n<p>Damit der Sektor mit solchen Einzeltiteln nicht allzu hoch im Fonds gewichtet wird, verfolgt Suchet jedoch auch andere Ans\u00e4tze. So setzt er mittels Derivaten ein wenig auf sinkende Kurse beim Euro-Stoxx-Banks-Index, auch da ihn einige Bankenaktien in Europa derzeit nicht \u00fcberzeugen. Doch auch beim Euro-Stoxx-600 setzt der Eleva-Experte mit Derivaten auf m\u00f6gliche R\u00fccksetzer. Auf diese Weise sollen gr\u00f6bere Schwankungen im Fonds ein wenig gegl\u00e4ttet werden, im aktuellen Umfeld kann das durchaus sinnvoll sein. Verluste sind jedoch auch bei diesem Fonds m\u00f6glich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Europas Wirtschaft leidet zunehmend an den Folgen des ausufernden Irankriegs. 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