{"id":73441,"date":"2026-03-30T05:15:06","date_gmt":"2026-03-30T05:15:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/73441\/"},"modified":"2026-03-30T05:15:06","modified_gmt":"2026-03-30T05:15:06","slug":"preisverfall-und-konsumtrends-bringen-zuckermarkt-unter-druck-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/73441\/","title":{"rendered":"Preisverfall und Konsumtrends bringen Zuckermarkt unter Druck \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Weniger Zuckerkonsum, sinkende Preise und gestiegene Kosten: R\u00fcbenbauern und Zuckerkonzerne stehen unter Druck. <\/p>\n<p>Der europ\u00e4ische Zuckermarkt ist in den vergangenen Jahren unter Druck geraten. Ein Verfall der Zuckerpreise, steigende Produktionskosten sowie ver\u00e4nderte Konsumgewohnheiten haben Landwirten sowie Zuckerkonzernen kr\u00e4ftig zugesetzt. In \u00d6sterreich ist neben den R\u00fcbenbauern vor allem der Lebensmittelkonzern <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/agrana\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" und=\"\" konsumtrends=\"\" bringen=\"\" zuckermarkt=\"\" unter=\"\" druck=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Agrana<\/a> betroffen, der mit Einsparungen in seiner Zuckersparte und einer neuen strategischen Ausrichtung reagierte.<\/p>\n<p>Die schwierigen Marktbedingungen spiegeln sich zun\u00e4chst in der Entwicklung des Zuckerpreises wider. Nach rezenten Angaben von europ\u00e4ischen Branchenvertretern sind die Preise von Ende 2023 bis Ende 2025 um 38 Prozent gefallen, nachdem es im Zuge der Ukraine-Krise zu einem Hoch gekommen war. Der Preisdruck schl\u00e4gt auf die Erzeugerpreise f\u00fcr die R\u00fcbenbauern durch, da diese unmittelbar vom erwarteten Zuckerpreis abh\u00e4ngen, wie Wifo-Agrar\u00f6konom Franz Sinabell im Gespr\u00e4ch mit der APA erkl\u00e4rte.<\/p>\n<p>Laut dem \u00f6sterreichischen R\u00fcbenbauernbund sind es allerdings nicht nur sinkende Preise, die den Bauern zu schaffen machen: Seit dem Jahr 2005 seien die Produktionskosten um 64 Prozent gestiegen und st\u00fcnden damit in keinem Verh\u00e4ltnis mehr zu den b\u00e4uerlichen Ertr\u00e4gen, sagte Pr\u00e4sident Ernst Karpfinger zur APA.<\/p>\n<p>Einen wesentlichen Einschnitt hatte zuvor die <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/eu\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" und=\"\" konsumtrends=\"\" bringen=\"\" zuckermarkt=\"\" unter=\"\" druck=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">EU<\/a>-Zuckermarktreform im Jahr 2017 gebracht. Damit fielen die Mindestpreise f\u00fcr Zuckerr\u00fcben sowie die Quotenregelung f\u00fcr die Zuckerproduktion weg. In der Folge fuhren viele europ\u00e4ische Konzerne ihre Erzeugung hoch, was eine strukturelle \u00dcberversorgung des Marktes zur Folge hatte und ein Grund f\u00fcr die fallenden Preise war.<\/p>\n<p>Hinzu kamen laut Karpfinger diverse Handelsabkommen und der Abbau von Zollschranken, etwa mit der Ukraine. Waren die zollfreien Einfuhren in die EU aus dem Land vor dem Krieg auf 20.000 Tonnen pro Jahr begrenzt, wurden die Kontingente zwischenzeitlich deutlich erh\u00f6ht und zuletzt auf 100.000 Tonnen pro Jahr festgelegt. Derartige Importvereinfachungen h\u00e4tten zur aktuell schwierigen Situation am Markt beitragen, sowohl preislich als auch mit Blick auf die Mengen. In vielen L\u00e4ndern k\u00f6nne schlicht g\u00fcnstiger produziert werden als hierzulande oder in anderen Teilen Europas, so Karpfinger.