{"id":76117,"date":"2026-03-31T12:59:08","date_gmt":"2026-03-31T12:59:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/76117\/"},"modified":"2026-03-31T12:59:08","modified_gmt":"2026-03-31T12:59:08","slug":"mit-bgi-erhaelt-oesterreich-einen-weltkonzern-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/76117\/","title":{"rendered":"Mit BGI erh\u00e4lt \u00d6sterreich einen Weltkonzern \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Es sind bewegte Tage f\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/sultan-al-jaber\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" von=\"\" omv-tochter:=\"\" mit=\"\" bgi=\"\" erh=\"\" einen=\"\" weltkonzern=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Sultan Al Jaber<\/a>. Vor dem Wochenende verurteilte der Chef von Abu Dhabis staatlichem \u00d6lkonzern <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/adnoc\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" von=\"\" omv-tochter:=\"\" mit=\"\" bgi=\"\" erh=\"\" einen=\"\" weltkonzern=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Adnoc<\/a> die Sperre der Stra\u00dfe von Hormus durch den Iran noch als \u201e\u00f6konomischen Terrorismus\u201c, der auch seinem Unternehmen die Lebensader abschneide. Am Dienstag verk\u00fcndete er dann \u2013 mitten in den Kriegswirren \u2013 die Geburt des Petrochemie-Giganten Borouge Group International (BGI), das aus dem Stand auch \u00d6sterreichs gr\u00f6\u00dftes Unternehmen werden wird. <\/p>\n<p>Die Idee hinter dem Deal ist schon etliche Jahre alt: Die <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/omv\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" von=\"\" omv-tochter:=\"\" mit=\"\" bgi=\"\" erh=\"\" einen=\"\" weltkonzern=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">OMV<\/a>-Kunststofftochter <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/borealis\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" von=\"\" omv-tochter:=\"\" mit=\"\" bgi=\"\" erh=\"\" einen=\"\" weltkonzern=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Borealis<\/a> wird mit Borouge, einem Joint Venture von Borealis und Adnoc, sowie der kanadischen Nova Chemicals unter einem Dach verschmolzen. Am Ende steht der viertgr\u00f6\u00dfte Polyolefin-Hersteller der Welt, der der Konkurrenz aus China und den USA Paroli bieten soll. Als CEO verantwortlich daf\u00fcr ist der bisherige Nova-Chemicals-Chef Roger Kearns. Auch Borealis-Chef Stefan Doboczky kommt in den Vorstand. <\/p>\n<p>Im Aufsichtsrat werden mit <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/alfred-stern\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" von=\"\" omv-tochter:=\"\" mit=\"\" bgi=\"\" erh=\"\" einen=\"\" weltkonzern=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Alfred Stern<\/a> und Rainer Seele in Zukunft gleich zwei ehemalige OMV-Chefs sitzen. Stern, der im August 2026 von der Spitze der OMV abtreten wird, erkl\u00e4rte am Dienstag zu dem Deal: \u201eWir lassen unsere Vision Wirklichkeit werden, einen globalen Polyolefin-Marktf\u00fchrer zu schaffen. Der Abschluss der Transaktion ist ein bedeutender Schritt f\u00fcr OMV.\u201c Mit dem Closing am Dienstag halten die Unternehmen ihren Zeitplan ein. Doch sie schicken den Hoffnungstr\u00e4ger BGI in einem denkbar heiklen Moment auf die Reise. <\/p>\n<p>Aktuell ist die Produktion von Borouge in Abu Dhabi durch den Irankrieg noch nicht entscheidend gest\u00f6rt. Aber die Sperre der Stra\u00dfe von Hormus lastet dennoch auf den Zukunftsaussichten von BGI und der gesamten Petrochemiebranche. Denn die baut vor allem auf billige Rohstoffe. Doch vor allem die Versorgung mit Erd\u00f6l ist derzeit alles andere als sicher und