{"id":72988,"date":"2026-03-29T20:49:07","date_gmt":"2026-03-29T20:49:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/72988\/"},"modified":"2026-03-29T20:49:07","modified_gmt":"2026-03-29T20:49:07","slug":"merz-und-das-zerwuerfnis-mit-donald-trump-politik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/72988\/","title":{"rendered":"Merz und das Zerw\u00fcrfnis mit Donald Trump &#8211; Politik"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\"><a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Friedrich_Merz\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Friedrich Merz<\/a> hat sich redlich bem\u00fcht. Der Kanzler brachte <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Donald_Trump\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Donald Trump<\/a> bei seinem ersten Besuch im Wei\u00dfen Haus eine gerahmte Kopie der Geburtsurkunde seines in der Pfalz geborenen Gro\u00dfvaters Friedrich Trump mit. Und er ertrug auch bei der zweiten Visite im Oval Office gelassen das Schauspiel, das Besuche bei Trump nun einmal sind. Merz sei \u201eein Freund\u201c, sagte der US-Pr\u00e4sident. Das war Anfang M\u00e4rz, kurz nach Beginn des <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Iran\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Iran<\/a>-Kriegs.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Doch jetzt droht diese Freundschaft zu kippen. Merz und Trump machen sich derzeit deutliche Vorw\u00fcrfe. Und die Folgen, die daraus entstehen k\u00f6nnten, sind wom\u00f6glich durchaus unerfreulich f\u00fcr den Bundeskanzler und f\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Deutschland\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Deutschland<\/a>.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Der Ausl\u00f6ser des \u00f6ffentlichen Zwists war Trumps Forderung, die Nato-Staaten m\u00fcssten sich an einer hochriskanten milit\u00e4rischen Aktion in der f\u00fcr den \u00d6ltransport so wichtigen Stra\u00dfe von Hormus beteiligen, die Iran blockiert.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/iran-strasse-von-hormus-merz-trump-nato-li.3453371\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Merz lehnte das scharf ab<\/a>, Verteidigungsminister Boris Pistorius (<a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/SPD\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">SPD<\/a>) betonte: \u201eDas ist nicht unser Krieg.\u201c Trump w\u00fctete danach \u00fcber \u201eFeiglinge\u201c. Und legte vor wenigen Tagen bei einem Kongress in Miami nach: Er habe geh\u00f6rt, dass der deutsche Regierungschef gesagt habe, das sei nicht unser Krieg. Und der US-Pr\u00e4sident erg\u00e4nzte: \u201eDie <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Ukraine\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ukraine<\/a> ist auch nicht unser Krieg, aber wir haben geholfen.\u201c Merz k\u00f6nne seine Aussagen nicht ungeschehen machen, so Trump drohend.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Der US-Pr\u00e4sident spricht zudem von einem \u201egewaltigen Fehler\u201c, dass die anderen Nato-Staaten sich bei Iran komplett heraushalten. Er hatte sie allerdings vor dem Krieg gar nicht konsultiert, noch ist der amerikanisch-israelische Feldzug gegen Iran ein Verteidigungsfall, der Hilfe der Mitgliedsstaaten erfordert. Merz betonte zwar, dass Deutschland nach einem Waffenstillstand bereit sei, bei einer dauerhaften Sicherung eines freien Schiffsverkehrs durch die Meerenge von Hormus zu helfen. Bes\u00e4nftigt hat das den US-Pr\u00e4sidenten nicht.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Der Kanzler hat nun seinerseits nochmals nachgelegt. \u201eWas Trump da im Augenblick macht, ist nicht Deeskalation und der Versuch, da eine friedliche L\u00f6sung hinzubekommen, sondern eine massive Eskalation mit offenem Ausgang\u201c, sagte Merz bei einer Veranstaltung der Frankfurter Allgemeinen Zeitung\u00a0mit Blick auf den m\u00f6glichen Einsatz von US-Bodentruppen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die Frage in diplomatischen Kreisen ist jedoch, ob Deutschland zumindest unter der Schwelle einer direkten Beteiligung am Krieg h\u00e4tte helfen k\u00f6nnen. Der ukrainische Pr\u00e4sident Wolodimir Selenskij etwa hat gerade bei seiner Reise in die Kriegsregion am Golf mit Staaten wie Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten Kooperationen zur Abwehr von Drohnen geschlossen. Er kann so neue Allianzen schmieden.