{"id":77560,"date":"2026-04-01T07:42:19","date_gmt":"2026-04-01T07:42:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/77560\/"},"modified":"2026-04-01T07:42:19","modified_gmt":"2026-04-01T07:42:19","slug":"was-die-sperrung-der-strasse-von-hormus-fuer-oelpreise-gas-und-europa-bedeutet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/77560\/","title":{"rendered":"Was die Sperrung der Stra\u00dfe von Hormus f\u00fcr \u00d6lpreise, Gas und Europa bedeutet"},"content":{"rendered":"<p>Die gemeinsamen Milit\u00e4rschl\u00e4ge der Vereinigten Staaten und Israels gegen den Iran &#8211; gefolgt von iranischen Vergeltungsangriffen auf die Energieinfrastruktur am Golf &#8211; haben die Spannungen erheblich versch\u00e4rft. Die Eskalation gipfelte in einer fast vollst\u00e4ndigen Sperrung der Stra\u00dfe von Hormus.<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Die Stra\u00dfe von Hormus ist einer der wichtigsten Energie-Engp\u00e4sse der Welt. \u00dcber sie werden etwa ein Viertel bis ein Drittel der weltweiten \u00d6ltransporte sowie rund ein F\u00fcnftel des Fl\u00fcssigerdgashandels (LNG) abgewickelt.<\/p>\n<p>Ihre Schlie\u00dfung hat die Weltm\u00e4rkte ersch\u00fcttert. Nach Sch\u00e4tzungen der EU sind die Gaspreise um 70 Prozent und die \u00d6lpreise um 50 Prozent gestiegen. Dadurch entstehen zus\u00e4tzliche Kosten f\u00fcr die Einfuhr fossiler Brennstoffe in H\u00f6he von 13 Milliarden Euro.<\/p>\n<p>Am 30. M\u00e4rz erkl\u00e4rten die Staats- und Regierungschefs der G7 &#8211; Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada, Gro\u00dfbritannien und die Vereinigten Staaten -, sie seien bereit, &#8222;alle erforderlichen Ma\u00dfnahmen&#8220; zu ergreifen, um die Energiestabilit\u00e4t und die globale Versorgung zu sichern.<\/p>\n<p>Die europ\u00e4ischen Energieminister treffen sich heute, um die Versorgungsrisiken zu bewerten und m\u00f6gliche Notfallma\u00dfnahmen zur Drosselung der Nachfrage zu beraten. Das geht aus einem Schreiben hervor, das Euronews vorliegt.<\/p>\n<p>Was sind die unmittelbaren Auswirkungen der Hormus-Krise?<\/p>\n<p>Die unmittelbarste Folge ist der starke Anstieg der Energiepreise, ausgel\u00f6st durch einen pl\u00f6tzlichen Versorgungsengpass und die Unsicherheit dar\u00fcber, wie lange die Unterbrechungen andauern werden.<\/p>\n<p>Durch die iranischen Angriffe vom 18. M\u00e4rz wurden Berichten zufolge zwischen 30 und 40 Prozent der Raffineriekapazit\u00e4ten am Golf besch\u00e4digt. Dadurch fielen sch\u00e4tzungsweise 11 Millionen Barrel pro Tag aus der weltweiten Versorgung weg.<\/p>\n<p>In der Folge stieg der Preis f\u00fcr Brent-Roh\u00f6l auf etwa 119 Dollar pro Barrel, nachdem er vor Beginn des Konflikts bei rund 70 Dollar gelegen hatte. Analysten warnen, dass die Preise im schlimmsten Fall noch deutlich weiter steigen k\u00f6nnten, und ziehen bereits Parallelen zur \u00d6lkrise der 1970er Jahre.<\/p>\n<p>Auch die Erdgaspreise ziehen an. Es w\u00e4chst die Sorge, dass sie erneut das Niveau der Energiekrise von 2022 erreichen k\u00f6nnten, die auf Russlands Einmarsch in die Ukraine folgte.<\/p>\n<p>Wie stark ist Europa vom Krieg im Nahen Osten betroffen?<\/p>\n<p>Die direkte Abh\u00e4ngigkeit der Europ\u00e4ischen Union von Roh\u00f6l aus dem Nahen Osten ist weiterhin vergleichsweise gering. 2024 stammten etwa 8 Prozent der Importe aus Saudi-Arabien.<\/p>\n<p>Allerdings ist die EU st\u00e4rker auf raffinierte Kraftstoffe wie Diesel und Kerosin aus L\u00e4ndern wie Saudi-Arabien und Kuwait angewiesen. Das macht sie besonders anf\u00e4llig f\u00fcr Ausf\u00e4lle in den Raffinerien.<\/p>\n<p>Zugleich werden LNG-Lieferungen, die urspr\u00fcnglich f\u00fcr Europa bestimmt waren, nach Asien umgeleitet, weil K\u00e4ufer dort h\u00f6here Preise zu zahlen bereit sind.<\/p>\n<p>Wie lange k\u00f6nnten die Unterbrechungen andauern?<\/p>\n<p>Die Sch\u00e4den an der Energieinfrastruktur am Golf sind erheblich.<\/p>\n<p>Analysten sch\u00e4tzen, dass die Wiederinbetriebnahme stillgelegter Anlagen mehrere Monate dauern k\u00f6nnte. Der vollst\u00e4ndige Wiederaufbau besch\u00e4digter Infrastruktur k\u00f6nnte sich sogar \u00fcber bis zu drei Jahre hinziehen.<\/p>\n<p>Selbst wenn die Feindseligkeiten rasch beendet w\u00fcrden, warnen f\u00fchrende europ\u00e4ische Politiker, dass die wirtschaftlichen und energiepolitischen Folgen noch l\u00e4ngere Zeit sp\u00fcrbar bleiben d\u00fcrften &#8211; vor allem mit Blick auf Inflation und Industriekosten.