{"id":75863,"date":"2026-03-31T10:20:09","date_gmt":"2026-03-31T10:20:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/75863\/"},"modified":"2026-03-31T10:20:09","modified_gmt":"2026-03-31T10:20:09","slug":"krankheit-kostet-oft-jahrelang-einkommen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/75863\/","title":{"rendered":"Krankheit kostet oft jahrelang Einkommen"},"content":{"rendered":"<p>Nach einer Diagnose geht es nicht nur um Beschwerden, Therapien und Arzttermine. F\u00fcr viele ver\u00e4ndert sich auch die finanzielle Situation. Das Einkommen w\u00e4chst langsamer, f\u00e4llt zeitweise ab oder erholt sich nicht mehr richtig. Besonders deutlich wird das bei Menschen, die fr\u00fch im Leben erkranken. Wer in Ausbildung, Studium oder den ersten Berufsjahren von einer Krankheit betroffen ist, startet oft mit einem R\u00fcckstand ins weitere Erwerbsleben.<\/p>\n<p>Wie stark dieser Effekt ausf\u00e4llt, zeigt eine gro\u00dfe <a href=\"https:\/\/jamanetwork.com\/journals\/jama-health-forum\/fullarticle\/2846888\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Auswertung<\/a> aus D\u00e4nemark im Fachjournal JAMA Health Forum. Daf\u00fcr wurden Registerdaten von rund 4,9 Millionen nicht pensionierten Einwohnern im Alter von 18 bis 65 Jahren analysiert. Verglichen wurden Krankenhausdiagnosen von Depression, Alkoholgebrauchsst\u00f6rung, Schlaganfall und Brustkrebs. Anschlie\u00dfend verfolgten die Autoren, wie sich das verf\u00fcgbare pers\u00f6nliche Einkommen bis zu zehn Jahre lang entwickelte.<\/p>\n<p>Einkommen sinkt nach Krankheit deutlich<\/p>\n<p>In die Auswertung flossen Daten von 125.769 Menschen mit Depression ein, 77.206 mit Alkoholgebrauchsst\u00f6rung, 82.151 mit Schlaganfall und 36.868 Frauen mit Brustkrebs. Die Erkrankten wurden mit \u00e4hnlichen Personen ohne diese Diagnose verglichen. Ber\u00fccksichtigt wurden dabei Alter, Geschlecht, Bildung, Einkommen, Familienstand, Arbeitsmarktsituation und Vorerkrankungen.<\/p>\n<p>Schon drei Jahre nach einer Depression lagen die Einkommensverluste bei M\u00e4nnern im Schnitt bei 11,8 Prozent. Zehn Jahre nach der Diagnose waren es 13,7 Prozent. Auch bei Alkoholgebrauchsst\u00f6rungen blieben die Einbu\u00dfen hoch. Dort lagen sie bei M\u00e4nnern im zehnten Jahr bei 10,4 Prozent.<\/p>\n<p>Bei k\u00f6rperlichen Erkrankungen fiel der R\u00fcckgang deutlich kleiner aus. Nach einem <a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/gesundheit\/drogen-erhoehen-schlaganfall-risiko-deutlich-auch-bei-juengeren\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Schlaganfall<\/a> lagen die Verluste bei M\u00e4nnern zehn Jahre nach der Diagnose bei 4,3 Prozent. Bei Frauen mit Brustkrebs zeigte sich ein anderer Verlauf. Dort gingen die Einbu\u00dfen nach einigen Jahren wieder zur\u00fcck. Die Analyse kommt deshalb zu dem Schluss: <\/p>\n<p>Einkommensverluste nach psychischen Erkrankungen waren gr\u00f6\u00dfer als bei k\u00f6rperlichen Krankheiten.<\/p>\n<p>J\u00fcngere verlieren besonders viel Einkommen<\/p>\n<p>Besonders auff\u00e4llig ist der Altersunterschied. Menschen unter 40 verloren langfristig besonders viel Einkommen durch eine Krankheit. Das galt vor allem dann, wenn die Erkrankung in einer Phase kam, in der eigentlich Ausbildung, Abschluss oder Berufseinstieg anstanden. Wer in diesen Jahren ausgebremst wird, holt den R\u00fcckstand oft nicht mehr vollst\u00e4ndig auf.<\/p>\n<p>Einige Gruppen traf es besonders hart:<\/p>\n<p>M\u00e4nner mit Depression, die zum Vergleichszeitpunkt noch in Schule oder Ausbildung waren, verloren f\u00fcnf Jahre nach der Diagnose bis zu 26,9 Prozent ihres Einkommens.