<\/p>\n<p>Die \u00d6lpreise steigen und steigen<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Das drohende Zerw\u00fcrfnis im transatlantischen Verh\u00e4ltnis ist f\u00fcr Deutschland heikel, auch beim Milit\u00e4rischen. <a href=\"https:\/\/www.telegraph.co.uk\/world-news\/2026\/03\/27\/trump-weighs-new-pay-to-play-nato\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Laut einem Bericht des <\/a><a href=\"https:\/\/www.telegraph.co.uk\/world-news\/2026\/03\/27\/trump-weighs-new-pay-to-play-nato\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Telegraph<\/a> soll Trump erneut mit dem Abzug von US-Truppen aus Deutschland drohen, <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/atombombe-usa-verteidigung-deutschland-bundeswehr-groenland-li.3365668\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">zudem garantieren die USA bisher mit ihren Atomwaffen Deutschland<\/a>\u00a0nuklearen Schutz.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Ferner nehmen russische Provokationen an der Nato-Ostflanke zu, eine gef\u00e4hrliche Lage in Zeiten, in denen die USA sich von Europa abwenden, die Nato und ihr Beistandsversprechen infrage stellen und mit dem Krieg in Iran besch\u00e4ftigt sind. Zudem gibt es durch das Verschie\u00dfen Hunderter Patriot-Raketen am Golf gegen iranische Raketen und Drohnen einen Nachschubmangel f\u00fcr diese wirksamen, aber teuren Flugabwehrsysteme. Deutschland hat viel solches Material an die Ukraine abgegeben. Weil Patriot-Raketen bisher nur in den USA produziert werden, ist man hier von Amerika abh\u00e4ngig. Das gilt auch f\u00fcr andere Waffensysteme wie die neuen F-35-Kampfjets f\u00fcr die Luftwaffe.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Eine weitere Folge des Krieges sind die \u00f6konomischen Konsequenzen:\u00a0Je l\u00e4nger kaum Schiffe durch die Stra\u00dfe von Hormus kommen, desto h\u00f6her die \u00d6lpreise. Dadurch f\u00fcllt sich ausgerechnet die Kriegskasse des russischen Pr\u00e4sidenten Wladimir Putin, und in Europa drohen Engp\u00e4sse bei der Energieversorgung.<\/p>\n<p>\u201eDas h\u00e4lt unsere Bev\u00f6lkerung, das h\u00e4lt unsere Wirtschaft nicht durch.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die SPD betont, dass die bisherigen Ma\u00dfnahmen gegen eine neue Energiekrise nicht ausreichten, es wird intern ein Aussetzen der Schuldenbremse ins Spiel gebracht. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpr\u00e4sidentin Manuela Schwesig sagte mit Blick auf die Spritpreise: \u201eDas h\u00e4lt unsere Bev\u00f6lkerung, das h\u00e4lt unsere Wirtschaft nicht durch.\u201c Saarlands Ministerpr\u00e4sidentin Anke Rehlinger, ebenfalls SPD, fordert ein Modell wie in Luxemburg, wo der Staat bereits seit 75 Jahren den H\u00f6chstpreis f\u00fcr Sprit festlegt. Die Sozialdemokraten pochen zudem weiterhin\u00a0<a href=\"https:\/\/www.bundesrat.de\/SharedDocs\/drucksachen\/2026\/0101-0200\/166-1-26.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=2\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">auf eine \u00dcbergewinnsteuer<\/a>,\u00a0allerdings gab es daf\u00fcr am Freitag keine Mehrheit im Bundesrat. Dabei geht es um das Absch\u00f6pfen der hohen Einnahmen der Mineral\u00f6lkonzerne, um damit B\u00fcrger und Unternehmen zu entlasten. Doch Friedrich Merz lehnt das bislang ab: \u201eWir k\u00f6nnen nicht jede Preisentwicklung durch steuerliche Ma\u00dfnahmen oder durch Ma\u00dfnahmen aus dem Haushalt ausgleichen\u201c, sagte er vergangene Woche im Bundestag.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Solch ein Instrument gab es schon einmal, wegen des Ukraine-Kriegs und seiner Folgen. <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/klingbeil-spd-krise-reformen-modernisierung-wirtschaft-arbeit-soziales-li.3458537\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Der nach den Wahlniederlagen seiner Partei unter Druck<\/a> stehende Vizekanzler und SPD-Chef <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Lars_Klingbeil\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Lars Klingbeil<\/a> will hier hart bleiben: Die Politik d\u00fcrfe nicht zuschauen, wenn die Leute sich die Tankf\u00fcllung nicht mehr leisten k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Friedrich Merz hat sich redlich bem\u00fcht. 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