{"id":71881,"date":"2026-03-29T07:28:08","date_gmt":"2026-03-29T07:28:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/71881\/"},"modified":"2026-03-29T07:28:08","modified_gmt":"2026-03-29T07:28:08","slug":"dma-huhn-oder-ente-warum-europas-firmen-und-verbraucher-verlieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/71881\/","title":{"rendered":"DMA: Huhn oder Ente? Warum Europas Firmen und Verbraucher verlieren"},"content":{"rendered":"<p>\n  Von&amp;nbspP\u00e1l Szil\u00e1gyi, EU Tech Loop, with Euronews\n<\/p>\n<p>\n         Zuerst ver\u00f6ffentlicht am<br \/>\n            29\/03\/2026 &#8211; 7:01 MESZ\n            <\/p>\n<p>Der Digital Markets Act (DMA) war urspr\u00fcnglich als Instrument des Wettbewerbsrechts gedacht. Seine Rolle wird inzwischen zwar differenzierter gesehen, doch das Gesetz ruht auf fehlerhaften Grundannahmen, und genau diese werden ihm noch lange nachh\u00e4ngen.<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Zur Erinnerung: Vor fast genau drei Jahren blickte die damalige Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager <a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/commission\/presscorner\/detail\/en\/SPEECH%5F23%5F1342?ref=eutechloop.com\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">bereits voraus (Quelle auf Englisch)<\/a> und sprach \u00fcber die Gefahren des Metaverse und von OpenAI. Sie warnte:<\/p>\n<p>\u201eWir haben ganz sicher nicht zu schnell gehandelt, und genau das kann f\u00fcr uns eine wichtige Lehre f\u00fcr die Zukunft sein\u201c, sagte sie. <\/p>\n<p>\u201eWir m\u00fcssen Ver\u00e4nderungen voraussehen und uns darauf einstellen. Denn es ist offensichtlich, dass unsere Durchsetzung und der Gesetzgebungsprozess immer langsamer sein werden als die M\u00e4rkte selbst. Es ist zum Beispiel jetzt schon an der Zeit zu fragen, wie gesunder Wettbewerb im Metaverse aussehen sollte oder wie etwas wie ChatGPT die Lage ver\u00e4ndern k\u00f6nnte\u201c, f\u00fcgte sie hinzu.<\/p>\n<p>Vor rund f\u00fcnf bis sieben Jahren vollzog sich bei europ\u00e4ischen Aufsichtsbeh\u00f6rden ein grundlegender Mentalit\u00e4tswechsel. Sie versuchen seither, potenziell sch\u00e4dliche Technologien schon zu stoppen, bevor sie sich am Markt \u00fcberhaupt durchsetzen. Das Ziel klingt ehrenwert, die Umsetzung hat sich jedoch als sch\u00e4dlich erwiesen \u2013 f\u00fcr Unternehmen in Europa ebenso wie f\u00fcr Verbraucherinnen und Verbraucher. Der Grund liegt auf der Hand. Etwa drei Jahre nach Vestagers Warnung <a href=\"https:\/\/www.bloomberg.com\/news\/articles\/2026-03-17\/meta-to-discontinue-key-metaverse-product-for-vr-headsets?ref=eutechloop.com\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">k\u00fcndigte (Quelle auf Englisch)<\/a> Meta an, die Plattform Horizon Worlds im Juni zu schlie\u00dfen (diese Entscheidung machte der Konzern kurz darauf wieder r\u00fcckg\u00e4ngig). Der Vorgang zeigt eindr\u00fccklich, wie schlecht Regulierer Marktentwicklungen vorhersagen.<\/p>\n<p>\u00c4hnliche Beispiele aus den vergangenen Jahren gibt es zuhauf. Dazu geh\u00f6rt nicht zuletzt der EU AI Act, der bereits bei seinem Inkrafttreten Widerspr\u00fcche und Annahmen enthielt, die zu diesem Zeitpunkt veraltet waren.