<\/p>\n<p>Die Liberalisierung des Marktes und ihre Folgen sowie die geringeren Zuckerpreise in den vergangenen Jahren machten freilich auch vor den Zuckererzeugern nicht Halt. In der industriellen Verarbeitung sind seit 2022 f\u00fcr diese zus\u00e4tzlich die gestiegenen Energiekosten hinzugekommen. \u201eDas sind mit die Gr\u00fcnde, warum in Europa in den vergangenen Jahren ein Zuckerwerk nach dem anderen geschlossen wurde\u201c, ordnete Sinabell ein. Auch bei der Agrana kam es mit der Schlie\u00dfung der Standorte in Leopoldsdorf im Marchfeld sowie Hru\u0161ovany in Tschechien im vergangenen Jahr zu einer Restrukturierung. In \u00d6sterreich kostete das rund 120 Mitarbeitern ihren Job.<\/p>\n<p>Die Zukunft des Agrana-Zuckerwerks in Tulln und damit des letzten verbliebenen Zuckerwerks hierzulande stehe aber weiter und trotz der Einsparungen in der Zuckersparte nicht zur Disposition, betonte Agrana-CEO Stephan B\u00fcttner am Rande eines Medientermins in Paris. Zuletzt hatte sich die Agrana mit dem R\u00fcbenbauernbund auch auf ein neues Preismodell f\u00fcr den Zuckerr\u00fcbenanbau bis 2029 geeinigt.<\/p>\n<p>Die Schlie\u00dfung des Standorts in Leopoldsdorf verteidigte B\u00fcttner. Zucker sei angesichts des r\u00fcckl\u00e4ufigen Markts und der \u00dcberversorgungslage schlicht \u201ekein Wachstumsbusiness\u201c mehr. In der Agrana liegt der Fokus mit einer neuen Strategie mittlerweile auf der profitablen Sparte Food &amp; Beverage Solutions (FBS), die unter anderem Fruchtzubereitungen umfasst.<\/p>\n<p>Ein weiterer wesentlicher Grund f\u00fcr die Entwicklungen am Zuckermarkt ist der Trend hin zu weniger Zuckerkonsum bzw. einer gesundheitsbewussteren Lebensweise &#8211; laut B\u00fcttner ein Ph\u00e4nomen, das in ganz Europa zu beobachten ist. Das best\u00e4tigt Josef Domschitz vom WK\u00d6-Fachverband der Lebensmittelindustrie: Neben der Marktlage d\u00fcrfe man die Konsumentenseite nicht au\u00dfer Acht lassen, wo sich auch in \u00d6sterreich viel getan habe. Hierzulande ging laut Daten der <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/statistik-austria\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" und=\"\" konsumtrends=\"\" bringen=\"\" zuckermarkt=\"\" unter=\"\" druck=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Statistik Austria<\/a> der j\u00e4hrliche Zuckerverbrauch pro Kopf von 1994 bis 2024 von 41 kg auf rund 28,7 kg zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Begleitet wird der Wandel von gesundheitspolitischen Organisationen wie SIPCAN, die sich f\u00fcr eine gesundheitsf\u00f6rdernde Ern\u00e4hrung einsetzen. Deren Sprecher, Manuel Sch\u00e4tzer, verwies gegen\u00fcber der APA etwa auf Limonaden, wo der Zuckergehalt in den vergangenen Jahren bzw. Jahrzehnten mit einigen Ausnahmen deutlich reduziert worden sei. Dabei ziehe in \u00d6sterreich auch der Lebensmittelhandel sowie die \u00f6ffentliche Verwaltung im Schulbereich mit. \u201eWir bem\u00fchen uns, die ges\u00fcndere Wahl zur leichteren zu machen. All das kann geschehen, ohne dass die S\u00fc\u00dfe k\u00fcnstlich kompensiert wird\u201c, betonte Sch\u00e4tzer. Ziel der Organisation, die etwa die \u201eZucker-Raus-Initiative\u201c von Spar wissenschaftlich begleitet, sei, den Menschen die Vorteile eines gesundheitsbewussten Lebensstils n\u00e4herzubringen. \u201eUnd das ohne Zeigefinger, ohne Verbote, ohne Bevormundung.\u201c (APA) <\/p>\n<p>    Lesen Sie mehr zu diesen Themen:<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Weniger Zuckerkonsum, sinkende Preise und gestiegene Kosten: R\u00fcbenbauern und Zuckerkonzerne stehen unter Druck. 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