{"id":77867,"date":"2026-04-01T10:54:07","date_gmt":"2026-04-01T10:54:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/77867\/"},"modified":"2026-04-01T10:54:07","modified_gmt":"2026-04-01T10:54:07","slug":"interview-mit-martin-thomas-und-rudolf-berger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/77867\/","title":{"rendered":"Interview mit Martin, Thomas und Rudolf \u00a0Berger"},"content":{"rendered":"<p>\n\t\t\t|\u00a0Wolfgang Zechner\u00a0\n\t\t<\/p>\n<p>\n\t\t|<br \/>\n\t\t\t\t\t31.03.2026\t\t\t<\/p>\n<p>Der nieder\u00f6sterreichische Schinkenhersteller steht vor einem Generationenwechsel. Rudolf Berger bereitet gemeinsam mit seinen S\u00f6hnen Thomas (29) und Martin (34) die \u00dcbergabe vor. Im Interview sprechen sie \u00fcber Herausforderungen der Branche, die Rolle des Handels, Konsumtrends und ihre Pl\u00e4ne f\u00fcr die Zukunft.\u00a0<\/p>\n<p>KEYaccount: Herr Berger, Ihre beiden S\u00f6hne arbeiten bereits im Unternehmen. Wer ist im Unternehmen f\u00fcr welche Bereiche verantwortlich?<\/p>\n<p>Thomas Berger: Ich k\u00fcmmere mich vor allem um die Produktion. Nach der Handelsakademie habe ich eine Fleischerlehre gemacht und anschlie\u00dfend den Meister abgeschlossen. Heute bin ich f\u00fcr die Produktionsbereiche verantwortlich.<\/p>\n<p>Martin Berger: Ich bin f\u00fcr Export und Vertrieb zust\u00e4ndig. Nach meinem Studium und einigen Jahren im Ausland bin ich seit 2024 wieder im Unternehmen und betreue unsere Exportkunden sowie Vertriebsthemen.<\/p>\n<p>KEYaccount: Wie konkret sind die Pl\u00e4ne f\u00fcr einen Generationenwechsel bei Berger?<\/p>\n<p>Rudolf Berger: Die Vorbereitung l\u00e4uft bereits seit einiger Zeit. In der Familie besch\u00e4ftigen wir uns intensiv mit der \u00dcbergabe und haben uns auch mit Fachleuten zusammengesetzt. Die rechtlichen Schritte werden derzeit vorbereitet. Es ist also ein Prozess, der bereits weit gediehen ist und in den n\u00e4chsten Jahren umgesetzt werden soll.<\/p>\n<p>KEYaccount: Wie hat sich das vergangene Gesch\u00e4ftsjahr f\u00fcr Berger entwickelt?<\/p>\n<p>Rudolf Berger: Nach dem Jahr 2024 war 2025 f\u00fcr uns vergleichsweise ruhig. 2024 war f\u00fcr uns ein Katastrophenjahr mit einem Brand und Hochwasser. 2025 war dagegen ein Jahr mit den \u00fcblichen Herausforderungen eines normalen Gesch\u00e4ftsbetriebs. Wir konnten uns wieder st\u00e4rker auf Qualit\u00e4t und Konsolidierung konzentrieren.<\/p>\n<p>KEYaccount:\u00a0Wie beurteilen Sie derzeit die Situation der \u00f6sterreichischen Fleischbranche?<\/p>\n<p>Rudolf Berger: Es gibt nat\u00fcrlich Herausforderungen. Energie- und Personalkosten sind gestiegen und der Markt ver\u00e4ndert sich.<\/p>\n<p>Martin Berger: Gleichzeitig zeigt sich aber auch eine gewisse Stabilit\u00e4t. In \u00d6sterreich sind keine gro\u00dfen Marktteilnehmer verschwunden. Wenn man nach Deutschland blickt, sieht man, dass dort deutlich mehr Bewegung im Markt ist.<\/p>\n<p>KEYaccount: Der Lebensmittelhandel ist stark konzentriert. Erst vor wenigen Monaten hat mit Unimarkt ein weiterer kleinerer H\u00e4ndler aufgeben m\u00fcssen. Welche Auswirkungen hat das f\u00fcr einen Markenartikler wie Berger?<\/p>\n<p>Rudolf Berger: Der Druck ist grunds\u00e4tzlich da und das schon seit vielen Jahren. Wir haben aber ein gutes Verh\u00e4ltnis zu unseren Kunden. Handelspartnern.<\/p>\n<p>Martin Berger: Eine Herausforderung sind nat\u00fcrlich die Eigenmarken des Handels. Diese stehen direkt neben der Marke im Regal und erh\u00f6hen den Wettbewerb.<\/p>\n<p>KEYaccount: Welche Rolle spielen Eigenmarken in Ihrem Gesch\u00e4ft?<\/p>\n<p>Rudolf Berger: Wir produzieren auch Eigenmarken, unser Fokus liegt aber klar auf der Marke Berger.<\/p>\n<p>Martin Berger: Eigenmarken machen etwas mehr als zehn Prozent unseres Gesch\u00e4fts aus. Rund 85 Prozent des Umsatzes erzielen wir mit unserer Marke.<\/p>\n<p>KEYaccount: Berger ist vor allem f\u00fcr Schinken bekannt. Wie breit ist Ihr Sortiment dar\u00fcber hinaus aufgestellt?<\/p>\n<p>Rudolf Berger: Schinken ist nat\u00fcrlich unser Kernprodukt.<\/p>\n<p>Thomas Berger: Gleichzeitig verarbeiten wir das ganze Tier. Deshalb haben wir neben Schinken auch ein starkes Gesch\u00e4ft mit Frischfleisch und Wurstwaren. Ein Vorteil ist unser direkter Draht zur Landwirtschaft. Rund ein Viertel unserer Rohstoffe kommt von eigenen Vertragslandwirten.Partnerlandwirten.