<\/p>\n<p>Bei einem Besuch anl\u00e4sslich des f\u00fcnfunddrei\u00dfigj\u00e4hrigen Bestehens der ungarischen Wettbewerbsbeh\u00f6rde stellte der Vorsitzende der US\u2011Wettbewerbsbeh\u00f6rde Federal Trade Commission (FTC), Andrew N. Ferguson, eine <a href=\"https:\/\/www.ftc.gov\/system\/files\/ftc%5Fgov\/pdf\/ferguson-hungary-gvh35-remarks.pdf?ref=eutechloop.com\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">treffende Diagnose (Quelle auf Englisch)<\/a> der europ\u00e4ischen Lage.<\/p>\n<p>\u201e\u00dcberregulierung und \u00fcberzogene Wettbewerbspolitik haben Europas F\u00e4higkeit geschw\u00e4cht, mitzuhalten. [&#8230;] Es ist kein Zufall, dass fast jedes Unternehmen, das die EU-Kommission im Rahmen des Digital Markets Act als \u201aGatekeeper\u2018 eingestuft hat, aus den USA stammt\u201c, sagte er.<\/p>\n<p>In Europa wirken die gro\u00dfen Tech-Konzerne \u00fcberm\u00e4chtig. Doch Gr\u00f6\u00dfe bedeutet nicht automatisch Marktbeherrschung \u2013 eine Lektion, die wir offenbar vergessen haben. So ist es Microsoft, vermutlich das strategisch am besten positionierte Unternehmen der Branche, bis heute nicht gelungen, im Bereich sozialer Netzwerke, in der Suche f\u00fcr Endkunden oder im Markt f\u00fcr gro\u00dfe Sprachmodelle nennenswerte Marktanteile zu gewinnen.<\/p>\n<p>Vorauseilende Regulierung ist jedoch nur ein Symptom dieser problematischen Haltung. DSA-Mitarchitekt Thierry Breton schickte <a href=\"https:\/\/x.com\/szilagyipal\/status\/2034350891831030124?s=20&amp;ref=eutechloop.com\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer nofollow\">einen Brief an X (Quelle auf Englisch)<\/a> und indirekt an Elon Musk. Darin warnte er, das Streaming eines Interviews mit einem US-Pr\u00e4sidentschaftskandidaten k\u00f6nne einen Versto\u00df gegen den DSA darstellen. Die darin mitschwingende Schuldvermutung war un\u00fcbersehbar.<\/p>\n<p>Lazar Radic hat <a href=\"https:\/\/truthonthemarket.com\/2026\/03\/19\/the-dmas-case-against-seamlessness\/?ref=eutechloop.com\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">k\u00fcrzlich formuliert (Quelle auf Englisch)<\/a>, was viele schon lange ahnen: Der DMA und seine Durchsetzer behandeln \u201eAmazon.com wie eine Eisenbahngesellschaft des neunzehnten Jahrhunderts\u201c. \u00c4hnliche Fehlannahmen pr\u00e4gen das regulatorische Denken gegen\u00fcber anderen US\u2011Techkonzernen. Man sollte sich klarmachen, dass diese Sichtweise europ\u00e4ische Unternehmen und Verbraucherinnen und Verbraucher von vornherein auf die Verliererstra\u00dfe schickt.<\/p>\n<p>Der Vergleich mit der Regulierung der Telekommunikation ist aufschlussreich und ern\u00fcchternd. Damals geh\u00f6rte die zugrunde liegende Infrastruktur den europ\u00e4ischen Staaten, und europ\u00e4ische Unternehmen konkurrierten auf dieser Basis miteinander.<\/p>\n<p>Im einundzwanzigsten Jahrhundert hat Europa die digitale Infrastrukturebene \u2013 die heutigen Plattformen \u2013 de facto US\u2011Konzernen \u00fcberlassen. Die Aufseher reagieren darauf, indem sie dieselbe Logik wie einst in der Telekombranche anwenden: Zugang regulieren und Gleichbehandlung durchsetzen. Nur wenige erkennen den entscheidenden Fehler. Denn so m\u00fcssen selbst europ\u00e4ische Unternehmen, die US\u2011Platzhirsche angreifen wollen, im Grunde auf der bestehenden Plattform konkurrieren und nicht um den gesamten Markt. Das ist ein Kampf, der nicht zu gewinnen ist. Erfolg gibt es nur, wenn man den Markt als Ganzes neu erobert.