<\/p>\n<p>Welche Ma\u00dfnahmen werden ergriffen, um die Preise zu senken?<\/p>\n<p>Die Internationale Energieagentur koordinierte am 11. M\u00e4rz die Freigabe von 400 Millionen Barrel \u00d6l, um die M\u00e4rkte zu stabilisieren. Bislang hat sich diese Ma\u00dfnahme jedoch als unzureichend erwiesen.<\/p>\n<p>Saudi-Arabien versucht, seine Exporte \u00fcber alternative Routen zu steigern, darunter die Yanbu-Pipeline zum Roten Meer. Diese ist inzwischen jedoch nahezu ausgelastet.<\/p>\n<p>Auch diplomatische Bem\u00fchungen laufen. L\u00e4nder wie Pakistan und die T\u00fcrkei treten als Vermittler zwischen Washington und Teheran auf &#8211; bisher allerdings mit begrenztem Erfolg.<\/p>\n<p>Welche Risiken bestehen?<\/p>\n<p>Ein zentraler Krisenherd ist die iranische Insel Kharg, \u00fcber die rund 90 Prozent der Roh\u00f6lexporte des Landes abgewickelt werden.<\/p>\n<p>Obwohl sich die j\u00fcngsten US-Angriffe gegen die Insel richteten, blieb die dortige Energieinfrastruktur offenbar verschont. Der Iran warnte seither, als Vergeltung Entsalzungsanlagen am Golf angreifen zu k\u00f6nnen &#8211; ein Schritt, der die Wasserversorgung von Millionen Menschen gef\u00e4hrden und die Krise weiter versch\u00e4rfen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Welche Notfallma\u00dfnahmen sind in der EU vorgesehen?<\/p>\n<p>Die EU verf\u00fcgt \u00fcber \u00d6l-Notreserven, die mindestens 90 Tage des Verbrauchs abdecken. Die europ\u00e4ischen Vorr\u00e4te werden auf insgesamt rund 100 Millionen Tonnen gesch\u00e4tzt.<\/p>\n<p>Bei der Erdgasspeicherung gilt normalerweise die Vorgabe, dass die Speicher bis November zu 90 Prozent gef\u00fcllt sein m\u00fcssen. Diese Anforderung wurde inzwischen auf 75 Prozent gesenkt, um Panikk\u00e4ufe zu vermeiden.<\/p>\n<p>Warum ist diese Krise eine besondere Herausforderung f\u00fcr Europa?<\/p>\n<p>Der Energieschock trifft die europ\u00e4ische Wirtschaft in einer ohnehin schwierigen Phase.<\/p>\n<p>Schon vor dem Konflikt hatten viele EU-Staaten mit hohen Energiekosten und einer sinkenden industriellen Wettbewerbsf\u00e4higkeit zu k\u00e4mpfen. Energieintensive Branchen wie die Stahl-, Chemie- und Zementindustrie dr\u00e4ngen seit Langem auf Unterst\u00fctzung.<\/p>\n<p>Die aktuelle Krise birgt das Risiko weiterer Preissch\u00fcbe und m\u00f6glicher Brennstoffknappheit. Damit legt sie die grundlegenden Schw\u00e4chen des Energiesystems der EU schonungslos offen.<\/p>\n<p>Wie reagieren die einzelnen EU-Staaten?<\/p>\n<p>Die Regierungen ergreifen eine Reihe von Ma\u00dfnahmen, um die Folgen abzufedern.<\/p>\n<p>Italien bem\u00fcht sich um zus\u00e4tzliche Gaslieferungen aus Algerien, w\u00e4hrend der belgische Fernleitungsnetzbetreiber Fluxys alternative LNG-Quellen sondiert, darunter die Vereinigten Staaten und Nigeria.<\/p>\n<p>Zugleich setzen zahlreiche EU-Staaten auf Steuersenkungen, Subventionen und Marktinterventionen, um Verbraucher und Unternehmen zu entlasten.<\/p>\n<p>Einige L\u00e4nder gehen noch weiter: Slowenien hat Kraftstoffe rationiert, w\u00e4hrend \u00d6sterreich die Kraftstoffsteuern gesenkt und die Gewinnspannen des Einzelhandels begrenzt hat.<\/p>\n<p>Die EU-Finanzminister pr\u00fcfen dar\u00fcber hinaus umfassendere Eingriffe, darunter Preisobergrenzen f\u00fcr \u00d6l und Sondersteuern auf \u00dcbergewinne von Energieunternehmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die gemeinsamen Milit\u00e4rschl\u00e4ge der Vereinigten Staaten und Israels gegen den Iran &#8211; gefolgt von iranischen Vergeltungsangriffen auf die&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":77561,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[11837,11954,7781,76,75,2386,74,10181,18492],"class_list":{"0":"post-77560","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-europa","8":"tag-energiekrise-europa","9":"tag-erdgas","10":"tag-erneuerbare-energien","11":"tag-eu","12":"tag-europa","13":"tag-europaeische-union","14":"tag-europe","15":"tag-iran-krieg","16":"tag-oel"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116328329633730237","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/77560","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=77560"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/77560\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/77561"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=77560"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=77560"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=77560"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}