{"id":72015,"date":"2026-03-29T08:57:15","date_gmt":"2026-03-29T08:57:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/72015\/"},"modified":"2026-03-29T08:57:15","modified_gmt":"2026-03-29T08:57:15","slug":"davon-traeume-ich-seit-ich-sechs-jahre-alt-bin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/72015\/","title":{"rendered":"\u201eDavon tr\u00e4ume ich, seit ich sechs Jahre alt bin\u201c"},"content":{"rendered":"<p>+Trennung, neue Liebe, der Tod des Vaters, eine einj\u00e4hrige Weltreise \u2013 bei Johannes Oerding gab es in den vergangenen zwei Jahren einige Umbr\u00fcche. Auf <a href=\"https:\/\/mopop.de\/news\/neues-album-von-johannes-oerding-stumpf-ist-trumpf-31077\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">seinem neuen Album \u201eHotel\u201c<\/a> singt der 44-j\u00e4hrige Wahlhamburger vom Niederrhein offen wie selten \u00fcber das, was in seinem Leben so los war. Mit MOPOP sprach Oerding \u00fcber Trauer, eine Auszeit \u2013 und sein Konzert im Volksparkstadion.<\/p>\n<p>MOPOP: Sie tragen gerade ein Tom-Petty-Shirt. Ist das noch Zufall oder schon ein inhaltlicher Vorschlag f\u00fcr unser Gespr\u00e4ch \u00fcber Ihr \u00fcberwiegend akustisches und an Folk orientiertes Album, das an Simon &amp; Garfunkel, Cat Stevens und eben an Tom Petty erinnert?<\/p>\n<p>Johannes Oerding: (lacht) Man merkt, Sie sind vom Fach. Das Shirt habe ich mir in den USA gekauft. W\u00e4hrend meiner Auszeit bin ich 2024 drei Monate lang durch das Land gereist und dabei musikalisch in so einen richtigen Kaninchenbau abgest\u00fcrzt: Als ich einmal angefangen hatte, mich mit dem Sound aus Nashville, mit Country, Folk und Americana zu besch\u00e4ftigen, konnte ich gar nicht mehr damit aufh\u00f6ren. Ich liebe handgemachte Musik wirklich sehr, und im Grunde genommen kristallisierte sich schon w\u00e4hrend des USA-Aufenthalts die Richtung f\u00fcr das Album raus.<\/p>\n<p>War es Teil Ihres Plans, unterwegs Lieder zu schreiben?<\/p>\n<p>\u00dcberhaupt nicht, ich hatte noch nicht mal eine Gitarre dabei. Ich musste mir die Auszeit nehmen, weil ich das Gef\u00fchl hatte, bei mir wird alles zu konstruiert, zu formatiert, zu gem\u00fctlich. Ich stand 2023 auf der B\u00fchne und dachte nicht an den Song, nicht ans Publikum, sondern an die Einkaufsliste f\u00fcr den Supermarkt. Und dann kamen in dieser Zeit noch Schicksalsschl\u00e4ge hinzu, und ich entschied: Ich mache diese Reise. Ich wollte komplett abschalten und leer werden. Ohne Instrument, ohne Intention, irgendwas zu schreiben. Das ging zweieinhalb Monate gut (lacht).<\/p>\n<p>Und dann?<\/p>\n<p>War ich in Chicago und musste mir einfach eine Gitarre besorgen. Tats\u00e4chlich fand ich es sogar beruhigend, dass das Musikmachen und Songschreiben so sehr zu meinem Leben dazugeh\u00f6ren, dass ich es nicht lange ohne aushalte. Und so fing ich, ganz nat\u00fcrlich und ohne Druck, wieder an zu schreiben.<\/p>\n<p>Im Lied \u201eMehr Gl\u00fcck als Verstand\u201c singen Sie: \u201eMan hat mir nie gesagt, was es hei\u00dft, einmal erwachsen zu sein.\u201c War das Weltreise- und Trauerverarbeitungsjahr 2024 das Jahr, in dem Sie erwachsen geworden sind?<\/p>\n<p>Ja, in vielerlei Hinsicht. Nat\u00fcrlich hatte ich mich vorher schon von Menschen verabschieden m\u00fcssen, aber der Tod meines Vaters vor etwas mehr als zwei Jahren hat einen gr\u00f6\u00dferen Einschlag verursacht, als ich gedacht h\u00e4tte. Dazu kam noch die Trennung von Ina (M\u00fcller; d. Red.) nach 13 eigentlich sch\u00f6nen Jahren und dann auch eine neue Liebe. Auch \u00dcberarbeitung war ein Thema oder \u00fcberhaupt zu erkennen, dass man \u00fcberarbeitet ist. Teil des Erwachsenwerdens war auch das Erkennen, dringend eine Pause zu ben\u00f6tigen.<\/p>\n<p>Viele K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler haben gro\u00dfe Angst davor, in Vergessenheit zu geraten, wenn sie sich f\u00fcr eine Weile zur\u00fcckziehen. Wie war das bei Ihnen?<\/p>\n<p>Bei allem Ehrgeiz wei\u00df ich: So wichtig bin ich nicht. Man kann ruhig mal zwei, drei Jahre abhauen, und es interessiert keinen. Die Fans, die mich m\u00f6gen, werden auch sp\u00e4ter wieder da sein und sich freuen. Alle anderen bekommen gar nicht mit, dass ich weg bin.<\/p>\n<p>Der erste Song auf \u201eHotel\u201c hei\u00dft \u201eHier geh\u00f6r ich hin\u201c. Wissen Sie das jetzt?