<\/p>\n<p>KEYaccount: Der Fleischkonsum wird h\u00e4ufig diskutiert. Welche Entwicklungen beobachten Sie hier?<\/p>\n<p>Rudolf Berger: Der Fleischkonsum w\u00e4chst nicht mehr, aber er bricht auch nicht ein.<\/p>\n<p>Martin Berger: Wir sehen eher eine Seitw\u00e4rtsbewegung. Gleichzeitig gibt es Trends, etwa hin zu mehr Gefl\u00fcgel oder zu pflanzlichen Alternativen.<\/p>\n<p>Rudolf Berger: Wir produzieren selbst einige vegane Artikel, aber das ist f\u00fcr uns eine kleine Nische.<\/p>\n<p>KEYaccount: Regionalit\u00e4t ist seit Jahren ein wichtiger Bestandteil Ihrer Positionierung. Wie wichtig ist dieses Thema heute f\u00fcr Konsument:innen?<\/p>\n<p>Rudolf Berger: Regionalit\u00e4t ist ein zentraler Teil unserer Unternehmensgeschichte.<\/p>\n<p>Martin Berger: Unsere Partnerlandwirte befinden sich meist im Umkreis von rund 60 Kilometern. Wir sehen, dass Konsument:innen bereit sind, f\u00fcr regionale Produkte mehr zu bezahlen, auch wenn der Preisdruck zuletzt gestiegen ist.<\/p>\n<p>KEYaccount: Welche Trends sehen Sie sonst noch in der Branche?<\/p>\n<p>Thomas Berger: Ein Thema ist etwa die Reduktion von Salz in Produkten. Konsument:innen achten st\u00e4rker auf solche Aspekte.<\/p>\n<p>Rudolf Berger: Gleichzeitig sehen wir, dass Klassiker weiterhin gefragt sind. Innovation bedeutet f\u00fcr uns oft, bestehende Produkte laufend zu verbessern.<\/p>\n<p>KEYaccount: Tierwohl spielt ebenfalls eine immer gr\u00f6\u00dfere Rolle. Welche Bedeutung hat dieses Thema f\u00fcr Berger?<\/p>\n<p>Rudolf Berger: Tierwohl ist f\u00fcr uns schon seit vielen Jahren ein wichtiges Thema.<\/p>\n<p>Martin Berger: Inzwischen ist Tierwohl im Markt angekommen und wird von mehreren Handelsketten aktiv vorangetrieben. Die Programme haben mittlerweile eine relevante Gr\u00f6\u00dfe erreicht. F\u00fcr uns ist das ein positiver Schritt, weil Tierwohl langfristig ein wichtiger Bestandteil der Fleischproduktion bleiben wird.<\/p>\n<p>Rudolf Berger: Entscheidend wird aber sein, wie sich die Nachfrage entwickelt. Tierwohlprodukte sind aufwendiger in der Produktion und daher teurer. Der Markt wird zeigen, wie stark Konsument:innen diesen Weg dauerhaft mitgehen.<\/p>\n<p>KEYaccount: Eine Frage an die S\u00f6hne: Welche Themen wollen Sie als n\u00e4chste Generation besonders vorantreiben?<\/p>\n<p>Martin Berger: Wir k\u00f6nnen auf einer starken Marke aufbauen. Wichtig wird sein, die Wertigkeit von Fleisch st\u00e4rker zu kommunizieren. Viele Konsument:innen wissen gar nicht mehr, wie viel Arbeit und Wertsch\u00f6pfung hinter einem Produkt steckt.<\/p>\n<p>Thomas Berger: Aus Sicht der Produktion wird ein Thema immer wichtiger: Personal. Es wird k\u00fcnftig schwieriger werden, Mitarbeiter:innen zu finden. Deshalb m\u00fcssen wir Prozesse weiter verbessern und ergonomischer gestalten.<\/p>\n<p>KEYaccount: Welche Rolle spielt der Export f\u00fcr Berger?<\/p>\n<p>Martin Berger: Der Exportanteil liegt bei etwa 15 bis 20 Prozent. Wir konzentrieren uns dabei auf unsere Nachbarl\u00e4nder und auf hochwertige Produkte.<\/p>\n<p>KEYaccount: Wenn Sie auf die politischen Rahmenbedingungen blicken: Was m\u00fcsste die Politik in \u00d6sterreich aus Ihrer Sicht verbessern?<\/p>\n<p>Rudolf Berger: Ein zentrales Thema sind die Lohnnebenkosten. Im internationalen Vergleich sind diese sehr hoch. Wenn wir wettbewerbsf\u00e4hig bleiben wollen, muss hier angesetzt werden.<\/p>\n<p>KEYaccount: Herr Berger, noch eine pers\u00f6nliche Frage zum Schluss: Was planen Sie f\u00fcr die Zeit nach Ihrer aktiven Rolle im Unternehmen?<\/p>\n<p>Rudolf Berger: Da mache ich mir keine Sorgen. Ich habe viele private Interessen. Ich spiele zum Beispiel sehr gerne Gitarre.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.berger-schinken.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">www.berger-schinken.at<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"|\u00a0Wolfgang Zechner\u00a0 | 31.03.2026 Der nieder\u00f6sterreichische Schinkenhersteller steht vor einem Generationenwechsel. 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