<\/p>\n<p>Fazit: Der DMA ist \u2013 wie andere j\u00fcngere Tech-Regeln \u2013 ein Symptom einer gescheiterten Regulierungsideologie. Noch beunruhigender ist, dass selbst eine Abschaffung des DMA Europas grundlegende Probleme nicht l\u00f6sen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>N\u00f6tig w\u00e4re eine umfassende Deregulierung: ein Abbau eines wesentlichen Teils der EU-Verordnungen und Richtlinien, verbunden mit einer deutlich schnelleren und konsequenteren Durchsetzung der Binnenmarktvorschriften, die heute fast brachliegt. Wer einen Markt wirklich beherrschen will, muss in allen f\u00fcnf Ebenen der \u201eKI\u2011Torte\u201c konkurrenzf\u00e4hig und effizient sein \u2013 um das Bild von Jensen Huang aufzugreifen.<\/p>\n<p>Die Europ\u00e4ische Union br\u00e4uchte einen Ansatz, der so radikal ist, dass selbst Javier Milei Tempo und Entschlossenheit beneiden w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Das wird nicht geschehen und kann auch nicht geschehen, ohne tiefgreifende institutionelle Reformen. Doch genau solche Reformen wirken in der institutionellen Architektur der EU nahezu strukturell ausgeschlossen.<\/p>\n<p>In vielen L\u00e4ndern Mittel- und Osteuropas ist eine Mahnung noch gut pr\u00e4sent. In der Sowjetunion wurde Erfolg stets im Vergleich zu anderen scheiternden Staaten gemessen. Objektiv betrachtet blieb selbst relativer Erfolg in diesem System ein Misserfolg, sobald man ihn mit der Au\u00dfenwelt verglich \u2013 und es war nur eine Frage der Zeit, bis die Realit\u00e4t das offenkundig machte.<\/p>\n<p>Das sollten sich Politikerinnen und Politiker, Gesetzgeber und Aufsichtsbeh\u00f6rden vor Augen halten: Das Gesetz von Angebot und Nachfrage l\u00e4sst sich nicht aushebeln. Man kann es nur unterdr\u00fccken \u2013 zu immer h\u00f6heren Kosten f\u00fcr B\u00fcrgerinnen, B\u00fcrger und lokale Unternehmen. Der DMA ist eine Ente, kein Huhn. Er reguliert nicht den Wettbewerb, sondern das Scheitern.<\/p>\n<p>Dieser Artikel wurde urspr\u00fcnglich auf<a href=\"https:\/\/eutechloop.com\/is-the-dma\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\"> EU Tech Loop (Quelle auf Englisch)<\/a> ver\u00f6ffentlicht und im Rahmen einer Vereinbarung mit Euronews erneut publiziert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Von&amp;nbspP\u00e1l Szil\u00e1gyi, EU Tech Loop, with Euronews Zuerst ver\u00f6ffentlicht am 29\/03\/2026 &#8211; 7:01 MESZ Der Digital Markets Act&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":71882,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[76,75,74,508,28168,13803],"class_list":{"0":"post-71881","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-europa","8":"tag-eu","9":"tag-europa","10":"tag-europe","11":"tag-kuenstliche-intelligenz","12":"tag-margrethe-vestager","13":"tag-metaverse"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116311287660256728","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71881","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71881"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71881\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/71882"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71881"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71881"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71881"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}