kosteng\u00fcnstig. Die Folge: Der Markt, in dem BGI in den kommenden Jahren stark wachsen wollte, wird bis mindestens 2028 schwer belastet sein, erwartet die Ratingagentur S&amp;P. <\/p>\n<p>Aus diesem Blickwinkel erscheint es nur logisch, dass BGI vor wenigen Tagen auch den f\u00fcr heuer geplanten B\u00f6rsengang an der Abu Dhabi Securities Exchange abgesagt und auf 2027 verschoben hat, wenn auch die Bewertungen f\u00fcr Chemiekonzerne vielleicht wieder besser aussehen. Nebeneffekt f\u00fcr die OMV-Aktion\u00e4re: Die neue Kunststoff-Tochter muss ihre Kapitalstruktur st\u00e4rken und wird heuer nur die H\u00e4lfte der geplanten Dividende aussch\u00fctten. <\/p>\n<p>Dass der Zusammenschluss strategisch sinnvoll ist, steht bei Branchenkennern au\u00dfer Frage: Kein anderer Polyolefin-Hersteller k\u00f6nne g\u00fcnstiger produzieren als Borouge. Borealis bringe einen gro\u00dfen Patentschatz mit ein und die kanadische Nova Chemicals sichert zudem den Zugriff auf reiche Gasvorkommen im politisch vergleichsweise stabilen Nordamerika. Lediglich die Raffinerie in Schwechat ist auf Roh\u00f6l als Basis angewiesen. Ansonsten produziert BGI aus Erdgas, das lokal beschafft werden kann. In Summe erwarte man sich Synergien in H\u00f6he von 500 Mio. Dollar pro Jahr, die im k\u00fcnftigen Ebitda (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) aufscheinen sollen. 75 Prozent dieser Synergien will das neue Unternehmen auch bereits in den ersten drei Jahren heben.<\/p>\n<p>Auch die Kunden sind mit 39 Prozent in Europa, 23 Prozent in Nord- und S\u00fcdamerika, 25 Prozent in Asien und zw\u00f6lf Prozent im Nahen Osten und Afrika so breit verteilt wie bei keinem der Konkurrenten. Die Wachstumsstrategie des Unternehmens, das seine Zentrale in \u00d6sterreich haben und hier auch steuerpflichtig sein wird, gilt als solide. Gr\u00f6\u00dfer in der Produktion von Kunststoffgranulat sind nun nur mehr zwei chinesische Unternehmen, die aber vor allem in China t\u00e4tig sind, und der US-Riese <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/exxon\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" von=\"\" omv-tochter:=\"\" mit=\"\" bgi=\"\" erh=\"\" einen=\"\" weltkonzern=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Exxon<\/a>.<\/p>\n<p>F\u00fcr \u00d6sterreich bringt die Fusion eine neue wirtschaftliche Gr\u00f6\u00dfenordnung. Auf deutlich \u00fcber 40\u2009Milliarden Euro soll sich die Markt\u00adkapitalisierung am Ende \u2013 nach zwei weiteren, fix geplanten, Kapitalerh\u00f6hungen \u2013 belaufen. Es w\u00e4re somit der bei Weitem gr\u00f6\u00dfte Wert im heimischen ATX. Denn neben der Erstnotiz in Abu Dhabi soll es auch eine Zweitnotiz in Wien geben. Geh\u00f6ren wird die BGI schlussendlich jeweils zu knapp 44 Prozent der OMV und XRG (der internationalen Investmentgesellschaft von Adnoc unter der F\u00fchrung von Ex-OMV-Chef Rainer Seele), der Rest soll Streubesitz sein. Das ist notwendig, um in den prestigetr\u00e4chtigen MSCI-50-Index aufgenommen zu werden.<\/p>\n<p>BGI soll auch f\u00fcr die OMV den Weg in die Zukunft ebnen. Denn w\u00e4hrend die Nachfrage nach Benzin und Diesel nicht ewig wachsen wird, werden Polyolefine f\u00fcr Folien oder Kabelbeschichtungen, wie sie BGI herstellt, in jedem Smartphone, E-Auto und Laptop gebraucht. Voraussetzung daf\u00fcr sind freilich offene Lieferwege rund um den Globus. \u201eKeinem Land darf es erlaubt sein, die Weltwirtschaft so zu destabilisieren\u201c, sagte Al Jaber mit Blick auf den Iran. \u201eHeute nicht \u2013 und auch sonst niemals.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es sind bewegte Tage f\u00fcr Sultan Al Jaber. 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