<\/p>\n<p>Bei 25- bis 29-j\u00e4hrigen M\u00e4nnern mit Depression lag der Verlust f\u00fcnf Jahre nach der Diagnose bei 19,6 Prozent.<\/p>\n<p>Auch Alleinstehende und Menschen mit niedrigem Einkommen trugen besonders hohe Einbu\u00dfen.<\/p>\n<p>Die Verluste blieben nicht auf die ersten Jahre beschr\u00e4nkt. In vielen Gruppen wuchs der Abstand mit der Zeit weiter. Darin liegt die eigentliche Brisanz. Es geht nicht nur um einen vor\u00fcbergehenden Einschnitt, sondern oft um eine dauerhaft schlechtere Einkommensentwicklung.<\/p>\n<p>Krankheit erschwert auch den Wiedereinstieg<\/p>\n<p>Auff\u00e4llig ist ein weiterer Aspekt der Analyse: Nicht nur Besch\u00e4ftigte verloren sp\u00e4ter Einkommen. Auch Menschen ohne Job zum Zeitpunkt der Diagnose waren betroffen. Das galt etwa f\u00fcr Arbeitslose oder Personen mit Sozialleistungen. Dieser Punkt ist wichtig, weil es den Blick weitet. Krankheit belastet nicht nur bestehende Jobs. Sie erschwert oft auch den Einstieg oder Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt. Wer in einer ohnehin unsicheren Phase erkrankt, verliert damit gleich doppelt.<\/p>\n<p>Hinzu kommt, dass das verf\u00fcgbare Einkommen hier nicht nur aus Lohn bestand. In die Berechnung flossen auch staatliche Transfers, Krankengeld sowie Zinsen und Dividenden ein. Die Daten zeigen also nicht blo\u00df, ob jemand weniger verdient, sondern wie sich die gesamte pers\u00f6nliche Finanzlage ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Verluste beginnen oft schon vor der Diagnose<\/p>\n<p>Bei psychischen Erkrankungen zeigte sich noch ein weiteres Muster. Das <a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/finanzen\/mindestlohnarbeit-bringt-mehr-einkommen-als-buergergeld\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Einkommen<\/a> sank h\u00e4ufig schon vor der offiziellen Diagnose. Bei Depression und Alkoholgebrauchsst\u00f6rung beobachteten die Autoren bereits in den Jahren davor eine ung\u00fcnstige Entwicklung. Probleme im Alltag und im Job bauen sich demnach oft fr\u00fcher auf.<\/p>\n<p>Wer psychisch belastet ist, sp\u00fcrt die Folgen oft nicht erst in der Klinik oder Therapie. Sie k\u00f6nnen schon vorher im Berufsleben ankommen. Fehlzeiten nehmen zu, Leistung f\u00e4llt schwerer, Chancen gehen verloren. Sp\u00e4ter kommt dann zur gesundheitlichen Belastung noch der finanzielle R\u00fcckstand.<\/p>\n<p>Warum psychische Erkrankungen finanziell so stark wirken<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/gesundheit\/natur-statt-medikamente-10-minuten-im-gruenen-lindern-psychische-erkrankungen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Psychische Erkrankungen<\/a> ziehen sich oft l\u00e4nger hin und verlaufen unregelm\u00e4\u00dfig. Sie k\u00f6nnen Konzentration, Belastbarkeit und soziale Sicherheit im Arbeitsleben schw\u00e4chen. Dazu kommt, dass sie h\u00e4ufiger j\u00fcngere Menschen treffen. Wer in dieser Phase aus dem Takt ger\u00e4t, verliert leichter den Anschluss.<\/p>\n<p>Ein zweiter Punkt wiegt ebenfalls schwer. Viele Betroffene starten ohnehin mit schlechteren finanziellen Voraussetzungen. Wenn dann eine Erkrankung hinzukommt, verst\u00e4rkt sich der R\u00fcckstand. Deshalb hinterlassen psychische Leiden im Einkommen oft tiefere Spuren als Schlaganfall oder Brustkrebs.<\/p>\n<p>Ganz ohne Einschr\u00e4nkung lassen sich die Zahlen aber nicht lesen. Die Studie erfasst nur Krankenhausdiagnosen. Gerade bei Depressionen und Alkoholproblemen fehlen damit F\u00e4lle, die ausschlie\u00dflich ambulant oder in Hausarztpraxen behandelt wurden. Die Daten bilden also vor allem schwerere Verl\u00e4ufe ab. Trotzdem liefert die Untersuchung ein belastbares Bild davon, wie stark eine Krankheit Einkommen und Erwerbsbiografien \u00fcber viele Jahre belasten kann.