{"id":73636,"date":"2026-03-30T07:29:08","date_gmt":"2026-03-30T07:29:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/73636\/"},"modified":"2026-03-30T07:29:08","modified_gmt":"2026-03-30T07:29:08","slug":"artemis-2-esa-chef-ohne-europa-fliegt-niemand-zum-mond-leben-wissen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/73636\/","title":{"rendered":"Artemis 2: ESA-Chef: Ohne Europa fliegt niemand zum Mond | Leben &#038; Wissen"},"content":{"rendered":"<p><a class=\"skip-content skip-content--link\" href=\"#in-content-skip-link-target-v-0-0\">TTS-Player \u00fcberspringen\u21b5<\/a><a id=\"in-content-skip-link-target-v-0-0\" class=\"skip-content--target-link-hidden skip-content skip-content--target-link\" href=\"#in-content-skip-link-target-v-0-0\">Artikel weiterlesen<\/a><\/p>\n<p>In dieser Woche schaut die Welt Richtung Mond. Denn am Mittwoch \u00f6ffnet sich das m\u00f6gliche Startfenster f\u00fcr die Mission \u201eArtemis 2\u201c, die unseren Trabanten umrunden soll. Es w\u00e4re der erste bemannte Mondflug seit Apollo 17 im Jahr 1972.<\/p>\n<p>Gleichzeitig stellt die Nasa ihre Mondstrategie um \u2013 und die geplante Raumstation \u201eGateway\u201c vorerst ein. An ihr w\u00e4re \u2013 wie auch bei Artemis 2 \u2013 Europa beteiligt. BILD sprach in M\u00fcnchen mit ESA-Chef Josef Aschbacher (63) dar\u00fcber, wie es weitergeht. <\/p>\n<p>BILD: Mit <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/leben-wissen\/wissenschaft\/nasa-artemis-ii-hebt-ab-erster-mondflug-seit-apollo-orion-live-erleben-69b167008495f6cf24346b86?isPreviewManager=true\" class=\"text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Artemis 2<\/a> steht Anfang April der erste astronautische Mondflug seit 1972 bevor. Welche Rolle spielt Europa bei dieser Mission?<\/p>\n<p>Dr. Josef Aschbacher: \u201eDas Programm ist enorm wichtig f\u00fcr Europa. Wir liefern das European Service Module (ESM), das wir mit vielen Industriepartnern in Europa bauen. Ohne dies k\u00f6nnten die Astronautinnen und Astronauten nicht zum Mond fliegen und wieder zur\u00fcckkehren. Wir stellen den Antrieb, die Sauerstoffversorgung und die Temperaturregelung bereit.\u201c<\/p>\n<p>Auch ein deutscher Astronaut soll im Rahmen dieser Mission zum Mond fliegen. Wer entscheidet dar\u00fcber?<\/p>\n<p>Aschbacher: \u201eDas machen wir gemeinsam mit den USA. Die Fl\u00fcge werden Europa von der Nasa zugeteilt. Die Auswahl der Astronautinnen und Astronauten liegt anschlie\u00dfend bei mir. Das ist eine gro\u00dfe Verantwortung. Ich hatte angek\u00fcndigt, dass der erste der drei zugesagten Fl\u00fcge an eine deutsche Staatsb\u00fcrgerin oder einen deutschen Staatsb\u00fcrger gehen wird. Wer das ist, kann ich noch nicht sagen.\u201c<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"558\" alt=\"Die ESA-Astronauten Matthias Maurer (l.) und Alexander Gerst sind zwei Kandidaten f\u00fcr einen Flug zum Mond\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/939abea59062bd345e7294811b509cdf,3dedceff.jpeg\"   class=\"landscape\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">Die ESA-Astronauten Matthias Maurer (l.) und Alexander Gerst sind zwei Kandidaten f\u00fcr einen Flug zum Mond<\/p>\n<p>Foto: Lars Berg<\/p>\n<p>BILD: Die Nasa hat ihre Pl\u00e4ne f\u00fcr die <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/leben-wissen\/wohnen-auf-dem-mond-nasa-macht-ernst-69c2ba8effcdb2ce7075c9e1?isPreviewManager=true\" class=\"text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Raumstation Gateway<\/a> ausgesetzt \u2013 ein Projekt, an dem auch Europa beteiligt ist. Hat Sie diese Nachricht \u00fcberrascht?<\/p>\n<p>Aschbacher: \u201eJa und nein. Nat\u00fcrlich haben wir dar\u00fcber bereits vorher diskutiert. Jetzt ist eine neue Situation entstanden, die wir neu bewerten m\u00fcssen. Ich habe meine Teams bereits beauftragt zu analysieren, welche Investitionen gemacht wurden und wie sie k\u00fcnftig genutzt werden k\u00f6nnen. Ich beabsichtige, bis zur ESA-Ratssitzung im Juni einen Plan vorzubereiten, den wir anschlie\u00dfend auch \u00f6ffentlich vorstellen und umsetzen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Was steckt hinter der Entscheidung der Nasa?<\/p>\n<p>Aschbacher: \u201eDie Nasa hat von Pr\u00e4sident Trump den Auftrag bekommen, noch vor Ende 2028 wieder mit Astronautinnen und Astronauten auf dem Mond zu landen und dort ein \u00d6kosystem aufzubauen. Dazu geh\u00f6ren Rover, Energiegewinnung, Ressourcen-Nutzung, Kommunikation, Navigation und weitere zentrale Infrastrukturen auf der Mondoberfl\u00e4che. Der Wettbewerb zwischen den USA und China spielt eine zentrale Rolle f\u00fcr die strategische Neuausrichtung der amerikanischen Mondarchitektur.