<\/p>\n<p>\u201eHier geh\u00f6r ich hin\u201c war auch der erste Song, den ich nach der Pause geschrieben habe. In den Strophen verarbeite ich die Schl\u00e4ge, die positiven wie die negativen. Die Summe der Schicksalsschl\u00e4ge hat mir klargemacht, dass die eine Konstante in meinem Leben tats\u00e4chlich das Musikmachen f\u00fcr mich und f\u00fcr andere Menschen ist. Ich bin gl\u00fccklich, dass ich diese Ausdrucksform habe.<\/p>\n<p>\u201eM\u00e4rchen aus Hollywood\u201c, das Duett mit Sarah Connor, ist ein ungew\u00f6hnlich zartes, fast sch\u00fcchternes Liebeslied \u00fcber das Sich-N\u00e4herkommen von zwei Personen.<\/p>\n<p>Ich finde den englischen Begriff \u201eto fall in love\u201c viel sch\u00f6ner als das deutsche \u201eWir verlieben uns\u201c. Ich habe bei dem Song an die britische Liebeskom\u00f6die \u201eNotting Hill\u201c gedacht, wo die zwei ja auch nicht \u00fcbereinander herfallen, sondern sich fast unbemerkt von der Liebe lenken lassen. Ich kenne es selbst, dass aus etwas ganz Kleinem etwas sehr Gro\u00dfes entstehen kann, ohne dass man st\u00e4ndig im Handbuch der Romantik bl\u00e4ttert. Es passiert einfach subtil. Ich sage in dem Lied: \u201eHast du noch ganz kurz Zeit? Ich will das hier ein Leben lang.\u201c Das ist meine Art zu sagen, ich glaube an die gro\u00dfe Liebe, aber ich sehe das ein bisschen mit Augenzwinkern.<\/p>\n<p>\u201eJahreszeiten\u201c ist ebenfalls sehr pers\u00f6nlich und wirkt biografisch. Etwa die Zeile: \u201eIch habe die Nachricht bekommen, es ist vielleicht noch ein Jahr, und dann wird Abschied genommen.\u201c<\/p>\n<p>Mein Vater war Arzt. Er wusste, was seine Diagnose bedeutet. Ich bin gespannt, wie es bei dem Song auf der B\u00fchne sein wird. Ich hatte bei \u201eEins-zu-eins-Gespr\u00e4ch\u201c vom vorherigen Album, wo es auch um das Verh\u00e4ltnis zwischen mir und meinem Vater geht, so meine Probleme, die Contenance zu behalten. Aber auch das geh\u00f6rt auf der B\u00fchne mit dazu. Mich st\u00f6rt es nicht, da oben hin und wieder ein Tr\u00e4nchen zu verdr\u00fccken.<\/p>\n<p>Apropos B\u00fchne: Am 20. Juni spielen Sie Ihr erstes Stadionkonzert im Hamburger Volksparkstadion. Was bedeutet Ihnen das?<\/p>\n<p>Seit ich sechs Jahre alt war, habe ich davon getr\u00e4umt, in diesem Stadion aufzutreten. Und jetzt ist es so weit. Ich wache schon jetzt manchmal nachts auf und denke mir: \u201eDas wird richtig gut.\u201c<\/p>\n<p>Konzerte: 20.6., 18 Uhr, Volksparkstadion, <a href=\"https:\/\/www.eventim.de\/event\/johannes-oerding-heimspiel-hamburg-volksparkstadion-18603096\/?affiliate=TUG\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Karten<\/a> f\u00fcr 57,50-87,50 Euro; 12.9., 20 Uhr, zusammen mit der NDR Bigband, Barclays-Arena, <a href=\"https:\/\/www.barclays-arena.de\/events\/johannes-oerding\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Karten<\/a> f\u00fcr 69,90-119,90 Euro<\/p>\n<p>Album: \u201eHotel\u201c (Columbia; gerade erschienen)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"+Trennung, neue Liebe, der Tod des Vaters, eine einj\u00e4hrige Weltreise \u2013 bei Johannes Oerding gab es in den&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":72016,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24],"tags":[1839,46,42,147,1408,1423,9474,28235,153,154,44,148,28236],"class_list":{"0":"post-72015","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-musik","8":"tag-album","9":"tag-at","10":"tag-austria","11":"tag-entertainment","12":"tag-featured","13":"tag-interview","14":"tag-johannes-oerding","15":"tag-konzert-in-hamburg","16":"tag-music","17":"tag-musik","18":"tag-oesterreich","19":"tag-unterhaltung","20":"tag-volksparkstadion"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116311637537135482","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72015","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=72015"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72015\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/72016"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=72015"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=72015"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=72015"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}