{"id":77722,"date":"2026-04-01T09:23:07","date_gmt":"2026-04-01T09:23:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/77722\/"},"modified":"2026-04-01T09:23:07","modified_gmt":"2026-04-01T09:23:07","slug":"polen-wappnet-sich-gegen-organisierten-fluechtlingsstrom-aus-belarus-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/77722\/","title":{"rendered":"Polen wappnet sich gegen organisierten Fl\u00fcchtlingsstrom aus Belarus \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Die polnische Regierung will dieses Jahr 105 Millionen Euro ausgeben, um Fl\u00fcchtlinge aus dem Nahen Osten abzuhalten. Die sollen von Minsk und Moskau in der Vergangenheit gezielt aus dem Irak nach Europa geholt worden sein.<\/p>\n<p>\u00a0<br \/>\n                    01.04.2026 um 10:55\n                <\/p>\n<p>\n            von<br \/>\n            unserem Korrespondenten Paul Fl\u00fcckiger\n        <\/p>\n<p>Der polnische Grenzschutz will die Ostgrenze zu Belarus so bald wie m\u00f6glich weiter absichern. Geplant ist eine ausgekl\u00fcgelte elektronische \u00dcberwachung des Grenzstreifens. Dieser verl\u00e4uft heute entlang des Grenzflusses Bug oder dort, wo fr\u00fcher eine gr\u00fcne Grenze war, entlang eines von der fr\u00fcheren rechtsnationalen Kaczy\u0144ski-Regierung errichteten f\u00fcnf Meter hohen Metallzauns. Auf einer L\u00e4nge von \u00fcber 400 Kilometern sollen so W\u00e4rmekameras, Bewegungsmelder und Internet-gest\u00fctzte weitere \u00dcberwachungsmethoden installiert werden. Die Ma\u00dfnahmen sollen 2026 umgerechnet 105 Mio. Euro kosten.<\/p>\n<p>Die polnisch-belarussische Grenze wurde vor f\u00fcnf Jahren, kurz vor der vollumf\u00e4nglichen russischen Invasion in die Ukraine, zum Brennpunkt. Der belarussische Diktator, Alexander Lukaschenko, hatte damals mit Wladimir Putins Unterst\u00fctzung im Rahmen einer hybriden Kriegsf\u00fchrung gegen den verhassten Westen eine k\u00fcnstliche neue Fluchtroute von Bagdad via Minsk und Polen nach Westeuropa errichtet. Die belarussische Fluggesellschaft Belavia transportierte Personen en masse nach Minsk, wo sie zumeist von Sicherheitsleuten Lukaschenkos \u00fcbernommen und mit Bussen an die Grenze gefahren wurden. Dort wiederum half ihnen Lukaschenkos Grenzschutz dabei, die damals noch wenig gesicherte Grenze zu Polen ohne Genehmigung zu \u00fcberqueren. <\/p>\n<p>Auf dem H\u00f6hepunkt dieser neuen Fl\u00fcchtlingskrise \u00fcberquerten pro Nacht bis zu 300 Migranten irregul\u00e4r die belarussisch-polnische Grenze. Es kam zu dramatischen Szenen. Mehr als ein Dutzend Menschen starben, meist Migranten, die sich in den sumpfigen Waldgebieten verlaufen hatten. Lukaschenko und Putin konnten dabei auch testen, wie erfolgreich diese neue hybride Kriegsf\u00fchrung ist, vor allem auf Kosten verarmter Kurden aus dem Irak. Denn in Polen, Litauen und Lettland nahmen Angst und Xenophobie zu. Dazu wurde der russische Truppenaufmarsch im Osten der Ukraine kaum beachtet, da sich aller Welt Augen auf die polnisch-belarussische Grenze richteten.<\/p>\n<p>Inzwischen ist es dort sehr ruhig, was auch mit den bitterkalten Wintern\u00e4chten zu tun hat. Anfang M\u00e4rz gab es eine Periode von sechs N\u00e4chten, in denen es zu keinem einzigen Versuch kam, die Grenze zu Polen aus Belarus illegal zu \u00fcberschreiten. Mitte M\u00e4rz wiederum gab es laut Angaben des polnischen Grenzschutzes nur ein knappes Dutzend illegaler Einreiseversuche. <\/p>\n<p>Diese erfolgen heute entweder \u00fcber den hohen, massiven Grenzzaun, durch dessen Eisenstangen oder aber auch mittels Tunneln. Der l\u00e4ngste von ihnen, entdeckt zum Jahreswechsel, war \u00fcber 60 Meter lang, davon zehn Meter auf polnischem Gebiet. Angeblich sollen diese Tunnel von vom russischen Geheimdienst angeworbenen Hamas-K\u00e4mpfern aus Gaza errichtet worden sein. Beweisen konnte diese These in Polen indes bisher niemand.\u00a0<\/p>\n<p>Auf dem H\u00f6hepunkt der hybriden russischen und belarussischen Kriegsf\u00fchrung mittels Fl\u00fcchtlingen gab es im letzten Herbst indes N\u00e4chte mit rund 200 illegalen Grenz\u00fcberquerungen. Warschau schloss daraufhin f\u00fcr ein paar Tage radikal alle Grenzen zu Belarus und trat in geheime Verhandlungen mit China, einem weiteren Unterst\u00fctzer Lukaschenkos. Das Problem konnte schnell gel\u00f6st werden. Seitdem hat sich die Lage beruhigt. <\/p>\n<p>Allerdings f\u00fcrchtet Polen, dass eine m\u00f6glicherweise bald einsetzende gro\u00dfe Fluchtbewegung aus dem kriegsversehrten Iran und auch den dortigen Kurdengebieten Putin und Lukaschenko auf neue \u201eFl\u00fcchtlingsinitiativen\u201c bringen d\u00fcrfte. Dazu kommt, dass das in der EU wegen seiner geostrategischen Lage immer einflussreichere Polen Lukaschenko offensichtlich ein gro\u00dfer Dorn im Auge ist. <\/p>\n<p>    Lesen Sie mehr zu diesen Themen:<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die polnische Regierung will dieses Jahr 105 Millionen Euro ausgeben, um Fl\u00fcchtlinge aus dem Nahen Osten abzuhalten. Die&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":77723,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8],"tags":[6653,40,41,39,38],"class_list":{"0":"post-77722","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-grenzzaun","9":"tag-nachrichten","10":"tag-news","11":"tag-schlagzeilen","12":"tag-top-meldungen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116328726861221171","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/77722","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=77722"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/77722\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/77723"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=77722"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=77722"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=77722"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}