{"id":74667,"date":"2026-03-30T18:22:10","date_gmt":"2026-03-30T18:22:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/74667\/"},"modified":"2026-03-30T18:22:10","modified_gmt":"2026-03-30T18:22:10","slug":"fairtrade-startet-neue-strategie-gegen-armut-im-kakaosektor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/74667\/","title":{"rendered":"Fairtrade startet neue Strategie gegen Armut im Kakaosektor"},"content":{"rendered":"<p>Fairtrade International stellt heute eine neue, zweij\u00e4hrige Strategie vor, um die Armut in der globalen Kakao-Lieferkette zu bek\u00e4mpfen. Der Plan sieht einen radikalen Wechsel von starrer Pr\u00fcfung hin zu einem flexiblen, risikobasierten Ansatz vor. Die Initiative kommt zu einem kritischen Zeitpunkt: W\u00e4hrend die Kakaopreise extrem schwanken, bedroht der Klimawandel die Ernten in Westafrika.<\/p>\n<p>Die Ank\u00fcndigung aus Bonn folgt auf intensive Lobbyarbeit f\u00fcr verbindliche Sorgfaltspflichten zum Schutz von Kleinbauern. Der globale Kakaomarkt k\u00e4mpft noch immer mit den Folgen eines Preissturzes. Die Werte fielen von historischen H\u00f6hen um 11.000 Euro pro Tonne 2024 auf aktuell nur noch etwa 3.000 Euro. Fairtrades neuer Ansatz zielt daher auf langfristige Widerstandsf\u00e4higkeit, nicht auf kurzfristige Marktanpassungen.<\/p>\n<p>Anzeige<\/p>\n<p>Die neuen EU-Regeln zur Entwaldung stellen viele Unternehmen in der Lieferkette vor komplexe Herausforderungen bei der Risikobewertung. 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Unternehmen m\u00fcssten mehr Verantwortung f\u00fcr Menschenrechte und Umwelt in ihren Lieferketten \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Die Strategieperiode wurde von f\u00fcnf auf zwei Jahre verk\u00fcrzt. Dies erm\u00f6gliche schnellere Reaktionen auf die instabile geopolitischen und \u00f6kologische Lage, erkl\u00e4rte Fairtrade-CEO Marike Runneboom de Pe\u00f1a. Parallel treten neue Regeln f\u00fcr Kakaokooperativen in Ghana und der Elfenbeink\u00fcste in Kraft. Sie schreiben eine transparente Verwendung der Fairtrade-Pr\u00e4mie f\u00fcr Direktzahlungen, Infrastruktur und Sozialprojekte vor.<\/p>\n<p>Sicherheitsnetz f\u00fcr Bauern bei Preissturz<\/p>\n<p>Die neue Ausrichtung folgt einem dringenden Appell von Fairtrade vom 11. M\u00e4rz angesichts des \u201eKakaomarkt-Zusammenbruchs\u201c. Viele Bauern, die w\u00e4hrend des Booms investierten, stehen nun finanziell am Abgrund. Die Organisation fordert von H\u00e4ndlern und Einzelhandelsriesen langfristige Vertr\u00e4ge, die das Einkommen der Bauern von den Extremen der B\u00f6rse entkoppeln.<\/p>\n<p>Als konkrete Ma\u00dfnahme tritt Ende 2026 ein gestaffeltes Preissicherungsnetz in Kraft:<br \/>*   Der garantierte Mindestpreis f\u00fcr konventionellen Kakao steigt auf 3.500 US-Dollar pro Tonne in Ghana und 3.200 Euro in der Elfenbeink\u00fcste \u2013 eine Erh\u00f6hung um 45 Prozent.<br \/>*   Die Fairtrade-Pr\u00e4mie wird global um 15 Prozent auf 275 US-Dollar pro Tonne angehoben.<br \/>*   Neu ist: 40 Prozent dieser Pr\u00e4mie m\u00fcssen in Westafrika als Direktzahlung an die Bauern flie\u00dfen. Experten sehen darin ein wirksames Mittel zur sofortigen Armutsbek\u00e4mpfung, da Familien \u00fcber das Geld frei verf\u00fcgen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Gesetze statt freiwilliger Versprechen<\/p>\n<p>Parallel zur Strategie verst\u00e4rkt Fairtrade den politischen Druck. Am 29. M\u00e4rz forderte die Organisation gesetzlich verankerte Sorgfaltspflichten f\u00fcr Menschenrechte und Umwelt (HREDD). Freiwillige Ma\u00dfnahmen der Unternehmen h\u00e4tten sich als unzureichend erwiesen, um Millionen Kakaobauern \u00fcber die Armutsgrenze zu heben.<\/p>\n<p>Die Dringlichkeit unterstreicht eine neue Studie unter 500 Bauern in der Elfenbeink\u00fcste. Rund 60 Prozent der Befragten nennen den Klimawandel die gr\u00f6\u00dfte Bedrohung f\u00fcr ihre Existenz. Unberechenbare Regenf\u00e4lle und steigende Temperaturen senken die Erntemengen und machen Preiserh\u00f6hungen zunichte. Als Anreiz f\u00fcr nachhaltigen Anbau wird die Pr\u00e4mie f\u00fcr Bio-Kakao Ende 2026 um 50 Prozent auf 450 US-Dollar steigen.