<\/p>\n<p>Kurz zusammengefasst:<\/p>\n<p>Krankheit wirkt oft langfristig auf das Einkommen: Besonders psychische Erkrankungen f\u00fchren \u00fcber Jahre zu deutlich gr\u00f6\u00dferen Einkommensverlusten als k\u00f6rperliche Leiden.<\/p>\n<p>Vor allem junge Menschen trifft es hart: Wer fr\u00fch erkrankt, verliert Chancen beim Einstieg ins Berufsleben und holt diesen R\u00fcckstand oft nicht mehr auf.<\/p>\n<p>Die Folgen beginnen h\u00e4ufig schon vor der Diagnose und betreffen auch Arbeitslose: Einkommensverluste entstehen fr\u00fch, wachsen mit der Zeit und pr\u00e4gen ganze Erwerbsbiografien.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens: Kaffee wirkt nicht nur im Kopf, sondern offenbar auch in den Zellen \u2013 und k\u00f6nnte bei psychischen Erkrankungen die Alterung bremsen. Entscheidend ist die richtige Menge. Mehr dazu in unserem <a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/gesundheit\/kaffee-koennte-gegen-altern-bei-psychischen-erkrankungen-helfen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Artikel<\/a>.<\/p>\n<p>Bild: \u00a9 <a href=\"https:\/\/www.freepik.com\/free-photo\/creative-portrait-man-with-curtains-shadows-from-window_31228017.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Freepik<\/a><\/p>\n<p>                Tags: <a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/alkoholabhaengigkeit\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Alkoholabh\u00e4ngigkeit<\/a>,<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/arbeitsmarkt\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Arbeitsmarkt<\/a>,<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/ausbildung\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ausbildung<\/a>,<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/brustkrebs\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Brustkrebs<\/a>,<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/depression\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Depression<\/a>,<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/einkommen\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Einkommen<\/a>,<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/einkommensverlust\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Einkommensverlust<\/a>,<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/gesundheit\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gesundheit<\/a>,<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/karriere\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Karriere<\/a>,<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/krankheit\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Krankheit<\/a>,<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/psychische-erkrankungen\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">psychische Erkrankungen<\/a>,<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/schlaganfall\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Schlaganfall<\/a>,<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/sozialstaat\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Sozialstaat<\/a>,<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/studium\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Studium<\/a>            <\/p>\n<p>\t\tBeitragsnavigation<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nach einer Diagnose geht es nicht nur um Beschwerden, Therapien und Arzttermine. 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