{"id":73280,"date":"2026-03-30T01:55:09","date_gmt":"2026-03-30T01:55:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/73280\/"},"modified":"2026-03-30T01:55:09","modified_gmt":"2026-03-30T01:55:09","slug":"label-stellt-sich-gegen-drake-haarstraeubend-heuchlerisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/73280\/","title":{"rendered":"Label stellt sich gegen Drake: \u201eHaarstr\u00e4ubend heuchlerisch\u201c"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/c60a7c4e067d4d4aa21c7a176872cade.gif\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\"\/>Universal Music Group schl\u00e4gt erneut gegen <a href=\"https:\/\/www.rollingstone.de\/drake-kendrick-lamar-klage-urteil-3064881\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Drake<\/a> zur\u00fcck. In einem neuen Berufungsschriftsatz bezeichnet das Label den Versuch des Rappers, seine <a href=\"https:\/\/www.rollingstone.com\/music\/music-news\/drake-kendrick-lamar-not-like-us-umg-defamation-appeal-1235530267\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">gescheiterte Verleumdungsklage<\/a> wegen Kendrick Lamars \u201eNot Like Us\u201c wieder aufzunehmen, als unlogisch und \u201ehaarstr\u00e4ubend heuchlerisch\u201c.<\/p>\n<p>In dem ROLLING STONE vorliegenden 83-seitigen Schriftsatz wirft das Label dem kanadischen Rapper Aubrey Drake Graham vor, \u201edas Recht auf den Kopf zu stellen\u201c. Der Schriftsatz argumentiert, US-Bundesrichterin Jeannette A. Vargas habe im vergangenen Oktober korrekt entschieden, als sie zu dem Schluss kam, Lamars Lyrics, die Drake als P\u00e4dophilen bezeichnen, seien \u201enicht klagbare Meinungs\u00e4u\u00dferung\u201c. Es seien also keine Tatsachenbehauptungen.<\/p>\n<p>Das Label erkl\u00e4rt, Drake habe sich offensichtlich frei gef\u00fchlt, UMGs Plattform zu nutzen, um Lamar \u201ein ebenso aufwieglerischen Worten\u201c anzugreifen, wenn es ihm passte. Nun aber fordere er einen anderen Ma\u00dfstab f\u00fcr die \u201eWorte, die ihm jetzt missfallen\u201c und die gegen ihn gerichtet wurden. \u201e[Drake] versucht, Worte aus ihrem Kontext zu rei\u00dfen und sie als klagbare Verleumdung einzustufen, wenn irgendwer, irgendwo sie m\u00f6glicherweise als Tatsachen auffassen k\u00f6nnte.\u201c<\/p>\n<p>Richterin sah Rap-Battle-Kontext<\/p>\n<p>In ihrem Urteil, mit dem sie Drakes Klage im vergangenen Herbst abwies, stellte Richterin Vargas fest, Lamars Lyrics seien als \u201edirekter R\u00fcckbezug auf Drakes eigene Lyrics\u201c in einem \u201ehitzigen Rap-Battle mit aufwieglerischer Sprache und beleidigenden Anschuldigungen von beiden Seiten\u201c zu verstehen. Sie kam zu dem Schluss, ein vern\u00fcnftiger Zuh\u00f6rer w\u00fcrde davon ausgehen, Lamar rappe \u201ehyperbolische Schm\u00e4hungen\u201c \u2013 keine \u201enachpr\u00fcfbaren Tatsachen\u201c.<\/p>\n<p>\u201eDie Frage in diesem Fall lautet, ob \u201aNot Like Us\u2018 von einem vern\u00fcnftigen Zuh\u00f6rer so verstanden werden kann, dass Drake tats\u00e4chlich ein P\u00e4dophiler ist oder sexuelle Beziehungen zu Minderj\u00e4hrigen hatte\u201c, schrieb Vargas. \u201eAngesichts des Gesamtkontexts, in dem die Aussagen in der Aufnahme gemacht wurden, kommt das Gericht zu dem Schluss: Nein.