<\/p>\n<p>Anzeige<\/p>\n<p>Der Schutz von Umwelt und Menschenrechten in globalen Lieferketten wird zunehmend durch strenge EU-Verordnungen reguliert. Dieser neue Leitfaden erkl\u00e4rt verst\u00e4ndlich, welche Rohstoffe kontrolliert werden und was H\u00e4ndler jetzt f\u00fcr eine rechtskonforme Dokumentation wissen m\u00fcssen. <a href=\"https:\/\/www.zoll-und-export-aktuell.de\/ebooks\/entwaldungsverordnung-eu\/?af=KOOP_MFW_LOG_DNV_YES_ENTWALDUNGSVERORDNUNG-EU_X-RSS-Boerse-Express-AD2of2-EAID-809600-CWBEX-BEXPID_885584\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">Kostenlosen Leitfaden zur EU-Verordnung herunterladen<\/a><\/p>\n<p>Rekordnachfrage in Deutschland trotz Krise<\/p>\n<p>Trotz der Marktturbulenzen w\u00e4chst die Nachfrage nach ethischer Schokolade in Deutschland weiter. Wie Fairtrade Deutschland am 19. M\u00e4rz mitteilte, erreichte das Importvolumen zertifizierten Kakaos 2025 einen Rekord von 99.000 Tonnen. Das ist ein Plus von 11,7 Prozent. Das Fairtrade-Siegel h\u00e4lt damit einen Marktanteil von 21 Prozent im deutschen Schokoladensektor.<\/p>\n<p>\u201eDieses Wachstum wurde ma\u00dfgeblich durch die Eigenmarken der gro\u00dfen Superm\u00e4rkte getrieben\u201c, erkl\u00e4rt Claudia Br\u00fcck, Vorst\u00e4ndin bei Fairtrade Deutschland. Selbst in Zeiten hoher Inflation bevorzugen deutsche Verbraucher Produkte mit fairer Herkunft. Allein 2025 generierte dies etwa 22 Millionen Euro an Fairtrade-Pr\u00e4mien f\u00fcr die Kooperativen.<\/p>\n<p>Analysten deuten dies als Zeichen, dass sich fairer Kakao in Zentraleuropa durchgesetzt hat. Doch Marktanteile allein beenden keine Armut. Zwar verdienen heute 24 Prozent der Fairtrade-Bauern in der Elfenbeink\u00fcste ein existenzsicherndes Einkommen \u2013 vor vier Jahren waren es nur 7 Prozent. Die gro\u00dfe Mehrheit bleibt jedoch unter dieser Schwelle, was den Handlungsdruck der neuen Strategie unterstreicht.<\/p>\n<p>Blick nach vorn: Die Umsetzung entscheidet<\/p>\n<p>Ab jetzt richtet sich der Fokus auf die Umsetzung. Die neuen Mindestpreise und Pr\u00e4mien treten im Oktober 2026 in Kraft. Fairtrade erwartet, dass sich mehr Schokoladenmarken zu Referenzpreisen f\u00fcr existenzsichernde Einkommen verpflichten. Das Volumen solcher nachhaltig gehandelten Mengen stieg in der Saison 2024\/2025 bereits um 60 Prozent; f\u00fcr 2026 wird ein weiteres Plus von 50 Prozent erwartet.<\/p>\n<p>Der Erfolg im Kampf gegen die Armut h\u00e4ngt k\u00fcnftig von drei Faktoren ab: der neuen Risikoanalyse, verbindlichen EU-Gesetzen zur Sorgfaltspflicht und der Klimaanpassung der Bauern. Fairtrade hat bereits das \u201eYield Booster\u201c-Programm gestartet, das Kooperativen 245 Euro pro Tonne f\u00fcr Baumschnitt und Schattenbaum-Setzlinge bietet, um die Ernten zu stabilisieren.<\/p>\n<p>Mit der Strategie 2026\u20132028 sendet Fairtrade ein klares Signal: Man wird nicht l\u00e4nger auf die Selbstregulierung des Marktes warten, sondern alle verf\u00fcgbaren Mittel nutzen, um die Waage zugunsten der Erzeuger zu neigen. Die Branche muss sich nun beweisen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Fairtrade International stellt heute eine neue, zweij\u00e4hrige Strategie vor, um die Armut in der globalen Kakao-Lieferkette zu bek\u00e4mpfen.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":74668,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[46,42,29104,44,43,45],"class_list":{"0":"post-74667","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-oesterreich","8":"tag-at","9":"tag-austria","10":"tag-esg","11":"tag-oesterreich","12":"tag-republic-of-austria","13":"tag-republik-oesterreich"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116319521730207426","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/74667","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=74667"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/74667\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/74668"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=74667"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=74667"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=74667"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}