\u201c<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"1178\" alt=\"Chefreporterin Christin Wahl nach dem BILD-Interview mit Esa-Chef Josef Aschbacher\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/1bc58386814293e40eaf6883662b977e,a7a7312.jpeg\"   class=\"portrait\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">Chefreporterin Christin Wahl nach dem BILD-Interview mit ESA-Chef Josef Aschbacher<\/p>\n<p>Foto: BILD<\/p>\n<p>Hei\u00dft das auch, dass f\u00fcr Europa der Traum vom Mond erst einmal ausgetr\u00e4umt ist?<\/p>\n<p>Aschbacher: \u201eGanz im Gegenteil. Der Fokus verlagert sich st\u00e4rker auf die Mondoberfl\u00e4che \u2013 und genau dort ist Europa bereits aktiv. ESA-Projekte wie Moonlight (Kommunikations- und Navigationssystem, d. Red.) oder Argonaut (Mondtransporter-Programm, d. Red.) befinden sich seit Jahren in der Entwicklung. Das passt genau zur Philosophie, die jetzt vorgestellt wurde.\u201c<\/p>\n<p>Ist es angesichts der \u201eGateway\u201c-Entscheidung nicht an der Zeit, \u00fcber eine Raumfahrt-Allianz, ohne die USA nachzudenken?<\/p>\n<p>Aschbacher: \u201eDiese Erweiterung unserer Partnerschaften betreibe ich bereits seit mehreren Jahren. Wir arbeiten sehr eng mit Japan zusammen, ebenso mit Kanada. Dar\u00fcber hinaus bestehen Kooperationen mit Australien, S\u00fcdkorea, Indien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und weiteren L\u00e4ndern. Viele dieser Partner suchen aktiv die Zusammenarbeit mit uns, weil wir technologisch sehr gut sind und zuverl\u00e4ssig liefern. Die ESA ist sehr beliebt und attraktiv als internationaler Partner.\u201c<\/p>\n<p>Raumfahrt spielt heutzutage auch in anderen Bereichen eine gro\u00dfe Rolle. Sie ist Teil unserer kritischen Infrastruktur geworden. Wie abh\u00e4ngig sind wir dabei noch von amerikanischen Systemen und privaten Anbietern wie SpaceX?<\/p>\n<p>Aschbacher: \u201eEuropa verf\u00fcgt in mehreren Bereichen \u00fcber sehr starke eigene Systeme und Unabh\u00e4ngigkeiten. In anderen Bereichen haben wir noch Abh\u00e4ngigkeiten.\u201c<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"558\" alt=\"Die Tr\u00e4gerrakete \u201eSpectrum\u201c von Isar Aerospace am Weltraumbahnhof And\u00f8ya. Am 25. M\u00e4rz 2026 musste der Start in letzter Sekunde abgebrochen werden\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/701d2587dbccd03114b235fe1b1ec519,6708e3c1.jpeg\"   class=\"landscape\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">Die Tr\u00e4gerrakete \u201eSpectrum\u201c von Isar Aerospace am Weltraumbahnhof And\u00f8ya. Am 25. M\u00e4rz 2026 musste der Start in letzter Sekunde abgebrochen werden  <\/p>\n<p>Foto: Isar Aerospace<\/p>\n<p>Was w\u00fcrde passieren, wenn zentrale Satellitensysteme pl\u00f6tzlich ausfallen w\u00fcrden?<\/p>\n<p>Aschbacher: \u201eDas h\u00e4tte gravierende Folgen. Navigation w\u00fcrde ausfallen, Kommunikation w\u00e4re stark eingeschr\u00e4nkt. Selbst Bargeldabhebungen, Kartenzahlungen oder B\u00f6rsengesch\u00e4fte w\u00e4ren betroffen. Auch Wettervorhersagen w\u00e4ren massiv beeintr\u00e4chtigt. Unser Alltag h\u00e4ngt heute stark von Satellitentechnologie ab. Deshalb ist es so wichtig, hier weiter zu investieren und Innovationen voranzutreiben.\u201c<\/p>\n<p>Welche Rolle spielt Raumfahrt f\u00fcr die Sicherheit Deutschlands?<\/p>\n<p>Aschbacher: \u201eOhne Raumfahrt gibt es heute keine Sicherheit und Verteidigung mehr. Als ESA entwickeln und nutzen wir Raumfahrttechnologien, um Sicherheits- und Verteidigungsakteure unserer 23 ESA-Mitgliedsl\u00e4nder und der EU zu unterst\u00fctzen \u2013 und die Widerstandsf\u00e4higkeit Europas insgesamt zu st\u00e4rken.\u201c<\/p>\n<p>Der geb\u00fcrtige \u00d6sterreicher Josef Aschbacher steht seit M\u00e4rz 2021 an der Spitze der Europ\u00e4ischen Weltraumorganisation ESA mit Sitz in Paris. Er studierte Naturwissenschaften an der Universit\u00e4t Innsbruck und schloss mit Master und Doktortitel ab. Seit mehr als 35 Jahren arbeitet er in der Raumfahrt. Als Generaldirektor verantwortet Aschbacher Europas zentrale Raumfahrtprogramme. Er f\u00fchrt rund 5500 Besch\u00e4ftigte an mehreren europ\u00e4ischen Standorten und verwaltet einen Jahreshaushalt von rund sieben Milliarden Euro.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"TTS-Player \u00fcberspringen\u21b5Artikel weiterlesen In dieser Woche schaut die Welt Richtung Mond. 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