\u201c<\/p>\n<p>Das neun Songs umfassende Rap-Battle im Zentrum dieses Rechtsstreits sorgte ab April 2024 f\u00fcr Schlagzeilen. Es eskalierte, als Drake am 3. Mai 2024 <a href=\"https:\/\/www.rollingstone.de\/chronologie-der-komplette-streit-zwischen-drake-und-kendrick-lamar-2919781\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">\u201eFamily Matters\u201c<\/a> ver\u00f6ffentlichte und Lamar darin h\u00e4uslicher Gewalt bezichtigte. Er behauptete, Lamar sei nicht der Vater eines seiner Kinder. Dieser antwortete mit den unmittelbar aufeinanderfolgenden Drops \u201eMeet the Grahams\u201c und \u201eNot Like Us\u201c. Die Hook des von Letzterem \u2013 \u201ecertified lover boy, certified pedophile\u201c \u2013 ging augenblicklich viral.<\/p>\n<p>Drakes eigene Lyrics als Beleg<\/p>\n<p>UMG erkl\u00e4rt, das Gericht habe zu Recht betont, dass die neun Songs \u201emiteinander im Dialog stehen\u201c. Es weist darauf hin, dass Lamars Zeile \u201eSay, Drake, I hear you like \u201aem young\u201c eine offensichtliche Antwort auf Drakes Lyrics in \u201eTaylor Made Freestyle\u201c gewesen sei. Darin hatte Drake Lamar aufgestachelt, Ger\u00fcchte zu wiederholen, Drake habe jemanden Minderj\u00e4hriges gedatet. \u201eTalk about him likin\u2018 young girls\u201c, rappt Drake in dem Track.<\/p>\n<p>\u201eSo sehr Drake diesen Kontext im Nachhinein auch missfallen mag \u2013 er ist nach New Yorker Recht legitim und man muss ihn ber\u00fccksichtigen\u201c, argumentieren UMG und seine Anw\u00e4lte in dem Schriftsatz.<\/p>\n<p>Das Label bezeichnet es au\u00dferdem als \u201ewidersinnig\u201c, dass Drake behaupte, Lamars Lyrics k\u00f6nnten verleumdend sein. Rap-Lyrics werden in Strafprozessen mitunter als Beweismittel zugelassen. UMG h\u00e4lt dagegen, dass dieser Kontext \u2013 in dem eine Jury unter anderen Rechtsma\u00dfst\u00e4ben Tatsachenfeststellungen treffen soll \u2013 ein grundlegend anderer sei. Zudem weist das Label darauf hin, dass Drake im November 2022 eine Petition unterzeichnet hatte. Diese kritisierte Staatsanw\u00e4lte daf\u00fcr, den kreativen Ausdruck von K\u00fcnstlern als Tatsache zu behandeln.<\/p>\n<p>Vorwurf der Heuchelei<\/p>\n<p>\u201eDrakes Argument ist zudem haarstr\u00e4ubend heuchlerisch\u201c, hei\u00dft es in dem Schriftsatz. Dieser zitiert die Petition, in der es hie\u00df, \u201eRap-Lyrics werden mehr als jede andere Kunstform im Wesentlichen als Gest\u00e4ndnisse eingesetzt, um schwarze Kreativit\u00e4t und Kunstfertigkeit zu kriminalisieren.\u201c Dies sei \u201eunamerikanisch und schlicht falsch\u201c. Der Schriftsatz legt nahe, Drake nehme nun die entgegengesetzte Position ein, um seinen eigenen Interessen zu dienen.<\/p>\n<p>In seinem 60-seitigen Berufungsschriftsatz vom Januar hatte Drake sein Argument erneuert. Lamars Track stelle als \u201epr\u00e4zise\u201c und \u201eeindeutige Tatsache\u201c fest, dass Drake ein \u201ezertifizierter P\u00e4dophiler\u201c sei. Er behauptete, UMG habe \u201eNot Like Us\u201c \u201eunabl\u00e4ssig\u201c auf eine Weise vermarktet, die Verbraucher in die Irre gef\u00fchrt und ihm ernsthaften Schaden zugef\u00fcgt habe. Lamars Lyrics seien \u201ebeweisbar wahr oder falsch\u201c \u2013 weshalb seine Klage vor eine Jury geh\u00f6re.