{"id":71020,"date":"2026-03-28T16:20:13","date_gmt":"2026-03-28T16:20:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/71020\/"},"modified":"2026-03-28T16:20:13","modified_gmt":"2026-03-28T16:20:13","slug":"gesundheit-dieses-unterschaetzte-organ-koennte-erklaeren-warum-wir-unterschiedlich-altern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/71020\/","title":{"rendered":"Gesundheit: Dieses untersch\u00e4tzte Organ k\u00f6nnte erkl\u00e4ren, warum wir unterschiedlich altern"},"content":{"rendered":"<p>Der Thymus war lange Zeit ein kaum beachtetes Organ. Harvard-Forscher haben die Dr\u00fcse nun genauer untersucht \u2013 und \u00fcberraschende Zusammenh\u00e4nge nachgewiesen.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Ein kleines Organ im Brustkorb k\u00f6nnte eine gr\u00f6\u00dfere Rolle f\u00fcr die Gesundheit spielen als bislang angenommen. Forscher zeigen: Der Zustand des Thymus steht offenbar in engem Zusammenhang mit einer l\u00e4ngeren Lebensdauer, einem geringeren Risiko f\u00fcr Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Lungenkrebs. <\/p>\n<p>Der Thymus ist ein kleines Organ hinter dem Brustbein. Er spielt eine zentrale Rolle bei der Entwicklung von sogenannten T-Zellen, die das Immunsystem dabei unterst\u00fctzen, Krankheitserreger und Krebszellen zu erkennen und zu bek\u00e4mpfen. Lange galt der Thymus nach der Pubert\u00e4t als weitgehend bedeutungslos, weil er mit dem Alter schrumpft und sp\u00e4ter weitestgehend durch Fettgewebe ersetzt wird.<\/p>\n<p>Eine Studie stellt diese Annahme jetzt infrage. Ein Forschungsteam der Harvard Medical School analysierte mithilfe k\u00fcnstlicher Intelligenz mehr als 27.500 Computertomografie-Aufnahmen aus zwei gro\u00dfen Bev\u00f6lkerungsstudien. Die Ergebnisse erschienen im <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41586-026-10242-y\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41586-026-10242-y&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Fachjournal \u201eNature\u201c.<\/a> <\/p>\n<p>Das Team entwickelte daf\u00fcr ein Deep-Learning-Modell, das aus CT-Bildern anhand von Gr\u00f6\u00dfe, Form und Gewebezusammensetzung des Organs einen \u201eThymus-Gesundheitswert\u201c berechnet. Dieser Wert soll zeigen, wie gut das Organ noch funktioniert.<\/p>\n<p>Die Auswertung zeigte deutliche Unterschiede: Menschen mit einem gesunden Thymus hatten in den Analysen ein etwa halb so hohes Sterberisiko. Auch das Risiko f\u00fcr t\u00f6dliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen war um etwa 63 Prozent niedriger, w\u00e4hrend das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, um rund 36 Prozent reduziert war.<\/p>\n<p>Diese Zusammenh\u00e4nge blieben auch bestehen, nachdem die Forscher Faktoren wie Alter, Geschlecht, Rauchen und Vorerkrankungen ber\u00fccksichtigt hatten.  Sie vermuten: Wenn der Thymus im Laufe des Lebens st\u00e4rker abbaut, produziert der K\u00f6rper weniger neue T-Zellen. Das k\u00f6nnte die F\u00e4higkeit des Immunsystems einschr\u00e4nken, auf neue Bedrohungen zu reagieren. Etwa auf Infektionen oder Krebszellen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Forscher ist das ein Hinweis darauf, dass der Thymus ein allgemeiner Marker f\u00fcr die Leistungsf\u00e4higkeit des Immunsystems sein k\u00f6nnte. \u201eDer Thymus wurde jahrzehntelang vernachl\u00e4ssigt und k\u00f6nnte ein fehlendes Puzzleteil sein, um zu erkl\u00e4ren, warum Menschen unterschiedlich altern\u201c, wird Studienautor Hugo Aerts in einer Mitteilung zitiert.<\/p>\n<p>Eine schlechtere Thymusgesundheit trat h\u00e4ufiger bei Menschen auf, die rauchten, stark \u00fcbergewichtig waren oder typische Merkmale des sogenannten metabolischen Syndroms aufwiesen \u2013 etwa erh\u00f6hte Blutzuckerwerte, hohe Triglyceride oder Bluthochdruck. Auch chronische Entz\u00fcndungen im K\u00f6rper standen mit einer geringeren Thymusgesundheit in Verbindung.<\/p>\n<p>Umgekehrt fanden die Forscher Hinweise darauf, dass ein ges\u00fcnderer Stoffwechsel und Faktoren wie regelm\u00e4\u00dfige Bewegung mit einer besseren Thymusfunktion einhergehen k\u00f6nnten. Ob diese Faktoren den Thymus beeinflussen \u2013 oder ob ein insgesamt besserer Gesundheitszustand auch den Thymus sch\u00fctzt \u2013, bleibt jedoch unklar.<\/p>\n<p>In einer zweiten Studie untersuchten die Forscher au\u00dferdem den Zusammenhang zwischen Thymuszustand und dem Erfolg moderner Krebsbehandlungen. Dazu analysierten sie Daten von mehr als 1200 Patienten, die eine Immuntherapie erhalten hatten. Dabei zeigte sich: Patienten mit besserer Thymusgesundheit hatten ein um etwa 37 Prozent geringeres Risiko f\u00fcr ein Fortschreiten der Erkrankung und ein um rund 44 Prozent geringeres Sterberisiko.<\/p>\n<p>\u201eUnsere Ergebnisse legen nahe, dass die Gesundheit des Thymus viel mehr Aufmerksamkeit verdient und m\u00f6glicherweise neue Wege er\u00f6ffnet, um zu verstehen, wie wir unser Immunsystem im Alter sch\u00fctzen k\u00f6nnen\u201c, sagte Aerts.<\/p>\n<p>Die Studie zeigt Zusammenh\u00e4nge, keine direkten Ursachen. Um die Ergebnisse zu best\u00e4tigen und m\u00f6gliche Ansatzpunkte f\u00fcr Pr\u00e4vention oder Therapien zu entwickeln, sind weitere Studien n\u00f6tig. Dennoch liefern die Daten einen neuen Blick auf das Altern: Der Thymus k\u00f6nnte ein zentraler Marker daf\u00fcr sein, wie gut das Immunsystem im Laufe des Lebens funktioniert \u2013 und damit auch, wie gesund Menschen altern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Thymus war lange Zeit ein kaum beachtetes Organ. 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