<\/p>\n<p>Drake und seine Anw\u00e4lte machten ferner geltend, die Abweisung seiner Klage k\u00f6nnte weitreichende negative Folgen haben. Dies schaffe eine \u201egef\u00e4hrliche Regelung\u201c, die K\u00fcnstler und Labels unabh\u00e4ngig davon sch\u00fctzen w\u00fcrde, wie extrem oder sch\u00e4dlich ihre Anschuldigungen sein m\u00f6gen. UMG entgegnete am Freitag, dieses Argument \u201everzeichne\u201c Richterin Vargas\u2018 Urteil \u201eauf eklatante Weise\u201c.<\/p>\n<p>Kein Freifahrtschein f\u00fcr Diss-Tracks<\/p>\n<p>\u201eEs wurde nirgendwo festgestellt, dass ein Diss-Track niemals verleumdend sein kann. Es wurde lediglich anerkannt, dass der \u201adurchschnittliche Zuh\u00f6rer\u2018 in diesem Kontext und die \u201aallgemeine Erwartung\u2018 an Aussagen in diesem Format von Bedeutung sind\u201c, hei\u00dft es in UMGs Schriftsatz.<\/p>\n<p>Drake hatte UMG urspr\u00fcnglich im Januar 2025 verklagt. Er warf dem Label vor, Lamars Hit so zu bewerben, dass er \u201edie spezifische, unverkennbare und falsche Tatsachenbehauptung vermitteln sollte, Drake sei ein krimineller P\u00e4dophiler\u201c. Bemerkenswert: Er verklagte nur das Label, das ihn und Lamar vertritt \u2013 nicht Lamar selbst.<\/p>\n<p>UMG konterte mit zwei vernichtenden Antr\u00e4gen auf Klageabweisung, die letztlich erfolgreich waren. \u201eDer Kl\u00e4ger, einer der erfolgreichsten Aufnahmek\u00fcnstler aller Zeiten, hat ein Rap-Battle verloren, das er selbst provoziert hat und an dem er freiwillig teilnahm\u201c, schrieben UMGs Anw\u00e4lte. \u201eAnstatt die Niederlage so hinzunehmen, wie es der unersch\u00fctterliche Rap-K\u00fcnstler tun w\u00fcrde, als der er sich so oft inszeniert, hat er sein eigenes Plattenlabel verklagt \u2013 in einem verfehlten Versuch, seine Wunden zu lecken.\u201c<\/p>\n<p>Grammy-Triumph und Super Bowl<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.rollingstone.de\/super-bowl-2025-kendrick-lamar-performt-drake-diss-not-like-us-2919395\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">\u201eNot Like Us\u201c<\/a> gewann die Grammy Awards f\u00fcr Record of the Year und Song of the Year und wurde damit erst der dritte Hip-Hop-Song, dem das gelang \u2013 nach Childish Gambinos <a href=\"https:\/\/www.rollingstone.de\/childish-gambino-kuendigt-er-mit-diesen-kryptischen-posts-neue-musik-an-2680153\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">\u201eThis Is America\u201c<\/a> und Lizzos <a href=\"https:\/\/www.rollingstone.de\/about-damn-time-von-lizzo-ist-single-des-jahres-2552265\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">\u201eAbout Damn Time\u201c<\/a>. Lamar performte den Song au\u00dferdem w\u00e4hrend der vielgesehenen Super-Bowl-Halbzeitshow 2025.<\/p>\n<p>Drake hat bis zum 17. April Zeit, auf UMGs neuen Berufungsschriftsatz mit einer Erwiderung zu antworten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Universal Music Group schl\u00e4gt erneut gegen Drake zur\u00fcck. 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